Alle Wissensobjekte

Alle Wissensobjekte des Insurance Knowledge Graph: Begriffe, Klauseln, Deckungen, Regulierungen und Risk-Engineering-Wissen.

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Themen

Themenseiten fassen kurz erklärte Fachbegriffe eines Gebiets zusammen. Jeder Begriff ist über eine Sprungmarke direkt adressierbar.

Begriff

24/7 Reise-Assistance (Medical & Security Assistance)

Die 24/7 Reise-Assistance ist die rund um die Uhr erreichbare Alarm- und Koordinationszentrale der Geschäftsreiseversicherung, die medizinische Beratung, Spitalsuche, Kostengutsprachen, Evakuierungen, Sicherheitsinformationen und Krisenunterstützung organisiert – meist erbracht durch spezialisierte Assistance-Provider wie International SOS oder konzerneigene Assistance-Gesellschaften.

Klausel

72-Stunden-Klausel Sach

Die 72-Stunden-Klausel Sach definiert für Sturm-, Erdbeben- oder ähnliche Naturgefahren ein Zeitfenster von 72 Stunden, innerhalb dessen mehrere Einzelschäden als ein einziges Schadenereignis für Zwecke von Selbstbehalt und Höchstentschädigung gelten.

Begriff

Abandon

Abandon ist im Seeversicherungsrecht das Recht des Versicherungsnehmers, die versicherte Sache bei Totalverlust, Verschollenheit des Schiffs oder hoheitlicher Verfügung dem Versicherer zu überlassen und dafür die volle Versicherungssumme zu verlangen.

Erklärt auf der Themenseite Transportversicherung

Begriff

Abbruchkosten

Abbruchkosten sind die Kosten für den Abbruch nicht mehr verwertbarer Gebäudereste nach einem Schadenereignis; sie werden in der verbundenen Wohngebäudeversicherung meist bis zu einem definierten Anteil der Versicherungssumme mitversichert.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Risikomerkmal

Abfall- und Entsorgungsmanagement

Das Abfall- und Entsorgungsmanagement beschreibt, wie der Versicherungsnehmer Produktions- und Verpackungsabfälle sammelt, trennt, lagert und entsorgt – eine in Sach- und Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Abfertigung (Alt/Neu)

Die Abfertigung ist die österreichische betriebliche Einmalzahlung bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses; seit 2003 wird sie über eine laufende Beitragszahlung an eine Mitarbeitervorsorgekasse finanziert (Abfertigung NEU).

Begriff

Abfindungserklärung

Die Abfindungserklärung ist eine vom Versicherungsnehmer unterzeichnete Erklärung, mit der er im Zuge der endgültigen Schadenerledigung auf weitere gegenwärtige und künftige Ansprüche aus einem Schadenfall verzichtet.

Begriff

Abgekürzte Beitragszahlungsdauer

Bei abgekürzter Beitragszahlungsdauer werden die Beiträge einer Lebens- oder Rentenversicherung nur über einen Teil der gesamten Vertragslaufzeit gezahlt, der Versicherungsschutz besteht jedoch über die volle Laufzeit.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Klausel

Abhandenkommen von Schlüsseln

Besondere Vereinbarung nach AHB Ziff. 2.2, die den Verlust fremder Schlüssel, Codekarten oder Transponder wie einen Sachschaden behandelt und die Kosten für den Austausch von Schlössern und Schliessanlagen abdeckt.

Begriff

Ablaufleistung

Die Ablaufleistung ist die vom Versicherer bei Erreichen des vereinbarten Ablaufdatums einer Lebens- oder Rentenversicherung fällige Leistung.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Ablaufmanagement

Ablaufmanagement bezeichnet den Prozess, mit dem Lebens- und Rentenversicherer Kunden vor Fälligkeit ihres Vertrags über Leistungshöhe und Auszahlungsoptionen informieren und beraten.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Ableitungsrohre

Ableitungsrohre leiten Abwasser aus einem Gebäude ab; Bruchschäden daran innerhalb des Gebäudes sind in der verbundenen Wohngebäudeversicherung üblicherweise unter der Gefahr Leitungswasser mitversichert.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Begriff

Ablösung

Die Ablösung ist die endgültige finanzielle Abwicklung eines Rückversicherungsvertrags, bei der der Erstversicherer gegen Ausgleich auf alle Rechte verzichtet und der Rückversicherer von allen Verpflichtungen entbunden wird.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Abredeversicherung (UVG)

Die Abredeversicherung ist die durch besondere Vereinbarung mit dem bisherigen UVG-Versicherer verlängerte Nichtberufsunfallversicherung nach Art. 3 Abs. 3 UVG und Art. 8 UVV; sie muss vor Ablauf der 31-tägigen Nachdeckung abgeschlossen werden und verlängert den Schutz gegen Nichtberufsunfälle um höchstens sechs Monate.

Begriff

Abschlusskosten

Abschlusskosten (Abschlussaufwendungen) sind die Kosten eines Versicherers für die Vermittlung und den Abschluss von Versicherungsverträgen, insbesondere Provisionen.

Erklärt auf der Themenseite Rechnungslegung

Begriff

Abschlusskostenfinanzierung

Abschlusskostenfinanzierung ist die Finanzierung der anfänglich hohen Abschlusskosten eines Erstversicherers durch speziell ausgestaltete Rückversicherungsverträge, etwa Aufbauquoten oder Finite Quota Share.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Abschlussvollmacht

Die Abschlussvollmacht berechtigt einen Versicherungsagenten, im Namen des Versicherers rechtsverbindlich Versicherungsverträge abzuschliessen.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Risk Engineering

Abschottung von Leitungsdurchführungen

Die Abschottung von Leitungsdurchführungen verschliesst die Durchbrüche von Kabeln, Rohren und Lüftungsleitungen durch brandabschnittsbildende Bauteile, damit deren Feuerwiderstand nicht durch offene Spalten unterlaufen wird.

Begriff

Abschreibung

Abschreibung ist die planmässige oder ausserplanmässige buchhalterische Wertminderung eines Vermögensgegenstands über dessen Nutzungsdauer oder infolge einer dauerhaften Wertminderung.

Erklärt auf der Themenseite Rechnungslegung

Risk Engineering

Absenzenmanagement

Absenzenmanagement ist der systematische betriebliche Prozess zur Erfassung, Analyse und Reduktion krankheits- und unfallbedingter Arbeitsausfälle: Er verbindet Kennzahlen, Früherkennung, Kontakt- und Rückkehrgespräche, Case Management und Wiedereingliederung mit den Leistungen von Krankentaggeld-, UVG-Versicherer und Invalidenversicherung.

Begriff

Absterbeordnung

Die Absterbeordnung ist die Regel, nach der sich die Anzahl der erwarteten Todesfälle je Altersgruppe einer Personengesamtheit in einem vorgegebenen Zeitraum bestimmen lässt.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Klausel

Abstrakte Verweisung

Die abstrakte Verweisung erlaubt es dem Berufsunfähigkeitsversicherer, den Versicherten im Leistungsfall auf eine andere, zumutbare Tätigkeit zu verweisen, auch wenn diese konkret nicht ausgeübt wird.

Klausel

Abteilungsklausel (Departmental Clause)

Die Departmental Clause ordnet an, dass ein Betriebsunterbrechungsschaden je Abteilung eines Betriebs getrennt berechnet wird, wenn deren Handelsergebnisse unabhängig voneinander feststellbar sind.

Begriff

Abtretung

Die Abtretung ist die vertragliche Übertragung einer Forderung, etwa eines Anspruchs auf Versicherungsleistung, vom bisherigen Gläubiger auf einen neuen Gläubiger.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Abwehr unberechtigter Ansprüche

Die Abwehr unberechtigter Ansprüche ist eine der beiden vertraglichen Hauptleistungspflichten des Haftpflichtversicherers und verpflichtet ihn, gegen den Versicherungsnehmer erhobene unbegründete Ansprüche zurückzuweisen.

Erklärt auf der Themenseite Haftpflichtversicherung

Begriff

Abwicklungsdreieck

Ein Abwicklungsdreieck ist eine tabellarische Darstellung der Schadenaufwendungen oder -zahlungen eines Versicherungsunternehmens nach Anfalljahr und Abwicklungsjahr und bildet die Grundlage klassischer Reservierungsverfahren.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Abwicklungsergebnis

Das Abwicklungsergebnis ist die Differenz zwischen in Vorjahren gebildeten Schadenrückstellungen und den daraus tatsächlich zu deckenden Schadenzahlungen.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Abwicklungsgeschwindigkeit

Die Abwicklungsgeschwindigkeit ist die Zeitspanne zwischen Schadeneingang und Abschluss der Bearbeitung und dient als Qualitätskennziffer für die Schadenregulierung eines Versicherers.

Erklärt auf der Themenseite Schadenmanagement

Begriff

Abzinsung

Abzinsung (Diskontierung) ist die Umrechnung eines künftig fälligen Betrags auf seinen heutigen Wert unter Berücksichtigung eines Zinssatzes.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Klausel

Access-to-Records-/Inspection-Klausel

Die Access-to-Records-Klausel räumt dem Rückversicherer das Recht ein, Bücher, Akten und Schadenunterlagen des Zedenten einzusehen, um die Zession und Schadenregulierung zu überprüfen.

Begriff

Accidental Death & Dismemberment (AD&D)

Accidental Death & Dismemberment (AD&D) ist eine international verbreitete Unfallversicherungsleistung, die bei unfallbedingtem Tod die vereinbarte Hauptsumme (Principal Sum) und bei Verlust von Gliedmassen, Sehkraft, Gehör oder Sprache einen nach einer Verlusttabelle festgelegten Prozentsatz dieser Summe als Kapital auszahlt.

Begriff

Adäquater Kausalzusammenhang

Der adäquate Kausalzusammenhang liegt vor, wenn ein Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, einen Erfolg der eingetretenen Art herbeizuführen oder wesentlich zu begünstigen.

Begriff

Adjustierung

Adjustierung ist die vertragliche Angleichung des Rückversicherungsvertrags an den tatsächlichen Geschäftsverlauf, etwa durch variable Prämien oder Staffelprovisionen.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

ADL-Punktesystem

Das ADL-Punktesystem ("Activities of Daily Living") beurteilt Pflegebedürftigkeit anhand der Fähigkeit, Grundfertigkeiten des täglichen Lebens eigenständig auszuführen, und dient Kranken- und Lebensversicherern zur Leistungsstaffelung.

Begriff

Adverse Development Cover (ADC)

Ein Adverse Development Cover schützt einen Erstversicherer retrospektiv gegen unzureichende Reservierung vergangener Schäden, indem der Rückversicherer Zahlungen oberhalb einer vereinbarten Priorität übernimmt.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Risikomerkmal

AGB und Haftungsfreizeichnung

AGB und Haftungsfreizeichnung erfassen, ob ein Versicherungsnehmer Allgemeine Geschäftsbedingungen mit Haftungsbeschränkungs-, Ausschluss- oder Freizeichnungsklauseln verwendet und ob diese in der massgebenden Vertrags- oder Absatzgerichtsbarkeit rechtlich durchsetzbar sind.

Begriff

Agenturvertrag

Der Agenturvertrag regelt das Vertragsverhältnis zwischen einem Versicherer und seinem Versicherungsagenten, einschliesslich Vollmachten, Vergütung und Pflichten.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Begriff

Aggregate

Aggregate ist die Summe der Exponierungen eines Risikoträgers unter bestimmten Gefahren, die einem Rückversicherungsverhältnis zugrunde gelegt wird, etwa zur Bestimmung von Priorität und Haftstrecke.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Klausel

Aggregate-Extension-Klausel

Die Aggregate-Extension-Klausel erlaubt es, mehrere kleinere Einzelschäden aus demselben Naturereignis für die Zwecke einer Katastrophen-Exzedenten-Deckung zusammenzurechnen, statt sie einzeln unter der Priorität verfallen zu lassen.

Begriff

Akkreditiv

Ein Akkreditiv ist ein bedingtes Zahlungsversprechen einer Bank zugunsten eines Verkäufers, das gegen Vorlage vertraglich festgelegter Dokumente eingelöst wird.

Begriff

Aktienrisiko

Das Aktienrisiko ist das Risiko von Wertverlusten aus Aktienanlagen infolge von Kursschwankungen an den Kapitalmärkten und ein Teilrisiko des Marktrisikomoduls unter Solvency II.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Aktive Rückversicherung

Aktive Rückversicherung ist das Anbieten von Rückversicherungskapazität und die Zeichnung von Rückversicherungsdeckungen durch einen Rückversicherer, im Gegensatz zur passiven Rückversicherung des Zedenten.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Aktivierungspflicht

Die Aktivierungspflicht verpflichtet ein Unternehmen, bestimmte Ausgaben als Vermögensgegenstand in der Bilanz auszuweisen (zu aktivieren), statt sie sofort als Aufwand zu erfassen.

Erklärt auf der Themenseite Rechnungslegung

Begriff

Akzept

Akzept ist die rechtsverbindliche Annahme eines Rückversicherungsangebots durch den Rückversicherer gegenüber dem Erstversicherer oder Rückversicherungsmakler.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Allmählichkeitsschaden

Ein Allmählichkeitsschaden ist ein Sachschaden, der durch allmähliche, länger andauernde Einwirkung äusserer Umstände entsteht, und wird in der Haftpflichtversicherung häufig eingeschränkt oder ausgeschlossen.

Erklärt auf der Themenseite Haftpflichtversicherung

Klausel

Allocation Clause

Die Allocation-Klausel regelt, wie Verteidigungskosten und Vergleichs-/Urteilszahlungen aufzuteilen sind, wenn ein D&O-Anspruch sowohl gedeckte als auch ungedeckte Elemente, Parteien oder Anspruchsgrundlagen umfasst.

Risikomerkmal

Alter des Maschinenparks

Das Alter des Maschinenparks erfasst das durchschnittliche oder maximale Alter der Produktions- und Verarbeitungsanlagen an einem Versicherungsort, da alternde Maschinen ein höheres Ausfallrisiko und damit ein grösseres Betriebsunterbrechungsrisiko bergen.

Begriff

Alternative Rückversicherung

Alternative Rückversicherung ist der Oberbegriff für nichttraditionelle Ausgestaltungen von Rückversicherungsprodukten, die über den reinen Risikotransfer hinausgehen, etwa durch Finanzrückversicherung oder ART.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Alternative Versicherungsmodelle (Hausarzt, HMO, Telmed)

Alternative Versicherungsmodelle sind besondere Versicherungsformen der Schweizer Grundversicherung mit eingeschränkter Wahl der Leistungserbringer (Art. 41 Abs. 4 und Art. 62 KVG, Art. 99 ff. KVV): Versicherte verpflichten sich, im Krankheitsfall zuerst ihren Hausarzt, ein HMO-Zentrum oder eine telemedizinische Beratung zu kontaktieren, und erhalten dafür einen Prämienrabatt.

Begriff

Alternativer Risikotransfer (ART)

Alternativer Risikotransfer bezeichnet die Übertragung versicherungstechnischer Risiken an den Kapitalmarkt oder an spezialisierte Risikoträger ausserhalb der traditionellen (Rück-)Versicherung.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Altersrente

Die Altersrente ist die regelmässige Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung oder eines privaten bzw. betrieblichen Altersvorsorgevertrags nach Erreichen der Regelaltersgrenze.

Erklärt auf der Themenseite Altersvorsorge

Begriff

Altersteilzeit

Altersteilzeit ermöglicht älteren Arbeitnehmern einen gleitenden Übergang in den Ruhestand durch Reduzierung der Arbeitszeit bei teilweisem Lohnausgleich.

Erklärt auf der Themenseite Altersvorsorge

Regulierung

Altersvermögensgesetz (AVmG)

Das Altersvermögensgesetz von 2001 begründete die staatlich geförderte private Altersvorsorge in Deutschland und führte die sogenannte Riester-Rente ein.

Begriff

Alterungsrückstellung

Die Alterungsrückstellung ist eine versicherungstechnische Rückstellung in der privaten Krankenversicherung, die den altersbedingten Anstieg der Krankheitskosten ausgleicht und die Beiträge über die Vertragslaufzeit stabilisiert.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Begriff

ALV (Arbeitslosenversicherung)

Die ALV ist die Schweizer Sozialversicherung, die versicherten Arbeitnehmenden bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, schlechtem Wetter und Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers Taggelder ausrichtet.

Erklärt auf der Themenseite Sozialversicherung

Begriff

Ambulante Heilbehandlung

Ambulante Heilbehandlung ist die medizinische Behandlung einer versicherten Person, die ohne stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus erfolgt, etwa beim niedergelassenen Arzt.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Risikomerkmal

Änderungsmanagement

Der Änderungsmanagementprozess erfasst, ob ein Versicherter über ein formales Verfahren verfügt, um neue oder geänderte Anlagen, Prozesse und organisatorische Regelungen vor deren Umsetzung auf Brand-, Explosions- und Haftpflichtrisiken zu prüfen.

Risk Engineering

Änderungsmanagement (Management of Change)

Änderungsmanagement (Management of Change) ist ein formales Verfahren, das bauliche, technische, prozessuale und organisatorische Änderungen vor ihrer Umsetzung auf neue Brand-, Explosions- und Sachschadenrisiken prüft und freigibt.

Begriff

Anfalljahr

Das Anfalljahr ist das Jahr, in dem ein versicherter Schaden tatsächlich entstanden ist, und bildet die zentrale Achse eines Abwicklungsdreiecks.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Klausel

Angehörigenklausel

Die Angehörigenklausel schliesst in der Haftpflichtversicherung Haftpflichtansprüche von Angehörigen des Versicherungsnehmers aus, die mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben oder mitversichert sind.

Risikomerkmal

Anhängige Rechtsstreitigkeiten

Anhängige Rechtsstreitigkeiten erfassen laufende, drohende oder jüngst beigelegte Verfahren und behördliche Untersuchungen gegen den Antragsteller oder seine Organe – eine in Haftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Anlageverordnung (AnlV)

Die Anlageverordnung regelte bis zur Einführung von Solvency II quantitative Vorgaben für die Kapitalanlage kleinerer Versicherungs- unternehmen ausserhalb des Solvency-II-Regimes.

Erklärt auf der Themenseite Regulatorik

Klausel

Annual-Aggregate-Deductible-Klausel

Die Annual-Aggregate-Deductible-Klausel legt einen jährlichen Gesamtselbstbehalt fest, den der Zedent aus der Summe aller unter den nicht-proportionalen Vertrag fallenden Schäden zunächst selbst tragen muss, bevor der Rückversicherer haftet.

Begriff

Annullierung, Reiseabbruch und Verspätung (Trip Cancellation & Curtailment)

Der Baustein Annullierung, Reiseabbruch und Verspätung der Geschäftsreiseversicherung erstattet Stornokosten, nicht genutzte Reiseleistungen und Mehrkosten für Rück- oder Weiterreise, wenn eine Geschäftsreise wegen eines versicherten Ereignisses – Krankheit, Unfall, Tod, Elementarereignis, Unruhen, Streik, Absage des Geschäftstermins – nicht angetreten, abgebrochen oder verspätet fortgesetzt werden kann.

Begriff

Anrechenbarer Lohn

Der anrechenbare Lohn ist der gemäss AHV-Gesetz massgebende Bruttolohn, auf dessen Basis die Beiträge an die erste und zweite Säule sowie die Grundlage für den koordinierten Lohn berechnet werden.

Erklärt auf der Themenseite Sozialversicherung

Begriff

Anrechnungsverfahren

Beim Anrechnungsverfahren wird die Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder anderer Vorsorgesysteme auf eine betriebliche Altersversorgungszusage angerechnet, um Gesamtversorgungsziele zu begrenzen.

Erklärt auf der Themenseite Betriebliche Altersversorgung

Risk Engineering

Ansaugrauchmelder

Ansaugrauchmelder saugen über ein Rohrnetz aktiv Luftproben aus dem Überwachungsbereich an und werten sie hochempfindlich auf Rauchpartikel aus, wodurch Brände deutlich früher erkannt werden als mit punktförmigen Rauchmeldern.

Begriff

Anschaffungskosten

Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen.

Erklärt auf der Themenseite Rechnungslegung

Risikomerkmal

Anstellung von Hausangestellten

Die Anstellung von Hausangestellten erfasst, ob ein Haushalt Reinigungskräfte, Kinderbetreuungspersonen, Gärtner oder andere Hausangestellte beschäftigt – eine in Privathaftpflicht- und Unfallversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung der Arbeitgeberhaftpflicht und der obligatorischen Sozialversicherungspflichten.

Begriff

Antragsannahme

Die Antragsannahme ist die Willenserklärung des Versicherers, mit der er den Versicherungsantrag akzeptiert und damit den Versicherungsvertrag zustande bringt.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Anwartschaftsdeckungsverfahren

Das Anwartschaftsdeckungsverfahren ist eine kapitalgedeckte Finanzierungsmethode für Alterssicherungssysteme, bei der für jede erworbene Anwartschaft von Beginn an ausreichendes Kapital angesammelt wird.

Erklärt auf der Themenseite Altersvorsorge

Begriff

Anwartschaftsversicherung

Die Anwartschaftsversicherung sichert das Recht, einen ruhenden Versicherungsvertrag zu einem späteren Zeitpunkt ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder in Kraft zu setzen.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Any One Accident Limit (Ereignis-/Kumullimite)

Die Any One Accident Limit ist die in Gruppenunfallversicherungen vereinbarte Höchstentschädigung des Versicherers für alle versicherten Personen, die durch dasselbe Unfallereignis oder dieselbe Ursache betroffen sind; übersteigen die Einzelansprüche die Limite, werden sie proportional gekürzt. Für Flugreisen gelten häufig gesonderte Scheduled- und Non-Scheduled Aircraft Accumulation Limits.

Risikomerkmal

Anzahl vermieteter Objekte

Die Anzahl vermieteter Objekte erfasst, wie viele Wohn- oder Gewerbeeinheiten eine versicherte Person an Dritte vermietet – eine in Gebäude-, Mietausfall- und Haftpflichtversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung der Kumul- und Grundeigentümerexposition.

Begriff

Anzahlungsbürgschaft

Die Anzahlungsbürgschaft sichert dem Auftraggeber die Rückzahlung einer geleisteten Anzahlung, falls der Auftragnehmer seine vertraglichen Leistungen nicht erbringt.

Klausel

Anzeigepflicht bei Gefahrerhöhung

Die Klausel verpflichtet den Versicherungsnehmer, eine nachträgliche wesentliche Erhöhung der versicherten Gefahr dem Versicherer unverzüglich anzuzeigen, und regelt die Folgen einer unterlassenen Anzeige bis hin zum Wegfall des Versicherungsschutzes.

Klausel

Anzeigepflichtverletzung – Rechtsfolgenklausel

Die Rechtsfolgenklausel zur Anzeigepflichtverletzung regelt, welche Konsequenzen (Rücktritt, Kündigung, rückwirkende Vertragsanpassung oder Leistungsfreiheit) eintreten, wenn der Versicherungsnehmer vorvertragliche Gefahrumstände unrichtig oder unvollständig angezeigt hat.

Deckung

Arbeits-Rechtsschutz

Der Arbeits-Rechtsschutz ist eine Leistungsart der Rechtsschutzversicherung für die gerichtliche und aussergerichtliche Wahrnehmung rechtlicher Interessen aus Arbeits- und öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnissen.

Begriff

Arbeitsunfähigkeit

Arbeitsunfähigkeit bezeichnet den krankheitsbedingten Zustand, dass ein Arbeitnehmer seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, und ist von Berufs- und Erwerbsunfähigkeit abzugrenzen.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Begriff

Arbeitsunfall

Ein Arbeitsunfall ist ein Versicherungsfall in der gesetzlichen Unfallversicherung, der Versicherte infolge ihrer Arbeit oder versicherten Tätigkeit erleiden.

Erklärt auf der Themenseite Unfallversicherung

Klausel

Arbitration-Klausel (internationale Programme)

Die Arbitration-Klausel verpflichtet die Parteien, Streitigkeiten aus einer internationalen Police oder einem Rückversicherungsvertrag statt vor staatlichen Gerichten in einem privaten Schiedsverfahren mit festgelegtem Sitz und Verfahrensregeln beizulegen.

Klausel

Arbitration-Klausel (Rückversicherung)

Die Arbitration-Klausel verpflichtet Zedent und Rückversicherer, Streitigkeiten aus dem Vertrag nicht vor staatlichen Gerichten, sondern in einem privaten Schiedsverfahren zu klären.

Begriff

Area of Cover (Geografischer Deckungsbereich)

Die Area of Cover ist der in einer internationalen Krankenversicherung vertraglich festgelegte geografische Raum, in dem Behandlungen erstattet werden – marktüblich «Worldwide» oder «Worldwide excluding USA», bei einzelnen Anbietern auch regionale Zonen – und einer der wichtigsten Prämientreiber der IPMI.

Deckung

Arzneimittelhaftpflichtversicherung

Die Arzneimittelhaftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung, die die Gefährdungshaftung von Arzneimittelherstellern für Personenschäden durch in Verkehr gebrachte Arzneimittel deckt.

Klausel

Arztanordnungsklausel

Die Arztanordnungsklausel verpflichtete Versicherte in der Berufsunfähigkeitsversicherung, ärztlichen Anordnungen nachzukommen, und ist in modernen Bedingungswerken kaum noch enthalten.

Klausel

Asbest- und Kontaminationsausschluss

Der Asbest- und Kontaminationsausschluss nimmt Schäden, Kosten und Haftpflichtansprüche, die aus dem Vorhandensein, der Freisetzung oder der Beseitigung von Asbest entstehen, umfassend aus Sach- und Haftpflichtpolicen heraus.

Begriff

Assekuradeur

Ein Assekuradeur ist ein Mehrfachagent mit weitreichender Zeichnungsvollmacht, der für die vertretenen Versicherer Spezialrisiken zeichnet, Prämien vereinnahmt und Schäden reguliert.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Begriff

Asset Allocation

Asset Allocation ist die strategische Aufteilung eines Kapitalanlage- portfolios auf verschiedene Anlageklassen zur Optimierung von Rendite und Risiko.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Asset Backed Securities (ABS)

Asset Backed Securities sind Wertpapiere, die durch einen Pool von Forderungen oder anderen Vermögenswerten besichert und deren Zahlungsströme daraus bedient werden.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Asset Liability Management (ALM)

Asset Liability Management ist die integrierte Steuerung von Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten eines Versicherers zur Begrenzung von Zins-, Liquiditäts- und Fristigkeitsrisiken.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Asset Liability Modelling

Asset Liability Modelling ist die simulationsgestützte Analyse des Zusammenspiels von Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten eines Versicherers unter verschiedenen Kapitalmarkt- und Geschäftsszenarien.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Asset Management

Asset Management ist die professionelle Verwaltung von Kapitalanlagen im Auftrag von Investoren, einschliesslich Anlageentscheidungen, Überwachung und Reporting.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Asset-Liability-Mismatch-Risiko

Das Asset-Liability-Mismatch-Risiko ist das Risiko, dass Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten eines Versicherers hinsichtlich Fristigkeit, Zinsbindung oder Währung nicht ausreichend übereinstimmen.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Deckung

Assistanceversicherung

Die Assistanceversicherung deckt Notfalldienstleistungen wie Pannenhilfe, Rücktransport oder Organisation medizinischer Betreuung im In- und Ausland ab, statt lediglich eine finanzielle Entschädigung zu leisten.

Deckung

Atomhaftpflichtversicherung

Die Atomhaftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung zur Deckung der Gefährdungshaftung von Kernenergieanlagen-Betreibern und wird international über spezialisierte Atompools rückversichert.

Begriff

Attachment Point

Der Attachment Point (Priorität) ist die Schadenhöhe, ab der ein Rückversicherer im Rahmen einer nicht-proportionalen Deckung eintrittspflichtig wird.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Audit (Rückversicherung)

Ein Audit ist die Überprüfung der Geschäftsprozesse eines Erst- oder Rückversicherers durch einen Rückversicherer, typischerweise als Underwriting- oder Schadenaudit.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Aufbauprovision

Die Aufbauprovision ist eine zusätzliche Provision, mit der der Rückversicherer dem Erstversicherer eine Verwaltungskosten-Überdeckung zum Aufbau seines Geschäftsbetriebs leistet.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Aufnahmeuntersuchung

Die Aufnahmeuntersuchung ist die vom Versicherer verlangte ärztliche Untersuchung eines Antragstellers zur Beurteilung des zu versichernden Risikos vor Vertragsabschluss.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Begriff

Aufprall eines Luftfahrzeugs

Aufprall eines Luftfahrzeugs ist eine versicherte Gefahr in mehreren Sachversicherungszweigen, die den Anprall eines Luftfahrzeugs, seiner Teile oder seiner Ladung auf versicherte Sachen umfasst.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Klausel

Aufräum- und Abbruchkosten (Debris Removal)

Die Debris-Removal-Klausel deckt zusätzlich zum eigentlichen Sachschaden die Kosten für das Beseitigen von Trümmern und Schutt, die durch ein versichertes Ereignis entstanden sind, meist als eigener Prozentsatz oder eigenes Limit über der Versicherungssumme.

Begriff

Aufräumungskosten

Aufräumungskosten sind die Kosten für das Beseitigen und Entsorgen von Schutt und nicht mehr verwertbaren Resten am Schadenort; sie werden in der verbundenen Wohngebäudeversicherung meist anteilig mitversichert.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Begriff

Aufrechnung

Die Aufrechnung ist die Erklärung, mit der gegenseitige, gleichartige Forderungen zweier Parteien zum Erlöschen gebracht werden, soweit sie sich betragsmässig decken.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Aufruhr

Aufruhr ist eine mit inneren Unruhen verwandte politische Gefahr, bei der sich Bevölkerungsteile gegen die Staatsgewalt erheben, und wird häufig gemeinsam mit Aussperrung als Erweiterungsdeckung angeboten.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Begriff

Aufschubzeit

Die Aufschubzeit ist der Zeitraum zwischen Vertragsabschluss einer Rentenversicherung und dem Beginn der Rentenzahlung, in dem Kapital angespart wird.

Erklärt auf der Themenseite Altersvorsorge

Begriff

Aufsichtsrechtliche Auflagen

Aufsichtsrechtliche Auflagen sind von der Aufsichtsbehörde angeordnete Massnahmen, mit denen ein Versicherungsunternehmen zur Beseitigung festgestellter Missstände verpflichtet wird.

Erklärt auf der Themenseite Regulatorik

Begriff

Aufzinsung

Aufzinsung ist die Berechnung des künftigen Werts eines heute vorhandenen Kapitalbetrags unter Berücksichtigung von Zinsen und Zinseszinsen.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Ausbildungsversicherung

Die Ausbildungsversicherung ist eine auf ein Kind abgeschlossene Lebensversicherung, die eine Kapitalleistung zur Finanzierung von Ausbildung oder Studium bereitstellt.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Ausfallbürgschaft

Bei der Ausfallbürgschaft kann der Gläubiger den Bürgen erst in Anspruch nehmen, wenn die Zwangsvollstreckung gegen den Hauptschuldner erfolglos geblieben ist.

Erklärt auf der Themenseite Kreditversicherung

Begriff

Ausfallrisiko

Das Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Schuldner seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen ganz oder teilweise nicht nachkommt.

Erklärt auf der Themenseite Kreditversicherung

Begriff

Ausfuhrkreditversicherung

Die Ausfuhrkreditversicherung sichert Exporteure gegen wirtschaftliche und politische Risiken der Zahlungsunfähigkeit ausländischer Abnehmer ab.

Begriff

Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters

Der Ausgleichsanspruch nach § 89b HGB gewährt einem Versicherungsagenten nach Vertragsbeendigung eine Vergütung für Vorteile, die der Versicherer aus den vom Agenten geworbenen Kunden weiterhin zieht.

Klausel

Auslandsdeckung Haftpflicht

Marktübliche Erweiterung, die den AHB-Grundausschluss für im Ausland eintretende Schadenereignisse aufhebt und Haftpflichtansprüche aus vorübergehenden Auslandsaufenthalten in den Versicherungsschutz einbezieht.

Deckung

Auslandsreisekrankenversicherung

Die Auslandsreisekrankenversicherung ist eine private Versicherung gegen das Krankheitsrisiko während eines Auslandsaufenthalts ausserhalb des gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes.

Klausel

Auslandsschadenausschluss USA/Kanada

Marktübliche Ausschlussklausel, die Haftpflichtansprüche vor US-amerikanischen oder kanadischen Gerichten beziehungsweise nach US-amerikanischem oder kanadischem Recht von einer sonst gewährten Auslandsdeckung ausnimmt.

Begriff

Ausräumungsschaden

Ein Ausräumungsschaden ist ein Schaden an versicherten Sachen, der beim Ausräumen eines durch eine versicherte Gefahr bedrohten Raums entsteht, und wird in der Sachversicherung regelmässig mitversichert.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Begriff

Ausscheideordnung

Die Ausscheideordnung ist die Darstellung der Abgangswahrscheinlichkeiten von Versicherungsverträgen aus dem Bestand der privaten Krankenversicherung nach Alter und Beobachtungszeitraum.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Ausscheidewahrscheinlichkeit

Die Ausscheidewahrscheinlichkeit ist in der Personenversicherung die Wahrscheinlichkeit, innerhalb einer bestimmten Zeitspanne die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Personengruppe zu verlieren.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Ausschlussfrist

Eine Ausschlussfrist ist eine Frist, nach deren Ablauf ein Recht oder Anspruch endgültig erlischt, ohne dass es einer Einrede des Schuldners bedarf.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Risikomerkmal

Aussenbeleuchtung des Areals

Die Aussenbeleuchtung des Areals erfasst, ob Aussenbereiche, Hof und Zufahrtswege eines Standorts während der Dunkelheit beleuchtet sind – eine in Sachversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung von Abschreckung und der nächtlichen Wirksamkeit der Videoüberwachung.

Risk Engineering

Aussenlagerung

Aussenlagerung bezeichnet die Lagerung von Waren, Rohstoffen oder Leergut ausserhalb geschlossener Gebäude, wo fehlender Sprinklerschutz durch grosszügige Abstände, Vegetationskontrolle und Zugangssicherung kompensiert werden muss.

Begriff

Aussenversicherung

Aussenversicherung ist die Versicherung beweglicher Sachen ausserhalb des im Versicherungsvertrag benannten Versicherungsorts und ergänzt damit die ortsgebundene Sachversicherung.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Risk Engineering

Ausserbetriebnahme-Management (Impairment Management)

Ausserbetriebnahme-Management (Impairment Management) ist die systemübergreifende Steuerung geplanter und ungeplanter Ausfälle von Schutz-, Melde- und Sicherungssystemen – von Löschanlagen über Brandmeldeanlagen bis zu Sicherheitstechnik –, mit dem Ziel, Ausfallzeiten zu minimieren und die Schutzwirkung während der Ausserbetriebnahme zu kompensieren.

Begriff

Aussperrung

Aussperrung ist das Mittel des Arbeitgebers im Arbeitskampf, Beschäftigte vorübergehend vom Betrieb auszuschliessen; als politisches Risiko wird sie in Erweiterungsdeckungen der Sachversicherung mitversichert.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Begriff

Aussteuerversicherung

Die Aussteuerversicherung ist eine auf ein Kind abgeschlossene Lebensversicherung, die bei dessen Heirat oder Erreichen eines bestimmten Alters eine Kapitalleistung auszahlt.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Risikomerkmal

Ausweichproduktionsstandort

Der Ausweichproduktionsstandort erfasst, ob der Versicherungsnehmer Zugriff auf einen zweiten, qualifizierten Standort hat, an dem kritische Produktion oder Dienstleistungserbringung nach einem Totalschaden am Hauptstandort wieder aufgenommen werden kann – eine in Betriebsunterbrechungsanträgen abgefragte Angabe.

Begriff

Auszahlungsplan

Ein Auszahlungsplan ist eine Form der Verrentung eines angesparten Kapitals, bei der regelmässige Teilbeträge zuzüglich Zinsen ausgezahlt werden, bis das Kapital aufgebraucht ist.

Erklärt auf der Themenseite Altersvorsorge

Klausel

Automatische Wiederauffüllung der Versicherungssumme

Die Klausel zur automatischen Wiederauffüllung stellt sicher, dass die Versicherungssumme nach einem Teilschaden nicht um die Entschädigung gemindert bleibt, sondern gegen eine zusätzliche Prämie ab dem Schadenzeitpunkt wieder auf den vollen Betrag angehoben wird.

Risikoprofil

Automatisiertes Hochregallager

Risikoprofil für ein automatisiertes Hochregallager (Hochregalanlage mit Regalbediengeräten, Shuttle-Systemen oder automatisierten Lager- und Bereitstellungssystemen): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Risikomerkmal

Automatisierungsgrad

Der Automatisierungsgrad erfasst, in welchem Ausmass die Prozesse eines Standorts durch manuelle Arbeit, teilautomatisierte Anlagen oder vollautomatisierte, vernetzte Systeme gesteuert werden, was sowohl das Sachschadenpotenzial als auch die Cyber-physische Exponierung prägt.

Risikoprofil

Automobilzulieferer

Risikoprofil für einen Automobilzulieferer (Herstellung von Teilen, Komponenten oder Baugruppen für Kraftfahrzeuge, die in Erstausrüstungs- oder Ersatzteil-Lieferketten eingespeist werden): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Begriff

Available for Sale (AfS)

Available for Sale bezeichnete unter IAS 39 eine Kategorie von Finanzinstrumenten, deren Fair-Value-Änderungen erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst wurden.

Erklärt auf der Themenseite Rechnungslegung

Begriff

Aval

Ein Aval ist eine von einer Bank oder einem Kreditversicherer übernommene Bürgschaft oder Garantie zugunsten eines Dritten, ohne dass liquide Mittel fliessen.

Begriff

Avalkredit

Der Avalkredit ist die von einer Bank oder einem Kreditversicherer eingeräumte Kreditlinie, innerhalb derer Bürgschaften und Garantien (Avale) für den Kunden übernommen werden können.

Erklärt auf der Themenseite Kreditversicherung

Begriff

Avalprovision

Die Avalprovision ist das Entgelt, das ein Kunde an die Bank oder den Kautionsversicherer für die Übernahme einer Bürgschaft oder Garantie (Aval) zahlt.

Erklärt auf der Themenseite Kreditversicherung

Begriff

Avalrahmen

Der Avalrahmen ist die vertraglich vereinbarte Höchstsumme, bis zu der ein Kautionsversicherer oder eine Bank Bürgschaften und Garantien für einen Kunden übernimmt.

Erklärt auf der Themenseite Kreditversicherung

Klausel

Average Clause / Coinsurance (US-Markt)

Die US-amerikanische Coinsurance-Klausel verpflichtet den Versicherungsnehmer, das versicherte Objekt bis zu einem festgelegten Prozentsatz (häufig 80–100 %) seines tatsächlichen Werts zu versichern; wird dies unterschritten, kürzt der Versicherer die Entschädigung auch bei Teilschäden proportional.

Risikomerkmal

Backup-Strategie und Offline-Kopie

Die Backup-Strategie und Offline-Kopie erfasst, wie häufig ein Unternehmen kritische Daten sichert und ob mindestens eine Kopie offline, air-gapped oder unveränderlich vorgehalten wird – eine entscheidende Kontrolle gegen Ransomware, die in Cyber-Anträgen abgefragt wird.

Begriff

Bad Faith (Böswillige Schadenregulierung)

Bad Faith bezeichnet ein vorsätzlich unfaires Verhalten des Versicherers bei der Schadenregulierung, das über eine blosse Vertragsverletzung hinausgeht und zu Schadenersatzansprüchen über die Policensumme hinaus führen kann.

Begriff

Bagatellschaden

Ein Bagatellschaden ist ein Schaden von geringer Höhe, dessen Bearbeitungskosten in einem ungünstigen Verhältnis zur Schadensumme stehen.

Erklärt auf der Themenseite Schadenmanagement

Begriff

Bardepot

Ein Bardepot ist eine Barsicherheit, die ein Rückversicherer beim Zedenten hinterlegt, um dessen Forderungen aus dem Rückversicherungsvertrag abzusichern.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Barreserve

Die Barreserve ist der Bestand an sofort verfügbaren Zahlungsmitteln, den ein Versicherer zur Deckung kurzfristiger Zahlungsverpflichtungen vorhält.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Barwert

Der Barwert ist der auf den heutigen Zeitpunkt abgezinste Wert zukünftiger Zahlungsströme und die Grundlage nahezu jeder aktuariellen Bewertung.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Basisrente (Rürup-Rente)

Die Basisrente ist eine staatlich geförderte private Rentenversicherung mit lebenslanger Leibrentenzahlung, die nicht vererbbar, beleihbar oder übertragbar ist.

Erklärt auf der Themenseite Altersvorsorge

Begriff

Basisrisiko

Basisrisiko ist die Gefahr, dass eine Absicherung – insbesondere ein parametrisches oder indexbasiertes Instrument – nicht exakt mit dem tatsächlich erlittenen Schaden übereinstimmt.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Basistarif

Der Basistarif ist ein gesetzlich vorgeschriebener Tarif der privaten Krankenversicherung mit Leistungen auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung und Kontrahierungszwang für die Versicherer.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Risikomerkmal

Bauart Rohbau

Die Bauart Rohbau erfasst das primäre Tragwerksmaterial und -verfahren für Rohbau und Gebäudekern (z.B. Stahlbeton, Stahlskelettbau, Holzbau), wie sie in Anträgen zur Bauwesen- und Montageversicherung deklariert wird.

Risikomerkmal

Bauartklasse

Die Bauartklasse ordnet ein Gebäude nach der Brennbarkeit und dem Feuerwiderstand seiner tragenden Baustoffe ein und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um das Brandschadenpotenzial und die Grundprämie zu bestimmen.

Risikomerkmal

Baugrundrisiko

Das Baugrundrisiko klassifiziert die geotechnischen und hydrogeologischen Eigenschaften einer Baustelle, etwa Bodentragfähigkeit, Grundwasserspiegel und Hochwasserexposition, wie sie in Anträgen zur Bauwesen- und Montageversicherung deklariert werden.

Deckung

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung deckt die gesetzliche Haftpflicht eines Bauherrn für Personen- und Sachschäden, die Dritten im Zusammenhang mit einem Bauvorhaben entstehen.

Risikomerkmal

Baujahr

Das Baujahr erfasst, wann ein Gebäude ursprünglich errichtet wurde, und dient als Näherungswert für die massgebende Baunormengeneration, den Alterungszustand der Gebäudetechnik und den zu erwartenden Instandhaltungsbedarf.

Risikomerkmal

Bauliche Brandabschnittsbildung

Die bauliche Brandabschnittsbildung erfasst, wie ein Gebäude in feuerwiderstandsfähige Abschnitte unterteilt ist, und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um zu beurteilen, wie wirksam ein Brand eingegrenzt werden kann, bevor er sich ausbreitet.

Risikoprofil

Bauprojekt Neubau

Risikoprofil für ein Neubau-Bauprojekt (Wohn-, Gewerbe- oder Industriebau, Rohbau und Ausbau): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Risikomerkmal

Bausumme

Die Bausumme ist der gesamte Vertragswert der Bauleistungen, Materialien, Anlagen und Baustelleneinrichtungen, die im Rahmen einer Bauwesen- oder Montageversicherung fertiggestellt werden sollen, und bildet die Grundlage für Prämie und Probable Maximum Loss.

Risikomerkmal

Bauzeit

Die Bauzeit ist die geplante Dauer vom Baubeginn auf der Baustelle bis zur Bauvollendung (sowie gegebenenfalls der anschliessenden Unterhaltsfrist), wie sie in Anträgen zur Bauwesen- und Montageversicherung deklariert wird.

Risikomerkmal

Bauzeitverzögerungsrisiko

Das Bauzeitverzögerungsrisiko erfasst die Faktoren, die ein Projekt über den geplanten Fertigstellungstermin hinaus verzögern könnten, sowie die finanziellen Folgen einer solchen Verzögerung, wie sie in Anträgen zur Bauwesen- und Montageversicherung im Zusammenhang mit einer allfälligen Rückwärtsversicherung für Ertragsausfall geprüft werden.

Klausel

Bearbeitungs- und Tätigkeitsschadenklausel

AHB-Ausschluss für Schäden an fremden Sachen, die durch eine betriebliche Bearbeitung, Reparatur oder sonstige Tätigkeit des Versicherungsnehmers an diesen Sachen entstehen, mit branchenüblicher Rückkaufmöglichkeit.

Begriff

Bedarfsdeckungsverfahren

Das Bedarfsdeckungsverfahren ist eine Finanzierungsmethode für Sozial- und Vorsorgesysteme, bei der die Beiträge einer Periode so festgelegt werden, dass sie exakt die in derselben Periode erwarteten Leistungen sowie den Aufbau einer Schwankungsreserve decken.

Begriff

Beihilfe

Beihilfe ist der Zuschuss des Dienstherrn zu den Krankheitskosten von Beamten und deren Angehörigen, der regelmässig durch eine private Beihilfe-Ergänzungsversicherung ergänzt wird.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Begriff

Beitragsanpassung

Die Beitragsanpassung ist die gesetzlich geregelte Erhöhung oder Senkung der Prämien in der privaten Krankenversicherung, wenn die tatsächlichen Versicherungsleistungen nachhaltig von den kalkulierten abweichen.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Begriff

Beitragsbefreiung

Die Beitragsbefreiung stellt den Versicherungsnehmer von der Beitragszahlungspflicht frei, während der Versicherungsschutz in vereinbartem Umfang fortbesteht.

Erklärt auf der Themenseite Invalidität

Begriff

Beitragsdynamik

Die Beitragsdynamik erhöht Beitrag und Versicherungsleistung einer Lebens- oder Rentenversicherung automatisch um einen vereinbarten Prozentsatz, meist ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Beitragslücke

Eine Beitragslücke liegt vor, wenn eine Person in einem Kalenderjahr keine oder ungenügende Beiträge an die AHV entrichtet hat, was zu einer lebenslangen Kürzung der Altersrente führt.

Erklärt auf der Themenseite AHV

Begriff

Beitragsrückerstattung

Die Beitragsrückerstattung ist die teilweise Rückzahlung von Beiträgen an Versicherte, die im Vorjahr keine oder nur geringe Leistungen in Anspruch genommen haben.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Begriff

Beitragsrückgewähr

Die Beitragsrückgewähr ist eine Zusatzvereinbarung in der Rentenversicherung, die im Todesfall vor Rentenbeginn die Rückzahlung der eingezahlten Beiträge an Hinterbliebene sicherstellt.

Erklärt auf der Themenseite Rentenversicherung

Begriff

Beitragsübertrag

Der Beitragsübertrag ist die versicherungstechnische Rückstellung für den Teil der vereinnahmten Beiträge, der wirtschaftlich auf eine nach dem Bilanzstichtag liegende Deckungsperiode entfällt.

Erklärt auf der Themenseite Rechnungslegung

Begriff

Beitragsverzug

Beitragsverzug ist die nicht rechtzeitige Zahlung eines Folgebeitrags, die den Versicherer nach erfolgloser Mahnung zur Leistungsfreiheit oder Kündigung berechtigt.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Beitragszahlung

Die Beitragszahlung ist die Hauptleistungspflicht des Versicherungsnehmers, deren fristgerechte Erbringung Voraussetzung für den Fortbestand des Versicherungsschutzes ist.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Belegenheitsprinzip

Das Belegenheitsprinzip knüpft die Zulässigkeit und aufsichtsrechtliche Behandlung von Versicherungsgeschäften an den Ort, an dem sich das versicherte Risiko befindet.

Erklärt auf der Themenseite Regulatorik

Begriff

Benchmark

Eine Benchmark ist ein Vergleichsmassstab, meist ein Index, an dem die Wertentwicklung einer Kapitalanlage oder eines Portfolios gemessen wird.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Klausel

Benzinklausel (Kfz-Ausschluss)

Marktübliche Abgrenzungsklausel, die die gesetzliche Haftpflicht aus dem Gebrauch eines Kraft-, Luft- oder Wasserfahrzeugs von der Privat- oder Betriebshaftpflichtversicherung ausschliesst und der Kfz-Haftpflicht zuweist.

Begriff

Beobachtungszeitraum

Der Beobachtungszeitraum ist der historische Zeitraum, dessen Daten zur Kalkulation von Tarifen, Rückstellungen oder Rückversicherungsprämien herangezogen werden.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Risikoprofil

Beratungs- und Planungsbüro

Risikoprofil für ein Beratungs- und Planungsbüro (Unternehmensberatung, Ingenieur- oder Planungsleistungen): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Begriff

Beratungshaftung

Die Beratungshaftung ist die zivilrechtliche Haftung für Schäden, die einem Dritten durch eine fehlerhafte fachliche Beratung oder Auskunft entstehen.

Erklärt auf der Themenseite Haftpflichtversicherung

Begriff

Beraubung

Beraubung ist die Wegnahme versicherter Sachen unter Anwendung oder Androhung von Gewalt gegen eine Person und eine eigenständige Gefahr in der Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Begriff

Bereicherungsverbot

Das Bereicherungsverbot besagt, dass der Versicherungsnehmer durch die Versicherungsleistung nicht besser gestellt werden darf, als er ohne den Versicherungsfall stünde.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Bergungskosten

Bergungskosten sind Aufwendungen zur Rettung, Sicherung oder Räumung versicherter Sachen im Zusammenhang mit einem Versicherungsfall, die der Versicherer zusätzlich zur Versicherungssumme erstattet.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Klausel

Bergungskostenklausel

Die Bergungskostenklausel erweitert die Unfall- oder Reiseversicherung um die Erstattung von Such-, Rettungs- und Bergungskosten nach einem Unfall.

Begriff

Bericht an die Aufsichtsbehörde (RSR)

Der Bericht an die Aufsichtsbehörde ist der vertrauliche, regelmässig einzureichende Solvency-II-Bericht eines Versicherers mit detaillierten Informationen ausschliesslich für die Aufsichtsbehörde.

Erklärt auf der Themenseite Solvency II

Begriff

Berufsgenossenschaft (BG)

Berufsgenossenschaften sind die branchenbezogen organisierten, selbstverwalteten Träger der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland nach § 114 SGB VII; sie finanzieren sich ausschliesslich durch Beiträge der Unternehmer im Umlageverfahren, die sich nach dem Finanzbedarf, den Arbeitsentgelten und den Gefahrklassen des Gefahrtarifs bemessen (§§ 150–157 SGB VII).

Begriff

Berufsgruppeneinteilung

Die Berufsgruppeneinteilung ordnet Berufe anhand ihres Risikoprofils Risikoklassen zu, die die Prämienhöhe in der Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung massgeblich bestimmen.

Erklärt auf der Themenseite Invalidität

Deckung

Berufshaftpflichtversicherung

Die Berufshaftpflichtversicherung deckt Vermögensschäden, die einem Dritten durch einen Berufsfehler eines Angehörigen eines freien Berufs entstehen.

Begriff

Berufskrankheit

Eine Berufskrankheit ist eine Krankheit, die ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten bei der beruflichen Tätigkeit verursacht wurde und deshalb von der gesetzlichen Unfallversicherung wie ein Unfall entschädigt wird; die Anerkennung erfolgt in CH, DE und AT über eine gesetzliche Liste, ergänzt um eine Generalklausel für nicht gelistete Erkrankungen.

Begriff

Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn eine versicherte Person ihren zuletzt konkret ausgeübten Beruf infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben kann.

Erklärt auf der Themenseite Invalidität

Deckung

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine vereinbarte Rente, wenn die versicherte Person ihren zuletzt ausgeübten Beruf krankheits- oder unfallbedingt nicht mehr ausüben kann.

Begriff

Berufsunfall (BU)

Der Berufsunfall ist nach Art. 7 UVG ein Unfall, den eine versicherte Person bei Arbeiten auf Anordnung des Arbeitgebers oder in dessen Interesse, während Arbeitspausen sowie vor und nach der Arbeit auf der Arbeitsstätte erleidet; die Prämie dafür trägt in der Schweiz ausschliesslich der Arbeitgeber.

Begriff

Beschwerdemanagement

Das Beschwerdemanagement ist der von Versicherern organisatorisch vorzuhaltende, aufsichtsrechtlich geregelte Prozess zur Bearbeitung von Kundenbeschwerden.

Erklärt auf der Themenseite Regulatorik

Begriff

Besondere Bedingungen (BBR)

Besondere Bedingungen ergänzen oder modifizieren die Allgemeinen Versicherungsbedingungen für bestimmte Risiken, Zielgruppen oder Deckungserweiterungen.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Best Estimate

Der Best Estimate ist der wahrscheinlichkeitsgewichtete Mittelwert der zukünftigen Cashflows eines Versicherungsbestands und die zentrale Bewertungskomponente der versicherungstechnischen Rückstellungen nach Solvency II.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Bestandsübertragung

Die Bestandsübertragung ist die aufsichtsrechtlich genehmigungspflichtige Übertragung eines Versicherungsbestands von einem Versicherer auf einen anderen unter Wahrung der Versichertenrechte.

Erklärt auf der Themenseite Regulatorik

Begriff

Betreuungsgutschrift

Die Betreuungsgutschrift ist ein fiktives, zusätzliches Einkommen, das Personen bei der AHV-Rentenberechnung angerechnet wird, wenn sie nahe Verwandte mit einer anerkannten Hilflosigkeit betreuen.

Erklärt auf der Themenseite AHV

Risk Engineering

Betriebliche Löschwasserversorgung

Die betriebliche Löschwasserversorgung stellt sicher, dass Sprinkler-, Wandhydranten- und andere ortsfeste Löschanlagen eines Betriebs über Tanks, Pumpen und ein internes Rohrnetz durchgehend mit der bemessungsgemässen Wassermenge und dem erforderlichen Druck versorgt werden.

Risk Engineering

Betrieblicher Hochwasserschutz

Betrieblicher Hochwasserschutz umfasst bauliche, technische und organisatorische Massnahmen, mit denen Gebäude, Anlagen und Warenlager eines Betriebs vor Überschwemmungs- und Rückstauschäden geschützt werden.

Risk Engineering

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist die systematische Steuerung betrieblicher Strukturen und Prozesse mit dem Ziel, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden zu erhalten; es integriert Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Absenzenmanagement und betriebliche Gesundheitsförderung nach den Grundsätzen der Luxemburger Deklaration und wird in der Schweiz mit dem Label «Friendly Work Space» zertifiziert.

Deckung

Betriebshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt gesetzliche Schadenersatzansprüche Dritter, die im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Unternehmens gegen den Versicherungsnehmer erhoben werden.

Begriff

Betriebsrente

Die Betriebsrente ist eine vom Arbeitgeber zugesagte oder mitfinanzierte Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge.

Erklärt auf der Themenseite Betriebliche Altersversorgung

Begriff

Betriebsschliessungsversicherung

Die Betriebsschliessungsversicherung deckt Ertragsausfälle infolge einer behördlich angeordneten Schliessung oder Beschränkung des Betriebs, insbesondere aufgrund von Infektionsschutzmassnahmen.

Risk Engineering

Bewachung und Alarmintervention

Bewachung und Alarmintervention umfassen den Einsatz von Wachpersonal und angeschlossenen Notruf- und Serviceleitstellen, die auf Alarme von Gefahrenmeldeanlagen reagieren und im Ereignisfall vor Ort intervenieren.

Risikomerkmal

Bewachungsdienst

Der Bewachungsdienst erfasst, ob und in welchem Umfang ein Standort durch stationäres oder mobiles Sicherheitspersonal und durch eine vertraglich gebundene Alarmintervention geschützt ist – eine in Sachversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung von Reaktionszeit und Abschreckung.

Begriff

Beweislast

Die Beweislast legt fest, welche Vertragspartei die tatsächlichen Voraussetzungen für das Bestehen oder Nichtbestehen eines Versicherungsanspruchs beweisen muss.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Beweislastumkehr

Die Beweislastumkehr verschiebt die grundsätzliche Beweispflicht vom Anspruchsteller auf den Anspruchsgegner, insbesondere in bestimmten Fallgruppen der Produkt- und Arzthaftung.

Erklärt auf der Themenseite Haftpflichtversicherung

Begriff

Bewertungsreserve

Eine Bewertungsreserve ist die stille Reserve, die entsteht, wenn der Marktwert einer Kapitalanlage ihren niedrigeren handelsrechtlichen Buchwert übersteigt.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Bezugsberechtigter

Der Bezugsberechtigte ist die vom Versicherungsnehmer bestimmte Person, der die Versicherungsleistung im Leistungsfall zusteht, ohne selbst Vertragspartei zu sein.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Bezugsrecht

Das Bezugsrecht bestimmt, welche Person im Erlebens- oder Todesfall die Leistung aus einer Lebensversicherung erhält, und kann widerruflich oder unwiderruflich eingeräumt werden.

Begriff

Bietungsgarantie

Die Bietungsgarantie sichert einen Ausschreibenden dagegen ab, dass ein Bieter sein Angebot vor Ablauf der Bindungsfrist zurückzieht oder den Zuschlag nicht annimmt.

Begriff

Bilanzstichtag

Der Bilanzstichtag ist der Zeitpunkt, auf den sich die Bewertung aller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Jahresabschluss eines Versicherers bezieht.

Erklärt auf der Themenseite Rechnungslegung

Begriff

Bindungsfrist

Die Bindungsfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen ein Angebot oder die Zeichnung eines Rückversicherers verbindlich bleibt, bevor es ohne Annahme erlischt.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Risk Engineering

Blitz- und Überspannungsschutz

Blitz- und Überspannungsschutz umfasst die risikoorientierte Auslegung von Fangeinrichtungen, Ableitungen, Erdung und Überspannungsschutzgeräten, um Personen-, Brand- und Elektronikschäden durch direkten Blitzschlag und induzierte Überspannungen zu verhindern.

Begriff

Blitzschlag

Blitzschlag ist der unmittelbare Übergang eines Blitzes auf eine versicherte Sache und gilt als eigenständige, mitversicherte Gefahr in der Sachversicherung.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Risikomerkmal

Blitzschutzanlage

Die Blitzschutzanlage bestätigt, ob ein Gebäude sowie dessen elektrische und elektronische Installationen durch einen äusseren und inneren Blitzschutz geschützt sind – eine in Sach- und Elektronikversicherungs- anträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Blockpolice

Eine Blockpolice ist eine Rahmendeckung, die eine unbestimmte Vielzahl gleichartiger Einzelrisiken oder Transporte unter einheitlichen Bedingungen automatisch mitversichert.

Erklärt auf der Themenseite Transportversicherung

Begriff

Bonität

Bonität ist die Fähigkeit und Bereitschaft eines Schuldners, seinen finanziellen Verpflichtungen fristgerecht und vollständig nachzukommen, und Grundlage von Rating und Kreditrisikoeinschätzung.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Risikomerkmal

Bonität/Rating

Bonität/Rating erfasst die externe oder interne Bewertung der Kreditwürdigkeit eines Antragstellers oder seiner Geschäftspartner – eine in Kredit-, Kautions- und D&O-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Bonitätsprüfung

Die Bonitätsprüfung ist die systematische Einschätzung der Zahlungsfähigkeit eines Vertragspartners und die zentrale Underwriting-Grundlage der Kreditversicherung.

Erklärt auf der Themenseite Kreditversicherung

Begriff

Bonus-Malus-System

Das Bonus-Malus-System staffelt die Prämie in der Kraftfahrtversicherung anhand der individuellen Schadenhistorie des Versicherungsnehmers.

Begriff

Bordereau

Ein Bordereau ist eine periodische Aufstellung, mit der ein Zedent seinem Rückversicherer Angaben zu einzelnen zedierten Risiken, Prämien oder Schäden übermittelt.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Risikoprofil

Börsenkotiertes Unternehmen (Governance)

Risikoprofil für ein börsenkotiertes Unternehmen als branchenübergreifendes Governance-Overlay: die im D&O-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Programmarchitektur für Management-Haftpflicht und Vertrauensschaden.

Risikomerkmal

Börsenkotierung

Die Börsenkotierung erfasst, ob die Aktien oder Anleihen des Antragstellers zum Handel an einer öffentlichen Börse zugelassen sind – eine in D&O-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Bote (Versicherungsrecht)

Der Bote übermittelt lediglich eine fremde Erklärung, ohne wie ein Vertreter eine eigene rechtsgeschäftliche Entscheidung zu treffen, was die Wissenszurechnung im Versicherungsrecht beeinflusst.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Klausel

Both-to-Blame-Collision-Klausel

Die Both-to-Blame-Collision-Klausel verpflichtet den Warenversicherten, dem Schiffseigner einen Teil des von diesem an den Ladungseigner gezahlten Schadenersatzes zu erstatten, wenn beide Schiffe bei einer Kollision ein Mitverschulden trifft.

Risk Engineering

Brandabschnittsbildung

Brandabschnittsbildung unterteilt ein Gebäude durch feuerwiderstandsfähige Bauteile in räumlich begrenzte Einheiten, um die Ausbreitung eines Brandes zu verzögern und den maximal zu erwartenden Schaden zu begrenzen.

Risikomerkmal

Brandmeldeanlage

Die Brandmeldeanlage erfasst, ob und in welchem Umfang und nach welchem Auslegungsstandard ein Standort mit automatischer Branddetektion ausgestattet ist – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risk Engineering

Brandmeldeanlagen

Brandmeldeanlagen erkennen Rauch, Wärme oder Flammen bereits in einer frühen Entstehungsphase eines Brandes automatisch und leiten Alarmierung, Anlagenansteuerung und Meldung an Feuerwehr oder Alarmempfangsstelle ein.

Risk Engineering

Brandrisiko von Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen bergen durch Gleichstromkomponenten, Verkabelung und Modulunterkonstruktion ein spezifisches Brandrisiko, das insbesondere bei Dachanlagen die Bekämpfung und den Sachschutz des Gebäudes beeinflusst.

Risk Engineering

Brandschutz auf Baustellen

Brandschutz auf Baustellen umfasst die organisatorischen und baulichen Massnahmen, mit denen während Neubau, Umbau oder Abbruch dem erhöhten Brandrisiko einer noch unvollständigen Gebäudehülle und fehlender Schutzeinrichtungen begegnet wird.

Risk Engineering

Brandschutz bei Bedachungen

Brandschutz bei Bedachungen umfasst die Auswahl und Ausführung von Dachhaut, Dämmung und Dachaufbauten so, dass weder eine Brandausbreitung über das Dach noch ein rascher Einsturz der Dachkonstruktion begünstigt wird.

Risk Engineering

Brandschutz bei Fassaden

Brandschutz bei Fassaden befasst sich mit der brandschutztechnischen Beurteilung von Aussenwandbekleidungen, Wärmedämmverbundsystemen und Hinterlüftungsräumen, über die sich ein Brand geschossübergreifend an der Gebäudeaussenseite ausbreiten kann.

Risk Engineering

Brandschutz im Holzbau

Brandschutz im Holzbau beurteilt, wie tragende und raumabschliessende Holzkonstruktionen durch Abbrandverhalten, Kapselung und ergänzende Löschtechnik ein mit mineralischen Baustoffen vergleichbares Sicherheitsniveau erreichen können.

Risk Engineering

Brandschutzbeauftragter

Der Brandschutzbeauftragte ist die von der Unternehmensleitung bestellte, qualifizierte Fachperson, die als zentrale Ansprechperson für vorbeugenden, abwehrenden und organisatorischen Brandschutz berät, Massnahmen überwacht und deren Umsetzung sicherstellt.

Risikomerkmal

Brandschutzbeauftragter benannt

Das Merkmal Brandschutzbeauftragter benannt bestätigt, ob für einen Standort eine namentlich bestimmte Person mit definierter Kompetenz und Verantwortung für den Brandschutz formell bestellt wurde – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risikomerkmal

Brandschutzkonzept

Das Merkmal Brandschutzkonzept bestätigt, ob für einen Standort ein dokumentiertes, in sich stimmiges Brandschutzkonzept mit baulichen, technischen und organisatorischen Massnahmen vorliegt – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risk Engineering

Brandschutzkonzept

Das Brandschutzkonzept ist die objektbezogene, ganzheitliche Planung aller baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutzmassnahmen und bildet die verbindliche Grundlage für Baubewilligung, Bauausführung und Risikoprüfung durch den Sachversicherer.

Risk Engineering

Brandschutzmanagement

Brandschutzmanagement ist der systematische, von der Unternehmensleitung getragene Prozess, mit dem betrieblicher Brandschutz organisiert, in die Sicherheitsorganisation eingebunden, überwacht und kontinuierlich verbessert wird.

Begriff

Brandschutzordnung

Die Brandschutzordnung regelt organisatorische und bauliche Massnahmen zur Brandverhütung sowie das Verhalten im Brandfall in einem Gebäude oder Betrieb.

Risikomerkmal

Brandschutzschulung und -übungen

Brandschutzschulung und -übungen erfasst, wie regelmässig Mitarbeitende Evakuierung und grundlegende Löschmassnahmen durch Übungen und Unterweisung trainieren – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risk Engineering

Brandschutzschulung und Evakuierungsübungen

Brandschutzschulung und Evakuierungsübungen vermitteln Mitarbeitenden das richtige Verhalten im Brandfall, den Umgang mit Kleinlöschgeräten und die Abläufe der Alarmorganisation und werden regelmässig durch praktische Übungen überprüft.

Risikomerkmal

Brandschutztüren und -tore

Brandschutztüren und -tore erfasst, ob Öffnungen zwischen Brandabschnitten durch selbstschliessende, feuerwiderstandsfähige Türen, Tore oder Rolltore geschützt sind – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risk Engineering

Brandschutztüren und -tore

Brandschutztüren und -tore verschliessen Öffnungen in Brandabschnitten und müssen im Ereignisfall selbsttätig schliessen, um den Feuerwiderstand der umgebenden Wand über die geforderte Dauer aufrechtzuerhalten.

Risk Engineering

Brandstiftungsprävention

Brandstiftungsprävention umfasst Zugangs-, Überwachungs- und Ordnungsmassnahmen, mit denen Betriebe vorsätzlich gelegte Brände erschweren, da Brandstiftung zu den häufigsten Ursachen von industriellen Grossschäden zählt.

Begriff

Brandversicherung

Die Brandversicherung deckt Sachschäden, die durch Brand, Blitzschlag, Explosion oder den Absturz eines Luftfahrzeugs an versicherten Objekten entstehen.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Risk Engineering

Brandwände und Komplextrennung

Brandwände und Komplextrennwände sind besonders robuste, hoch feuerwiderstandsfähige Bauteile, die Gebäude oder Betriebskomplexe in eigenständige Brandbereiche unterteilen und auch bei Vollbrand standfest bleiben müssen.

Begriff

Bruchschaden

Ein Bruchschaden ist die plötzliche mechanische Zerstörung eines Maschinenteils oder einer Glasfläche und der zentrale Versicherungsfall in der Maschinen- und Glasversicherung.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Begriff

Bruttobeitrag

Der Bruttobeitrag ist der vom Versicherungsnehmer zu zahlende Gesamtbeitrag vor Abzug von Rückversicherungsanteilen und vor Provisionsabzügen.

Erklärt auf der Themenseite Rechnungslegung

Begriff

Bruttomethode

Die Bruttomethode bilanziert Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Rückversicherung getrennt und unsaldiert, statt sie mit dem Nettoergebnis zu verrechnen.

Erklärt auf der Themenseite Rechnungslegung

Begriff

Buchwert

Der Buchwert ist der in der Bilanz ausgewiesene Wert eines Vermögensgegenstands, üblicherweise die Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Erklärt auf der Themenseite Rechnungslegung

Begriff

Bündelversicherung

Eine Bündelversicherung fasst mehrere eigenständige Versicherungssparten in einer einheitlichen Police mit einer gemeinsamen Beitragsrechnung zusammen.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Begriff

Bürgschaft

Die Bürgschaft ist der zivilrechtliche Vertrag, mit dem sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger verpflichtet, für die Erfüllung der Verbindlichkeit eines Dritten einzustehen.

Erklärt auf der Themenseite Kreditversicherung

Begriff

Bürgschaft auf erstes Anfordern

Die Bürgschaft auf erstes Anfordern verpflichtet den Bürgen, sofort auf blosse Zahlungsaufforderung des Gläubigers zu leisten, ohne zunächst Einwendungen prüfen zu müssen.

Begriff

Burning Cost

Burning Cost ist eine erfahrungsbasierte Methode der Rückversicherungspreisfindung, bei der die historische Schadenlast eines Bestands ins Verhältnis zur Prämienbasis gesetzt wird.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Risikoprofil

Büro- und Verwaltungsgebäude

Risikoprofil für ein Büro- und Verwaltungsgebäude (ein- oder mehrmieterig): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Begriff

Bussgeldvorschriften

Die Bussgeldvorschriften des VAG ermächtigen die Aufsichtsbehörde, Verstösse von Versicherungsunternehmen und deren Organen gegen aufsichtsrechtliche Pflichten mit Geldbussen zu sanktionieren.

Erklärt auf der Themenseite Regulatorik

Begriff

BVG (Berufliche Vorsorge, 2. Säule)

Das BVG regelt die obligatorische berufliche Vorsorge in der Schweiz und bezweckt als zweite Säule zusammen mit der AHV die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung im Alter, bei Invalidität und im Todesfall.

Begriff

Cape-Cod-Methode

Die Cape-Cod-Methode ist ein aktuarielles Reserving-Verfahren, das die Chain-Ladder-Methode mit einem stabilisierenden, aus dem gesamten Bestand abgeleiteten Erwartungswert der Endschadenquote kombiniert.

Begriff

Captive

Eine Captive ist eine konzerneigene Versicherungs- oder Rückversicherungsgesellschaft, die primär Risiken der eigenen Unternehmensgruppe zeichnet und so den strukturierten Eigenbehalt finanziert.

Erklärt auf der Themenseite Risikofinanzierung

Begriff

Cargo

Cargo bezeichnet die beim Transport befindliche Ladung, deren Beschädigung oder Verlust den zentralen Versicherungsfall der Transportversicherung bildet.

Erklärt auf der Themenseite Transportversicherung

Begriff

Carnet A.T.A.

Das Carnet A.T.A. ist ein international standardisiertes Zollpassierscheinheft, das die vorübergehende, abgabenfreie Ein-, Aus- und Durchfuhr von Waren wie Messegut, Berufsausrüstung oder Warenmustern in weit über 80 Vertragsstaaten ermöglicht.

Begriff

Case Management

Case Management ist die koordinierte, individuelle Betreuung von Leistungsfällen mit dem Ziel einer schnelleren Genesung, Reintegration oder passenden Versorgung des Versicherten.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Begriff

Cash Call

Ein Cash Call ist die vorzeitige Aufforderung eines Zedenten an seinen Rückversicherer, einen bereits absehbaren Schadenanteil vor der regulären Abrechnung sofort auszuzahlen.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Cash Flow Matching

Cash Flow Matching ist eine Anlagestrategie, bei der die Zahlungsströme von Kapitalanlagen zeitlich und betragsmässig auf die erwarteten künftigen Versicherungsleistungen abgestimmt werden.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Klausel

Cash-Call-Klausel

Die Cash-Call-Klausel berechtigt den Zedenten, bei einem grossen Einzelschaden eine sofortige Vorauszahlung des Rückversicherers zu verlangen, statt bis zur regulären periodischen Abrechnung zu warten.

Begriff

Catastrophe Bond (Cat Bond)

Ein Cat Bond ist ein Wertpapier, mit dem Versicherer oder Rückversicherer Katastrophenrisiken gegen eine Verzinsung an Kapitalmarktinvestoren transferieren.

Begriff

Catastrophe Model (Cat Model)

Ein Cat Model simuliert die Häufigkeit und Schwere von Naturkatastrophenereignissen und deren erwartete Schäden an einem versicherten Portfolio.

Begriff

Chain-Ladder-Methode

Die Chain-Ladder-Methode schätzt den Endschadenaufwand, indem historische Abwicklungsmuster aus dem Schadendreieck auf die noch offenen Anfalljahre fortgeschrieben werden.

Klausel

Change-in-Law-Klausel

Die Change-in-Law-Klausel regelt, wie sich Vertragsleistungen und Vertragsfortführung verändern, wenn nach Vertragsabschluss neue Gesetze oder Regulierungen das versicherte Risiko oder die Vertragsgrundlagen wesentlich verändern.

Risikoprofil

Chemieanlage

Risikoprofil für eine Chemieanlage (Grossproduktion, Formulierung, Mischung und Abfüllung chemischer Stoffe): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Risikomerkmal

Chemikalienlagerung und -mengen

Chemikalienlagerung und -mengen erfasst das Spektrum und die Menge der vom Versicherungsnehmer gehandhabten oder gelagerten chemischen Stoffe – eine in Sach- und Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Klausel

Choice-of-Law-Klausel

Die Choice-of-Law-Klausel bestimmt das materielle Recht, nach dem eine internationale Police ausgelegt und Deckungsfragen beurteilt werden, unabhängig vom Sitz des Versicherungsnehmers oder Schadenort.

Begriff

Churning

Churning bezeichnet den unzulässigen, überwiegend im Provisions- interesse des Vermittlers erfolgenden Wechsel eines Versicherungs- vertrags ohne wirtschaftlichen Vorteil für den Kunden.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Klausel

Claims Control Clause

Die Claims Control Clause räumt dem (Rück-)Versicherer oder Programmführer das Recht ein, Untersuchung, Abwehr und Regulierung eines Schadens ganz oder teilweise selbst zu steuern, häufig als Bedingung für die eigene Leistungspflicht ausgestaltet.

Klausel

Claims-Cooperation-Klausel

Die Claims-Cooperation-Klausel verpflichtet den Zedenten, den Rückversicherer über Schäden zu informieren und ihn in die Schadenbearbeitung einzubinden, teils bis hin zum Zustimmungsvorbehalt bei Vergleichen.

Klausel

Claims-made- versus Loss-occurrence-Prinzip

Vertragliche Definition des Deckungsauslösers, die bestimmt, ob die Erhebung des Anspruchs (Claims-Made) oder das schadenverursachende Ereignis (Loss-Occurrence) für die zeitliche Zuordnung zum Versicherungsjahr massgebend ist.

Begriff

Clash Cover

Ein Clash Cover schützt einen Rückversicherer oder Zedenten vor der Kumulation von Schäden aus mehreren Sparten oder Policen, die durch dasselbe Schadenereignis ausgelöst werden.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Cliquet-Verzinsung

Die Cliquet-Verzinsung schreibt jährlich erzielte Wertsteigerungen einer fondsgebundenen oder indexgebundenen Versicherung endgültig fest, sodass sie nicht mehr zurückgegeben werden können.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Risikomerkmal

Cloud-Nutzung

Die Cloud-Nutzung erfasst, welcher Anteil der kritischen Infrastruktur, Anwendungen und Daten eines Unternehmens in öffentliche, private oder hybride Cloud-Umgebungen verlagert wurde und wie diese Abhängigkeit konfiguriert und abgesichert ist.

Regulierung

COGSA (Carriage of Goods by Sea Act)

Der COGSA ist ein US-amerikanisches Gesetz aus dem Jahr 1936, das die Haftung von Verfrachtern für Ladungsschäden bei internationalen Seetransporten regelt und diese Haftung regelmässig auf einen festen Betrag pro Frachtstück begrenzt.

Begriff

Combined Ratio

Die Combined Ratio ist die Summe aus Schadenquote und Kostenquote eines Versicherers; liegt sie unter 100 Prozent, ist das versicherungstechnische Geschäft profitabel.

Klausel

Communicable-Disease-Ausschluss (LMA5391 ff.)

Der Communicable-Disease-Ausschluss nimmt Schäden und Betriebsunterbrechung im Zusammenhang mit übertragbaren Krankheiten aus der Sach- und Betriebsunterbrechungsdeckung heraus und wurde als Reaktion auf COVID-19 massgeblich weiterentwickelt.

Risikomerkmal

Compliance- und Governance-Programm

Das Compliance- und Governance-Programm erfasst, ob der Antragsteller über eine formelle, dokumentierte Compliance-Funktion und Governance-Struktur verfügt – eine in D&O-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Compliance-Funktion

Die Compliance-Funktion ist eine der vier Schlüsselfunktionen nach Solvency II und überwacht die Einhaltung von Rechtsvorschriften und aufsichtsrechtlichen Anforderungen im Versicherungsunternehmen.

Begriff

Conduct Risk

Conduct Risk ist das Risiko, dass unangemessenes Verhalten eines Versicherers gegenüber Kunden zu deren Schaden und zu aufsichtsrecht- lichen oder reputationellen Konsequenzen führt.

Klausel

Consent to Settle Clause

Die Consent-to-Settle-Klausel verpflichtet den Versicherer, vor einem Vergleichsabschluss die Zustimmung des Versicherten einzuholen, statt eigenmächtig über Klagen gegen ihn zu verfügen.

Klausel

Contingent-BI-Klausel Cyber

Die Contingent-BI-Klausel (Cyber) erweitert die Cyber-Betriebsunter­brechungs­deckung auf Ertragsausfälle, die durch einen Cybervorfall bei einem Drittdienstleister (z.B. Cloud-Anbieter, IT-Dienstleister) verursacht werden.

Begriff

Continuation of Cover (Portabilität in der IPMI)

Continuation of Cover bezeichnet in der internationalen Krankenversicherung die Fortführung des bestehenden Versicherungsschutzes ohne erneute Risikoprüfung – beim Wechsel des Versicherers durch Übernahme der bisherigen Bedingungen (Continued Personal Medical Exclusions, CPME), beim Austritt aus einem Gruppenvertrag durch ein Umwandlungsrecht in eine Einzelpolice und innerhalb der Police durch Verzicht auf Kündigung wegen Alters oder Schadenverlaufs; sie ist marktüblich an lückenlose Vorversicherung, Höchstalter und einen vergleichbaren Deckungsumfang gebunden.

Klausel

Continuity-/Stichtagsklausel (D&O)

Die Continuity Date Clause legt fest, ab welchem Stichtag ein Versicherungsnehmer ununterbrochenen D&O-Deckungsschutz nachweisen kann, und dient als Anknüpfungspunkt für die Prior-Knowledge-Ausschlussprüfung bei Versichererwechsel oder Erneuerung.

Begriff

Contract Certainty

Contract Certainty bezeichnet den Grundsatz, dass alle wesentlichen Vertragsbedingungen bereits vor oder unmittelbar bei Beginn des Versicherungsschutzes vollständig vereinbart und dokumentiert sein sollen.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Courtage

Courtage ist die vom Versicherer an den Versicherungsmakler gezahlte Vergütung für die Vermittlung und Betreuung eines Versicherungs- vertrags.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Begriff

Covered Bond (Pfandbrief)

Ein Covered Bond ist eine besicherte Anleihe, die zusätzlich zur Emittentenhaftung durch einen gesondert abgesicherten Deckungsstock aus hochwertigen Vermögenswerten geschützt ist.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Credibility-Theorie

Die Credibility-Theorie gewichtet die individuelle Schadenerfahrung eines Risikos gegenüber einem Kollektivwert, abhängig von der statistischen Verlässlichkeit der Einzelrisikoerfahrung.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Klausel

Cross-Liability-Klausel

Klausel in Mehrparteien-Policen, die die Deckung so gestaltet, dass sie gegenüber jedem Versicherten separat gilt und dadurch Ansprüche eines Mitversicherten gegen einen anderen Mitversicherten derselben Police gedeckt sind.

Begriff

Cross-Selling

Cross-Selling bezeichnet den Vertrieb zusätzlicher Versicherungs- produkte an bestehende Kunden, die bereits einen anderen Vertrag beim selben Versicherer halten.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Klausel

Currency-Klausel (Rückversicherung)

Die Currency-Klausel (Rückversicherung) legt fest, in welcher Währung Prämien und Schäden abgerechnet werden und wie Beträge in Fremdwährung umgerechnet werden, wenn ein Vertrag mehrere Währungen umfasst.

Klausel

Cut-Through-Klausel

Die Cut-Through-Klausel räumt dem Versicherungsnehmer oder Geschädigten einen direkten Zahlungsanspruch gegen den Rückversicherer ein, falls der Erstversicherer – typischerweise ein Fronter – ausfällt.

Klausel

Cyber War Exclusion (LMA5567)

LMA5567 schliesst in Cyber-Policen Schäden durch einen Cyberangriff aus, der im Rahmen eines Krieges oder eines von einem Staat zurechenbaren feindseligen Akts erfolgt, verlangt hierfür aber einen nachweisbaren Zurechnungsprozess.

Klausel

Cyber-Ausschluss Sach (LMA5400/CL380)

Der Cyber-Ausschluss Sach nimmt Schäden durch Cyber-Vorfälle aus klassischen Sachversicherungen heraus, um "stille" (nicht bepreiste) Cyber-Exponierung zu beseitigen und Cyber-Risiken in eigenständige Cyber-Policen zu verlagern.

Klausel

Cyber-Systemrisiko-Ausschluss (Infrastruktur)

Der Cyber-Systemrisiko-Ausschluss (Infrastructure Exclusion) nimmt Kumulschäden aus dem grossflächigen Ausfall kritischer, von Dritten betriebener digitaler Infrastruktur (z.B. Cloud-Anbieter, Internet-Backbone, Stromnetz) von der Cyber-Deckung aus, unabhängig von einem Kriegs- oder Staatsbezug.

Risikomerkmal

Cyber-Vorfallhistorie

Die Cyber-Vorfallhistorie erfasst Häufigkeit, Art und Kosten der vergangenen Cybersicherheitsvorfälle und Datenschutzverletzungen einer Organisation und bildet für Underwriter einen zentralen Indikator für Kontrollwirksamkeit und künftige Vorfallwahrscheinlichkeit.

Deckung

Cyberversicherung

Die Cyberversicherung deckt Eigen- und Drittschäden aus Informationssicherheitsverletzungen – etwa Betriebsunterbrechung nach Ransomware, Datenwiederherstellung, Haftpflicht und Krisendienstleistungen.

Risikomerkmal

D&O-Exponierung

Die D&O-Exponierung fasst die Zusammensetzung des Verwaltungsrats, die Entscheidungsstruktur sowie das aufsichtsrechtliche und Stakeholder-Umfeld der Organe des Antragstellers zusammen – eine in D&O-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risikomerkmal

D&O-Schadenhistorie und Verfahren

Die D&O-Schadenhistorie und Verfahren erfassen vergangene Ansprüche, behördliche Untersuchungen sowie Organ- oder Kapitalmarktklagen gegen Organe eines Unternehmens und bilden für Underwriter die zentrale Grundlage zur Beurteilung der Organhaftungsexposition.

Deckung

D&O-Versicherung

Die D&O-Versicherung (Directors & Officers) schützt Organmitglieder und leitende Angestellte vor persönlichen Vermögensschäden aus behaupteten Pflichtverletzungen bei ihrer Organtätigkeit.

Risikomerkmal

Dachkonstruktion und -eindeckung

Die Dachkonstruktion und -eindeckung erfasst den konstruktiven Aufbau und die Abdichtungsmaterialien eines Dachs und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, weil Dächer häufig Ursache für Brandausbreitung, Schneelastversagen und Witterungsschäden sind.

Regulierung

Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

Die DSGVO ist die EU-weit unmittelbar geltende Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten, die für Versicherer aufgrund der umfangreichen Verarbeitung sensibler Gesundheits- und Risikodaten besondere Bedeutung hat.

Begriff

Datenschutzbeauftragter (Data Protection Officer)

Der Datenschutzbeauftragte überwacht die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorschriften im Unternehmen und ist bei Versicherern aufgrund der umfangreichen Verarbeitung sensibler Daten regelmässig verpflichtend zu bestellen.

Risikomerkmal

Debitorenstruktur und -konzentration

Debitorenstruktur und -konzentration erfasst, wie die Forderungen des Antragstellers auf die Abnehmer verteilt sind, insbesondere den Anteil der grössten Debitoren – eine in Kreditversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risikomerkmal

Deckungsbeitrag/Bruttogewinn

Die Deckungsbeitragsbasis erfasst die vom Versicherungsnehmer angegebene Bruttogewinnmarge (Bruttogewinn in Prozent des Umsatzes), die der Versicherungssumme einer Betriebsunterbrechungspolice zugrunde liegt – eine in Sach- und BU-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Deckungsnote (Cover Note)

Eine Deckungsnote ist eine vom Versicherer oder Makler ausgestellte vorläufige Bestätigung des Versicherungsschutzes bis zur Ausstellung der endgültigen Police.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Deckungsprozess

Der Deckungsprozess ist das gerichtliche oder aussergerichtliche Verfahren zur Klärung, ob und in welchem Umfang eine Haftpflichtversicherung für einen bestimmten Schaden Versicherungsschutz gewährt.

Erklärt auf der Themenseite Haftpflichtversicherung

Begriff

Deckungsstock

Der Deckungsstock ist ein besonders geschütztes Sondervermögen von Lebensversicherern, das vorrangig der Sicherung der Ansprüche der Versicherten dient.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Klausel

Defects Exclusion (LEG 1/2/3, DE 1–5)

Die Defects-Exclusion-Klauseln (London Engineering Group LEG 1–3 bzw. Defective Condition DE 1–5) grenzen ab, in welchem Umfang Schäden infolge fehlerhafter Planung, Konstruktion, Werkstoffe oder Ausführung von der Bau- und Montageversicherung ausgeschlossen bleiben.

Begriff

Deklarationsverfahren

Das Deklarationsverfahren ist die periodische Meldung der vom Zedenten im Rahmen eines proportionalen Rückversicherungsvertrags gezeichneten Einzelrisiken an den Rückversicherer.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Deliktsfähigkeit

Deliktsfähigkeit ist die Fähigkeit einer Person, für schuldhaft verursachte Schäden zivilrechtlich verantwortlich gemacht zu werden, und Voraussetzung einer Haftpflicht.

Erklärt auf der Themenseite Haftpflichtversicherung

Risikomerkmal

Denkmalschutzstatus

Der Denkmalschutzstatus erfasst, ob ein Gebäude aufgrund seines historischen, architektonischen oder kulturellen Werts unter Denkmalschutz steht, und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, weil er die Reparaturmöglichkeiten einschränkt und die Wiederherstellungskosten erheblich erhöhen kann.

Begriff

Derivat

Ein Derivat ist ein Finanzinstrument, dessen Wert sich von einem zugrunde liegenden Basiswert ableitet, und wird von Versicherern vor allem zur Absicherung von Kapitalanlagerisiken eingesetzt.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Diebstahl (Theft)

Diebstahl ist die rechtswidrige Wegnahme einer fremden beweglichen Sache mit Zueignungsabsicht und eine der zentralen Gefahren der Sachversicherung.

Klausel

Differenzdeckung (DIC/DIL)

Die DIC/DIL-Klausel erweitert im Rahmen eines Controlled Master Program eine bestehende lokale Police um die weitergehenden Bedingungen (DIC) oder höheren Limiten (DIL) der Masterpolice, sofern die lokale Police einen Schaden nicht oder nicht vollständig deckt.

Begriff

Direct Billing (Direktabrechnung)

Direct Billing ist die Abrechnung der Behandlungskosten unmittelbar zwischen Leistungserbringer und Versicherer, sodass die versicherte Person nicht vorfinanzieren muss; Voraussetzung sind in der Regel ein Provider-Netzwerk, eine Vorautorisierung und eine Zahlungsgarantie (Guarantee of Payment) des Versicherers gegenüber dem Spital.

Begriff

Direktversicherung

Die Direktversicherung ist einer der fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung, bei dem der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer einen Lebensversicherungsvertrag zugunsten des Arbeitnehmers abschliesst.

Erklärt auf der Themenseite Betriebliche Altersversorgung

Klausel

Disappearance Clause (Verschollenheitsklausel)

Die Disappearance Clause ist eine Klausel in Unfall- und Reiseversicherungen, nach der eine versicherte Person, die nach einem Unfallereignis – etwa dem Untergang, Absturz oder Verschwinden eines Verkehrsmittels – verschwindet und innerhalb einer Frist (marktüblich zwölf Monate) nicht aufgefunden wird, als unfallbedingt verstorben gilt, sodass die Todesfallleistung fällig wird; taucht die Person später lebend auf, ist die Leistung zurückzuerstatten.

Begriff

Diskriminierungsverbot und Unisex-Tarife

Das versicherungsrechtliche Diskriminierungsverbot untersagt die Differenzierung von Prämien und Leistungen nach dem Geschlecht der versicherten Person und führte zur Einführung geschlechtsneutraler Unisex-Tarife.

Begriff

Dissens

Ein Dissens liegt vor, wenn sich Versicherer und Versicherungsnehmer über wesentliche Vertragspunkte tatsächlich nicht einig sind, obwohl ein Vertragsschluss angenommen wurde.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Risikomerkmal

Distanz zur nächsten Feuerwehr

Die Distanz zur nächsten Feuerwehr erfasst die Strassendistanz und die erwartete Ausrückzeit der nächstgelegenen öffentlichen oder betrieblichen Feuerwehr zu einem Standort und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um die Geschwindigkeit externer Löschhilfe einzuschätzen.

Begriff

Diversifikation

Diversifikation reduziert das Gesamtrisiko eines Portfolios oder Versicherungsbestands durch die Streuung über wenig korrelierte Risiken, Anlageklassen oder Sparten.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Doppelversicherung

Doppelversicherung liegt vor, wenn dasselbe Interesse gegen dieselbe Gefahr bei mehreren Versicherern versichert ist und die Versicherungssummen zusammen den Versicherungswert übersteigen.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Klausel

Doppelversicherungsklausel

Die Klausel regelt Anzeige-, Ausgleichs- und Haftungsfragen, wenn dasselbe Interesse gegen dieselbe Gefahr bei mehreren Versicherern versichert ist und die Versicherungssummen den Versicherungswert übersteigen.

Begriff

Drei-Säulen-Konzept

Das Drei-Säulen-Konzept ist die verfassungsrechtlich verankerte Grundstruktur der schweizerischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, bestehend aus staatlicher, beruflicher und privater Vorsorge.

Deckung

Drohnenversicherung

Die Drohnenversicherung deckt Haftpflicht- und teilweise Kaskorisiken aus dem Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge (UAS/UAV) ab und ist in vielen Fällen gesetzlich vorgeschrieben.

Begriff

Drop Down Cover

Ein Drop Down Cover ist eine Klausel, nach der eine Exzedenten- schicht in tiefere, bereits erschöpfte Schichten eintritt, wenn die darunterliegende Deckung ausgeschöpft oder nicht verfügbar ist.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Risikomerkmal

Druckgasflaschenlagerung

Die Druckgasflaschenlagerung erfasst Anzahl und Art der am Standort vorgehaltenen Flaschen mit komprimierten, verflüssigten oder gelösten Gasen – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Duration

Die Duration misst die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer eines festverzinslichen Wertpapiers oder eines Portfolios und dessen Sensitivität gegenüber Zinsänderungen.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Klausel

Duty to Defend versus Duty to Indemnify

Die Klausel legt fest, ob der Versicherer die Rechtsverteidigung selbst führt und deren Kosten trägt («Duty to Defend») oder dem Versicherten nur die entstandenen Verteidigungskosten erstattet («Duty to Indemnify»/«Duty to Pay»).

Risikomerkmal

E-Bike- und Fahrradbesitz

E-Bike- und Fahrradbesitz erfasst Anzahl, Art und Wert der Fahrräder und E-Bikes eines Haushalts – eine in Fahrradversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung von Diebstahl-, Beschädigungs- und batteriebezogenem Risiko.

Begriff

Eigenbehalt (Retention)

Der Eigenbehalt bezeichnet den Teil des Risikos, den ein Erstversicherer oder ein Unternehmen bewusst auf eigene Rechnung behält, statt ihn zu versichern oder rückzuversichern.

Erklärt auf der Themenseite Risikofinanzierung

Begriff

Eigenmittel (Own Funds)

Eigenmittel sind das nach Solvency II anrechenbare Kapital eines Versicherers, das zur Erfüllung der Solvenzkapitalanforderung zur Verfügung stehen muss.

Klausel

Einbruchdiebstahl-Erschwerungsklausel

Die Klausel begrenzt den Diebstahlschutz auf Fälle, in denen der Täter gewaltsam und mit erkennbaren Spuren in das versicherte Gebäude eingedrungen ist ("forcible and violent entry"), und schliesst einfachen Diebstahl ohne Einbruchsspuren regelmässig aus.

Risikomerkmal

Einbruchmeldeanlage

Die Einbruchmeldeanlage erfasst, ob ein Standort durch eine automatische Alarmanlage mit überwachter Alarmweiterleitung geschützt ist – eine in Sach- und Lagerversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Einschätzung des Einbruch- und Diebstahlrisikos.

Risk Engineering

Einbruchmeldeanlagen

Einbruchmeldeanlagen erkennen unbefugtes Eindringen in gesicherte Bereiche mittels Meldern, Zentrale und Alarmweiterleitung und bilden nach VdS- und EN-50131-Sicherungsgraden gestufte Schutzniveaus.

Klausel

Einfache Wiederherstellungsklausel

Die einfache Wiederherstellungsklausel zahlt die volle Neuwertentschädigung bereits bei glaubhaft gemachter Wiederherstellungsabsicht des Versicherungsnehmers aus, ohne eine bereits gesicherte Wiederherstellung zu verlangen.

Risikoprofil

Einfamilienhaus (Eigentum)

Risikoprofil für ein selbstbewohntes Einfamilienhaus im Eigentum: die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende private Versicherungsprogrammarchitektur.

Begriff

Einkommenssplitting (AHV)

Das Einkommenssplitting ist die hälftige Aufteilung der während der Ehejahre erzielten AHV-Einkommen beider Ehegatten bei der Rentenberechnung, unabhängig davon, wer das Einkommen tatsächlich erwirtschaftet hat.

Erklärt auf der Themenseite AHV

Begriff

Einlösungsklausel

Die Einlösungsklausel macht den Beginn des materiellen Versicherungsschutzes von der rechtzeitigen Zahlung der Erstprämie abhängig.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Einrede

Eine Einrede ist ein Gegenrecht, das einem an sich bestehenden Anspruch entgegengehalten werden kann und dessen Durchsetzung hemmt, ohne den Anspruch selbst zu beseitigen.

Risk Engineering

Elektro-Thermografie

Die Elektro-Thermografie macht Überhitzungen in elektrischen Anlagen mit Infrarotkameras sichtbar, bevor sie zu Bränden oder Ausfällen führen, und ist ein Standardinstrument der versicherungstechnischen Schadenverhütung.

Deckung

Elektronikversicherung

Die Elektronikversicherung deckt Schäden an elektronischen Geräten und Anlagen durch praktisch alle unvorhergesehenen Ereignisse einschliesslich Bedienungsfehler und innerer Betriebsschäden.

Begriff

Elementarschäden (Natural Perils)

Elementarschäden sind Schäden durch Naturereignisse wie Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsch oder Schneedruck, die in der Regel nur gegen Zusatzprämie mitversichert werden können.

Klausel

Elementarschadenklausel

Die Elementarschadenklausel erweitert die Feuer- und Wohngebäude- versicherung um Naturgefahren wie Hochwasser, Sturm, Hagel, Lawinen, Schneedruck und Erdrutsch und ist in der Schweiz obligatorisch mit der privaten Feuerversicherung gekoppelt.

Begriff

Embedded Value

Der Embedded Value ist eine aktuarielle Kennzahl, die den heutigen Wert des bestehenden Lebensversicherungsbestands eines Versicherers aus den künftig erwarteten Gewinnen ableitet.

Begriff

Empfehlungsmarketing

Empfehlungsmarketing gewinnt neue Kunden über die aktive Empfehlung zufriedener Bestandskunden und gilt als besonders kosteneffizienter Vertriebskanal in der Versicherungswirtschaft.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Begriff

Employee Benefits (Personalvorsorge und Nebenleistungen)

Employee Benefits sind die vom Arbeitgeber finanzierten oder vermittelten Vorsorge- und Versicherungsleistungen für Mitarbeitende, die über den Lohn hinausgehen; in der Schweiz umfassen sie insbesondere berufliche Vorsorge (BVG), Krankentaggeld, UVG-Zusatz- und Gruppenunfallversicherung, Kollektiv-Kranken-Zusatzversicherung sowie internationale Krankenversicherung für Entsandte und werden von Brokern über Benchmark-Studien mit dem Markt verglichen.

Begriff

Endalter (Maturity Age)

Das Endalter ist das im Vertrag festgelegte Alter der versicherten Person, bei dessen Erreichen der Vertrag abläuft und gegebenenfalls eine Erlebensfallleistung fällig wird.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Risikomerkmal

Engpassanlagen

Engpassanlagen bezeichnet diejenigen Einheiten in einem Produktionsprozess, die keine Redundanz aufweisen und deren Ausfall oder Zerstörung die gesamte Produktion stoppen oder erheblich einschränken würde – eine in Sach- und Maschinenversicherungsanträgen abgefragte Angabe.

Risikomerkmal

Entsandte Mitarbeitende

Entsandte Mitarbeitende erfasst die Anzahl der Mitarbeitenden auf längerfristigen Auslandeinsätzen ausserhalb ihres Heimatlandes und dient zur Bemessung der Exposition in der internationalen Kranken- und Geschäftsreiseunfallversicherung.

Begriff

EO (Erwerbsersatzordnung)

Die EO ist die Schweizer Sozialversicherung, welche Erwerbstätigen bei Dienstleistung in Armee und Zivilschutz sowie bei Mutterschaft und weiteren definierten Betreuungssituationen einen Erwerbsersatz in Form eines Taggelds ausrichtet.

Erklärt auf der Themenseite Sozialversicherung

Deckung

Epidemieversicherung

Die Epidemieversicherung deckt Betriebsunterbrechungsschäden ab, die einem Unternehmen durch behördlich angeordnete Massnahmen infolge einer Epidemie oder Pandemie entstehen.

Begriff

Erdbeben (Earthquake)

Erdbeben ist eine Elementargefahr mit hohem Kumulpotenzial, deren Versicherbarkeit massgeblich von regionaler Seismizität und Rückversicherungskapazität abhängt.

Begriff

Erfüllungsgehilfe

Ein Erfüllungsgehilfe ist eine Person, die mit Wissen und Willen des Schuldners bei der Erfüllung dessen Verbindlichkeit tätig wird, für deren Verschulden der Schuldner haftet.

Erklärt auf der Themenseite Haftpflichtversicherung

Klausel

Erfüllungsgehilfenklausel

Klausel, die klarstellt, dass die Betriebshaftpflicht auch die gesetzliche Haftung des Versicherungsnehmers für das Verschulden von Erfüllungsgehilfen wie Subunternehmern und freien Mitarbeitern erfasst.

Begriff

Erfüllungsort

Der Erfüllungsort ist der Ort, an dem eine vertragliche Leistung zu erbringen ist, und kann für die Frage des zuständigen Gerichts und des anwendbaren Rechts von Bedeutung sein.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Ergänzungsleistungen (EL)

Ergänzungsleistungen sind bedarfsabhängige Leistungen, die AHV- oder IV-Rentnerinnen und -Rentnern ausgerichtet werden, wenn die Renten und übrigen Einkünfte den anerkannten Existenzbedarf nicht decken.

Begriff

Erlebensfallleistung

Die Erlebensfallleistung ist die Kapital- oder Rentenzahlung, die ein Lebensversicherer erbringt, wenn die versicherte Person das vereinbarte Vertragsende erlebt.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Klausel

Errors-and-Omissions-Klausel (Programmebene)

Die Errors-and-Omissions-Klausel bewahrt den Versicherungsschutz eines internationalen Programms trotz unabsichtlicher Verwaltungsfehler wie verspäteter Meldung oder fehlerhafter Erfassung einer Landesgesellschaft, sofern der Fehler nach Entdeckung unverzüglich berichtigt wird.

Klausel

Errors-and-Omissions-Klausel (Rückversicherung)

Die Errors-and-Omissions-Klausel (Rückversicherung) stellt sicher, dass unbeabsichtigte Fehler oder Unterlassungen bei der Zession, Meldung oder Verwaltung eines Risikos den Deckungsschutz nicht automatisch entfallen lassen, solange sie unverzüglich richtiggestellt werden.

Klausel

Ersatzhandel/Ausweichbetrieb (Alternative Trading)

Die Alternative-Trading-Klausel bestimmt, dass Umsätze, die der Versicherungsnehmer während der Haftzeit an anderer Stelle erzielt, bei der Berechnung des Betriebsunterbrechungsschadens als tatsächlicher Umsatz angerechnet werden.

Begriff

Ersatzpersonalkosten (Replacement Staff Costs)

Ersatzpersonalkosten sind die in der Geschäftsreiseversicherung gedeckten Reise- und Unterkunftskosten für eine Ersatzkraft, die der Arbeitgeber entsendet, um die geschäftliche Aufgabe eines Reisenden zu übernehmen, der wegen Tod, Unfall oder schwerer Krankheit ausfällt – einschliesslich der Kosten für die spätere Wiederaufnahme des Auftrags durch die genesene Person.

Risk Engineering

Ersatzteilstrategie für kritische Aggregate

Eine dokumentierte Ersatzteilstrategie legt für kritische Aggregate mit langen Wiederbeschaffungszeiten fest, welche Komponenten bevorratet, vertraglich reserviert oder durch Redundanz abgesichert werden, und bestimmt damit massgeblich die realistische Haftzeit einer Betriebsunterbrechungsversicherung.

Risikomerkmal

Erschliessung und Zufahrt

Erschliessung und Zufahrt beschreibt die Strassen-, Tor- und Erschliessungsverhältnisse, die Einsatzfahrzeugen und Personal das Erreichen und Befahren eines Standorts ermöglichen, und wird in Sach- und Bauversicherungsanträgen zur Beurteilung der Einsatzfähigkeit abgefragt.

Begriff

Erstinformationsblatt (IPID)

Das Erstinformationsblatt ist ein standardisiertes, kurzes Informationsdokument, das dem Versicherungsnehmer vor Abschluss eines Nichtlebensversicherungsvertrags die wichtigsten Vertragsmerkmale verständlich zusammenfasst.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Begriff

Erstrisikoversicherung

Bei der Erstrisikoversicherung wird nicht der volle Wert des versicherten Objekts, sondern eine frei gewählte Versicherungssumme (erstes Risiko) vereinbart, bis zu deren Höhe Schäden ohne Anwendung der Unterversicherungsregel ersetzt werden.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Begriff

Erwartungswert (Expected Value)

Der Erwartungswert ist der mit den jeweiligen Eintrittswahrschein- lichkeiten gewichtete Durchschnittswert einer Zufallsvariable und die Grundlage jeder versicherungsmathematischen Risikoprämie.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Klausel

Erweiterte Produkthaftpflicht

Zusatzbedingung zur Produkthaftpflichtversicherung, die den AHB-Ausschluss für Schäden an vom Versicherungsnehmer hergestellten oder gelieferten Sachen teilweise zurücknimmt und bestimmte Weiterverarbeitungs- und Mangelfolgeschäden wieder einschliesst.

Begriff

Erwerbsminderungsrente

Die Erwerbsminderungsrente ist eine Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung bei teilweiser oder voller Erwerbsminderung, die von der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ergänzt werden kann.

Begriff

Erziehungsgutschrift

Die Erziehungsgutschrift ist ein fiktives, zusätzliches Einkommen, das Eltern für Jahre mit Kindern unter 16 Jahren bei der Berechnung ihrer AHV-Rente angerechnet wird, um Nachteile durch Erziehungsarbeit auszugleichen.

Erklärt auf der Themenseite AHV

Risk Engineering

ESFR-Sprinkler

ESFR-Sprinkler (Early Suppression Fast Response) sind schnell auslösende Sprinklerköpfe mit hoher Wasserabgabe, die ein Feuer insbesondere in Hochregallagern bereits in einer frühen Phase unterdrücken, statt es nur einzudämmen.

Begriff

ESG (Environmental, Social, Governance)

ESG bezeichnet Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien, die in der Kapitalanlage, im Underwriting und in der aufsichtsrechtlichen Offenlegung von Versicherern zunehmend berücksichtigt werden müssen.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Klausel

Ex-Gratia-Payments-Klausel

Die Ex-Gratia-Payments-Klausel regelt, ob und in welchem Umfang freiwillige Kulanzzahlungen des Zedenten ohne rechtliche Leistungspflicht auch vom Rückversicherer mitgetragen werden.

Begriff

Excess of Loss (XL)

Excess of Loss ist die grundlegende Form der nichtproportionalen Rückversicherung, bei der der Rückversicherer Schäden oberhalb eines vereinbarten Selbstbehalts bis zu einer Kapazitätsgrenze übernimmt.

Begriff

Expatriate-Versicherung (Entsandtenversicherung)

Die Expatriate-Versicherung ist die Absicherung von Mitarbeitenden, die für einen längeren, aber befristeten Zeitraum ausserhalb ihres Heimatlandes arbeiten, mit internationaler Kranken-, Unfall-, Assistance- und Lebensversicherung; sie unterscheidet zwischen klassischen Entsandten, Local-Plus-Verträgen und Third-Country Nationals.

Begriff

Explosion

Explosion ist eine plötzliche, durch Ausdehnungsbestreben von Gasen oder Dämpfen hervorgerufene Kraftäusserung und eine der Grundgefahren der Feuerversicherung.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Risk Engineering

Explosionsschutz (ATEX)

Explosionsschutz umfasst primäre, sekundäre und konstruktive Massnahmen, mit denen das gleichzeitige Auftreten einer explosionsfähigen Atmosphäre und einer wirksamen Zündquelle in explosionsgefährdeten Bereichen verhindert oder deren Auswirkungen begrenzt werden.

Risikomerkmal

Explosionsschutzkonzept (ATEX)

Das Explosionsschutzkonzept bestätigt, ob Standorte mit brennbaren Gasen, Dämpfen oder brennbaren Stäuben über ein dokumentiertes, ATEX-konformes Explosionsschutzkonzept mit Zoneneinteilung verfügen – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Exponierung (Exposure)

Exponierung bezeichnet das Ausmass, in dem Werte, Personen oder Erträge einem bestimmten Risiko ausgesetzt sind, und bildet die Grundlage jeder Risikobewertung und Prämienkalkulation.

Risikomerkmal

Exportanteil

Der Exportanteil erfasst den Prozentsatz des Umsatzes eines Versicherten, der ausserhalb seines Heimmarkts erzielt wird, und dient Underwritern zur Beurteilung der Exponierung gegenüber ausländischen Produkthaftpflichtregimen, Prozessumgebungen sowie Währungs- und Handelsrisiken.

Risikomerkmal

Exportkontrollen

Exportkontrollen erfassen, ob ein Versicherungsnehmer über ein formelles Verfahren verfügt, um Produkte, Kunden und Bestimmungsländer vor dem Versand auf Exportkontroll-, Sanktions- und Dual-Use-Vorschriften zu prüfen, da Verstösse regulatorische, vertragliche und haftungsrechtliche Exposure auslösen können.

Klausel

Exposure Clause (Exposure-Klausel, Witterungseinflüsse)

Die Exposure Clause stellt in Unfall- und Reiseversicherungen klar, dass Gesundheitsschäden oder der Tod, die eine versicherte Person infolge eines Unfalls durch unvermeidbare Aussetzung gegenüber Naturgewalten erleidet – etwa Erfrieren, Hitzschlag, Verdursten oder Ertrinken nach Absturz, Schiffbruch oder Verirren –, als Unfallfolge gelten und die Tabellenleistungen auslösen.

Begriff

Exposure Rating

Exposure Rating ist eine Methode zur Bepreisung von Rückversicherungsverträgen, die auf der Grundlage von Portfoliokennzahlen und Schadenverteilungskurven statt tatsächlicher Schadenerfahrung erfolgt.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Klausel

Extended Expiration / Run-off-Klausel

Die Extended-Expiration- oder Run-off-Klausel stellt sicher, dass Schäden aus während der Vertragslaufzeit eintretenden Ereignissen auch nach Vertragsende noch unter dem Vertrag abgewickelt werden können.

Klausel

Extended Reporting Period (D&O/E&O)

Die Extended Reporting Period (Nachmeldefrist) erlaubt bei einer Claims-made-Police, Ansprüche für Pflichtverletzungen aus der Zeit vor Vertragsende auch nach Ablauf oder Kündigung der Police noch zu melden, ohne den Versicherungsschutz zeitlich neu zu begründen.

Risikomerkmal

Fahrerkreis und Mindestalter

Fahrerkreis und Mindestalter erfassen, wer zum Führen der versicherten Fahrzeuge berechtigt ist und welches Mindestalter oder welche Mindestführerscheindauer verlangt wird – eine in Motorfahrzeug- und Flottenversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung des menschlichen Faktors am Steuer.

Klausel

Fahrerkreisklausel (Named Driver Clause)

Die Fahrerkreisklausel legt fest, welche Personen ein Fahrzeug im Rahmen der Kfz-Versicherung regelmässig führen dürfen, und ist Grundlage für die Prämienberechnung nach dem statistischen Unfallrisiko dieses Personenkreises.

Begriff

Fahrlässigkeit

Fahrlässigkeit ist die Nichtbeachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt und die zentrale Verschuldensform bei der Zurechnung von Haftpflichtschäden.

Erklärt auf der Themenseite Haftpflichtversicherung

Risikomerkmal

Fahrleistung pro Jahr

Die Fahrleistung pro Jahr erfasst die für ein Fahrzeug oder eine Flotte erwartete jährliche Fahrstrecke – eine in Motorfahrzeugversicherungs- anträgen abgefragte Angabe, da sie direkt die Häufigkeitsexposition gegenüber Unfällen beeinflusst.

Risikomerkmal

Fahrzeugalter

Das Fahrzeugalter erfasst das durchschnittliche und maximale Alter der Fahrzeuge einer versicherten Flotte – eine in Motorfahrzeug- und Flottenversicherungsanträgen abgefragte Angabe, da ältere Fahrzeuge ein höheres Pannen-, Sicherheits- und Totalschadenrisiko aufweisen.

Risikomerkmal

Fahrzeugflotte (Anzahl und Typ)

Fahrzeugflotte (Anzahl und Typ) erfasst die Anzahl, Kategorie und Nutzung der von einem Versicherungsnehmer betriebenen Motorfahrzeuge – eine in Flottenversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Bestimmung von Umfang und Homogenität des zu bepreisenden Risikos.

Begriff

Fair Value (Zeitwert)

Fair Value ist der Preis, der beim Verkauf eines Vermögenswerts oder bei der Übertragung einer Schuld zwischen sachverständigen, vertragswilligen Parteien am Bewertungsstichtag erzielt würde.

Erklärt auf der Themenseite Rechnungslegung

Begriff

Fakultative Rückversicherung

Die fakultative Rückversicherung ist die einzelfallbezogene Rückdeckung eines bestimmten Risikos, das der Rückversicherer nach individueller Prüfung annehmen oder ablehnen kann.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Fälligkeit

Fälligkeit ist der Zeitpunkt, ab dem eine vertragliche Forderung vom Gläubiger verlangt und vom Schuldner erfüllt werden muss.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Familienversicherung

Die Familienversicherung ermöglicht in der gesetzlichen Krankenversicherung die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern und Kindern eines Mitglieds unter bestimmten Einkommensvoraussetzungen.

Risikomerkmal

Fassadenmaterial

Das Fassadenmaterial erfasst die Zusammensetzung und Brandklassifizierung der Aussenwandverkleidung und -dämmung eines Gebäudes und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, weil brennbare Fassaden eine rasche, schwer zu bekämpfende vertikale Brandausbreitung ermöglichen.

Begriff

Fernabsatzvertrag

Ein Fernabsatzvertrag ist ein ausschliesslich über Fernkommunikationsmittel geschlossener Versicherungsvertrag, für den besondere Informationspflichten und ein erweitertes Widerrufsrecht gelten.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Risikomerkmal

Fernzugriff und Homeoffice

Fernzugriff und Homeoffice erfasst, wie viele Mitarbeitende extern auf Unternehmenssysteme zugreifen, über welchen technischen Kanal und unter welchen Sicherheitskontrollen – ein wesentlicher Treiber der Angriffsfläche im Cyber-Underwriting.

Risk Engineering

Feuerarbeiten (Hot Work Permit)

Feuerarbeiten wie Schweissen, Schneiden und Löten gehören zu den häufigsten Brandursachen in Industriebetrieben; ein formales Freigabeverfahren (Hot Work Permit) mit Brandwache reduziert das Risiko drastisch.

Risk Engineering

Feuerlöschpumpen

Feuerlöschpumpen erhöhen Druck und Fördermenge einer betrieblichen Löschwasserversorgung auf das für Sprinkler- und andere Löschanlagen erforderliche Niveau, wenn die vorhandene Wasserquelle allein nicht ausreicht.

Risk Engineering

Feuerwehrzufahrt und Löschwasserversorgung

Feuerwehrzufahrt und Löschwasserversorgung stellen sicher, dass Einsatzfahrzeuge ein Objekt jederzeit erreichen und in ausreichender Menge und mit ausreichendem Druck über den gesamten Löscheinsatz mit Wasser versorgt werden können.

Risk Engineering

Feuerwiderstand von Bauteilen

Der Feuerwiderstand von Bauteilen bezeichnet die genormte Zeitspanne, über die Wände, Decken, Stützen und andere Bauteile ihre Tragfähigkeit, ihren Raumabschluss und ihre Wärmedämmung im Brandfall aufrechterhalten.

Regulierung

FIDA (EU-Verordnung über den Zugang zu Finanzdaten)

FIDA (Financial Data Access) ist der EU-Verordnungsentwurf, der Open Finance auf die Versicherungswirtschaft ausweitet: Kundinnen und Kunden erhalten ein Recht auf Zugriff auf ihre Finanz- und Versicherungsdaten, Data Holder müssen diese über standardisierte APIs bereitstellen.

Klausel

Financial Interest Cover (FINC)

Die FINC-Klausel entschädigt die Muttergesellschaft eines internationalen Programms für die Wertminderung ihrer Beteiligung an einer Tochtergesellschaft, wenn diese in einem Land mit Non-Admitted-Verbot einen sonst gedeckten Schaden erleidet.

Begriff

Finanzanlagenvermittler

Ein Finanzanlagenvermittler vermittelt bestimmte Kapitalanlagen wie Investmentfondsanteile oder Vermögensanlagen und benötigt hierfür eine eigenständige gewerberechtliche Erlaubnis.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Begriff

Finite Risk Reinsurance

Finite Risk Reinsurance ist eine Form der alternativen Rückversicherung, bei der die Risikoübernahme begrenzt und stärker auf die zeitliche Verteilung von Zahlungsströmen ausgerichtet ist.

Begriff

Firmen-Kollektiv-Versicherung

Die Firmen-Kollektiv-Versicherung ist ein Vertrag, mit dem ein Arbeitgeber die Mitarbeitenden eines Betriebs kollektiv gegen bestimmte Risiken (z.B. Unfall, Krankheit, Tod) versichert, ohne für jede Person einen Einzelvertrag abzuschliessen.

Begriff

Fisher-Gleichung (Fisher Equation)

Die Fisher-Gleichung beschreibt den Zusammenhang zwischen nominalem Zinssatz, Realzins und erwarteter Inflation und ist relevant für die Bewertung inflationsabhängiger Verpflichtungen.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Risikomerkmal

Fluktuationsrate

Die Fluktuationsrate erfasst den jährlichen Anteil der ausscheidenden und neu eingestellten Mitarbeitenden und dient als Indikator für Ausbildungslücken, Betriebsklima und operationelles Risiko in der Haftpflicht- und Unfallversicherung.

Klausel

Follow-the-Fortunes-Klausel

Die Follow-the-Fortunes-Klausel bindet den Rückversicherer an die Schicksale des Zedenten: Er muss dessen gutgläubige, sachgerechte Regulierungsentscheide mittragen, ohne sie neu aufzurollen.

Klausel

Follow-the-Settlements-Klausel

Die Follow-the-Settlements-Klausel verpflichtet den Rückversicherer vertraglich, die Schadenregulierung des Zedenten zu akzeptieren, sofern sie innerhalb der Bedingungen des Originalvertrags und in gutem Glauben erfolgt, ohne Haftung und Schadenhöhe neu zu prüfen.

Begriff

Fortführungsoption (Continuation Option)

Die Fortführungsoption erlaubt einer versicherten Person, eine Gruppenversicherung bei Ausscheiden aus dem Kollektiv ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine Einzelversicherung umzuwandeln.

Klausel

Fraud Exclusion – Final Adjudication Clause

Der Betrugsausschluss mit Final-Adjudication-Vorbehalt schliesst betrügerisches oder vorsätzliches Fehlverhalten von der D&O-Deckung aus, greift aber erst, wenn dieses Verhalten durch eine rechtskräftige, nicht mehr anfechtbare gerichtliche Entscheidung endgültig festgestellt ist.

Begriff

Freie Arztwahl

Die freie Arztwahl ist das Recht des privat Krankenversicherten, unter allen approbierten Ärzten den behandelnden Arzt frei zu wählen, ohne an ein festes Versorgungsnetz gebunden zu sein.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Risikomerkmal

Freigabeverfahren für Heissarbeiten

Das Freigabeverfahren für Heissarbeiten bestätigt, ob Schweiss-, Schneid-, Schleif- und ähnliche funken- oder hitzeerzeugende Tätigkeiten über ein formelles Freigabeverfahren gesteuert werden – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Freizeichnungsklausel

Eine Freizeichnungsklausel schränkt die vertragliche oder gesetzliche Haftung einer Vertragspartei ein oder schliesst sie aus, unterliegt jedoch strengen Grenzen der AGB-Kontrolle.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Freizügigkeitsleistung

Die Freizügigkeitsleistung ist das bei Austritt aus einer Vorsorgeeinrichtung der beruflichen Vorsorge erworbene Altersguthaben, das beim Stellenwechsel in die neue Vorsorgeeinrichtung übertragen oder anderweitig erhalten werden muss.

Risikomerkmal

Fremdfirmeneinsatz

Der Fremdfirmeneinsatz erfasst, in welchem Umfang ein Versicherter für Betrieb, Wartung oder Bauarbeiten auf seinem Areal auf externe Fremdfirmen und Subunternehmer zurückgreift, da deren Mitarbeitende Haftpflicht- und Sachrisiken einbringen, die der Versicherte nicht vollständig kontrolliert.

Risk Engineering

Fremdfirmenmanagement

Fremdfirmenmanagement umfasst Auswahl, Einweisung, vertragliche Einbindung und Überwachung externer Firmen, damit deren Mitarbeitende dieselben Sicherheits- und Brandschutzvorgaben einhalten wie das eigene Personal.

Begriff

Fronting

Fronting bezeichnet die Konstruktion, bei der ein lizenzierter Versicherer eine Police ausstellt und das Risiko ganz oder überwiegend an einen anderen Risikoträger – häufig eine Captive – weitergibt.

Erklärt auf der Themenseite Risikofinanzierung

Klausel

Fronting-Klausel

Die Fronting-Klausel regelt, dass ein lokal admittierter Versicherer im Auftrag eines internationalen Programmführers eine Police ausstellt und das Risiko im Wesentlichen über eine Rückversicherung an diesen zurückgibt.

Begriff

Frostschaden (Frost Damage)

Frostschaden ist ein durch Kälteeinwirkung verursachter Sachschaden, etwa an wasserführenden Rohren, der in der Sachversicherung unterschiedlich behandelt werden kann.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Begriff

Führungsklausel (Leading Insurer Clause)

Die Führungsklausel bestimmt, dass ein führender Versicherer bei Mitversicherung stellvertretend für alle beteiligten Versicherer über Vertragsänderungen und Schadenregulierung entscheidet.

Begriff

Full Medical Underwriting (FMU)

Full Medical Underwriting (FMU) ist das Risikoprüfungsverfahren der internationalen Krankenversicherung, bei dem die antragstellende Person vor Vertragsabschluss ihre vollständige Krankengeschichte deklariert und der Versicherer daraufhin Vorerkrankungen dauerhaft ausschliesst, mit einem Prämienzuschlag belegt oder – bei unauffälligem Befund – ohne Einschränkung annimmt; die Deckungsgrenzen stehen damit bereits bei Policenbeginn fest.

Begriff

Funds Withheld

Funds Withheld bezeichnet eine Vereinbarung, nach der der Zedent die eigentlich an den Rückversicherer zu übertragenden Vermögenswerte einbehält und selbst verwaltet.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bei Geschäftsreisen (Duty of Care)

Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers verpflichtet ihn, Leben, Gesundheit und Persönlichkeit seiner Mitarbeitenden auch auf Geschäftsreisen durch angemessene Massnahmen zu schützen – in der Schweiz nach Art. 328 OR, in Deutschland nach § 618 BGB und dem Arbeitsschutzgesetz, in Österreich nach § 1157 ABGB und dem ASchG, im Common Law als Duty of Care; eine Geschäftsreiseversicherung ist Teil, nicht Erfüllung dieser Pflicht.

Klausel

GAP-/Leasing-Differenzkaskoklausel

Die GAP-Klausel (Differenzkasko) schliesst bei Totalschaden oder Diebstahl eines geleasten oder finanzierten Fahrzeugs die Lücke zwischen dem von der Kaskoversicherung erstatteten Wiederbeschaffungswert und der noch offenen Restforderung aus dem Leasing- oder Kreditvertrag.

Begriff

Garantiefonds (Sicherungsfonds)

Ein Garantiefonds ist eine gesetzlich vorgeschriebene Sicherungseinrichtung, die Versicherten im Falle der Insolvenz eines Lebensversicherers einen Basisschutz gewährt.

Risk Engineering

Gaslöschanlagen

Gaslöschanlagen fluten einen abgeschlossenen Raum mit Inertgas oder chemischen Löschmitteln (Clean Agents), um Brände rückstandsfrei und ohne Wasserschaden zu löschen – insbesondere zum Schutz elektronischer und hochwertiger Anlagen.

Risikomerkmal

Gebäude- und Geschossfläche

Die Gebäude- und Geschossfläche erfasst die Grundfläche und die gesamte Bruttogeschossfläche eines Gebäudes und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um Brandabschnitte, Kumul und Probable Maximum Loss zu bemessen.

Begriff

Gebietsschutz

Gebietsschutz gewährt einem Exklusivvertreter das Recht, innerhalb eines definierten geografischen Bereichs vor Konkurrenz durch andere Vertreter desselben Versicherers geschützt zu sein.

Begriff

Gefahrengemeinschaft

Die Gefahrengemeinschaft ist die Gesamtheit der von einem Versicherer gegen ein gleichartiges Risiko versicherten Personen, deren Prämien die Grundlage für den nach dem Gesetz der grossen Zahl kalkulierten Risikoausgleich bilden.

Risikomerkmal

Gefahrenklasse Suva

Die Gefahrenklasse Suva erfasst die dem Betrieb zugeordnete Risikokategorie gemäss Tarif der schweizerischen Berufsunfallversicherung und bestimmt den Grundprämiensatz, der auf die versicherte Lohnsumme angewendet wird.

Begriff

Gefahrerhöhung

Eine Gefahrerhöhung ist eine nachträgliche Änderung der Risikoumstände, die das versicherte Risiko erhöht und besondere Anzeigepflichten des Versicherungsnehmers auslöst.

Risikomerkmal

Gefahrgutmenge im Transport

Die Gefahrgutmenge im Transport erfasst die Menge an Gefahrgut, die mit eigenen oder beauftragten Fahrzeugen des Versicherungsnehmers je Transport oder pro Jahr befördert wird – eine in Kfz-Haftpflicht- und Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risikomerkmal

Gefahrguttransport

Gefahrguttransport erfasst, ob die Fahrzeuge eines Versicherungsnehmers klassifizierte gefährliche Stoffe befördern – eine in Motorfahrzeug- haftpflicht- und Umweltanträgen abgefragte Angabe, da sie das Schadenausmass gegenüber Dritten und der Umwelt erheblich erhöht.

Risk Engineering

Gefahrstoffhandling

Gefahrstoffhandling umfasst die systematische Identifikation, Einstufung, Kennzeichnung und Trennung gefährlicher Stoffe im Betrieb, um Brand-, Explosions- und Umweltschäden durch Fehlhandhabung oder unverträgliche Lagerung zu verhindern.

Begriff

Genehmigungsfiktion

Die Genehmigungsfiktion gilt in der gesetzlichen Krankenversicherung als erteilt, wenn die Krankenkasse über einen Leistungsantrag nicht innerhalb der gesetzlichen Frist entscheidet.

Klausel

General-Average-Klausel

Die General-Average-Klausel bestätigt die Deckung des Anteils des Ladungseigentümers an einer grossen Haverei, also an freiwillig zur Rettung von Schiff und Ladung geopferten oder aufgewendeten Werten, meist nach den York-Antwerp-Regeln.

Begriff

Generalpolizze

Die Generalpolizze ist eine Rahmenpolice, die alle unter ihren Geltungsbereich fallenden Risiken oder Transporte eines Versicherungsnehmers automatisch und ohne Einzeldeklaration versichert.

Risikomerkmal

Generalunternehmer vs. Einzelvergabe

Die Vergabestruktur erfasst, ob ein Bauprojekt über einen einzigen Generalunternehmer mit Subunternehmern oder über direkt vom Bauherrn vergebene Einzelgewerke abgewickelt wird, wie sie in Anträgen zur Bauwesenversicherung und Bauherrenhaftpflicht deklariert wird.

Begriff

Genesungsgeld (Convalescence Benefit)

Das Genesungsgeld ist eine Zusatzleistung der privaten Unfallversicherung, die im Anschluss an einen unfallbedingten Spitalaufenthalt für dieselbe Anzahl Tage wie das Krankenhaustagegeld – meist degressiv gestaffelt und zeitlich begrenzt – als feste Tagesleistung gezahlt wird.

Begriff

Genugtuung

Die Genugtuung ist eine Geldleistung zum Ausgleich immateriellen Schadens (Schmerz, Leid), die bei schweren Persönlichkeitsverletzungen infolge Körperverletzung oder Tötung geschuldet wird.

Begriff

Gerichtsstand

Der Gerichtsstand bestimmt, welches Gericht für eine Streitigkeit aus einem Versicherungsvertrag örtlich zuständig ist, wobei Verbraucherschutzvorschriften Vereinbarungen einschränken können.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Klausel

Gerichtsstand und Rechtswahl (DACH)

Die Klausel legt fest, welches Gericht für Streitigkeiten aus dem Versicherungsvertrag zuständig ist und welches materielle Recht anzuwenden ist, wobei zwingende Verbraucherschutzvorschriften der vertraglichen Wahlfreiheit enge Grenzen setzen.

Begriff

Gesamtverzinsung

Die Gesamtverzinsung ist die Summe aus Garantiezins und laufender Überschussbeteiligung, die ein Lebensversicherer seinen Versicherten in einem Geschäftsjahr tatsächlich gutschreibt.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Geschäftsherrenhaftung

Die Geschäftsherrenhaftung ist die deliktische Haftung eines Geschäftsherrn für Schäden, die sein Verrichtungsgehilfe in Ausführung der ihm zugewiesenen Verrichtung verursacht.

Begriff

Geschäftsplan (Betriebsplan)

Der Geschäftsplan ist die von einem Versicherer im Rahmen des Zulassungsverfahrens einzureichende Darstellung der geplanten Geschäftstätigkeit, Organisation und Finanzausstattung.

Erklärt auf der Themenseite Regulatorik

Risikoprofil

Geschäftsreiseprogramm

Risikoprofil für ein betriebliches Geschäftsreiseprogramm: die im Reise- und Unfall-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur für Mitarbeitende auf Dienstreisen.

Deckung

Geschäftsreiseversicherung (Business Travel Accident / Corporate Travel)

Die Geschäftsreiseversicherung (Business Travel Accident, BTA, Corporate Travel) ist eine vom Arbeitgeber abgeschlossene Jahrespolice, die Mitarbeitende auf Dienstreisen mit Unfallkapital, Heilungskosten im Ausland, medizinischer und sicherheitsbedingter Evakuierung, Rückführung, Gepäck-, Annullierungs- und Assistance-Leistungen absichert – als Ergänzung zur gesetzlichen Unfallversicherung, die Dienstreiseunfälle im Grundsatz bereits erfasst.

Risikomerkmal

Geschossanzahl

Die Geschossanzahl erfasst die vertikale Ausdehnung eines Gebäudes über und unter Terrain und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, weil sie das Brand- und Rauchverhalten, die Evakuierung und den Feuerwehrzugang beeinflusst.

Begriff

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Die gesetzliche Krankenversicherung ist der auf dem Solidaritätsprinzip beruhende Pflichtzweig der deutschen Sozialversicherung für die medizinische Versorgung der Bevölkerungsmehrheit.

Risikomerkmal

Gesundheitsfragen

Die Gesundheitsfragen erfassen die selbstauskunftpflichtigen Angaben eines Antragstellers bei der Beantragung einer individuellen Lebens-, Kranken- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung und bilden die primäre Grundlage der medizinischen Risikoprüfung.

Begriff

Gesundheitsprüfung

Die Gesundheitsprüfung erhebt den Gesundheitszustand eines Antragstellers vor Vertragsschluss und bildet die Grundlage für die Risikoeinschätzung des Versicherers.

Klausel

Gewässerschadenklausel

Zusatzdeckung für den nach AHB und Umwelthaftpflicht-Basisdeckung ausgeschlossenen Betrieb wassergefährdender Anlagen, die die verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung für Gewässerschäden abdeckt.

Begriff

Glättungsverfahren (Smoothing)

Glättungsverfahren dienen dazu, kurzfristige Wertschwankungen von Kapitalanlagen oder Überschussbeteiligungen über mehrere Perioden zu verteilen und so für die Versicherten zu stabilisieren.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Klausel

Gleitender Neuwert (VGB)

Der Gleitende Neuwert ist ein Bewertungsmodell der deutschen Wohngebäudeversicherung, das die Versicherungssumme über den fiktiven "Wert 1914" und einen jährlichen Anpassungsfaktor automatisch an die Baupreisentwicklung koppelt.

Begriff

Gliedertaxe (Schedule of Disability Percentages)

Die Gliedertaxe ist die in den Bedingungen der privaten Unfallversicherung vereinbarte Tabelle, die dem Verlust oder der vollständigen Funktionsunfähigkeit bestimmter Körperteile und Sinnesorgane feste Invaliditätsgrade zuordnet und so die Bemessung der Invaliditätsleistung standardisiert.

Klausel

Good-Local-Standard-Klausel

Die Good-Local-Standard-Klausel legt fest, dass eine lokale Police innerhalb eines internationalen Programms mindestens jene Bedingungen, jenen Deckungsumfang und jene Prämienhöhe bietet, die ein im betreffenden Land zugelassener Versicherer einem vergleichbaren lokalen Kunden üblicherweise anbieten würde.

Begriff

Grossschaden (Large Loss)

Ein Grossschaden ist ein Schaden, dessen Höhe einen definierten Schwellenwert übersteigt und der wegen seiner Bedeutung für Reserven, Rückversicherung und Statistik gesondert erfasst wird.

Erklärt auf der Themenseite Schadenmanagement

Begriff

Ground-Up Cover

Ground-Up Cover bezeichnet eine Rückversicherungsdeckung, die bereits ab dem ersten Euro eines Schadens greift, ohne dass der Zedent einen Selbstbehalt trägt.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Risikomerkmal

Grundwasser und Wasserhaltung

Grundwasser und Wasserhaltung erfasst, ob Aushubarbeiten eine aktive Grundwasserabsenkung erfordern und mit welchem Verfahren, wie sie in Anträgen zur Bauwesen- und Montageversicherung deklariert wird.

Begriff

Grüne Karte (Green Card)

Die Grüne Karte ist ein international anerkannter Nachweis über den Bestand einer Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung für den Einsatz eines Fahrzeugs im Ausland.

Deckung

Gruppenunfallversicherung (Group Personal Accident Insurance)

Die Gruppenunfallversicherung ist eine von einem Unternehmen, Verein oder Verband als Versicherungsnehmer für einen definierten Personenkreis abgeschlossene Unfallversicherung, die den versicherten Personen bei Unfalltod, Invalidität und weiteren Unfallfolgen Kapital-, Renten- und Kostenleistungen gewährt – wahlweise rund um die Uhr oder beschränkt auf die berufliche Tätigkeit.

Begriff

Haftpflicht des Familienhaupts

Die Haftpflicht des Familienhaupts umfasst die Haftung, die Eltern oder Erziehungsverantwortliche für Schäden trifft, die von den in ihrer Obhut stehenden minderjährigen Kindern Dritten zugefügt werden.

Erklärt auf der Themenseite Haftpflichtversicherung

Begriff

Haftungsausschluss (Exclusion of Liability)

Ein Haftungsausschluss ist eine vertragliche Klausel, mit der die Haftung einer Partei für bestimmte Schäden oder Ursachen ganz oder teilweise ausgeschlossen wird; im Versicherungsvertrag entspricht dies einem Risikoausschluss.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Haftungsfreistellung (Hold Harmless Agreement)

Eine Haftungsfreistellung ist eine vertragliche Vereinbarung, mit der sich eine Partei verpflichtet, die andere Partei von bestimmten Ansprüchen Dritter oder aus einem bestimmten Ereignis wirtschaftlich freizustellen.

Risikomerkmal

Haftzeit

Die Haftzeit erfasst den maximalen Zeitraum in Monaten, für den eine Betriebsunterbrechungs- oder Rückwirkungsschadenpolice den entgangenen Bruttogewinn des Versicherungsnehmers nach einem versicherten Schadenereignis entschädigt.

Klausel

Haftzeit (Indemnity Period)

Die Haftzeit-Klausel (Indemnity Period) definiert den maximalen Zeitraum, für den eine Betriebsunterbrechungsversicherung den Ertragsausfall nach einem versicherten Sachschaden ersetzt.

Begriff

Hagel (Hail)

Hagel ist eine Elementargefahr, bei der Niederschlag in Form von Eiskörnern zu Schäden an Gebäuden, Fahrzeugen und Kulturen führt und in der Regel als Einzelgefahr in Wohngebäude-, Hausrat-, Kfz- und Agrarpolicen mitversichert ist.

Risk Engineering

Hagelschutz

Hagelschutz umfasst die Wahl schlagfester Bedachungen, Fassaden und Aussenanlagen sowie mechanische Schutzvorrichtungen, mit denen Gebäudehüllen und technische Aufbauten vor Hagelschäden bewahrt werden.

Begriff

Halterhaftung (Keeper's Liability)

Halterhaftung ist eine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung, die den Halter einer Sache (insbesondere eines Kraftfahrzeugs oder Tieres) allein aufgrund der Betriebs- bzw. Sachgefahr für Schäden Dritter haftbar macht.

Klausel

Hammer Clause

Die Hammer Clause begrenzt die Leistungspflicht des Versicherers auf den vom Versicherer empfohlenen Vergleichsbetrag zuzüglich bis dahin angefallener Verteidigungskosten, wenn der Versicherte einen vom Versicherer für angemessen gehaltenen Vergleich ablehnt.

Risikomerkmal

Handfeuerlöscher und Wandhydranten

Die Ausstattung mit Handfeuerlöschern und Wandhydranten bestätigt, ob ein Standort mit auf die Nutzung abgestimmten Erstmassnahme-Löschgeräten ausgerüstet ist – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risk Engineering

Handfeuerlöscher und Wandhydranten

Handfeuerlöscher und Wandhydranten ermöglichen die manuelle Erstbrandbekämpfung durch anwesende Personen in den ersten Minuten eines Brandes, bevor automatische Löschanlagen oder die Feuerwehr wirksam werden.

Begriff

Hauptleistungspflicht (Principal Obligation)

Die Hauptleistungspflicht ist die den Vertragstyp prägende zentrale Leistungspflicht einer Vertragspartei; im Versicherungsvertrag ist dies auf Seiten des Versicherers die Gewährung von Versicherungsschutz und auf Seiten des Versicherungsnehmers die Prämienzahlung.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Risikomerkmal

Hausratwert

Der Hausratwert ist der deklarierte oder geschätzte Gesamtwert des beweglichen Eigentums eines Haushalts und bildet die Grundlage für die Versicherungssumme in der Hausratversicherung sowie zur Erkennung einer möglichen Unterversicherung.

Risikoprofil

Haustierhaltung

Risikoprofil für einen Haushalt mit ein oder mehreren Haustieren: die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende private Tierversicherungs-Programmarchitektur.

Begriff

Haustürgeschäft (Doorstep Selling)

Ein Haustürgeschäft ist der Abschluss eines Versicherungsvertrags ausserhalb der Geschäftsräume des Vermittlers, etwa in der Privatwohnung des Kunden, für den erweiterte Widerrufs- und Informationspflichten zum Schutz des Verbrauchers gelten.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Begriff

Havarie-Grosse (General Average)

Havarie-Grosse ist ein seerechtliches Prinzip, nach dem Verluste und Aufwendungen, die zur Rettung von Schiff und Ladung aus gemeinsamer Gefahr bewusst herbeigeführt werden, von allen Beteiligten anteilig getragen werden.

Begriff

Heilungskosten (Medical Expenses in Accident Insurance)

Heilungskosten sind die in der Unfallversicherung versicherten Kosten der medizinisch notwendigen Heilbehandlung nach einem Unfall – ärztliche Behandlung, Spitalaufenthalt, Arzneimittel, Hilfsmittel und Transporte –, die in der obligatorischen Unfallversicherung der Schweiz als Pflichtleistung und in der privaten Unfallversicherung als subsidiärer Kostenbaustein erbracht werden.

Begriff

Hilflosenentschädigung (UVG/IV)

Die Hilflosenentschädigung ist eine monatliche Geldleistung der schweizerischen Sozialversicherung für Personen, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd auf die Hilfe Dritter oder auf persönliche Überwachung angewiesen sind (Art. 9 ATSG); in der Unfallversicherung beträgt sie nach Art. 27 UVG je nach Schweregrad das Zwei-, Vier- oder Sechsfache des Höchstbetrags des versicherten Tagesverdienstes.

Begriff

Hilfsmittel (Medical Aids)

Hilfsmittel sind sächliche medizinische Gegenstände wie Prothesen, Hörgeräte, Rollstühle oder Sehhilfen, deren Kosten in der Kranken- und Pflegeversicherung nach Massgabe der jeweiligen Tarifbedingungen erstattet werden.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Begriff

Hilfspersonenhaftung

Die Hilfspersonenhaftung bezeichnet die Haftung eines Geschäftsherrn oder Vertragspartners für Schäden, die von Personen verursacht werden, die er zur Erfüllung seiner Aufgaben oder vertraglichen Pflichten einsetzt.

Begriff

Hinterbliebenenrente (Survivor's Pension)

Die Hinterbliebenenrente ist eine wiederkehrende Leistung aus einer Lebens- oder Rentenversicherung bzw. einem Altersvorsorgesystem, die an Ehepartner, eingetragene Partner oder Kinder nach dem Tod der versicherten Person gezahlt wird.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Hinweispflicht (Duty to Advise)

Die Hinweispflicht ist die gesetzlich normierte Pflicht des Versicherers oder Vermittlers, den Versicherungsnehmer über wesentliche Umstände des Vertrags, insbesondere über Ausschlüsse, Obliegenheiten und Widerrufsrechte, zu informieren.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Risk Engineering

Hochregallager

Hochregallager sind vollautomatisierte Lagersysteme mit Regalhöhen von typischerweise über zwölf Metern, deren grosse Brandlast auf engem Raum besondere Anforderungen an Sprinklerschutz, Wasserversorgung und Rauchableitung stellt.

Begriff

Höchstalter (Maximum Age)

Das Höchstalter ist die vertraglich oder tariflich festgelegte obere Altersgrenze, bis zu der eine Person in eine Lebens-, Kranken- oder Rentenversicherung eintreten bzw. in ihr verbleiben kann.

Begriff

Höchstschaden (PML)

Der Probable Maximum Loss (PML) ist der grösste Schaden, der an einem Standort oder für ein Risiko unter realistisch ungünstigen Bedingungen zu erwarten ist, und dient als Mass für Kapazitäts- und Rückversicherungsbedarf.

Begriff

Höhere Gewalt

Höhere Gewalt bezeichnet ein von aussen einwirkendes, aussergewöhnliches und auch mit grösster Sorgfalt nicht abwendbares Ereignis, das Haftungs- und Deckungsfragen in der Versicherung beeinflusst.

Risikoprofil

Holzverarbeitungsbetrieb

Risikoprofil für einen Holzverarbeitungsbetrieb (Sägen, Hobeln, Verleimen, Verpressen oder Oberflächenveredelung von Holz und Holzwerkstoffen): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Risikomerkmal

Homeoffice-Anteil

Der Homeoffice-Anteil erfasst den Anteil der Mitarbeitenden, die regelmässig im Homeoffice statt in Betriebsräumen arbeiten, und ist relevant für die Einreihung in der Unfallversicherung sowie für die Cyber-Risikobeurteilung.

Begriff

Honorarberatung (Fee-Based Advice)

Honorarberatung ist ein Vergütungsmodell in der Versicherungs- und Finanzberatung, bei dem der Berater direkt vom Kunden ein Honorar erhält, statt sich über Provisionen des Produktanbieters zu finanzieren.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Klausel

Honorare Dritter (Professional Fees)

Die Professional-Fees-Klausel deckt die notwendigen Honorare von Architekten, Ingenieuren und weiteren Fachleuten, die für die Planung und Überwachung der Wiederherstellung nach einem versicherten Sachschaden anfallen.

Risikoprofil

Hotelbetrieb

Risikoprofil für einen Hotelbetrieb (Beherbergung, Gastronomie, Konferenz-/Eventbetrieb): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Begriff

Hurdle Rate (Mindestrenditeanforderung)

Die Hurdle Rate ist die von Investoren oder dem Management geforderte Mindestrendite auf das eingesetzte Kapital, die ein Geschäft, eine Zeichnungslinie oder ein Investitionsprojekt erzielen muss, um als wertschaffend zu gelten.

Begriff

Hybridkapital (Hybrid Capital)

Hybridkapital umfasst Finanzierungsinstrumente mit Eigenschaften sowohl von Eigen- als auch von Fremdkapital, die unter Solvency II je nach Ausgestaltung als Basiseigenmittel der Tier-1-, Tier-2- oder Tier-3-Qualität angerechnet werden können.

Begriff

IBNR (Spätschäden)

IBNR (Incurred But Not Reported) bezeichnet Schäden, die bereits eingetreten, dem Versicherer aber noch nicht gemeldet sind; für sie werden versicherungstechnische Rückstellungen gebildet.

Erklärt auf der Themenseite Reservierung

Regulierung

IDD (Versicherungsvertriebsrichtlinie)

Die Insurance Distribution Directive (IDD) ist die EU-Richtlinie über den Versicherungsvertrieb; sie regelt Registrierung, Wohlverhaltenspflichten, Informationspflichten und Produktaufsicht für alle Vertriebskanäle.

Regulierung

IFRS 17 (Versicherungsverträge)

IFRS 17 ist der internationale Rechnungslegungsstandard für Versicherungsverträge, der eine einheitliche, marktkonsistente Bewertung und Ergebnisdarstellung über die gesamte Vertragslaufzeit vorschreibt.

Risikomerkmal

Incident-Response-Plan

Der Incident-Response-Plan erfasst, ob ein Unternehmen über ein dokumentiertes, getestetes Verfahren zur Erkennung, Eindämmung und Wiederherstellung nach einem Cybersicherheitsvorfall verfügt und wie schnell dieses aktiviert werden kann.

Begriff

Indemnitätsprinzip (Principle of Indemnity)

Das Indemnitätsprinzip besagt, dass der Versicherungsnehmer durch die Versicherungsleistung finanziell nicht besser gestellt werden darf, als er ohne den Schadeneintritt stünde, um eine Bereicherung durch den Versicherungsfall auszuschliessen.

Klausel

Indexklausel (Wertanpassung)

Die Indexklausel passt Versicherungssumme und Prämie automatisch an einen vereinbarten Index (z. B. Baukosten- oder Verbraucherpreisindex) an, damit der Versicherungsschutz mit der allgemeinen Preisentwicklung Schritt hält.

Begriff

Industrieversicherung (Industrial Insurance)

Industrieversicherung bezeichnet das Segment der Sach- und Haftpflichtversicherung, das komplexe Risiken von Industrie- und Grossunternehmen individuell zeichnet, häufig unter Einbindung von Maklern und (Mit-)Versicherungskonsortien.

Begriff

Inflationsrisiko (Inflation Risk)

Das Inflationsrisiko beschreibt die Gefahr, dass die künftigen Schadenaufwendungen eines Versicherers aufgrund allgemeiner Preis- oder Lohnsteigerungen höher ausfallen als bei der Prämienkalkulation oder Reservebildung angenommen.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Inkasso (Debt Collection)

Inkasso ist die geschäftsmässige Einziehung fremder oder zum Einzug abgetretener Forderungen durch einen registrierten Inkassodienstleister, der aussergerichtliche und bei Bedarf gerichtliche Massnahmen zur Realisierung überfälliger Zahlungen einleitet.

Begriff

Inkassovollmacht (Collection Authority)

Die Inkassovollmacht berechtigt einen Versicherungsvermittler, im Namen des Versicherers Prämienzahlungen des Versicherungsnehmers entgegenzunehmen, mit der Folge, dass die Zahlung an den Vermittler schuldbefreiende Wirkung gegenüber dem Versicherer hat.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Begriff

Innere Unruhen (Civil Commotion)

Innere Unruhen sind gewalttätige Ausschreitungen einer Menschenmenge innerhalb eines Staates, die als eigenständige Gefahr in Sachversicherungspolicen ein- oder ausgeschlossen werden können.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Klausel

Innere Unruhen (SRCC)

Die SRCC-Klausel deckt Sachschäden, die unmittelbar durch Streikende, ausgesperrte Arbeitnehmer, Ausschreitungen oder innere Unruhen verursacht werden, und wird zunehmend aus All-Risks-Sachpolicen ausgegliedert und separat oder als Rückeinschluss angeboten.

Klausel

Innocent-Non-Disclosure-Klausel

Die Innocent-Non-Disclosure-Klausel schützt einen gutgläubigen Mitversicherten davor, dass ihm die vorsätzliche oder fahrlässige Anzeigepflichtverletzung eines anderen Versicherten zugerechnet wird, sofern er von den nicht offengelegten Umständen selbst keine Kenntnis hatte.

Klausel

Insolvency-Klausel

Die Insolvency-Klausel verpflichtet den Rückversicherer, seinen Anteil an einem Schaden weiterhin an die Konkursmasse des Zedenten zu zahlen, auch wenn dieser insolvent wird und Forderungen der Versicherten nicht mehr vollständig begleicht.

Risk Engineering

Inspektion, Wartung und Prüfung von Löschanlagen

Inspektion, Wartung und Prüfung (ITM) von Löschanlagen umfasst die wiederkehrenden, im Regelbetrieb durchgeführten Kontroll- und Instandhaltungstätigkeiten, mit denen die dauerhafte Funktionsfähigkeit von Sprinkler- und anderen Löschanlagen sichergestellt wird.

Risk Engineering

Instandhaltung kritischer Maschinen

Eine zustandsorientierte Instandhaltung kritischer Maschinen und Anlagen senkt Ausfall- und Folgeschadenrisiken und ist zentrale Voraussetzung für versicherbare Maschinen- und Betriebsunterbrechungsrisiken.

Risikomerkmal

Instandhaltungszustand

Der Instandhaltungszustand erfasst den beobachteten Unterhaltszustand der Baustruktur und der technischen Anlagen eines Gebäudes und wird in Sachversicherungsanträgen als allgemeiner Indikator für den Ordnungsstandard und die Schadenhäufigkeit abgefragt.

Klausel

Institute Cargo Clauses (A/B/C)

Die Institute Cargo Clauses sind die im London Market üblichen Standardbedingungen für die Transportversicherung von Waren, mit abgestufter Deckung von umfassend (A) über benannte Gefahren (B) bis zu Grunddeckung (C).

Klausel

Institute War and Strikes Clauses

Die Institute War and Strikes Clauses schliessen Kriegs-, Streik-, Unruhen- und ähnliche politische Gefahren von der Standard-Cargo-Deckung aus und stellen sie als separat einschliessbare Zusatzdeckung mit eigenen Kündigungsmechanismen bereit.

Begriff

Insurance-Linked Securities (ILS)

Insurance-Linked Securities sind verbriefte Risikotransferinstrumente, die Versicherungsrisiken – insbesondere Naturkatastrophenrisiken – direkt an Kapitalmarktinvestoren übertragen, ohne den traditionellen Rückversicherungsmarkt zu durchlaufen.

Klausel

Insured vs Insured Exclusion

Der Insured-vs-Insured-Ausschluss schliesst in D&O-Policen Ansprüche aus, die von einer versicherten Person oder dem versicherten Unternehmen selbst gegen eine andere versicherte Person erhoben werden.

Begriff

Integritätsentschädigung

Die Integritätsentschädigung ist eine einmalige Kapitalleistung der schweizerischen Unfallversicherung nach Art. 24 f. UVG für eine dauernde und erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität; sie wird unabhängig von der Erwerbsfähigkeit als Prozentsatz des Höchstbetrags des versicherten Verdienstes nach der Skala in Anhang 3 UVV bemessen.

Klausel

Interdependenzklausel

Die Interdependenzklausel erweitert die Betriebsunterbrechungsversicherung auf Ertragsausfälle an einem versicherten Standort, die durch einen versicherten Sachschaden an einem anderen, verbundenen Standort desselben Versicherungsnehmers oder Konzerns verursacht werden.

Begriff

Interessenkollision (Conflict of Interest)

Eine Interessenkollision liegt vor, wenn die eigenen Interessen eines Versicherers oder Vermittlers mit denen des Versicherungsnehmers in Widerspruch stehen und dadurch eine objektive Beratung oder Leistungserbringung gefährdet ist.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Klausel

Interlocking-Klausel

Die Interlocking-Klausel bestimmt bei einem einzelnen Ereignis, das sich über den Wechsel zweier aufeinanderfolgender Vertragsjahre erstreckt, dass nur eine Priorität und ein Limit für das gesamte Ereignis gelten, statt beide Jahre separat zu belasten.

Klausel

Intermediary-Klausel

Die Intermediary-Klausel bestimmt den Makler vertraglich zum Zahlungsagenten zwischen Zedent und Rückversicherer, sodass Zahlungen an den Makler als Zahlung an die jeweils andere Partei gelten.

Deckung

International Private Medical Insurance (IPMI)

International Private Medical Insurance (IPMI) ist eine private Krankenvollversicherung für Personen, die ausserhalb ihres Heimatlandes leben oder arbeiten, und deckt stationäre und ambulante Behandlungen, medizinische Evakuierung und Rückführung in einem vertraglich definierten geografischen Deckungsbereich – unabhängig vom Sozialversicherungssystem des Gast- oder Heimatlandes.

Begriff

Interne Modelle (Internal Models)

Interne Modelle sind von einem Versicherer selbst entwickelte und von der Aufsicht genehmigte Risikomodelle zur Berechnung der Solvenzkapitalanforderung (SCR), die dessen individuelles Risikoprofil präziser abbilden als die Standardformel.

Erklärt auf der Themenseite Solvency II

Begriff

Invalidität (Disability)

Invalidität ist die dauerhafte, in der Regel unfallbedingte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit einer Person, die in der Unfallversicherung den zentralen Leistungsauslöser darstellt.

Erklärt auf der Themenseite Unfallversicherung

Begriff

Invaliditätsgrad (Degree of Disability)

Der Invaliditätsgrad ist der in der Unfallversicherung nach einer Gliedertaxe oder ärztlichem Gutachten ermittelte prozentuale Anteil der dauerhaften Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit, der die Höhe der Invaliditätsleistung bestimmt.

Erklärt auf der Themenseite Unfallversicherung

Begriff

Invaliditätskapital (Lump-Sum Disability Benefit)

Das Invaliditätskapital ist die einmalige Kapitalleistung der privaten Unfallversicherung bei dauernder unfallbedingter Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit, deren Höhe sich aus Versicherungssumme, Invaliditätsgrad nach Gliedertaxe und einer allfällig vereinbarten Progression ergibt.

Begriff

IPMI-Leistungsmodule (Benefit Modules)

IPMI-Leistungsmodule sind die kombinierbaren Bausteine einer internationalen Krankenversicherung – Inpatient als Kern, ergänzt um Outpatient, Dental, Maternity, Evacuation, Vision und Wellness –, mit denen Leistungsumfang, Limiten und Prämie eines Plans gesteuert werden.

Risikoprofil

IT- und Softwareunternehmen

Risikoprofil für ein IT- und Softwareunternehmen (Softwareentwicklung, IT-Beratung oder Managed Services): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Begriff

IV (Invalidenversicherung, Schweiz)

Die IV ist die Schweizer Sozialversicherung, die Massnahmen zur Eingliederung sowie Rentenleistungen an Personen erbringt, deren Erwerbsfähigkeit durch Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall dauerhaft beeinträchtigt ist.

Begriff

J-Curve

Die J-Curve beschreibt den typischen Ergebnisverlauf eines Rückversicherungsvertrags, eines Zeichnungsjahres oder einer ILS-Investition, bei dem zunächst Verluste anfallen, bevor sich das Ergebnis im weiteren Zeitverlauf verbessert.

Klausel

Jahreshöchstersatzleistung (Maximierung)

AHB-Klausel, die die gesamten Entschädigungsleistungen des Versicherers für alle Versicherungsfälle eines Versicherungsjahres auf ein Vielfaches der vereinbarten Versicherungssumme begrenzt.

Begriff

Jahresprämie (Annual Premium)

Die Jahresprämie ist der für ein volles Versicherungsjahr vereinbarte Beitrag, der die Bezugsgrösse für die Kalkulation von Zahlungsweisezuschlägen bei unterjähriger Zahlung bildet.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Jahresrente (Annual Annuity)

Die Jahresrente ist der auf ein Kalenderjahr bezogene Betrag einer Rentenleistung aus einer Rentenversicherung oder einem Altersvorsorgesystem, der als Bezugsgrösse für die versicherungsmathematische Kalkulation dient.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Jahresüberschuss (Annual Surplus)

Der Jahresüberschuss ist das nach Handels- oder IFRS-Bilanzrecht ermittelte positive Jahresergebnis eines Versicherers, das Grundlage für Gewinnausschüttung, Rücklagenbildung und Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer ist.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Jahresvertrag (Annual Contract)

Ein Jahresvertrag ist ein Versicherungsvertrag mit einer Erstlaufzeit von einem Jahr, der sich ohne fristgerechte Kündigung durch eine der Vertragsparteien automatisch um ein weiteres Jahr verlängert.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Risikoprofil

Junge Familie (Vorsorgeplanung)

Risikoprofil für eine junge Familie bei der Planung von Leben-, Kranken- und Erwerbsausfalldeckungen: die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende private Leben- und Vorsorgeversicherungs-Programmarchitektur.

Begriff

Juristische Person (Legal Entity)

Eine juristische Person ist ein rechtlich verselbstständigter Rechtsträger, der als Versicherungsnehmer, Versicherter oder Versicherer eigenständig Träger von Rechten und Pflichten sein kann.

Risikomerkmal

Just-in-Time-Abhängigkeit

Die Just-in-Time-Abhängigkeit erfasst, ob der Versicherungsnehmer mit minimalen Pufferbeständen arbeitet und für die Aufrechterhaltung der Produktion auf häufige, eng getaktete Lieferungen von Lieferanten angewiesen ist – eine in Rückwirkungsschaden-Anträgen abgefragte Angabe.

Risk Engineering

Kabelbrandlasten und Kabeltrassen

Kabelbrandlasten entstehen durch die grosse Menge brennbarer Isolier- und Mantelmaterialien in Kabeltrassen und -kanälen; ohne Abschottung und geeignete Kabelqualität kann sich ein lokaler Fehler rasch über ganze Brandabschnitte ausbreiten.

Begriff

Kaltakquise (Cold Calling)

Kaltakquise bezeichnet die telefonische oder persönliche Kontakt- aufnahme mit potenziellen Kunden ohne deren vorherige Einwilligung oder Geschäftsbeziehung.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Deckung

Kantonale Gebäudeversicherung

Die kantonale Gebäudeversicherung ist eine öffentlich-rechtliche Versicherungseinrichtung, die in einem Teil der Schweizer Kantone ein gesetzliches Monopol für die Elementarschadenversicherung von Gebäuden besitzt.

Begriff

Kapazität

Kapazität bezeichnet den maximalen Haftungsumfang, den ein Versicherer, Rückversicherer oder der Gesamtmarkt für ein Risiko oder eine Sparte bereitstellen kann oder will.

Erklärt auf der Themenseite Underwriting

Begriff

Karenzzeit (Deferred Period)

Die Karenzzeit ist der vertraglich vereinbarte Zeitraum zwischen dem Eintritt des Versicherungsfalls und dem Beginn der Leistungspflicht des Versicherers, insbesondere bei Krankentagegeld- und Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Klausel

Kasko-Ausschlussklausel

Die Kasko-Ausschlussklausel nimmt bestimmte Ursachen und Umstände – insbesondere Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit, Motorsport sowie Krieg, innere Unruhen und Kernenergie – generell vom Versicherungsschutz der Teil- und Vollkaskoversicherung aus.

Begriff

Kausalhaftung

Die Kausalhaftung ist eine Haftungsordnung, bei der die Haftung unabhängig von einem Verschulden des Schädigers alleine daran anknüpft, dass ein bestimmter, gesetzlich definierter Kausalzusammenhang zwischen einer Ursache und dem Schaden besteht.

Begriff

Kausalität (Causation)

Kausalität ist der ursächliche Zusammenhang zwischen einem Ereignis oder Verhalten und einem eingetretenen Schaden, dessen Feststellung sowohl für die Haftungsbegründung als auch für die Deckungsprüfung im Versicherungsvertrag zentral ist.

Erklärt auf der Themenseite Haftpflichtversicherung

Deckung

Kautionsversicherung (Surety/Bond Insurance)

Die Kautionsversicherung ersetzt für den Versicherungsnehmer eine bar zu leistende Sicherheit, indem der Versicherer als Bürge oder Garant gegenüber einem Dritten (Begünstigten) für die Erfüllung einer Verpflichtung einsteht.

Deckung

Kinderinvaliditätsversicherung (Child Disability Insurance)

Die Kinderinvaliditätsversicherung ist eine Personenversicherung, die bei dauerhafter Invalidität eines Kindes infolge von Unfall oder Krankheit eine Kapitalleistung oder eine lebenslange Rente zahlt und damit die Lücke schliesst, die private Unfallversicherungen (nur Unfall) und Sozialversicherungen (keine oder geringe Invalidenleistungen für Kinder) offenlassen.

Klausel

Klausel für vorübergehende Entfernung (Temporary Removal)

Die Temporary-Removal-Klausel erweitert den Versicherungsschutz auf versicherte Gegenstände, die vorübergehend vom versicherten Standort entfernt werden, etwa zu Reparatur-, Reinigungs- oder Ausstellungszwecken, meist begrenzt auf einen bestimmten Zeitraum und Deckungsprozentsatz.

Begriff

Kollektivversicherung

Bei der Kollektivversicherung wird ein Vertrag zwischen einem Versicherer und einem Versicherungsnehmer (z.B. Arbeitgeber oder Verband) abgeschlossen, der eine Mehrzahl von Personen nach einheitlichen Bedingungen versichert.

Begriff

Kompositversicherer (Composite Insurer)

Ein Kompositversicherer ist ein Versicherungsunternehmen, das sowohl Lebens- als auch Nichtlebensversicherungsgeschäft betreibt, was in vielen Jurisdiktionen aufsichtsrechtlich nur eingeschränkt oder gar nicht mehr zulässig ist.

Begriff

Konfidenzintervall

Ein Konfidenzintervall gibt einen Wertebereich an, der den wahren Parameter einer statistischen Schätzung mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit enthält.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Kongruenzprinzip (Matching Principle)

Das Kongruenzprinzip verlangt von Versicherern, ihre Vermögenswerte in Währung, Laufzeit und Liquidität so auf ihre versicherungstechnischen Verbindlichkeiten abzustimmen, dass Bewertungsschwankungen sich nicht unkontrolliert auf die Solvabilität auswirken.

Begriff

Kontrahierungszwang

Der Kontrahierungszwang verpflichtet einen Versicherer, mit jedem Antragsteller innerhalb eines bestimmten Rahmens einen Versicherungsvertrag abzuschliessen, ohne das Risiko individuell ablehnen zu dürfen.

Risikomerkmal

Konzernstruktur und Beteiligungen

Konzernstruktur und Beteiligungen erfassen die Beteiligungskette, Tochtergesellschaften, Joint Ventures und ausländischen Gesellschaften des Antragstellers – eine in D&O- und Umbrella-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Koordinationsabzug

Der Koordinationsabzug ist der vom AHV-Lohn abgezogene, fixe oder prozentuale Betrag, mit dem die berufliche Vorsorge auf die Leistungen der AHV abgestimmt wird, um eine Überversicherung zu vermeiden.

Begriff

Koordinierter Lohn

Der koordinierte Lohn ist der in der beruflichen Vorsorge (BVG) versicherte Lohnanteil, der sich aus dem massgebenden AHV-Lohn abzüglich des Koordinationsabzugs ergibt.

Erklärt auf der Themenseite Berufliche Vorsorge

Begriff

Kopfprämie (einkommensunabhängige Prämie KVG)

Die Kopfprämie ist die einkommensunabhängige Prämie der Schweizer Grundversicherung: Jeder Versicherer erhebt innerhalb einer Prämienregion und Altersklasse von allen Versicherten dieselbe Prämie (Art. 61 KVG); die Prämien müssen jährlich vom BAG genehmigt werden (Art. 16 KVAG) und dürfen nicht nach Gesundheitszustand, Geschlecht oder Einkommen differenzieren.

Begriff

Kosmetische Operationen nach Unfall (Cosmetic Surgery Benefit)

Kosmetische Operationen nach Unfall sind ein Leistungsbaustein der privaten Unfallversicherung, der die nicht von Dritten getragenen Kosten ärztlicher Eingriffe zur Behebung einer unfallbedingten Beeinträchtigung des äusseren Erscheinungsbilds – einschliesslich Zahnbehandlung an Schneide- und Eckzähnen – bis zur vereinbarten Summe erstattet.

Begriff

Kostenbeteiligung KVG (Franchise, Selbstbehalt, Spitalbeitrag)

Die Kostenbeteiligung nach Art. 64 KVG ist der Anteil, den Versicherte der Grundversicherung selbst tragen: eine jährliche Franchise (ordentlich CHF 300, wählbar bis CHF 2'500 für Erwachsene), ein Selbstbehalt von 10 % der darüber liegenden Kosten (max. CHF 700 pro Jahr, Kinder CHF 350) und ein Spitalbeitrag von CHF 15 pro Tag (Stand Art. 103 f. KVV, September 2026).

Begriff

Kostengutsprache

Die Kostengutsprache ist die vor Behandlungsbeginn eingeholte, verbindliche Zusage eines Versicherers oder Kantons, die Kosten einer bestimmten Leistung zu übernehmen; in der Schweiz ist sie für ausserkantonale Spitalaufenthalte (Art. 41 Abs. 3 KVG), bestimmte KLV-Leistungen und praktisch alle Spitalzusatz- und Rehabilitationsleistungen nach VVG Standard und entspricht funktional der Pre-Authorisation in der internationalen Krankenversicherung.

Begriff

Kostenquote (Expense Ratio)

Die Kostenquote setzt die Verwaltungs- und Vertriebskosten eines Versicherers ins Verhältnis zu den verdienten Prämien und ist Bestandteil der Combined Ratio.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Risikomerkmal

Kran- und Hebearbeiten

Kran- und Hebearbeiten erfasst, ob auf der Baustelle Turmdrehkrane, Mobilkrane oder andere schwere Hebegeräte eingesetzt werden, wie sie in Anträgen zur Bauwesenversicherung und Betriebshaftpflicht deklariert wird.

Risikomerkmal

Krankengeschichte und Leistungsbezug

Krankengeschichte und Leistungsbezug erfassen die vergangene medizinische Behandlung und Leistungsnutzung einer Einzelperson oder eines Kollektivs und bilden für Underwriter die zentrale Grundlage für die individuelle medizinische Risikoprüfung und die Kollektiv-Erfahrungstarifierung.

Begriff

Krankenhaustagegeld (Hospital Cash Benefit)

Das Krankenhaustagegeld ist eine feste Geldleistung, die die Unfall- oder Krankenzusatzversicherung für jeden Kalendertag einer medizinisch notwendigen vollstationären Heilbehandlung unabhängig von den tatsächlichen Kosten an die versicherte Person zahlt.

Deckung

Krankenversicherung (Health Insurance)

Die Krankenversicherung deckt die Kosten medizinischer Behandlung, Vorsorge und teilweise des Verdienstausfalls im Krankheitsfall ab und wird in vielen Ländern als duales System aus gesetzlicher und privater Absicherung organisiert.

Klausel

Kriegs- und Terrorklausel (Geschäftsreiseversicherung)

Die Kriegs- und Terrorklausel der Geschäftsreiseversicherung schliesst Schäden aus Krieg, Bürgerkrieg, kriegsähnlichen Ereignissen und Terrorismus grundsätzlich aus, gewährt aber marktüblich einen passiven Rückeinschluss für Reisende, die unbeteiligt in ein solches Ereignis geraten – befristet, ohne Deckung für bekannte Krisengebiete und ohne Kapitalleistungen, sofern keine Zusatzdeckung vereinbart ist.

Risk Engineering

Küchenlöschanlagen

Küchenlöschanlagen sind objektgeschützte Feuerlöschanlagen über Fritteusen, Grillplatten und Abluftanlagen gewerblicher Küchen, die Fettbrände selbsttätig mit nasschemischem Löschmittel unterdrücken und gleichzeitig die Energiezufuhr abschalten.

Risk Engineering

Kühl- und Tiefkühllager

Kühl- und Tiefkühllager kombinieren brennbare Isolierpaneele der Gebäudehülle mit Kälteanlagen, deren Kältemittel bei Leckage zusätzlich brand- oder gesundheitsgefährdend wirken kann, und benötigen deshalb ein eigenständiges Brandschutzkonzept.

Risikoprofil

Kühl- und Tiefkühllager

Risikoprofil für ein Kühl- und Tiefkühllager (Kühl- und Tiefkühlraumlagerung mit Sandwichpaneel-Bauweise und Kälteanlage): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Begriff

Kumulrisiko (Accumulation Risk)

Das Kumulrisiko ist die Gefahr, dass ein einzelnes Ereignis gleichzeitig mehrere versicherte Risiken betrifft und dadurch zu einem für den Versicherer wirtschaftlich bedeutsamen Gesamtschaden führt.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Risikomerkmal

Kundenkonzentration

Die Kundenkonzentration erfasst den Anteil des Gesamtumsatzes des Versicherungsnehmers, der auf den grössten Einzelkunden oder eine kleine Gruppe von Top-Kunden entfällt – eine in Betriebsunterbrechungs- und Kreditversicherungsanträgen abgefragte Angabe.

Begriff

Kündigung (Termination/Cancellation)

Die Kündigung ist die einseitige Erklärung einer Vertragspartei, mit der ein Versicherungsvertrag ordentlich zum Ablauf einer Frist oder ausserordentlich aus einem besonderen Anlass beendet wird.

Klausel

Kündigung im Schadenfall

Die Klausel räumt sowohl dem Versicherer als auch dem Versicherungsnehmer ein befristetes ausserordentliches Kündigungsrecht ein, das nach Eintritt und Regulierung eines Versicherungsfalles ausgeübt werden kann.

Klausel

Kündigungsklausel (internationale Programme)

Die Kündigungsklausel regelt Fristen, Form und Gründe, unter denen Versicherer oder Versicherungsnehmer eine internationale Police vorzeitig beenden können, meist mit gestaffelten Fristen für ordentliche und ausserordentliche Kündigung.

Risk Engineering

Kunststofflagerung

Kunststofflagerung erfordert eine eigene Commodity-Einstufung, da Kunststoffe – insbesondere geschäumte und unverpackte Formen – eine deutlich höhere Wärmefreisetzungsrate als vergleichbare Mengen gewöhnlicher Brandlasten aufweisen.

Begriff

Kur (Cure Treatment)

Eine Kur ist eine ärztlich verordnete, meist mehrwöchige Heilbehandlung an einem klimatisch oder therapeutisch geeigneten Ort, deren Erstattung in der Kranken- und Zusatzversicherung besonderen tariflichen Voraussetzungen unterliegt.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Klausel

Kürzungsverzicht grobe Fahrlässigkeit (Kasko)

Die Klausel verzichtet in der Kaskoversicherung vertraglich auf das gesetzliche Recht des Versicherers, seine Leistung bei grob fahrlässiger Herbeiführung eines Fahrzeugschadens zu kürzen, ausser bei Trunkenheit oder anderen ausdrücklich ausgeschlossenen Verstössen.

Risikomerkmal

Lagerbestand kritischer Ersatzteile

Der Lagerbestand kritischer Ersatzteile erfasst, in welchem Umfang Komponenten mit langen Wiederbeschaffungszeiten für Engpassanlagen bevorratet, vertraglich reserviert oder anderweitig abgesichert sind – eine in Maschinen- und Betriebsunterbrechungsanträgen abgefragte Angabe.

Klausel

Lagerbestandsklausel (Accumulated Stocks)

Die Accumulated-Stocks-Klausel stellt sicher, dass ein Versicherungsnehmer im Schadenfall für den Verbrauch vorhandener Fertigwarenbestände eine angemessene Entschädigung erhält, wenn dieser Verbrauch einen Umsatzausfall nur zeitlich verschiebt statt vermeidet.

Risk Engineering

Lagerrisiken und Regallagerung

Lagerrisiken und Regallagerung bezeichnen die Brand- und Schadengefahren, die aus Menge, Anordnung und Brennbarkeit gelagerter Güter entstehen und die Grundlage für die Bemessung von Sprinklerschutz und Brandabschnitten bilden.

Risikomerkmal

Lagerung brennbarer Flüssigkeiten

Die Lagermenge brennbarer Flüssigkeiten erfasst das maximale Volumen brennbarer und entzündbarer Flüssigkeiten, das gleichzeitig am Standort vorgehalten wird – eine in Sach- und Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risk Engineering

Lagerung brennbarer Flüssigkeiten

Die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten erfordert eine Einstufung nach Flammpunkt und Menge sowie bauliche Rückhalte-, Belüftungs- und Trennmassnahmen, um Brand- und Explosionsgefahren durch Dampfbildung zu begrenzen.

Risk Engineering

Lagerung von Aerosolprodukten

Die Lagerung von Aerosolprodukten wird nach dem Brennbarkeitsgrad von Treibmittel und Inhalt in Gefährdungsstufen eingeteilt, da geborstene Dosen ein Feuer durch Raketeneffekt und Fackelbrand innert Sekunden auf grosse Flächen ausbreiten können.

Risk Engineering

Lagerung von Druckgasflaschen

Die Lagerung von Druckgasflaschen erfordert die Trennung nach Gaseigenschaften (brennbar, oxidierend, inert, toxisch), eine Sicherung gegen Umfallen sowie ausreichende Belüftung, um Brand-, Explosions- und Erstickungsgefahren zu begrenzen.

Risikomerkmal

Lagerung von Li-Ionen-Batterien

Die Lagerung von Li-Ionen-Batterien erfasst, ob der Versicherungsnehmer Lithium-Ionen-Batterien oder batteriebetriebene Geräte in nennenswerter Menge lagert oder lädt – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Deckung

Lagerversicherung (Warehouse Insurance)

Die Lagerversicherung deckt Sach- und teilweise Haftpflichtrisiken im Zusammenhang mit der Ein- und Auslagerung von Waren Dritter in einem Lagerhaus ab, einschliesslich der besonderen Obhutshaftung des Lagerhalters.

Begriff

Langlebigkeitsrisiko (Longevity Risk)

Das Langlebigkeitsrisiko ist die Gefahr, dass Versicherte einer Rentenversicherung im Durchschnitt länger leben als bei der Prämienkalkulation angenommen, wodurch dem Versicherer höhere als erwartete Rentenzahlungen entstehen.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Latenzschäden (Latent Claims)

Latenzschäden sind Haftpflichtschäden, bei denen zwischen dem ursächlichen Ereignis und dem sichtbaren Auftreten oder der Meldung des Schadens ein langer, oft mehrjähriger oder mehrzehntjähriger Zeitraum liegt.

Erklärt auf der Themenseite Haftpflichtversicherung

Begriff

Laufzeit (Policy Term)

Die Laufzeit ist der vertraglich vereinbarte Zeitraum, für den ein Versicherungsvertrag Wirkung entfaltet, und bestimmt neben der Beitragskalkulation auch die Kündigungs- und Verlängerungsmodalitäten.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Lawinen (Avalanche)

Lawinen sind eine Elementargefahr, bei der abgehende Schnee- oder Eismassen Gebäude, Infrastruktur und Personen schädigen und die in Gebirgsregionen als Einschlussoption der Elementarschadendeckung angeboten wird.

Begriff

Layer (Deckungsschicht)

Ein Layer ist eine definierte Haftstrecke innerhalb eines Exzedentenrückversicherungsprogramms, die zwischen einer unteren Priorität und einer oberen Kapazitätsgrenze liegt und häufig von unterschiedlichen Rückversicherern gezeichnet wird.

Begriff

Lebenserwartung (Life Expectancy)

Die Lebenserwartung ist die statistisch aus einer Sterbetafel abgeleitete durchschnittlich verbleibende Lebenszeit einer Person eines bestimmten Alters und eine zentrale Rechnungsgrundlage der Lebens- und Rentenversicherung.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Risikoprofil

Lebensmittel- und Getränkeproduktion

Risikoprofil für einen Lebensmittel- und Getränkeproduktionsbetrieb (Verarbeitung, Mischen, Kochen, Abfüllen oder Verpacken von Lebensmitteln und Getränken): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Deckung

Lebensversicherung (Life Insurance)

Die Lebensversicherung ist die Versicherungssparte, die finanzielle Leistungen an den Todesfall, den Erlebensfall oder bestimmte biometrische Ereignisse des Versicherten knüpft und sowohl Risikoschutz als auch Altersvorsorge umfasst.

Begriff

Legal Entity Identifier (LEI)

Der Legal Entity Identifier ist ein weltweit eindeutiger, 20-stelliger alphanumerischer Code zur Identifikation von an Finanztransaktionen beteiligten juristischen Personen, der in zahlreichen aufsichtsrechtlichen Meldepflichten vorgeschrieben ist.

Begriff

Leibrente (Life Annuity)

Die Leibrente ist eine wiederkehrende Zahlung, die für die gesamte restliche Lebenszeit der berechtigten Person geschuldet wird und damit das biometrische Risiko der Langlebigkeit auf den Versicherer überträgt.

Begriff

Leistungsdynamik (Benefit Escalation)

Die Leistungsdynamik ist eine vertragliche Vereinbarung, wonach eine laufende Rentenleistung (z. B. aus einer Berufsunfähigkeits- oder Rentenversicherung) periodisch um einen festen oder inflationsabhängigen Prozentsatz erhöht wird.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Leistungskürzung bei Grobfahrlässigkeit (Reduction for Gross Negligence)

Die Leistungskürzung bei Grobfahrlässigkeit ist die gesetzlich vorgesehene Herabsetzung der Versicherungsleistung, wenn die versicherte Person den Versicherungsfall durch grobe Fahrlässigkeit herbeigeführt hat; sie erfolgt in der Schweiz nach Art. 14 VVG in einem dem Grad des Verschuldens entsprechenden Verhältnis und nach Art. 37 UVG bei Nichtberufsunfällen durch Kürzung der Taggelder in den ersten zwei Jahren.

Begriff

Leitungswasserschaden (Water Damage from Pipes)

Ein Leitungswasserschaden entsteht durch bestimmungswidrig ausgetretenes Wasser aus Zu- oder Ableitungsrohren, wasserführenden Installationen oder angeschlossenen Geräten und zählt zu den Grunddeckungen der Wohngebäude- und Hausratversicherung.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Risikomerkmal

Lieferantenzugriff auf Systeme

Der Lieferantenzugriff auf Systeme beschreibt, welche externen Lieferanten, Dienstleister oder Anbieter über Netzwerk- oder Systemzugriff auf die IT-Umgebung eines Unternehmens verfügen und unter welchen Kontrollen – eine häufige Quelle indirekter Cyber-Exposition.

Begriff

Liquiditätsrisiko (Liquidity Risk)

Das Liquiditätsrisiko ist die Gefahr, dass ein Versicherer nicht über ausreichend flüssige Mittel verfügt, um seinen kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen, insbesondere aus Schadenzahlungen, fristgerecht nachzukommen.

Begriff

Lloyd's of London

Lloyd's of London ist ein Versicherungsmarktplatz in London, an dem unabhängige Zeichnungsgruppen (Syndikate) über Makler Spezialrisiken zeichnen, ohne selbst als einheitliches Versicherungsunternehmen zu firmieren.

Risikoprofil

Logistik- und Lagerhalle

Risikoprofil für eine Logistik- und Lagerhalle (Lagerung, Cross-Docking, Kommissionierung): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Klausel

Lohn- und Gehaltsklausel (Payroll)

Die Payroll-Klausel regelt, in welchem Umfang und für welchen Zeitraum Lohn- und Gehaltskosten nach einem versicherten Sachschaden im Rahmen der Betriebsunterbrechungsversicherung als fortlaufende Kosten ersetzt werden.

Risikomerkmal

Lohnsumme UVG/Berufsunfall

Die Lohnsumme UVG erfasst die gesamte versicherbare Lohnsumme, die der obligatorischen schweizerischen Unfallversicherung (UVG) unterliegt, und bildet die Prämienbasis, auf welche Suva oder der private UVG-Versicherer den Gefahrenklassensatz anwendet.

Risk Engineering

Löschwasserbehälter

Löschwasserbehälter speichern die für Sprinkler- und andere Löschanlagen bemessene Wassermenge vor Ort, wenn die öffentliche Versorgung allein nicht ausreicht, und sichern deren Verfügbarkeit über die gesamte erforderliche Löschzeit.

Risikomerkmal

Löschwasserversorgung

Die Löschwasserversorgung erfasst Quelle, Durchflussmenge und Dauer des für die Brandbekämpfung an einem Standort verfügbaren Wassers und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um zu beurteilen, ob Sprinkler- und Hydrantenanlagen über einen Bemessungsbrand hinweg versorgt werden können.

Begriff

Loss Portfolio Transfer (LPT)

Ein Loss Portfolio Transfer ist eine Rückversicherungstransaktion, bei der ein Zedent bereits bestehende, noch nicht abschliessend regulierte Schadenreserven eines definierten Altbestands gegen eine Einmalprämie an einen Rückversicherer übertragt.

Klausel

Loss-Corridor-Klausel

Die Loss-Corridor-Klausel legt eine Schadenquotenbandbreite fest, innerhalb derer der Zedent Schäden vollständig selbst trägt, während der Rückversicherer nur unterhalb und oberhalb des Korridors haftet.

Klausel

Loss-Occurrence-Definitionsklausel

Die Loss-Occurrence-Definitionsklausel legt fest, welche Einzelschäden für die Zwecke von Priorität und Haftungslimit eines Exzedentenvertrags als ein einziges Schadenereignis gelten.

Klausel

Loss-Payee-/Mortgagee-Klausel

Die Loss-Payee-/Mortgagee-Klausel sichert das Interesse eines Grundpfandgläubigers oder sonstigen Zahlungsempfängers an der Versicherungsleistung, indem sie dessen Anspruch teilweise von Handlungen oder Pflichtverletzungen des Versicherungsnehmers unabhängig macht.

Klausel

Loss-Ratio-Cap-Klausel

Die Loss-Ratio-Cap-Klausel begrenzt die Haftung des Rückversicherers unter einem proportionalen Vertrag auf eine maximale Schadenquote, oberhalb derer der Zedent den weiteren Schaden selbst trägt.

Deckung

Luftfahrtversicherung (Aviation Insurance)

Die Luftfahrtversicherung deckt Kasko- und Haftpflichtrisiken im Zusammenhang mit dem Betrieb von Luftfahrzeugen ab und wird aufgrund der hohen Einzelrisiken überwiegend im internationalen Spezialversicherungsmarkt gezeichnet.

Klausel

Maintenance-Visits-Klausel

Die Maintenance-Visits-Klausel deckt in der Bau- und Montageversicherung Schäden, die der Unternehmer während eines Besuchs auf der Baustelle zur Erfüllung vertraglicher Wartungspflichten in der Wartungsfrist selbst am Objekt verursacht, ohne die weitergehende Deckung latenter Baumängel der Extended-Maintenance-Klausel.

Klausel

Maklerklausel

Die Maklerklausel bestimmt den vom Versicherungsnehmer beauftragten Versicherungsmakler zum Empfänger von Erklärungen und Informationen des Versicherers und regelt, wessen Kenntnis sich der Versicherungsnehmer im Vermittlungsverhältnis zurechnen lassen muss.

Begriff

Maklervollmacht (Broker's Authority)

Die Maklervollmacht ist die vom Versicherungsnehmer erteilte Ermächtigung, die den Versicherungsmakler zur Vertretung gegenüber Versicherern in einem festgelegten Umfang berechtigt, ohne dass der Makler dabei im Namen eines Versicherers handelt.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Klausel

Mallorca-Police

Die Mallorca-Police hebt die Deckungssumme der deutschen Kfz-Haftpflichtversicherung für Unfälle mit im europäischen Ausland gemieteten Fahrzeugen auf das in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene Mindestniveau an, soweit die dortige Haftpflichtversicherung des Mietwagens niedrigere Summen vorsieht.

Begriff

Managing General Agent (MGA)

Ein Managing General Agent ist ein spezialisierter Vertriebspartner, der im Auftrag eines oder mehrerer risikotragender Versicherer erweiterte Vollmachten zur Zeichnung, Preisgestaltung und Schadenregulierung bestimmter Risikosegmente ausübt.

Begriff

Mangelfolgeschaden (Consequential Loss from a Defect)

Ein Mangelfolgeschaden ist ein Schaden, der durch einen Mangel einer Sache oder Leistung an anderen Rechtsgütern des Geschädigten entsteht, und ist im Gegensatz zum Mangel selbst regelmässig durch die Haftpflichtversicherung gedeckt.

Deckung

Mankoversicherung (Cash Shortage Insurance)

Die Mankoversicherung deckt Kassenfehlbeträge von Arbeitnehmern, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit mit der Handhabung von Bargeld, Wertpapieren oder Waren betraut sind, gegenüber ihrem Arbeitgeber ab.

Klausel

Margenklausel (Wertzuschlagsklausel)

Die Margenklausel gewährt einen prozentualen Zuschlag auf die gemeldeten Versicherungswerte und schützt so vor den Folgen unbeabsichtigter Unterversicherung durch Wertschwankungen.

Klausel

Marken- und Etikettenklausel (Brands and Labels)

Die Marken- und Etikettenklausel erlaubt es dem Versicherungsnehmer, Marken, Etiketten oder sonstige Kennzeichnungen von beschädigter Ware vor dem Verkauf als Restwert zu entfernen, um Reputationsschäden durch den Verkauf gekennzeichneter Ware unter dem Markennamen zu vermeiden.

Risk Engineering

Maschinenbruchprävention

Maschinenbruchprävention umfasst die konstruktive Auslegung, den fachgerechten Einbau und den überwachten Betrieb rotierender und stationärer Maschinen, um Bruchschäden durch Überlastung, Fremdkörper, Fehlschmierung oder Bedienfehler zu verhindern.

Deckung

Maschinenversicherung (Machinery Insurance)

Die Maschinenversicherung deckt unvorhergesehene, plötzlich eintretende Schäden an betriebsbereiten Maschinen und technischen Anlagen, die durch innere Betriebsstörungen oder Bedienungsfehler verursacht werden.

Klausel

Masterpolice-/Umbrella-Klausel

Die Masterpolice-Klausel definiert die im Sitzland der Muttergesellschaft ausgestellte, zentrale Police eines internationalen Programms, die lokale Policen mittels DIC/DIL- und FINC-Mechanismen ergänzt, ohne sie zu ersetzen.

Begriff

Medical History Disregarded (MHD)

Medical History Disregarded (MHD) ist die Underwriting-Basis für Firmengruppenverträge in der internationalen Krankenversicherung, bei der der Versicherer auf jede Gesundheitsprüfung verzichtet und Vorerkrankungen der Mitarbeitenden ab dem ersten Tag mitversichert; sie wird marktüblich ab einer Mindestgruppengrösse von etwa 15 bis 20 Personen angeboten und ist die teuerste, aber inklusivste Underwriting-Variante.

Begriff

Medizinische Evakuierung und Rückführung (Medical Evacuation & Repatriation)

Medizinische Evakuierung ist der versicherte, medizinisch notwendige Transport einer Person in das nächstgelegene geeignete Spital, wenn die lokale Versorgung unzureichend ist; Rückführung (Repatriation) ist der anschliessende Transport ins Wohnsitz- oder Heimatland, einschliesslich der Überführung sterblicher Überreste (Repatriation of Mortal Remains).

Begriff

Medizinische Inflation (Medical Trend)

Medizinische Inflation (Medical Trend) ist die jährliche Steigerungsrate der Gesundheitskosten pro versicherte Person, die sich aus Preis-, Mengen- und Behandlungsmix-Effekten zusammensetzt und regelmässig über der allgemeinen Teuerung liegt; für 2026 erwarten Versicherer laut WTW weltweit 10,3 % (Asien-Pazifik 14,0 %, Nordamerika 9,2 %, Europa 8,2 %), was den zentralen Prämientreiber der internationalen Krankenversicherung darstellt.

Begriff

Mehrfachagent

Ein Mehrfachagent vermittelt Versicherungsverträge für mehrere, voneinander unabhängige Versicherer, ohne wie ein Makler primär die Interessen des Kunden zu vertreten.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Klausel

Mehrfachversicherungs-/Beitragsklausel (Other Insurance)

Die Other-Insurance-/Contribution-Klausel regelt, wie sich mehrere für dasselbe Risiko bestehende Versicherungsverträge im Schadenfall zueinander verhalten, insbesondere ob und in welchem Verhältnis sich die beteiligten Versicherer die Entschädigung teilen.

Risikoprofil

Metallverarbeitungsbetrieb

Risikoprofil für einen Metallverarbeitungsbetrieb (Walzen, Schmieden, Schweissen, Oberflächenbehandlung): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Klausel

Mietsachschäden-Einschluss

Zusatzvereinbarung, die den AHB-Ausschluss für Schäden an gemieteten, geleasten oder geliehenen Sachen aufhebt und dem Mieter Deckung für Schäden an der gemieteten Sache gewährt.

Risikoprofil

Mietwohnung (Haushalt)

Risikoprofil für einen Haushalt in einer Mietwohnung: die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende private Versicherungsprogrammarchitektur.

Begriff

Militärversicherung (MV)

Die Militärversicherung ist die Schweizer Sozialversicherung, die Angehörige der Armee, des Zivilschutzes und weiterer Dienstpflichtiger gegen die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen von Gesundheitsschädigungen während des Dienstes versichert.

Erklärt auf der Themenseite Sozialversicherung

Begriff

Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)

Die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) ist der in Prozent ausgedrückte Massstab der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland und Österreich für die abstrakte Einbusse an Arbeitsmöglichkeiten auf dem gesamten Gebiet des Erwerbslebens infolge eines Versicherungsfalls (§ 56 Abs. 2 SGB VII, § 203 ASVG); sie wird nach medizinischen Erfahrungswerten festgelegt und bestimmt Anspruch und Höhe von Verletzten- beziehungsweise Versehrtenrente.

Risikoprofil

Mitarbeiterentsendung ins Ausland

Risikoprofil für die Entsendung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters ins Ausland: die im internationalen Benefits-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur für Langzeiteinsätze ausserhalb des Heimatlands.

Risikomerkmal

Mitarbeiterzahl

Die Mitarbeiterzahl erfasst die Gesamtzahl der beim Versicherungsnehmer beschäftigten Personen und dient zur Bemessung des Expositionsumfangs in der Haftpflicht-, Unfall- und Kollektivkrankenversicherung sowie als Benchmark-Basis pro Mitarbeitendem.

Begriff

Mitversicherung (Coinsurance)

Mitversicherung bezeichnet die Aufteilung eines einzelnen Risikos auf mehrere Versicherer, die jeweils einen festgelegten Anteil des Risikos und der Prämie eigenständig übernehmen.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Begriff

Mitwirkungsanteil (Contributory Share of Illness or Infirmity)

Der Mitwirkungsanteil ist der in der Unfallversicherung ermittelte prozentuale Anteil, in dem Krankheiten oder Gebrechen an einer unfallbedingten Gesundheitsschädigung oder ihren Folgen mitgewirkt haben, und führt ab einer vertraglichen Schwelle – nach den AUB 2020 ab 25 Prozent – zur anteiligen Minderung des Invaliditätsgrads oder der Leistung.

Begriff

Modellrisiko (Model Risk)

Das Modellrisiko ist die Gefahr fehlerhafter unternehmerischer Entscheidungen infolge unzutreffender Annahmen, Fehler oder einer unsachgemässen Anwendung von quantitativen Modellen in Kapitalanlage, Reservierung oder Risikomanagement.

Begriff

Moratorium Underwriting

Moratorium Underwriting ist ein Risikoprüfungsverfahren der internationalen Krankenversicherung ohne Gesundheitsfragebogen: Vorerkrankungen aus einem Rückblickzeitraum vor Vertragsbeginn (typischerweise fünf Jahre) sind zunächst automatisch ausgeschlossen und werden erst versichert, wenn die Person eine Stabilitätsperiode (meist 24 Monate) ohne Symptome, Behandlung, Medikation oder ärztlichen Rat überstanden hat; die Prüfung erfolgt erst im Leistungsfall.

Begriff

Morbiditätsrisiko (Morbidity Risk)

Das Morbiditätsrisiko ist die Gefahr, dass die tatsächliche Erkrankungshäufigkeit oder -schwere eines Versichertenkollektivs von den bei der Prämienkalkulation zugrunde gelegten Annahmen abweicht.

Begriff

Mortalitätsrisiko (Mortality Risk)

Das Mortalitätsrisiko ist die Gefahr, dass die tatsächliche Sterblichkeit eines Versichertenkollektivs in der Todesfallversicherung höher ausfällt als bei der Kalkulation der Rechnungsgrundlagen angenommen.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Risikomerkmal

Multi-Faktor-Authentifizierung

Die Multi-Faktor-Authentifizierung erfasst, ob für privilegierten, externen und E-Mail-Zugriff auf die Systeme eines Unternehmens mehr als ein unabhängiger Authentifizierungsfaktor erforderlich ist – eine Basiskontrolle, die praktisch in jedem Cyber-Versicherungsantrag abgefragt wird.

Klausel

Munich-Re-CAR/EAR-Klausel 004 (Extended Maintenance)

Die Munich-Re-Klausel 004 erweitert die Wartungsfristdeckung einer Bau- oder Montagepolice um Schäden, die der Unternehmer während der Bauphase verursacht hat, sich aber erst während der Wartungsfrist zeigen, über die einfache Wartungsbesuchsdeckung hinaus.

Klausel

Munich-Re-CAR/EAR-Klausel 013 (Offsite Storage)

Die Munich-Re-Klausel 013 erweitert eine Bau- oder Montagepolice um Sachschäden an versicherten Gütern, die vorübergehend ausserhalb der Baustelle in einem benannten Zwischenlager gelagert werden, meist mit eigenem Sublimit.

Begriff

Musterbedingungen (Model Policy Conditions)

Musterbedingungen sind unverbindliche Referenzformulierungen für Versicherungsbedingungen, die von Verbänden herausgegeben werden und den einzelnen Versicherern als Orientierung für die eigene Vertragsgestaltung dienen.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Risikomerkmal

Nachbarbebauung Bauprojekt

Die Nachbarbebauung beschreibt Nähe, Art und Zustand benachbarter Bauten, die durch Aushub, Erschütterungen, Wasserhaltung oder Kranbetrieb beschädigt werden könnten, wie sie in Anträgen zur Bauwesenversicherung und Bauherrenhaftpflicht deklariert wird.

Risikomerkmal

Nachbarbebauung und Fremdexponierung

Nachbarbebauung und Fremdexponierung beschreibt Nutzung, Bauweise und Abstand benachbarter Gebäude und Grundstücke und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um das Risiko einer Brand- oder Explosionsübertragung von oder zu einem Standort zu beurteilen.

Begriff

Nachdeckung (Berufliche Vorsorge)

Die Nachdeckung ist der gesetzlich garantierte, befristete Fortbestand des Todesfall- und Invaliditätsschutzes der beruflichen Vorsorge nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses, bevor ein neues Vorsorgeverhältnis entsteht.

Erklärt auf der Themenseite Berufliche Vorsorge

Begriff

Nachfrist (Grace Period)

Die Nachfrist ist eine gesetzlich vorgeschriebene zusätzliche Zahlungsfrist, die der Versicherer dem Versicherungsnehmer bei Nichtzahlung eines Folgebeitrags einräumen muss, bevor Leistungsfreiheit oder Kündigung eintreten können.

Klausel

Nachhaftung und Nachmeldefrist

Klausel in Claims-made-Policen, die es erlaubt, nach Vertragsende noch für einen bestimmten Zeitraum Ansprüche zu melden, die auf während der Laufzeit begangenen Pflichtverletzungen beruhen.

Klausel

Nachversicherungsgarantie

Die Nachversicherungsgarantie erlaubt es, die Versicherungssumme bei bestimmten Lebensereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.

Klausel

Named-Windstorm-Klausel

Die Named-Windstorm-Klausel sieht für Schäden durch einen offiziell benannten tropischen Sturm oder Hurrikan einen eigenständigen, meist prozentualen Selbstbehalt vor, der höher liegt als der allgemeine Sachversicherungs-Selbstbehalt.

Begriff

Namentlich und nicht namentlich versicherte Personen (Named / Unnamed Insured Persons)

In der Gruppenunfallversicherung können die versicherten Personen entweder namentlich in der Police aufgeführt oder – als «unnamed basis» – nur über Personenkategorien, Kopfzahl oder Lohnsumme umschrieben werden; bei der nicht namentlichen Versicherung sind Ein- und Austritte automatisch mitversichert, und der Versicherungsnehmer deklariert den Bestand periodisch nach.

Risk Engineering

Naturgefahren-Exponierungsanalyse

Die Naturgefahren-Exponierungsanalyse bewertet Standorte systematisch nach Gefährdungen wie Hochwasser, Erdbeben, Sturm und Hagel und liefert die Grundlage für Schutzmassnahmen, Limiten und Versicherungsstruktur.

Risikomerkmal

Naturgefahrenzone Erdbeben

Die Naturgefahrenzone Erdbeben erfasst die einem Standort durch eine anerkannte Gefahrenkarte zugewiesene Erdbebenintensität bzw. Mikrozonierungsklasse und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Erschütterungsgefahr abgefragt.

Risikomerkmal

Naturgefahrenzone Hagel/Sturm

Die Naturgefahrenzone Hagel/Sturm erfasst die einem Standort durch eine anerkannte Gefahrenkarte zugewiesene Hagelhäufigkeits- und Böengeschwindigkeitsklasse und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Hagel- und Sturmgefahr abgefragt.

Risikomerkmal

Naturgefahrenzone Hochwasser

Die Naturgefahrenzone Hochwasser erfasst die einem Standort durch eine anerkannte Gefahrenkarte oder ein Zonierungssystem zugewiesene Wiederkehrperioden-Klasse und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Fluss- und Seehochwassergefahr abgefragt.

Klausel

Net-Retained-Lines-Klausel

Die Net-Retained-Lines-Klausel verpflichtet den Zedenten, einen bestimmten Anteil jedes zedierten Risikos für eigene Rechnung zu behalten, um seinen Interessengleichlauf mit dem Rückversicherer sicherzustellen.

Begriff

Nettobeitrag (Net Premium)

Der Nettobeitrag ist der versicherungsmathematisch nach dem Äquivalenzprinzip berechnete Risikobeitrag ohne Zuschläge für Kosten, Gewinn und Sicherheit, der ausschliesslich den erwarteten Barwert der Versicherungsleistung deckt.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Nettoretention (Net Retention)

Die Nettoretention ist der Anteil eines übernommenen Risikos, den ein Versicherer oder Rückversicherer nach Berücksichtigung aller vorhandenen Rückversicherungsschutzmassnahmen tatsächlich auf eigene Rechnung trägt.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Nettoverzinsung (Net Investment Return)

Die Nettoverzinsung ist die tatsächlich erzielte Kapitalanlagerendite eines Lebensversicherers nach Abzug der Kapitalanlageverwaltungskosten, bezogen auf den durchschnittlichen Bestand der Kapitalanlagen.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Risikomerkmal

Netzwerksegmentierung OT/IT

Die Netzwerksegmentierung OT/IT erfasst, ob die operative Technologie wie Produktions- und Prozessleitsysteme logisch und physisch vom Unternehmens-IT-Netzwerk getrennt ist, wodurch verhindert wird, dass ein Cybervorfall auf den physischen Betrieb übergreift.

Klausel

Neupreisentschädigungsklausel

Die Neupreisentschädigungsklausel erstattet bei Totalschaden, Zerstörung oder Diebstahl eines Neufahrzeugs innerhalb einer vertraglich festgelegten Frist nach Erstzulassung den vollen Neupreis anstelle des niedrigeren Wiederbeschaffungswerts.

Begriff

Neuwertversicherung (New Value Insurance)

Die Neuwertversicherung ersetzt im Schadenfall die Kosten für die Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung einer versicherten Sache in neuwertigem Zustand, ohne Abzug für Alter und Abnutzung.

Begriff

Nichtberufsunfall (NBU)

Der Nichtberufsunfall ist nach Art. 8 UVG jeder Unfall, der kein Berufsunfall ist; in der Schweiz sind Arbeitnehmende, die mindestens acht Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber arbeiten, obligatorisch auch gegen Nichtberufsunfälle versichert, wobei die NBU-Prämie grundsätzlich zu ihren Lasten geht.

Klausel

Nichtungültigkeitsklausel (Non-Invalidation)

Die Non-Invalidation-Klausel erhält den Versicherungsschutz für andere Parteien wie Kreditgeber oder verbundene Unternehmen aufrecht, selbst wenn der Versicherungsschutz gegenüber dem Versicherungsnehmer wegen dessen eigener Pflichtverletzung entfällt.

Klausel

Non-Admitted-Klausel

Die Non-Admitted-Klausel regelt in internationalen Versicherungsprogrammen, dass eine Masterpolice ein Risiko in einem bestimmten Land nur dann direkt deckt, wenn eine dortige Placierung ohne lokale Zulassung des Versicherers rechtlich zulässig ist, und verweist andernfalls auf eine lokal admittierte Police.

Risk Engineering

Notfall- und Interventionsplanung

Die Notfall- und Interventionsplanung legt fest, wie ein Betrieb bei Bränden, Explosionen und anderen Schadenereignissen durch definierte Alarmierungs-, Evakuierungs- und Einsatzabläufe Personen schützt und die Ersteinsatzkräfte gezielt unterstützt.

Klausel

Notice-of-Loss-Klausel

Die Notice-of-Loss-Klausel verpflichtet den Versicherungsnehmer, dem Versicherer einen möglichen Schaden unverzüglich oder innerhalb einer festgelegten Frist anzuzeigen, damit dieser Untersuchung und Regulierung rechtzeitig steuern kann.

Risk Engineering

Notstromversorgung und USV

Notstromversorgung und unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sichern kritische Prozesse und Sicherheitseinrichtungen bei Netzausfall ab; ihre Zuverlässigkeit hängt massgeblich von regelmässigem Probelauf unter Last und fachgerechter Batteriewartung ab.

Risikomerkmal

Nutzungsart

Die Nutzungsart erfasst die tatsächliche Verwendung eines Gebäudes oder einer Betriebsstätte und wird in Sach- und Haftpflichtanträgen abgefragt, weil sie die massgebende Gefahrenklasse für Brand, Betriebsunterbrechung und Drittrisiken bestimmt.

Begriff

Nutzungsausfall (Loss of Use)

Der Nutzungsausfall ist der wirtschaftliche Nachteil, der einem Geschädigten dadurch entsteht, dass er eine beschädigte Sache, insbesondere ein Kraftfahrzeug, während der Reparatur- oder Wiederbeschaffungszeit nicht nutzen kann.

Begriff

Obliegenheit (Policy Condition / Duty)

Eine Obliegenheit ist eine dem Versicherungsnehmer auferlegte Verhaltenspflicht, deren schuldhafte Verletzung nicht zu Schadenersatz, sondern zu Leistungskürzung oder Leistungsfreiheit des Versicherers führen kann.

Klausel

Obliegenheitsverletzung und Kausalitätsgegenbeweis

Die Klausel regelt, dass eine Leistungskürzung oder Leistungsfreiheit wegen Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit entfällt, wenn die Verletzung nachweislich weder für den Eintritt des Versicherungsfalles noch für den Leistungsumfang ursächlich war.

Begriff

Obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP, Grundversicherung)

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) ist die Schweizer Grundversicherung nach KVG: Jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz muss sich versichern (Art. 3 KVG), jeder zugelassene Versicherer muss sie ohne Gesundheitsprüfung aufnehmen, und der Leistungskatalog (Art. 25 ff. KVG) ist für alle Versicherer identisch.

Begriff

Obligo (Credit Exposure)

Das Obligo ist der Gesamtbetrag der offenen, gegenüber einem bestimmten Abnehmer bestehenden Forderungen, auf den sich der Versicherungsschutz einer Kreditversicherung zu einem bestimmten Zeitpunkt bezieht.

Begriff

Offene Deckung (Open Cover)

Die offene Deckung ist ein Rahmenversicherungsvertrag in der Transportversicherung, der alle künftigen Sendungen eines Versicherungsnehmers innerhalb definierter Bedingungen automatisch und ohne Einzelanmeldung deckt.

Erklärt auf der Themenseite Transportversicherung

Klausel

Offset-/Set-off-Klausel

Die Offset-Klausel erlaubt es Zedent und Rückversicherer, gegenseitige Forderungen aus mehreren Verträgen gegeneinander zu verrechnen, statt jede Zahlung einzeln abzuwickeln.

Begriff

ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse)

Die ÖGK ist der grösste Träger der gesetzlichen Krankenversicherung in Österreich und deckt Sachleistungen wie ärztliche Behandlung, Krankenhausaufenthalt und Arzneimittel für unselbständig Erwerbstätige ab.

Begriff

Ombudsmann (Versicherungsombudsmann)

Der Versicherungsombudsmann ist eine unabhängige Schlichtungsstelle, die Streitigkeiten zwischen Versicherungsnehmern und Versicherern aussergerichtlich und für den Verbraucher kostenfrei beilegt.

Begriff

Operationelles Risiko (Operational Risk)

Das operationelle Risiko ist die Gefahr eines Verlusts, der aus unzulänglichen internen Prozessen, Mitarbeitern, Systemen oder externen Ereignissen resultiert, und zählt unter Solvency II zu den eigenständigen Risikokategorien.

Begriff

Orderpolice (Order Policy)

Die Orderpolice ist ein in der Transportversicherung gebräuchliches, durch Indossament übertragbares Versicherungspapier, das die Rechte aus dem Versicherungsvertrag an eine im Papier genannte oder deren Order benannte Person bindet.

Risk Engineering

Ordnung und Sauberkeit (Housekeeping)

Ordnung und Sauberkeit (Housekeeping) bezeichnet die systematische Kontrolle von Abfällen, Ablagerungen und Lagergut im Betrieb, die Brandlast und Zündquellen reduziert und Instandhaltungsmängel frühzeitig erkennbar macht.

Klausel

Original-Conditions-Klausel

Die Original-Conditions-Klausel verpflichtet den Rückversicherer, dieselben Bedingungen, Prämien und Deckungsumfänge wie in der zugrundeliegenden Originalpolice anzuwenden, sofern der Rückversicherungsvertrag nichts Abweichendes bestimmt.

Begriff

ORSA (Own Risk and Solvency Assessment)

Der ORSA ist der von jedem Versicherer unter Solvency II durchzuführende, unternehmensindividuelle Prozess zur Beurteilung seines Gesamtsolvabilitätsbedarfs unter Berücksichtigung seines spezifischen Risikoprofils.

Begriff

Outsourcing / Auslagerung (Outsourcing)

Die Auslagerung ist die vertraglich vereinbarte Übertragung von Funktionen oder Tätigkeiten eines Versicherers auf einen Dienstleister, die andernfalls vom Versicherer selbst erbracht würden, und unterliegt besonderen aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Klausel

Paar- und Satzklausel (Pair and Set)

Die Pair-and-Set-Klausel regelt, dass bei Beschädigung oder Verlust eines Teils eines Paares oder Satzes (z. B. Ohrringe, Möbelgarnitur) nicht ohne Weiteres der Wert des gesamten Satzes, sondern grundsätzlich nur der anteilige Wert des betroffenen Teils entschädigt wird.

Risk Engineering

Palettenlagerung und Leergut im Freien

Leerpaletten und Leergut aus Holz oder Kunststoff bilden wegen ihrer offenen, luftdurchlässigen Struktur eine überproportional hohe Brandlast und erfordern eigene Stapelhöhen-, Flächen- und Abstandsvorgaben, unabhängig vom eigentlichen Warenlager.

Risikomerkmal

Patch-Management

Das Patch-Management erfasst, wie systematisch ein Unternehmen Sicherheitsupdates für Betriebssysteme, Anwendungen und Netzwerkgeräte identifiziert und einspielt und innerhalb welcher Frist – eine Kontrolle, die zentral für die Begrenzung ausnutzbarer Schwachstellen ist.

Begriff

Pauschalpolice

Bei der Pauschalpolice wird für mehrere versicherte Objekte oder Risikoarten eine einzige Gesamtversicherungssumme vereinbart, ohne dass diese auf die einzelnen Positionen aufgeteilt wird.

Begriff

Pensionskasse (Pension Fund)

Eine Pensionskasse ist ein rechtlich selbstständiger Versorgungsträger der betrieblichen Altersvorsorge, der von einem oder mehreren Trägerunternehmen errichtet wird, um Versorgungsleistungen an deren Beschäftigte zu erbringen.

Begriff

Pensionszusage (Direkte Leistungszusage)

Die Pensionszusage ist eine arbeitsrechtliche Verpflichtung des Arbeitgebers, einem Mitarbeitenden im Alter, bei Invalidität oder dessen Hinterbliebenen im Todesfall eine bestimmte Pensionsleistung direkt aus dem Unternehmen zu erbringen.

Risikomerkmal

Personalunterkünfte

Personalunterkünfte erfassen, ob der Arbeitgeber betriebseigene oder betriebsverwaltete Unterkünfte für Mitarbeitende bereitstellt – relevant für die Sach- und Haftpflichtexposition, wo sich Wohn- und Betriebsrisiko überlagern.

Risikoprofil

Personalvorsorge- und Benefits-Programm

Risikoprofil für ein betriebliches Personalvorsorge- und Benefits-Programm: die im Vorsorge- und Kollektivversicherungs-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur für die Belegschaft eines Arbeitgebers.

Begriff

Personenversicherung (Personal Insurance)

Die Personenversicherung ist die übergeordnete Versicherungssparte, die Risiken absichert, die unmittelbar an die Person des Versicherten anknüpfen, insbesondere Leben, Gesundheit und Arbeitskraft.

Begriff

Pflegegeld (Österreich)

Das Pflegegeld ist eine österreichische Bundesleistung, die pflegebedürftigen Personen unabhängig von Einkommen und Vermögen einen pauschalen Beitrag zu den Kosten der Betreuung gewährt.

Begriff

Pflichtversicherung (Compulsory Insurance)

Eine Pflichtversicherung ist eine gesetzlich vorgeschriebene Versicherung, deren Abschluss zwingende Voraussetzung für die Ausübung einer bestimmten Tätigkeit oder die Zulassung eines Risikos ist.

Risikoprofil

Pharma- und Arzneimittelhersteller

Risikoprofil für einen Pharma- und Arzneimittelhersteller (Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe, Formulierung oder Verpackung von Arzneimitteln): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Risikoprofil

Photovoltaikanlage / Solarpark

Risikoprofil für eine Photovoltaikanlage (Dachanlage oder Freiflächen-Solarpark): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Deckung

Photovoltaikversicherung

Die Photovoltaikversicherung deckt Sachschäden an Photovoltaikanlagen sowie den daraus resultierenden Ertragsausfall und ergänzt häufig eine eigenständige Haftpflichtdeckung für den Anlagenbetrieb.

Klausel

Piraterieausschluss

Der Piraterieausschluss regelt, dass Schäden durch Piraterie in Transportpolicen entweder als Kriegsrisiko ausgeschlossen oder als benannte Gefahr eigenständig eingeschlossen werden, mit Auswirkungen auf Prämie und Sublimits in Risikogebieten.

Risikomerkmal

Planungs- und Beratungstätigkeit

Die Planungs- und Beratungstätigkeit erfasst, ob und in welchem Umfang ein Versicherungsnehmer Planungs-, Konstruktions-, Ingenieur- oder Beratungsleistungen erbringt, da solche geistigen bzw. beruflichen Tätigkeiten eine reine Vermögensschaden-Exposure begründen, die sich von Personen- oder Sachschäden unterscheidet.

Begriff

Police (Insurance Policy)

Die Police ist das vom Versicherer ausgestellte Dokument, das den Abschluss und den wesentlichen Inhalt eines Versicherungsvertrags schriftlich bestätigt.

Begriff

Policendarlehen

Das Policendarlehen ist ein Darlehen, das ein Lebensversicherer dem Versicherungsnehmer gegen Verpfändung des Rückkaufswerts einer rückkaufsfähigen Lebensversicherung gewährt.

Begriff

Policenverpfändung

Bei der Policenverpfändung werden die Ansprüche aus einer Lebensversicherung als Sicherheit für eine Forderung eines Dritten (z.B. einer Bank) verpfändet, ohne dass der Versicherungsnehmer wechselt.

Klausel

Political-Risk-Klausel

Die Political-Risk-Klausel erweitert eine Sach- oder Kreditdeckung um Verluste durch Enteignung, Konfiszierung, Verstaatlichung, Zahlungsverbote oder Regierungswechsel in politisch instabilen Märkten.

Begriff

Pool (Versicherungspool)

Ein Versicherungspool ist ein Zusammenschluss mehrerer Versicherer, die ein bestimmtes Risiko gemeinsam nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel zeichnen, um Kapazität und Fachwissen für schwer versicherbare Risiken zu bündeln.

Klausel

Portfolio-Transfer-/Entry-Withdrawal-Klausel

Die Portfolio-Transfer-/Entry-Withdrawal-Klausel regelt, ob und wie bei Beginn oder Beendigung eines proportionalen Vertrags die noch nicht verdiente Prämie und die offenen Schadenreserven zwischen den Parteien übertragen werden.

Begriff

Prämie (Premium)

Die Prämie ist das vom Versicherungsnehmer als Gegenleistung für die Übernahme des Risikos durch den Versicherer zu entrichtende Entgelt und die zentrale Hauptleistungspflicht des Versicherungsnehmers.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Klausel

Prämienanpassungsklausel

Die Klausel berechtigt den Versicherer, die Prämie während der Vertragslaufzeit einseitig an veränderte Kalkulationsgrundlagen (Schadenaufwand, Sterblichkeit, Schadenstatistik) anzupassen, meist gebunden an Schwellenwerte und Begründungspflichten.

Begriff

Prämienbefreiung

Die Prämienbefreiung ist eine Zusatzdeckung in der Lebensversicherung, welche die weitere Prämienzahlungspflicht bei eingetretener Erwerbsunfähigkeit des Versicherungsnehmers übernimmt, ohne dass der Versicherungsschutz reduziert wird.

Begriff

Prämienverbilligung (Individuelle Prämienverbilligung, IPV)

Die individuelle Prämienverbilligung (IPV) ist der sozialpolitische Ausgleich zur Kopfprämie der Schweizer Grundversicherung: Nach Art. 65 KVG gewähren die Kantone Versicherten in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen Prämienverbilligungen, die vom Bund mit einem Beitrag von 7,5 % der OKP-Bruttokosten mitfinanziert werden (Art. 66 KVG).

Begriff

Prämienverzug (Premium Payment Default)

Der Prämienverzug ist das Ausbleiben der fristgerechten Zahlung eines fälligen Versicherungsbeitrags durch den Versicherungsnehmer und löst ein gesetzlich geregeltes Mahnverfahren mit abgestuften Rechtsfolgen aus.

Risikomerkmal

Prämienzahlungshistorie

Die Prämienzahlungshistorie erfasst, wie zuverlässig der Antragsteller Versicherungsprämien bei früheren Policen fristgerecht bezahlt hat – eine in Sach- und Haftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Klausel

Premium Payment Warranty (LSW3000/3001)

Die Premium Payment Warranty verpflichtet den Versicherungsnehmer oder Zedenten, die Prämie innerhalb einer festen Frist zu zahlen; bei Fristversäumnis kann der Vertrag automatisch enden oder durch den Versicherer gekündigt werden.

Klausel

Premium-Reserve-Klausel

Die Premium-Reserve-Klausel erlaubt es dem Rückversicherer, einen Teil der Rückversicherungsprämie als Sicherheitsreserve einzubehalten, bis die endgültige Schadenerfahrung des Vertragsjahrs feststeht.

Klausel

Prior Acts Clause

Die Prior-Acts-Klausel legt einen Rückwärtsdeckungsstichtag (Retroactive Date) fest, vor dem begangene Pflichtverletzungen von der Deckung ausgenommen sind, unabhängig davon, wann der daraus resultierende Anspruch erhoben wird.

Risikoprofil

Privater Fahrzeughalter

Risikoprofil für eine Privatperson als Halterin oder Halter und Nutzerin oder Nutzer eines Personenwagens: die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende private Motorfahrzeugversicherungs-Programmarchitektur.

Risikomerkmal

Produktionskapazität und Auslastung

Produktionskapazität und Auslastung erfassen die theoretische Maximalleistung eines Standorts und den Prozentsatz der aktuell genutzten Kapazität, welche zusammen bestimmen, wie viel Ausweichkapazität an anderer Stelle einen Schaden auffangen kann und wie die Betriebsunterbrechungsentschädigung zu berechnen ist.

Risikomerkmal

Produktrisikoklasse

Die Produktrisikoklasse gruppiert die Produkte eines Versicherungsnehmers nach dem Ausmass des möglichen Schadens im Fehlerfall, von Erzeugnissen mit geringem Gefährdungspotenzial bis zu sicherheitskritischen oder lebenserhaltenden Produkten, und bestimmt die Underwriting-Behandlung der Produkthaftpflicht-Exposure.

Begriff

Progression (Progressive Invaliditätsstaffel)

Die Progression ist eine in der privaten Unfallversicherung vereinbarte Leistungsstaffel, bei der die Invaliditätsleistung ab einem bestimmten Invaliditätsgrad überproportional ansteigt und bei Vollinvalidität ein Mehrfaches der Grundsumme – marktüblich 225, 350 oder 500 Prozent – erreicht.

Begriff

Prospektive Reserve (Prospective Reserve Method)

Die prospektive Reserve ist eine Methode zur Berechnung der Deckungsrückstellung, bei der die Rückstellung als Barwert der künftigen erwarteten Versicherungsleistungen abzüglich der künftigen erwarteten Nettobeiträge ermittelt wird.

Begriff

Provision (Commission)

Die Provision ist das erfolgsabhängige, üblicherweise als Prozentsatz der vermittelten Prämie berechnete Entgelt, das ein Versicherer einem Vermittler für die Vermittlung oder Betreuung eines Versicherungsvertrags zahlt.

Risk Engineering

Prozesssicherheitsmanagement (PSM)

Prozesssicherheitsmanagement ist ein systematisches Managementsystem zur Verhütung von Grossereignissen wie Freisetzungen, Bränden und Explosionen in verfahrenstechnischen Anlagen, das über einzelne technische Schutzmassnahmen hinausgeht.

Risk Engineering

Prüfung elektrischer Anlagen

Die periodische Prüfung elektrischer Anlagen deckt Isolationsfehler, Überlastungen und Alterungsschäden auf, bevor sie Brände oder Betriebsausfälle verursachen, und ist in vielen Ländern eine wiederkehrende gesetzliche und versicherungstechnische Pflicht.

Begriff

PVA (Pensionsversicherungsanstalt)

Die PVA ist der grösste Träger der gesetzlichen Pensionsversicherung in Österreich und erbringt Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenpensionen für unselbständig Erwerbstätige.

Begriff

Quadratmeter-Methode (Square Meter Method)

Die Quadratmeter-Methode ist ein Verfahren zur Ermittlung des Versicherungswerts eines Gebäudes anhand seiner Wohn- oder Nutzfläche und eines Quadratmeterpreises, das häufig zur Festlegung der Versicherungssumme herangezogen wird.

Begriff

Qualifizierte Mahnung (Qualified Reminder Notice)

Die qualifizierte Mahnung ist eine schriftliche Zahlungsaufforderung des Versicherers bei Verzug mit einer Folgeprämie, die den rückständigen Betrag, eine Zahlungsfrist und einen Hinweis auf die Rechtsfolgen der Nichtzahlung enthalten muss.

Risikomerkmal

Qualitätsmanagementsystem

Das Qualitätsmanagementsystem erfasst, ob das Qualitätssystem eines Versicherten nach einem anerkannten Standard wie ISO 9001 zertifiziert ist, was Underwriter als Indikator für konsistente Prozesskontrolle und damit für das Produkthaftpflicht- und Rückrufrisiko nutzen.

Begriff

Quotentarif (Percentage Reimbursement Tariff)

Ein Quotentarif ist ein Krankenversicherungstarif, der Heilbehandlungskosten nicht vollständig, sondern nur bis zu einem vorab vereinbarten Prozentsatz erstattet, häufig zur Ergänzung anderer Kostenträger.

Begriff

Quotenvorrecht (Victim's Priority Right)

Das Quotenvorrecht bestimmt, dass ein Geschädigter, der von seinem eigenen Versicherer nicht vollständig entschädigt wurde, seine verbleibende Restforderung gegenüber dem Schädiger vor dem Regressanspruch seines Versicherers befriedigt bekommt.

Klausel

Rabattschutzklausel

Die Rabattschutzklausel verhindert gegen Prämienzuschlag, dass ein belastender Schaden pro Kalenderjahr in der Kfz-Haftpflicht- oder Kaskoversicherung zu einer Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse führt.

Klausel

Radioaktive Kontamination (CL356/CL370)

Der Ausschluss für radioaktive Kontamination nimmt Schäden durch ionisierende Strahlung, Kernbrennstoffe, Kernanlagen sowie chemische, biologische und elektromagnetische Waffen umfassend aus der Sachdeckung heraus.

Risikomerkmal

Rauch- und Wärmeabzug

Der Rauch- und Wärmeabzug erfasst, ob und in welchem Umfang ein Gebäude mit einer natürlichen oder maschinellen Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA) ausgestattet ist – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risk Engineering

Rauch- und Wärmeabzug (RWA)

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) leiten Brandrauch und Wärme gezielt ins Freie ab, um Rettungswege raucharm zu halten, den Feuerwehreinsatz zu erleichtern und ein frühes Sprinklerauslösen zu unterstützen.

Risikomerkmal

Rauchverbot und Raucherzonen

Die Rauchverbotsregelung erfasst, ob das Rauchen im Betrieb vollständig untersagt oder nur in ausgewiesenen, brandsicheren Raucherzonen erlaubt ist – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Risk Engineering

Rauchverbote und Raucherzonen im Betrieb

Rauchverbote und ausgewiesene Raucherzonen sind organisatorische Massnahmen, mit denen Betriebe unkontrollierte Zündquellen durch Rauchen in brandgefährdeten Bereichen ausschliessen und zugleich gesetzliche Vorgaben zum Schutz vor Passivrauchen erfüllen.

Risikoprofil

Rechenzentrum

Risikoprofil für ein Rechenzentrum (Colocation-, Unternehmens- oder Hyperscale-Serverstandort): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Begriff

Rechnungszins (Technical Interest Rate)

Der Rechnungszins ist der bei der Prämien- und Deckungsrückstellungsberechnung in der Lebensversicherung zugrunde gelegte, vorsichtig festgelegte kalkulatorische Zinssatz für künftige Kapitalanlageerträge.

Risikoprofil

Recycling- und Entsorgungsbetrieb

Risikoprofil für einen Recycling- und Entsorgungsbetrieb (Sortierung, Zerkleinerung, Ballenpressung, Behandlung oder Zwischenlagerung von Abfällen und Wertstoffen): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Begriff

Reduktion (Paid-Up Reduction)

Reduktion bezeichnet die beitragsfreie Fortführung einer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung mit entsprechend herabgesetzter Versicherungssumme, wenn die Prämienzahlung eingestellt wird.

Begriff

Regionalklasse (Regional Rating Class)

Die Regionalklasse ist ein Tarifierungsmerkmal der Kraftfahrtversicherung, das den Zulassungsbezirk des Fahrzeughalters anhand der dort beobachteten Schadenerfahrung in eine von mehreren Risikoklassen einordnet.

Begriff

Regress (Recourse / Subrogation)

Regress bezeichnet den Rückgriff eines Versicherers, der eine Leistung erbracht hat, auf den Schädiger oder eine sonstige ersatzpflichtige dritte Person, um den geleisteten Betrag zurückzufordern.

Klausel

Regressverzichtsklausel

Mit der Regressverzichtsklausel verzichtet der Versicherer darauf, nach einer Schadenzahlung Rückgriff auf bestimmte Dritte – etwa Konzerngesellschaften, Mieter oder Vertragspartner – zu nehmen.

Risikomerkmal

Reisetage im Ausland

Reisetage im Ausland erfassen die Anzahl der jährlichen Reisetage von Mitarbeitenden auf internationalen Geschäftsreisen und dienen zur Bemessung von Kumul- und Schwereexposition in der Unfall- und Reiseversicherung.

Begriff

Reisetage-Deklaration (Travel Days Declaration)

Die Reisetage-Deklaration ist die Prämienbasis der Geschäftsreiseversicherung: Der Arbeitgeber meldet zu Vertragsbeginn die geschätzte Zahl der Reisetage oder Reisen eines Versicherungsjahres, die Prämie wird darauf provisorisch berechnet und am Jahresende oder bei Erneuerung anhand der effektiven Zahlen angepasst; alternativ wird auf Basis der Mitarbeitendenzahl (Headcount) tarifiert.

Deckung

Reiseversicherung (Travel Insurance)

Die Reiseversicherung bündelt verschiedene Deckungsbausteine für Risiken im Zusammenhang mit einer Reise, insbesondere Rücktrittskosten, medizinische Notfälle im Ausland, Reisegepäck und Reiseunterbrechung.

Deckung

Rentenversicherung (Annuity Insurance)

Die Rentenversicherung ist eine Lebensversicherung, die dem Versicherten ab einem vereinbarten Zeitpunkt eine regelmässige lebenslange oder zeitlich befristete Rentenzahlung gewährt.

Begriff

Repräsentantenhaftung

Die Repräsentantenhaftung besagt, dass sich der Versicherungsnehmer das Verhalten und Wissen einer Person, die an seiner Stelle die Vertragsverwaltung oder Risikoverwaltung eigenverantwortlich wahrnimmt, zurechnen lassen muss.

Klausel

Repräsentantenklausel

Die Repräsentantenklausel legt vertraglich fest, welche Personen im Unternehmen des Versicherungsnehmers als Repräsentanten gelten, deren vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten dem Versicherungsnehmer wie eigenes Verschulden zugerechnet wird.

Begriff

Reservierungsrisiko (Reserving Risk)

Das Reservierungsrisiko ist das Risiko, dass die von einem Versicherer gebildeten versicherungstechnischen Rückstellungen für bereits eingetretene Schäden nicht ausreichen, um die tatsächlichen künftigen Zahlungen zu decken.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Begriff

Retrozession (Retrocession)

Retrozession bezeichnet die Weiterübertragung eines von einem Rückversicherer übernommenen Risikos an einen weiteren Rückversicherer, den sogenannten Retrozessionär.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Klausel

Rettungs- und Bergungsklausel (Salvage)

Die Salvage-Klausel regelt Rechte und Pflichten von Versicherer und Versicherungsnehmer im Umgang mit beschädigtem, aber noch werthaltigem Eigentum nach einem Schaden, insbesondere hinsichtlich Bergung, Sicherung und Verwertung des Restwerts.

Begriff

Rezeptgebühr

Die Rezeptgebühr ist der gesetzlich festgelegte Selbstbehalt, den Versicherte der österreichischen gesetzlichen Krankenversicherung je verordneter Medikamentenpackung zu entrichten haben.

Begriff

Riester-Zulagen

Riester-Zulagen sind die staatliche Förderung einer privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge in Deutschland, bestehend aus Grundzulage und Kinderzulage nach §§ 79 ff. EStG.

Erklärt auf der Themenseite Altersvorsorge

Risk Engineering

Risiken der E-Ladeinfrastruktur

Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge kombiniert hohe elektrische Leistungsdichte mit der Nähe zu Fahrzeugbatterien und Parkflächen, wodurch Überlastung, Fehlbedienung und Batteriezwischenfälle zu einem eigenständigen Brand- und Betriebsrisiko werden.

Risk Engineering

Risiken von Dampfturbinen

Dampfturbinen sind hochbeanspruchte, rotierende Maschinen, bei denen Schaufelbrüche, Lagerschäden oder Wasserschlag zu Totalschäden mit langen Wiederbeschaffungszeiten führen können, weshalb Schwingungsüberwachung und Schutzautomatik zentrale Schadenverhütungsmassnahmen sind.

Risk Engineering

Risiken von Gasturbinen

Gasturbinen sind durch hohe Verbrennungstemperaturen, hochbeanspruchte Verdichter- und Turbinenschaufeln sowie komplexe Regel- und Brennstoffsysteme gekennzeichnet, wodurch Fremdkörpereintrag, Flammrückschlag oder Schaufelversagen zu Totalschäden mit langen Ausfallzeiten führen können.

Risk Engineering

Risiken von Kälteanlagen und Kompressoren

Kälteanlagen und Kompressoren bergen neben dem mechanischen Maschinenbruchrisiko stoffspezifische Gefahren durch das verwendete Kältemittel; bei Ammoniakanlagen kommen Toxizitäts- und Explosionsgefährdung hinzu, die eine bauliche Trennung und spezifische Detektion erfordern.

Risk Engineering

Risiken von Kranen und Hebezeugen

Krane und Hebezeuge bergen durch Überlastung, Materialversagen an tragenden Bauteilen oder menschliches Versagen das Risiko herabfallender Lasten, das sowohl die gehobene Ware als auch benachbarte Anlagenteile und Personen gefährdet.

Begriff

Risikoausgleich (KVG)

Der Risikoausgleich nach Art. 16 ff. KVG gleicht Unterschiede in der Risikostruktur zwischen den Krankenversicherern aus: Versicherer mit unterdurchschnittlichem Risiko zahlen Abgaben, Versicherer mit überdurchschnittlichem Risiko erhalten Beiträge; Indikatoren sind Alter, Geschlecht, Spital- oder Pflegeheimaufenthalt im Vorjahr und pharmazeutische Kostengruppen (PCG). Durchgeführt wird er von der Gemeinsamen Einrichtung KVG.

Risk Engineering

Risikobesichtigung (Property Risk Survey)

Die Risikobesichtigung ist die systematische Begehung eines Betriebs durch Risk Engineers vor Ort, die Gefährdungen, Schutzmassnahmen und Managementprogramme erfasst und die fachliche Grundlage für Risikoeinstufung, Auflagen und Versicherungskonditionen liefert.

Risk Engineering

Risikoklassifizierung (Property Risk Grading)

Die Risikoklassifizierung ordnet ein Sachrisiko anhand von Bauweise, Nutzung, Schutzniveau und Umgebungsexposition in ein einheitliches Bewertungsschema ein – von Standardrisiko bis zum hochgeschützten Risiko (Highly Protected Risk, HPR) – und schafft damit eine vergleichbare Grundlage für Zeichnung und Prämie.

Begriff

Risikozuschlag (Risk Loading)

Der Risikozuschlag ist ein Aufschlag auf die erwartungswert- basierte Nettoprämie, mit dem ein Versicherer die Unsicherheit der Schadenschätzung und die Volatilität des übernommenen Risikos vergütet bekommt.

Deckung

Rückdeckungsversicherung

Die Rückdeckungsversicherung ist eine vom Arbeitgeber auf das Leben von Mitarbeitenden abgeschlossene Lebensversicherung, mit der arbeitsrechtliche Pensions- oder Abfertigungszusagen finanziell hinterlegt werden.

Begriff

Rückfall und Spätfolgen (Relapse and Late Sequelae)

Rückfall und Spätfolgen bezeichnen in der Unfallversicherung das Wiederaufflackern einer als geheilt betrachteten Unfallverletzung beziehungsweise das erstmalige Auftreten von Unfallfolgen nach längerer Zeit, für die die schweizerische obligatorische Unfallversicherung nach Art. 11 UVV auch nach Fallabschluss leistet, sofern der Kausalzusammenhang mit dem Unfall überwiegend wahrscheinlich ist.

Klausel

Rückfall- und Spätfolgenklausel

Die Klausel regelt, innerhalb welcher Frist nach einem Unfall Rückfälle oder Spätfolgen noch als Unfallfolge geltend gemacht und neu bemessen werden können.

Begriff

Rückkaufswert (Surrender Value)

Der Rückkaufswert ist der Betrag, den ein Lebensversicherer dem Versicherungsnehmer bei vorzeitiger Kündigung eines kapitalbildenden Vertrags auszahlt; er entspricht dem Deckungskapital abzüglich eines Stornoabzugs.

Risikomerkmal

Rückrufpotenzial und -historie

Rückrufpotenzial und -historie erfassen frühere Produktrückrufe oder Feldmassnahmen eines Versicherungsnehmers sowie eine Einschätzung, wie wahrscheinlich und kostenintensiv ein künftiger Rückruf angesichts Produktdesign, Marktreichweite und Rückverfolgbarkeit wäre.

Risikomerkmal

Rückstau- und Oberflächenwassergefahr

Rückstau- und Oberflächenwassergefahr erfasst die Exposition eines Standorts gegenüber Starkregen-Überflutung und Kanalisationsrückstau unabhängig von Fluss- oder Seehochwasser und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Starkregengefahr abgefragt.

Begriff

Rückversicherer

Der Rückversicherer ist das Unternehmen, das gegen Prämie Risiken oder Risikoanteile von einem Erstversicherer (Zedent) übernimmt und diesem im Schadenfall anteilig Deckung gewährt.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Klausel

Rückwärtsdeckung

Klausel in Claims-made-Policen, die das Rückwirkungsdatum vor den Vertragsbeginn zurückverlegt und dadurch auch vor Vertragsschluss began- gene, aber noch nicht bekannte Pflichtverletzungen mitversichert.

Begriff

Rückwärtsdeckung

Die Rückwärtsdeckung erstreckt den Versicherungsschutz einer Claims-made-Police auch auf Pflichtverletzungen, die bereits vor Versicherungsbeginn, jedoch vor einem festgelegten Rückwärtsdatum begangen wurden.

Risikomerkmal

Rückwärtsversicherung Altbestand

Die Rückwärtsversicherung Altbestand erfasst, ob eine Bauwesen- oder Montageversicherung auch bestehende Gebäude und Anlagen einschliesst, die im Eigentum oder unter Obhut des Bauherrn stehen und auf denen Bauarbeiten ausgeführt werden.

Deckung

Rückwirkungsschäden (CBI)

Die CBI-Deckung (Contingent Business Interruption) versichert Unterbrechungsschäden, die durch Sachschäden bei Dritten – insbesondere Lieferanten, Abnehmern oder Versorgern – ausgelöst werden.

Begriff

Sabotage

Sabotage bezeichnet die absichtliche Beschädigung oder Zerstörung von Sachen oder Betriebsabläufen durch Dritte aus politischen, ideologischen oder wirtschaftlichen Motiven.

Klausel

Sachverständigenverfahren

Die Klausel regelt ein aussergerichtliches Verfahren, in dem unabhängige Sachverständige Grund und Höhe eines Schadens verbindlich feststellen, wenn sich Versicherer und Versicherungsnehmer darüber nicht einigen können.

Risikomerkmal

Saisonalität des Umsatzes

Die Saisonalität des Umsatzes erfasst, wie gleichmässig der Umsatz des Versicherungsnehmers über das Jahr verteilt ist oder ob er sich auf bestimmte Spitzenzeiten konzentriert – eine in Betriebsunterbrechungsanträgen abgefragte Angabe zur korrekten zeitlichen Einordnung und Bemessung des Ertragsausfalls.

Klausel

Sanktionsklausel

Die Sanktionsklausel stellt klar, dass der Versicherer keine Deckung gewährt und keine Zahlung leistet, soweit er sich damit Wirtschaftssanktionen oder Embargos aussetzen würde.

Risk Engineering

Sauerstoffreduzierungsanlagen

Sauerstoffreduzierungsanlagen senken die Sauerstoffkonzentration in geschützten Räumen dauerhaft unter die Zündgrenze der vorhandenen Brandlast und verhindern so präventiv die Entstehung eines Feuers, statt es erst zu bekämpfen.

Begriff

Säule 3a (Gebundene Vorsorge)

Die Säule 3a ist die steuerlich begünstigte, gebundene Form der privaten Vorsorge in der Schweiz, deren Guthaben bis zu einem jährlichen Höchstbetrag angespart und grundsätzlich erst ab dem gesetzlichen Referenzalter bezogen werden kann.

Begriff

Säule 3b (Freie Vorsorge)

Die Säule 3b ist die freie, nicht gebundene Form der privaten Vorsorge in der Schweiz, deren Kapital jederzeit verfügbar ist und die kaum steuerlichen Einschränkungen unterliegt.

Begriff

Schaden (Loss)

Ein Schaden ist die unfreiwillige Einbusse an materiellen oder immateriellen Werten, die durch ein versichertes Ereignis verursacht wird und den Versicherungsfall auslöst.

Begriff

Schadenfreiheitsklasse (No-Claims Class)

Die Schadenfreiheitsklasse ist die konkrete Einstufung eines Kraftfahrtversicherungsvertrags innerhalb des Bonus-Malus- Systems, die sich nach der Anzahl unfallfrei gefahrener Jahre richtet.

Risikomerkmal

Schadenfrequenz-Trend

Der Schadenfrequenz-Trend klassifiziert, ob die Schadenrate eines Betriebs pro Expositionseinheit über die jüngsten Vertragsjahre zugenommen, sich stabilisiert oder abgenommen hat, und liefert Underwritern damit ein zukunftsgerichtetes Signal über die reine Schadenanzahl hinaus.

Risikomerkmal

Schadenhistorie Betriebsunterbrechung

Die Schadenhistorie Betriebsunterbrechung erfasst Häufigkeit, Ursache, Dauer und finanzielle Auswirkung vergangener Unterbrechungs- und Rückwirkungsschäden eines Betriebs und liefert Underwritern einen direkten Praxistest für Haftzeit und Abhängigkeitsexposition.

Risikomerkmal

Schadenhistorie Haftpflicht (5 Jahre)

Die Schadenhistorie Haftpflicht (5 Jahre) erfasst Häufigkeit, Ursache, Kosten und Rechtsstand der vergangenen Betriebs-, Produkte- und Umbrella-Haftpflichtschäden eines Unternehmens und bildet damit die wichtigste Grundlage zur Beurteilung der Haftungsexposition.

Risikomerkmal

Schadenhistorie Motorfahrzeuge

Die Schadenhistorie Motorfahrzeuge erfasst Häufigkeit, Ursache, Verschulden und Kosten der vergangenen Haftpflicht- und Kaskoschäden eines Fahrzeugs oder einer Flotte und bildet damit die zentrale empirische Grundlage für Bonus-Malus-Einstufung und Flottenrisikograding.

Risikomerkmal

Schadenhistorie Sach (5 Jahre)

Die Schadenhistorie Sach (5 Jahre) erfasst Häufigkeit, Ursache und Kosten der vergangenen Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden eines Standorts oder Portfolios und liefert damit die wichtigste empirische Grundlage für die Risikoeinstufung und Prämienkalkulation.

Risikomerkmal

Schadenhistorie Vertrauensschaden

Die Schadenhistorie Vertrauensschaden erfasst vergangene Fälle von Mitarbeiterunredlichkeit, Diebstahl, Betrug und Kassen- bzw. Bestandsfehlbeträgen und liefert Underwritern damit einen direkten Nachweis der Wirksamkeit interner Kontrollen und des moralischen Risikos in einer Organisation.

Risk Engineering

Schadenhistorien-Analyse

Die Schadenhistorien-Analyse wertet Häufigkeit, Ursachen und Höhe vergangener Schadenfälle eines Betriebs oder Portfolios systematisch aus und liefert damit einen zentralen Baustein für Risikoeinstufung, Schadenverhütungspriorisierung und Prämienkalkulation.

Begriff

Schadenquote (Loss Ratio)

Die Schadenquote setzt den in einer Periode angefallenen Schadenaufwand ins Verhältnis zur verdienten Prämie und ist eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung der versicherungs- technischen Rentabilität.

Risk Engineering

Schadenschätzung (MFL/EML)

Die Schadenschätzung (MFL/EML) ist die risikoingenieurtechnische Methodik, mit der für ein Sach- und Betriebsunterbrechungsrisiko der grösste realistischerweise zu erwartende Schaden hergeleitet wird, und bildet damit die fachliche Grundlage für den Höchstschaden-Begriff (PML).

Risk Engineering

Schaltanlagen

Schaltanlagen verteilen und schützen elektrische Energie in Gebäuden und Industrieanlagen; Kontaktalterung, Fehlkoordination von Schutzorganen oder Überlastung zählen zu den häufigsten Ursachen elektrischer Brände.

Risk Engineering

Schaumlöschanlagen

Schaumlöschanlagen tragen einen Luft- oder Wasser-Schaum auf brennende Flüssigkeiten oder Lagergüter auf, der die Brandfläche abdeckt, den Sauerstoffzutritt unterbindet und eine Rückzündung verhindert.

Risikomerkmal

Schichtbetrieb

Der Schichtbetrieb erfasst, ob ein Produktions- oder Verarbeitungsstandort im Ein-, Zwei-, Drei- oder Dauerschichtbetrieb läuft, da dieses Muster den Überwachungsgrad, den Verschleiss der Anlagen und die Häufigkeit kritischer Anfahr- und Stillstandsereignisse massgeblich bestimmt.

Risikomerkmal

Schlüsselmanagement

Das Schlüsselmanagement beschreibt die Verfahren, mit denen physische Schlüssel, Schlüsselkarten und Generalschlüssel ausgegeben, nachverfolgt und zurückgenommen werden – eine in Sachversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung, ob eine ansonsten wirksame mechanische Sicherung oder Zutrittskontrolle tatsächlich greift.

Risikoprofil

Schlüsselperson im KMU

Risikoprofil für die Abhängigkeit eines KMU von einer oder wenigen Schlüsselpersonen: die im Schlüsselpersonen-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur zur Abfederung des finanziellen Schadens bei deren Ausfall.

Risikomerkmal

Schlüsselpersonenabhängigkeit

Die Schlüsselpersonenabhängigkeit erfasst, wie stark Umsatz, Kundenbeziehungen oder technisches Know-how eines Unternehmens von einer oder wenigen namentlich bestimmten Personen abhängen, und bildet die Grundlage der Schlüsselpersonenversicherung.

Deckung

Schlüsselpersonenversicherung (Key-Man-Versicherung)

Die Schlüsselpersonenversicherung ist eine vom Unternehmen abgeschlossene Lebens- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung auf eine für den Geschäftserfolg unverzichtbare Person, um den finanziellen Schaden bei deren Ausfall abzufedern.

Risikomerkmal

Schneelastzone

Die Schneelastzone erfasst die einem Standort durch ein anerkanntes Normenwerk oder eine Gefahrenkarte zugewiesene Boden- und Dachschneelastklasse und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Dacheinsturzgefahr durch Schneeansammlung abgefragt.

Klausel

Schriftform-/Textformklausel

Die Klausel bestimmt, dass Erklärungen im Rahmen des Versicherungsvertrags – etwa Kündigungen, Anzeigen oder Vertragsänderungen – der Schriftform oder zumindest der Textform bedürfen, um wirksam zu sein.

Begriff

Schwankungsrückstellung (Equalization Reserve)

Die Schwankungsrückstellung ist eine handelsrechtliche Rückstellung, die überdurchschnittlich gute Schadenjahre zum Ausgleich künftiger, überdurchschnittlich schlechter Schadenjahre in stark schwankenden Sparten reserviert.

Begriff

Selbstbehalt

Der Selbstbehalt ist der vertraglich vereinbarte Teil eines Schadens, den der Versicherungsnehmer selbst trägt, bevor die Versicherungsleistung einsetzt.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsgestaltung

Klausel

Selbstbehaltsklausel Haftpflicht

AHB-Klausel, nach der sich der Versicherungsnehmer bei jedem Versicherungsfall mit einem festgelegten Betrag an der Schadenersatzleistung beteiligt, unabhängig von der Höhe des begründeten Anspruchs.

Risk Engineering

Selbstentzündung

Selbstentzündung ist die Entstehung eines Brandes durch eine im Material selbst ablaufende exotherme Oxidations- oder Zersetzungs- reaktion, die sich ohne äussere Zündquelle bis zur Zündtemperatur aufschaukelt.

Risikomerkmal

Selbstentzündungsgefährdete Materialien

Selbstentzündungsgefährdete Materialien erfasst, ob der Versicherungsnehmer Materialien handhabt oder lagert, die sich ohne äussere Zündquelle selbst erwärmen und entzünden können – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Sengschaden (Scorching Damage)

Ein Sengschaden ist eine Hitzeeinwirkung auf eine Sache ohne offene Flammenbildung, die in der Sachversicherung anders als ein Brandschaden behandelt und regelmässig vom Standardumfang ausgeschlossen wird.

Klausel

Senkungs- und Erdrutschklausel (Subsidence)

Die Subsidence-and-Landslip-Klausel erweitert die Sachversicherung um Schäden durch allmähliches Absenken, Anheben oder Abrutschen des Baugrunds, regelmässig unter Ausschluss von Schäden durch Bergbau, Erschütterung oder fehlerhafte Gründung.

Klausel

Serienschadenklausel

AHB-Klausel, nach der mehrere ursächlich zusammenhängende Versicherungsfälle als ein einziger Versicherungsfall gelten, der im Zeitpunkt des ersten Ereignisses eingetreten ist.

Klausel

Service-of-Suit-Klausel

Die Service-of-Suit-Klausel verpflichtet einen ausserhalb des Gerichtsstands ansässigen Versicherer, sich einer Klage des Versicherungsnehmers vor den zuständigen Gerichten zu unterwerfen und einen Zustellungsbevollmächtigten für Klageschriften zu benennen.

Klausel

Severability Clause

Die Severability-Klausel behandelt jedes versicherte Organmitglied für Zwecke der Antragsangaben und der Ausschlüsse wie eigenständig versichert, sodass Fehlverhalten oder Wissen einer Person nicht automatisch den Versicherungsschutz aller anderen Organe gefährdet.

Klausel

Several Liability (LMA3333)

Die Several-Liability-Klausel (LMA3333) stellt klar, dass jeder (Rück-)Versicherer eines Lloyd's- oder Company-Market-Vertrags nur für seinen eigenen gezeichneten Anteil haftet und nicht für den Ausfall anderer beteiligter Zeichner einzustehen hat.

Regulierung

SGB VII – Gesetzliche Unfallversicherung (Deutschland)

Das Siebte Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII) vom 7. August 1996 ist die gesetzliche Grundlage der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung; es regelt Versichertenkreis, Versicherungsfälle (Arbeitsunfall, Wegeunfall, Berufskrankheit), Prävention, Heilbehandlung, Geldleistungen wie Verletztengeld und Verletztenrente, die Haftungsablösung des Arbeitgebers sowie Organisation und Finanzierung durch Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.

Risk Engineering

Sicherheit von Dampfkesseln

Dampfkessel bergen durch hohen Druck und hohe Temperatur ein Explosionspotenzial, das vor allem durch Wassermangel, Korrosion oder Kesselstein entsteht; wiederkehrende amtliche Prüfungen und Sicherheitseinrichtungen wie die Wassermangelsicherung sind deshalb zentrale Schutzmassnahmen.

Risk Engineering

Sicherheit von Druckbehältern

Druckbehälter speichern Gase oder Flüssigkeiten unter Druck und müssen nach klassifizierter Gefährdungskategorie ausgelegt, gebaut und wiederkehrend geprüft werden, da Materialversagen, Korrosion oder eine fehlende Druckentlastung zu einer schlagartigen Energiefreisetzung führen können.

Begriff

Sicherheitsevakuierung (Security / Political Evacuation)

Die Sicherheitsevakuierung ist die in der Geschäftsreiseversicherung organisierte und bezahlte Verbringung einer versicherten Person an den nächsten sicheren Ort oder ins Wohnsitzland, wenn politische Unruhen, Krieg, Terror, Naturkatastrophen, Ausweisung oder eine behördliche Ausreiseempfehlung den Verbleib im Gastland unzumutbar machen – im Unterschied zur medizinisch indizierten Evakuierung.

Risikomerkmal

Sicherheitsschulungen

Sicherheitsschulungen erfassen, ob der Versicherungsnehmer ein strukturiertes, dokumentiertes Arbeitssicherheits-Schulungsprogramm für Mitarbeitende betreibt – ein zentraler Minderungsfaktor im Unfall- und Haftpflicht-Underwriting.

Risikomerkmal

Sicherungsstandard der Wohnung

Der Sicherungsstandard der Wohnung erfasst das Niveau einbruchhemmender Schlösser, Türen, Fenster und, falls vorhanden, Alarmanlagen, die eine Wohnung schützen – eine in Hausrat- und Wertsachenversicherungsanträgen abgefragte Angabe.

Klausel

Side A/B/C Coverage Clause

Die Side-A/B/C-Struktur gliedert eine D&O-Police in drei Deckungsteile: persönlicher Schutz der Organe ohne Freistellung (Side A), Rückerstattung von Freistellungszahlungen an das Unternehmen (Side B) und eigene Organisationsdeckung bei Klagen gegen das Unternehmen selbst (Side C).

Risikomerkmal

Single-Source-Lieferanten

Single-Source-Lieferanten erfasst, ob der Versicherungsnehmer einen kritischen Rohstoff, eine Komponente oder eine Dienstleistung nur von einem einzigen Lieferanten oder Produktionsstandort bezieht, ohne kurzfristig verfügbare qualifizierte Alternative – eine in Rückwirkungsschaden-Anträgen abgefragte Angabe.

Klausel

Sliding-Scale-/Gewinnbeteiligungsklausel

Die Sliding-Scale-Klausel koppelt die Zessionskommission des Zedenten an den tatsächlichen Schadenverlauf des proportionalen Vertrags: Je besser die Schadenquote, desto höher die Kommission.

Klausel

Social-Engineering-Klausel

Die Social-Engineering-Klausel erweitert Crime- oder Cyber-Deckungen um Vermögensschäden, die entstehen, wenn ein Mitarbeitender durch Täuschung (z.B. gefälschte E-Mails oder Anrufe) zu einer gutgläubigen, aber betrügerisch veranlassten Vermögensverfügung bewegt wird.

Risk Engineering

Solarkraftwerke – Risiken und Schadenverhütung

Solarkraftwerke sind grossflächige, freilandmontierte Photovoltaikanlagen, deren Risikoprofil neben dem elektrischen Brandrisiko der Module vor allem durch Hagel, Vegetationsbrand, Vandalismus und die grosse Anzahl seriell verschalteter Wechselrichter geprägt ist.

Begriff

Solidarhaftung

Die Solidarhaftung liegt vor, wenn mehrere Personen für denselben Schaden je einzeln gegenüber dem Geschädigten für das Ganze haften, wobei der Geschädigte den vollen Ersatz von jedem einzelnen Haftpflichtigen verlangen kann.

Begriff

Solvabilitätsquote (Solvency Ratio)

Die Solvabilitätsquote setzt die anrechnungsfähigen Eigenmittel eines Versicherers ins Verhältnis zur Solvenzkapitalanforderung und zeigt an, um welchen Faktor die aufsichtsrechtliche Mindestkapitalausstattung erfüllt ist.

Regulierung

Solvency II

Solvency II ist das risikobasierte Aufsichtsregime der EU für Versicherer und Rückversicherer; es regelt Kapitalanforderungen, Governance und Berichtspflichten in drei Säulen.

Begriff

Sonderkündigungsrechte

Sonderkündigungsrechte berechtigen Versicherer oder Versicherungsnehmer, einen Versicherungsvertrag ausserhalb der ordentlichen Fälligkeit vorzeitig zu beenden, etwa nach einem Schadenfall oder bei Eigentümerwechsel der versicherten Sache.

Risk Engineering

Sonderrisiken-Löschkonzepte

Sonderrisiken-Löschkonzepte bündeln die Auswahl und Kombination von Löschsystemen für Gefahren, die mit Standard-Sprinklerschutz allein nicht sicher beherrscht werden können, etwa besonders reaktive Stoffe, hochwertige Anlagen oder spezielle Prozessrisiken.

Begriff

Sozialversicherungsunterstellung bei Entsendung

Die Sozialversicherungsunterstellung bei Entsendung bestimmt, welchem nationalen Sozialversicherungsrecht eine vorübergehend im Ausland eingesetzte Arbeitskraft unterliegt: Innerhalb von EU/EFTA und der Schweiz gilt nach der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 stets nur ein Recht, bei Entsendungen bis 24 Monate bleibt das Recht des Entsendestaats anwendbar (Bescheinigung A1); in die Schweiz Entsandte aus Abkommensstaaten können nach Art. 2 Abs. 5 KVV auf Gesuch von der KVG-Versicherungspflicht befreit werden, wenn der Arbeitgeber eine gleichwertige Deckung garantiert.

Klausel

Special-Termination-Klausel

Die Special-Termination-Klausel räumt einer oder beiden Parteien das Recht ein, den Rückversicherungsvertrag bei bestimmten definierten Ereignissen – etwa Ratingverschlechterung, Kontrollwechsel oder Solvenzproblemen – vorzeitig zu beenden.

Risikoprofil

Spital und Pflegeheim

Risikoprofil für ein Spital oder Pflegeheim (stationäre medizinische Versorgung oder Pflege mit Unterbringung): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Deckung

Spitalzusatzversicherung (Halbprivat, Privat, Flex)

Die Spitalzusatzversicherung ist eine privatrechtliche Zusatzversicherung nach VVG, die über die allgemeine Abteilung der Grundversicherung hinaus die Mehrkosten eines Spitalaufenthalts deckt: schweizweit freie Spitalwahl, Zweibett- (Halbprivat) oder Einbettzimmer (Privat) sowie freie Arztwahl bis zur Chefärztin; Flex-Modelle erlauben die Wahl der Abteilung erst bei Spitaleintritt gegen Kostenbeteiligung.

Deckung

Sportunfallversicherung (Sports Accident Insurance)

Die Sportunfallversicherung ist eine auf die Ausübung von Sport zugeschnittene Unfallversicherung, die Sportlerinnen und Sportler, Vereine und Verbände gegen die finanziellen Folgen von Sportunfällen – Tod, dauernde oder vorübergehende Invalidität, Heil- und Bergungskosten – absichert und dabei auch Risikosportarten einschliesst, die in Standardpolicen ausgeschlossen oder gekürzt sind.

Risk Engineering

Sprinkler-Abschaltmanagement

Das Abschaltmanagement (Impairment Management) stellt sicher, dass geplante oder ungeplante Ausserbetriebnahmen von Sprinkler- und Löschanlagen kontrolliert, kompensiert und schnellstmöglich beendet werden.

Risk Engineering

Sprinkleranlagen

Sprinkleranlagen sind automatische Wasserlöschanlagen, die einen Brand in der Entstehungsphase durch ortsfeste, thermisch auslösende Sprinklerköpfe selbsttätig eindämmen oder löschen, bevor er sich ausbreiten kann.

Risikomerkmal

Sprinklerschutzumfang

Der Sprinklerschutzumfang erfasst, ob und nach welchem Auslegungsstandard ein Standort durch eine Sprinkleranlage geschützt ist – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Klausel

Stability-/Index-Klausel

Die Stability-Klausel passt Priorität und Haftungslimit eines nicht-proportionalen Vertrags an einen vereinbarten Index an, um die reale Deckungswirkung über die Vertragslaufzeit hinweg gegen Inflation zu stabilisieren.

Risk Engineering

Staubexplosion

Eine Staubexplosion entsteht, wenn brennbarer Feinstaub in ausreichender Konzentration als Wolke aufgewirbelt und durch eine Zündquelle entzündet wird, wobei eine Primärexplosion aufgewirbelte Staubablagerungen zu einer weit verheerenderen Sekundärexplosion entzünden kann.

Risikomerkmal

Staubexplosionsgefahr

Die Staubexplosionsgefahr erfasst, ob der Betriebsprozess Feinstaub erzeugt, der eine explosionsfähige Staubwolke bilden kann – eine in Sach- und Betriebsunterbrechungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Sterbetafel (Mortality Table)

Eine Sterbetafel gibt für jedes Alter die statistische Wahrscheinlichkeit an, innerhalb eines Jahres zu sterben, und dient als Grundlage für die Prämien- und Rückstellungskalkulation in der Lebensversicherung.

Begriff

Steuerliche Behandlung der Gruppenunfallversicherung (Lohnsteuer, Lohnausweis)

Die steuerliche Behandlung arbeitgeberfinanzierter Gruppenunfallversicherungen regelt, ob und wann die Beiträge als Arbeitslohn gelten: In Deutschland hängt der Zufluss vom Direktanspruch der Mitarbeitenden ab, und die Lohnsteuer kann nach § 40b Abs. 3 EStG mit 20 % pauschaliert werden; in der Schweiz sind Arbeitgeberbeiträge an Kollektiv-UVG-Zusatzversicherungen im Lohnausweis nicht zu deklarieren; in Österreich sind Zuwendungen zur Zukunftssicherung bis 300 EUR jährlich steuerfrei.

Klausel

Stichtags- und Deklarationsklausel

Die Stichtags- und Deklarationsklausel passt die Versicherungssumme für wertmässig stark schwankende Warenvorräte anhand regelmässiger, meist monatlicher Meldungen des tatsächlichen Bestandswerts an, um Unter- oder Überversicherung zu vermeiden.

Risikomerkmal

Stillstands- und Anfahrhäufigkeit

Die Stillstands- und Anfahrhäufigkeit erfasst, wie oft Produktionsanlagen gezielt ausser Betrieb genommen und wieder angefahren werden, da diese Übergangszustände im Vergleich zum Dauerbetrieb einen überproportional hohen Anteil an Maschinenausfall- und Brandschäden verursachen.

Risk Engineering

Stillstands- und Anfahrrisiken

Stillstands- und Anfahrrisiken entstehen, wenn Betriebe oder Anlagenteile vorübergehend ausser Betrieb genommen oder wieder angefahren werden, da in dieser Phase Überwachung, Schutzeinrichtungen und eingespielte Abläufe reduziert sind.

Risk Engineering

Störlichtbogen (Arc Flash)

Ein Störlichtbogen entsteht durch einen unkontrollierten Lichtbogen in elektrischen Anlagen und setzt innerhalb von Millisekunden Temperaturen von mehreren Tausend Grad, eine Druckwelle und geschmolzenes Metall frei, was sowohl Personen als auch die Anlage selbst massiv gefährdet.

Begriff

Storno (Policy Lapse / Cancellation)

Storno bezeichnet die vorzeitige Beendigung eines Versicherungsvertrags vor dem regulären Ablauf, insbesondere durch Kündigung, Nichtzahlung der Prämie oder Widerruf.

Klausel

Strafrechtsschutz-Einschluss

AHB-Klausel, nach der der Versicherer die Kosten eines vom ihm gewünschten oder genehmigten Strafverteidigers übernimmt, wenn ein Strafverfahren einen versicherten Haftpflichtanspruch zur Folge haben kann.

Klausel

Strenge Wiederherstellungsklausel

Die strenge Wiederherstellungsklausel macht die Auszahlung des über den Versicherungswert hinausgehenden Teils der Entschädigung (Neuwertspitze) davon abhängig, dass die Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung der beschädigten Sache tatsächlich gesichert ist.

Begriff

Stresstest (Stress Test)

Ein Stresstest untersucht, wie sich die finanzielle Lage eines Versicherers unter einem hypothetischen, aussergewöhnlich ungünstigen Szenario entwickeln würde, um Widerstandsfähigkeit und Kapitalausstattung zu prüfen.

Begriff

Stromwirkungsschaden

Ein Stromwirkungsschaden ist ein Schaden an elektrischen Einrichtungen oder Geräten, der durch die unmittelbare Wirkung von elektrischem Strom (z.B. Kurzschluss, Überspannung, Kabelbrand) verursacht wird, ohne dass ein Brand im Sinne der Feuerversicherung vorliegt.

Klausel

Stundenklausel (Hours Clause)

Die Stundenklausel definiert in Katastrophen-Rückversicherungsverträgen das Zeitfenster, innerhalb dessen Einzelschäden aus einem Naturereignis zu einem einzigen Schadenereignis zusammengefasst werden dürfen.

Begriff

Sturm (Windstorm)

Sturm ist eine wetterbedingte Luftbewegung ab einer vertraglich definierten Mindestwindstärke, die als Elementargefahr in der Sachversicherung mitversichert ist.

Risk Engineering

Sturmvorsorge und Dachinspektion

Sturmvorsorge und Dachinspektion umfassen die regelmässige Prüfung von Dächern, Fassaden und Aussenanlagen sowie bauliche Massnahmen, die Windschäden an Gebäuden und deren Folgeschäden begrenzen.

Klausel

Subrogationsklausel (internationale Programme)

Die Subrogationsklausel regelt den Übergang der Regressansprüche des Versicherungsnehmers gegen Dritte auf den Versicherer nach Schadenzahlung und stimmt dieses Recht über Master- und Lokalpolicen eines internationalen Programms hinweg ab.

Risikomerkmal

Subunternehmereinsatz

Der Subunternehmereinsatz erfasst, in welchem Umfang ein Versicherungsnehmer Bau-, Montage- oder Betriebsarbeiten an Subunternehmer delegiert und ob vertragliche Risikoübertragungen bestehen, da delegierte Arbeiten eine Erfüllungsgehilfen- oder nicht delegierbare Haftung des Versicherungsnehmers begründen können.

Klausel

Subunternehmerklausel

Vertragliche Bedingung, die festlegt, unter welchen Voraussetzungen und bis zu welchem Umfang Schäden durch beauftragte Subunternehmer über die Betriebshaftpflicht des Hauptunternehmers mitversichert sind.

Klausel

Sue-and-Labour-Klausel

Die Sue-and-Labour-Klausel verpflichtet den Versicherten, bei drohendem Schadenfall zumutbare Massnahmen zur Schadenabwendung oder -minderung zu ergreifen, und stellt die dafür angemessen aufgewendeten Kosten zusätzlich zur eigentlichen Deckungssumme unter Versicherungsschutz.

Klausel

Suizidklausel

Die Suizidklausel schliesst die Todesfallleistung einer Lebensversicherung aus, wenn sich die versicherte Person innerhalb einer Frist nach Vertragsschluss vorsätzlich selbst tötet.

Klausel

Summenausgleichsklausel

Die Summenausgleichsklausel gleicht innerhalb desselben Sachversicherungs- vertrags überschiessende Versicherungssummen einzelner Positionen mit unterversicherten Positionen aus, sodass keine anteilige Leistungskürzung wegen Unterversicherung erfolgt.

Begriff

Summenexzedent (Surplus Share Reinsurance)

Der Summenexzedent ist eine Form der proportionalen Rückversicherung, bei der der Rückversicherer nur den Teil einer Versicherungssumme übernimmt, der eine vom Erstversicherer festgelegte Selbstbehaltslinie übersteigt.

Klausel

Sunset-Klausel

Die Sunset-Klausel setzt eine Ausschlussfrist, nach deren Ablauf Schäden aus einem beendeten oder gekündigten Rückversicherungsvertrag nicht mehr gemeldet oder geltend gemacht werden können.

Begriff

Suva und übrige UVG-Versicherer (Unterstellung)

Die Durchführung der obligatorischen Unfallversicherung in der Schweiz ist zweigeteilt: Betriebe der in Art. 66 UVG aufgezählten Branchen sind zwingend bei der Suva versichert, alle übrigen Arbeitgeber wählen einen registrierten Privatversicherer, eine öffentliche Unfallversicherungskasse oder eine Krankenkasse (Art. 68 UVG); die Ersatzkasse UVG (Art. 72 f. UVG) fängt Arbeitnehmende nicht versicherter Arbeitgeber auf.

Begriff

SwissDRG (stationäre Fallpauschalen)

SwissDRG ist das seit 2012 geltende Fallpauschalensystem für akutstationäre Spitalleistungen in der Schweiz (Art. 49 KVG): Jeder Spitalaufenthalt wird einer diagnosebezogenen Fallgruppe mit Kostengewicht zugeordnet und mit dem spitalindividuellen Basispreis multipliziert; die Vergütung teilen sich Wohnkanton (mindestens 55 %) und Krankenversicherer (höchstens 45 %) nach Art. 49a KVG.

Begriff

Table of Benefits / Table of Events (Leistungstabelle)

Die Table of Benefits (auch Table of Events oder Continental Scale) ist die in internationalen Personal-Accident-Wordings enthaltene Tabelle, die jedem versicherten Ereignis – Tod, Verlust von Gliedmassen, Sehkraft, Gehör oder dauernder Invalidität – einen festen Prozentsatz der Versicherungssumme zuordnet und damit das Pendant zur deutschen Gliedertaxe bildet.

Risikomerkmal

Tankanlagen

Tankanlagen erfasst, ob der Versicherungsnehmer oberirdische oder unterirdische Tanks für Kraft- oder Brennstoffe wie Diesel, Heizöl oder Benzin betreibt – eine in Sach- und Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Begriff

Tarif (Rate/Tariff)

Der Tarif ist das für eine Versicherungssparte oder ein Produkt festgelegte System von Prämiensätzen und Tarifierungsmerkmalen, anhand dessen die Prämie für ein konkretes Risiko berechnet wird.

Begriff

TARMED / TARDOC (ambulanter Arzttarif)

TARMED war von 2004 bis 2025 der gesamtschweizerische Einzelleistungstarif für ambulante ärztliche Leistungen; seit dem 1. Januar 2026 ist er durch das vom Bundesrat genehmigte Gesamt-Tarifsystem aus TARDOC (Einzelleistungstarif mit rund 1'400 Positionen) und rund 300 Ambulanten Pauschalen abgelöst, das von der OAAT AG gepflegt wird. Die Vergütung ergibt sich aus Taxpunkten mal kantonalem Taxpunktwert.

Risikomerkmal

Tätigkeitsbeschrieb

Der Tätigkeitsbeschrieb erfasst die genaue Art der am Versicherungsort oder durch die versicherte Unternehmung ausgeübten Geschäftstätigkeit und bildet damit die Grundlage für Risikoeinschätzung und Deckungsumfang im Versicherungsantrag.

Risikomerkmal

Tätigkeitsbeschrieb Haftpflicht

Der Tätigkeitsbeschrieb Haftpflicht erfasst die genauen Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen eines Versicherungsnehmers, wie sie in Anträgen zur Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung deklariert werden, um Deckungsumfang und Tarifierung festzulegen.

Begriff

Teilungsabkommen (Claims-Sharing Agreement)

Ein Teilungsabkommen ist eine zwischen Versicherern geschlossene Vereinbarung, wonach bei bestimmten Schadenkonstellationen mit ungeklärter oder streitiger Haftungsquote auf eine Einzelfallprüfung verzichtet und der Schaden nach einem festen Schlüssel geteilt wird.

Risikomerkmal

Telematik und Fahrerassistenzsysteme

Telematik und Fahrerassistenzsysteme erfassen, ob die Fahrzeuge eines Versicherungsnehmers mit Telematik-Tracking und fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen (ADAS) ausgerüstet sind – eine in Motor- fahrzeugversicherungsanträgen abgefragte Angabe, da solche Systeme Unfallhäufigkeit und -schwere nachweisbar reduzieren.

Begriff

Temporary Total Disablement (TTD, vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit)

Temporary Total Disablement (TTD) ist die in Personal-Accident-Wordings definierte vorübergehende Unfähigkeit einer versicherten Person, infolge eines Unfalls ihrer bisherigen Berufstätigkeit nachzugehen; sie wird durch ein wöchentliches Taggeld (Weekly Benefit) entschädigt, das auf den Lohn oder einen Lohnanteil begrenzt, mit einer Karenzfrist versehen und auf eine maximale Bezugsdauer beschränkt ist.

Klausel

Territoriale Geltungsklausel

Die territoriale Geltungsklausel legt fest, in welchen Ländern oder Regionen ein internationales Programm oder eine Einzelpolice Versicherungsschutz gewährt, unabhängig davon, wo eine Klage erhoben werden darf.

Klausel

Terrorausschluss Sach (NMA 2920/2921)

Der Terrorausschluss Sach schliesst Sachschäden und Folgekosten aus, die direkt oder indirekt durch Terrorismus verursacht werden, und verlagert die Beweislast für eine Deckungsausnahme auf den Versicherungsnehmer.

Begriff

Terrorversicherung (Terrorism Insurance)

Die Terrorversicherung deckt Sach- und Betriebsunterbrechungs- schäden, die durch terroristische Handlungen verursacht werden, und wird aufgrund der schweren Kalkulierbarkeit des Risikos häufig gesondert von der Standarddeckung angeboten.

Klausel

Testing-and-Commissioning-Klausel

Die Testing-and-Commissioning-Klausel legt fest, unter welchen Voraussetzungen – insbesondere mechanische Fertigstellung und ein stabiler Testlauf über eine Mindestdauer – Versicherungsschutz für Anlagenteile während oder nach Test- und Inbetriebnahmephasen besteht beziehungsweise in eine Betriebsversicherung übergeht.

Risikomerkmal

Tierhaltung

Tierhaltung erfasst, ob ein Haushalt Hunde, Katzen oder andere Tiere hält, sowie Tierart, Rasse und Anzahl der Tiere – eine in Tierhalterhaftpflicht- und Tierversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung des Biss-, Sachschaden- und Tierarztkostenrisikos.

Begriff

Tiers garant / Tiers payant (Art. 42 KVG)

Tiers garant und Tiers payant bezeichnen die beiden Vergütungssysteme der Schweizer Krankenversicherung nach Art. 42 KVG: Beim Tiers garant schuldet die versicherte Person dem Leistungserbringer die Vergütung und erhält sie vom Versicherer zurückerstattet; beim Tiers payant schuldet der Versicherer die Vergütung direkt dem Leistungserbringer. Bei stationärer Behandlung gilt von Gesetzes wegen Tiers payant.

Deckung

Tierversicherung

Die Tierversicherung deckt Heilungskosten sowie den Zeitwert von Haus- und Nutztieren bei Krankheit, Unfall oder Tod ab.

Begriff

Todesfallleistung (Death Benefit)

Die Todesfallleistung ist die vertraglich vereinbarte Versicherungsleistung, die ein Lebensversicherer bei Tod der versicherten Person an die begünstigte Person auszahlt.

Begriff

Totalschaden (Total Loss)

Ein Totalschaden liegt vor, wenn eine versicherte Sache vollständig zerstört, unwiederbringlich verloren oder wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll reparierbar ist.

Risk Engineering

Transformatoren

Transformatoren sind oft schwer und langfristig ersetzbare Schlüsselglieder der Energieversorgung, deren Ausfall durch Isolationsfehler, Überlastung oder mangelhafte Kühlung erhebliche Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden auslösen kann.

Klausel

Transit-/Duration-Klausel

Die Transit-/Duration-Klausel legt fest, ab wann und bis wann der Versicherungsschutz für Maschinen, Anlagenteile oder Bauleistungen während Transport, Zwischenlagerung und Montage greift, und regelt die Schnittstelle zwischen Transport- und Bau-/Montageversicherung.

Risikomerkmal

Transportwege und -radius

Transportwege und -radius erfassen das typische geografische Einsatzgebiet und den Fahrtentyp einer versicherten Flotte – eine in Motorfahrzeughaftpflichtanträgen abgefragte Angabe, da Strassentyp, Distanz und Gebiet die Unfall- und Rechtsraumexposition wesentlich verändern.

Risk Engineering

Travel Risk Management (ISO 31030)

Travel Risk Management ist der systematische Prozess, mit dem eine Organisation die Gesundheits-, Sicherheits- und Reiserisiken ihrer Mitarbeitenden identifiziert, bewertet und behandelt; ISO 31030:2021 gibt dafür als nicht zertifizierbarer Leitfaden die Elemente Reiserichtlinie, Risikobewertung, Behandlungshierarchie, Traveller Tracking, Briefings und Krisenmanagement vor.

Begriff

Treu und Glauben (Utmost Good Faith)

Treu und Glauben verpflichtet Versicherungsnehmer und Versicherer zu redlichem, auf gegenseitiges Vertrauen gegründetem Verhalten bei Vertragsanbahnung, -durchführung und Schadenregulierung.

Klausel

Two-Risk Warranty

Die Two-Risk Warranty verlangt, dass ein unter einem Per-Risk-Exzedentenvertrag gemeldeter Schaden mindestens zwei unabhängige Risiken oder Policen betrifft, damit die Deckung greift.

Begriff

Typklasse (Vehicle Type Class)

Die Typklasse ist ein Tarifierungsmerkmal der Kraftfahrtversicherung, das ein Fahrzeugmodell anhand seiner modellspezifischen Schadenerfahrung in eine von mehreren Risikoklassen einordnet.

Klausel

Überspannungs- und Sengschadenklausel

Die Überspannungs- und Sengschadenklausel schliesst Schäden durch Blitzüberspannung oder Sengwirkung ohne eigentlichen Brand ausdrücklich in die Feuer- beziehungsweise Elektronikversicherung ein, da diese sonst nach dem engen Brandbegriff nicht versichert wären.

Begriff

Überversicherung (Over-Insurance)

Überversicherung liegt vor, wenn die vereinbarte Versicherungssumme den tatsächlichen Versicherungswert erheblich übersteigt, wodurch dem Versicherungsnehmer im Schadenfall keine über den Wert hinausgehende Leistung zusteht.

Begriff

Ultimate Net Loss

Ultimate Net Loss bezeichnet in der Rückversicherung den gesamten, endgültig vom Erstversicherer zu tragenden Schadenbetrag nach Abzug anderweitiger Rückversicherungen und Rückgewinnungen, jedoch vor Anwendung des Rückversicherungsvertrags.

Klausel

Ultimate-Net-Loss-Klausel

Die Ultimate-Net-Loss-Klausel definiert, welche Beträge – Hauptschaden, Schadenkosten und Rückflüsse aus anderen Deckungen – bei der Berechnung des unter einem Rückversicherungsvertrag anrechenbaren Nettoschadens berücksichtigt werden.

Klausel

Umbau- und Reparaturklausel (Alterations and Repairs)

Die Alterations-and-Repairs-Klausel stellt klar, dass laufende Umbau-, Instandsetzungs- oder Erweiterungsarbeiten am versicherten Gebäude den Versicherungsschutz nicht automatisch beeinträchtigen, solange bestimmte Grenzen (z. B. Bausumme, Bauweise) eingehalten werden.

Deckung

Umbrella-Versicherung (Umbrella Liability Insurance)

Die Umbrella-Versicherung stellt zusätzliche Haftpflichtdeckung über die Versicherungssummen mehrerer Grunddeckungen hinaus bereit und kann zugleich als eigenständige Deckung für vom Grundvertrag nicht erfasste Risiken einspringen.

Begriff

Umlagesystem (Pay-As-You-Go System)

Im Umlagesystem finanzieren die laufenden Beiträge der aktiven Beitragszahler unmittelbar die laufenden Versorgungsleistungen an die aktuellen Leistungsempfänger, ohne Bildung eines individuellen Kapitalstocks.

Risikomerkmal

Umsatzanteil USA/Kanada

Der Umsatzanteil USA/Kanada erfasst den Prozentsatz des Umsatzes eines Versicherungsnehmers, der in den USA oder Kanada erzielt wird oder diesen Märkten zuzurechnen ist – Märkte, die Underwriter wegen ihres deutlich höheren Haftpflicht-Prozessrisikos gesondert von anderen Exportmärkten behandeln.

Risikomerkmal

Umsatzverteilung nach Tätigkeit

Die Umsatzverteilung nach Tätigkeit erfasst die Aufteilung des Gesamtumsatzes eines Versicherten auf seine verschiedenen Geschäftstätigkeiten oder Produktlinien und erlaubt es Underwritern, Prämie und Betriebsunterbrechungssumme proportional zum jeweiligen Risikoprofil zuzuordnen.

Risikomerkmal

Umweltanlagenrisiko

Das Umweltanlagenrisiko erfasst Vorhandensein, Art und Zustand der Anlagen, Tanks, Rohrleitungen und Lagereinrichtungen eines Versicherungsnehmers, die Schadstoffe in Boden, Grundwasser, Oberflächengewässer oder Luft freisetzen könnten, und ist zentral für das Underwriting der Umwelthaftpflicht-Exposure.

Risikomerkmal

Umweltgefährdende Stoffe

Umweltgefährdende Stoffe erfasst, welche vom Versicherungsnehmer gehandhabten oder gelagerten Stoffe ein Risiko für Boden-, Grundwasser- oder Oberflächenwasserverschmutzung darstellen – eine in Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.

Klausel

Umwelthaftpflicht-Basisdeckung (UHV-Modell)

Modellbedingung, die den AHB-Ausschluss für Schäden durch Umwelteinwirkung punktuell zurücknimmt und plötzliche, unfallbedingte Umweltschäden im Rahmen einer eigenständigen Basisdeckung wieder einschliesst.

Deckung

Umzugsversicherung

Die Umzugsversicherung deckt Transport- und Bruchschäden am Hausrat und Mobiliar, die während eines Wohnungs- oder Bürowechsels durch das Transportunternehmen oder Dritte verursacht werden.

Begriff

Underwriting

Underwriting ist der Prozess der Risikoprüfung, -selektion und -bepreisung, mit dem ein Versicherer entscheidet, ob und zu welchen Bedingungen er ein Risiko zeichnet.

Erklärt auf der Themenseite Underwriting

Begriff

Unfallähnliche Körperschädigung (UKS)

Die unfallähnliche Körperschädigung ist eine in Art. 6 Abs. 2 UVG abschliessend aufgezählte Verletzung – etwa Knochenbruch, Meniskusriss, Sehnenriss oder Bandläsion –, für die die schweizerische obligatorische Unfallversicherung auch ohne Erfüllung des Unfallbegriffs leistet, sofern die Schädigung nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist.

Begriff

Unfallbegriff (Definition of Accident)

Der Unfallbegriff bezeichnet die vertragliche oder gesetzliche Definition des Unfalls als plötzlich, unfreiwillig und von aussen auf den Körper wirkendes Ereignis, das eine Gesundheitsschädigung verursacht, und grenzt damit den Versicherungsfall der Unfallversicherung gegen Krankheit und Abnützung ab.

Begriff

Unfallrente (Accident Annuity)

Die Unfallrente ist eine in der privaten Unfallversicherung vereinbarte monatliche Leistung in Höhe der vereinbarten Rentensumme, die ab Erreichen eines bestimmten unfallbedingten Invaliditätsgrads – marktüblich 50 Prozent – lebenslang gezahlt wird.

Deckung

Unfallversicherung (Accident Insurance)

Die Unfallversicherung leistet bei einem plötzlichen, von aussen auf den Körper einwirkenden Ereignis, das zu einer unfreiwilligen Gesundheitsschädigung führt, unabhängig vom Ort des Eintritts.

Klausel

Unterversicherung – Proportionalregel

Liegt die vereinbarte Versicherungssumme erheblich unter dem Versicherungswert zum Schadenzeitpunkt, ersetzt der Versicherer den Schaden nur im Verhältnis der Versicherungssumme zum Versicherungswert.

Begriff

Unterversicherung (Underinsurance)

Unterversicherung liegt vor, wenn die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Versicherungswert; die Entschädigung wird dann nach der Proportionalitätsregel gekürzt.

Klausel

Unterversicherungsverzicht

Der Versicherer verzichtet vertraglich darauf, sich bei einer festgestellten Unterversicherung auf die Proportionalregel zu berufen, und leistet im Rahmen der vereinbarten Versicherungssumme voll, sofern die Wertermittlung nach den vereinbarten Regeln erfolgt ist.

Begriff

Unverfallbarkeit (Vesting)

Unverfallbarkeit bezeichnet den Erhalt eines bereits erworbenen Anspruchs auf eine betriebliche Altersvorsorge- leistung auch nach vorzeitigem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis vor Eintritt des Versorgungsfalls.

Regulierung

UVG – Bundesgesetz über die Unfallversicherung (SR 832.20)

Das Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) ist die gesetzliche Grundlage der obligatorischen Unfallversicherung in der Schweiz; es regelt Versichertenkreis, Versicherungsfälle (Berufsunfall, Nichtberufsunfall, Berufskrankheit), Sach- und Geldleistungen, Durchführungsorganisation und Finanzierung.

Begriff

UVG (Obligatorische Unfallversicherung)

Das UVG regelt die obligatorische Versicherung der Arbeitnehmenden in der Schweiz gegen die wirtschaftlichen Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten.

Begriff

UVG-Invalidenrente

Die UVG-Invalidenrente ist die Dauerleistung der obligatorischen Unfallversicherung bei unfallbedingter Invalidität von mindestens 10 Prozent (Art. 18 UVG); sie beträgt bei Vollinvalidität 80 Prozent des versicherten Verdienstes und wird beim Zusammentreffen mit einer IV- oder AHV-Rente als Komplementärrente bis zu 90 Prozent des versicherten Verdienstes ausgerichtet (Art. 20 UVG).

Begriff

UVG-Taggeld

Das UVG-Taggeld ist der Erwerbsersatz der schweizerischen Unfallversicherung bei unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit; es beträgt nach Art. 17 UVG bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes und wird ab dem dritten Tag nach dem Unfalltag bis zur Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit oder bis zum Rentenbeginn ausgerichtet.

Deckung

UVG-Zusatzversicherung (UVGZ)

Die UVG-Zusatzversicherung ist eine vom Arbeitgeber nach VVG abgeschlossene Kollektiv-Unfallversicherung, die die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung ergänzt – typischerweise durch Versicherung des Überschusslohns über dem UVG-Höchstbetrag, Aufstockung des Taggelds auf 100 Prozent, Privat- oder Halbprivatabteilung im Spital, Kapitalleistungen bei Invalidität und Tod sowie Verzicht auf Leistungskürzungen bei Grobfahrlässigkeit.

Regulierung

VAG / FINMA-Versicherungsaufsicht

Das schweizerische Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) regelt Zulassung, Solvenz (SST) und Verhaltenspflichten der Versicherer sowie die Registrierung der Versicherungsvermittler; Aufsichtsbehörde ist die FINMA.

Begriff

Variationskoeffizient

Der Variationskoeffizient ist das Verhältnis der Standardabweichung zum Erwartungswert einer Verteilung und ein Mass für die relative Volatilität eines Risikos.

Erklärt auf der Themenseite Aktuariat

Risikomerkmal

VdS-Sicherungsklasse

Die VdS-Sicherungsklasse erfasst die anerkannte Schutzklasse, die dem Gesamtsicherungskonzept eines Standorts (mechanische, elektronische und organisatorische Massnahmen zusammen) zugeordnet ist – eine in Sachversicherungsanträgen abgefragte Angabe zum Abgleich der Sicherungsangemessenheit mit dem gefährdeten Wert.

Deckung

Veranstaltungsausfallversicherung

Die Veranstaltungsausfallversicherung deckt den finanziellen Verlust ab, der einem Veranstalter durch Absage, Abbruch oder Verlegung einer Veranstaltung aus einem versicherten Grund entsteht.

Risikoprofil

Veranstaltungsdurchführung

Risikoprofil für die Organisation und Durchführung einer Veranstaltung: die im Haftpflicht- und Veranstaltungsausfall-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur für Veranstalter von Konferenzen, Ausstellungen und öffentlichen Events.

Begriff

Verantwortlicher Aktuar

Der Verantwortliche Aktuar ist eine gesetzlich vorgeschriebene Funktion in Lebens- und Krankenversicherungsunternehmen, die für die Einhaltung aktuarieller Grundsätze bei der Tarifkalkulation und Rückstellungsbildung verantwortlich ist.

Erklärt auf der Themenseite Regulatorik

Risikomerkmal

Verarbeitung personenbezogener Daten

Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfasst Umfang und Sensitivität der personenbezogenen und besonders schützenswerten Daten, die ein Unternehmen erhebt, speichert oder verarbeitet – ein zentraler Treiber für Meldepflichten, regulatorische Exposition und Haftpflicht gegenüber Dritten.

Begriff

Verjährung (Limitation Period)

Verjährung bezeichnet den Ablauf einer gesetzlich festgelegten Frist, nach deren Verstreichen ein Versicherungsanspruch nicht mehr durchsetzbar ist, sofern sich der Anspruchsgegner darauf beruft.

Klausel

Verjährungsklausel

Die Klausel legt fest, innerhalb welcher Frist Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag verjähren, und stellt klar, ob und inwieweit diese Frist vertraglich verkürzt werden darf.

Begriff

Verletztengeld

Das Verletztengeld ist die Entgeltersatzleistung der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung bei Arbeitsunfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit (§§ 45 ff. SGB VII); es beträgt 80 Prozent des Regelentgelts, höchstens das Nettoarbeitsentgelt, wird in der Regel nach Ende der sechswöchigen Entgeltfortzahlung gezahlt und endet spätestens mit Ablauf der 78. Woche.

Begriff

Verletztenrente

Die Verletztenrente ist die Rente der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung an Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit über die 26. Woche hinaus um mindestens 20 Prozent gemindert ist (§ 56 SGB VII); die Vollrente beträgt zwei Drittel des Jahresarbeitsverdienstes, die Teilrente den der Minderung der Erwerbsfähigkeit entsprechenden Anteil.

Klausel

Vermögensschadenklausel

Zusatzvereinbarung in der Betriebshaftpflicht, die reine Vermögensschäden ohne vorausgehenden Personen- oder Sachschaden gemäss AHB Ziff. 2.1 in den Versicherungsschutz einschliesst.

Regulierung

Verordnung (EG) Nr. 883/2004 (Koordinierung der sozialen Sicherheit)

Die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 koordiniert die Systeme der sozialen Sicherheit der EU-Mitgliedstaaten – und über das Freizügigkeitsabkommen (Anhang II) sowie das EFTA-Übereinkommen auch der Schweiz –, indem sie festlegt, welches nationale Recht für grenzüberschreitend tätige Personen gilt, Versicherungszeiten zusammenrechnet und Leistungen exportierbar macht; sie wird durch die Durchführungsverordnung (EG) Nr. 987/2009 ergänzt und ersetzt seit 1. Mai 2010 die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71.

Begriff

Verschuldenshaftung

Die Verschuldenshaftung ist die Grundregel der zivilrechtlichen Haftung, wonach ein Schädiger nur dann für einen Schaden aufkommen muss, wenn ihn ein Verschulden – Vorsatz oder Fahrlässigkeit – trifft.

Begriff

Versehrtenrente

Die Versehrtenrente ist die Rente der österreichischen gesetzlichen Unfallversicherung nach §§ 203 ff. ASVG für Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit über drei Monate hinaus um mindestens 20 Prozent gemindert ist; die Vollrente beträgt 66 2/3 Prozent der Bemessungsgrundlage, die Teilrente den der Minderung der Erwerbsfähigkeit entsprechenden Anteil, Schwerversehrte erhalten eine Zusatzrente.

Begriff

Versicherte Reise (Covered Journey)

Die versicherte Reise ist die in der Geschäftsreiseversicherung definierte, vom Arbeitgeber angeordnete vorübergehende berufliche Abwesenheit vom Wohn- oder Arbeitsort – sie beginnt mit dem Verlassen dieses Orts, endet mit der Rückkehr, umfasst in Grenzen angehängte private Ferientage und ist auf eine Höchstdauer von typischerweise 90 bis 365 Tagen beschränkt; Pendelwege sind keine Geschäftsreise.

Begriff

Versicherter Verdienst (UVG)

Der versicherte Verdienst ist die Bemessungsgrundlage aller Geldleistungen der obligatorischen Unfallversicherung nach Art. 15 UVG; er entspricht grundsätzlich dem AHV-pflichtigen Lohn und ist nach Art. 22 Abs. 1 UVV auf CHF 148'200 pro Jahr beziehungsweise CHF 406 pro Tag begrenzt (Stand 2026).

Begriff

Versichertes Interesse

Das versicherte Interesse ist das rechtlich anerkannte wirtschaftliche Interesse einer Person am Nichteintritt eines Versicherungsfalls; es ist Grundvoraussetzung jedes wirksamen Schadenversicherungsvertrags.

Begriff

Versicherungsagent

Ein Versicherungsagent ist ein selbstständiger Vermittler, der im Auftrag und Namen eines oder mehrerer Versicherer Verträge vermittelt, entweder als Ausschliesslichkeitsagent oder als Mehrfachagent.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Begriff

Versicherungsantrag

Der Versicherungsantrag ist die Willenserklärung des künftigen Versicherungsnehmers, mit der er den Abschluss eines Versicherungsvertrags zu bestimmten Bedingungen anbietet.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Begriff

Versicherungsaufsichtsbehörde

Die Versicherungsaufsichtsbehörde überwacht Versicherungsunternehmen im Interesse der Versicherten mittels rechtlicher, finanzieller und qualitativer Aufsichtsmittel.

Erklärt auf der Themenseite Regulatorik

Regulierung

Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)

Das Versicherungsaufsichtsgesetz ist das zentrale deutsche Gesetz zur staatlichen Aufsicht über Versicherungsunternehmen und setzt unter anderem die europäische Solvency-II-Richtlinie um.

Begriff

Versicherungssumme

Die Versicherungssumme ist der vertraglich vereinbarte Höchstbetrag, bis zu dem der Versicherer im Schadenfall leistet, und zugleich Grundlage der Prämienberechnung.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsgestaltung

Begriff

Versicherungssumme als Lohnvielfaches (Sum Insured as Multiple of Salary)

In der Gruppenunfallversicherung kann die Versicherungssumme je versicherte Person statt als Fixbetrag als Vielfaches des Jahreslohns vereinbart werden (marktüblich beispielhaft 3- bis 5-mal); die Leistung folgt damit automatisch der Lohnentwicklung, setzt aber eine klare Lohndefinition, eine Höchstgrenze (Salary Cap) und die periodische Deklaration der Lohnsumme voraus.

Begriff

Versicherungsvertrag (Insurance Contract)

Der Versicherungsvertrag ist die rechtliche Vereinbarung, durch die sich der Versicherer gegen Zahlung einer Prämie verpflichtet, im Versicherungsfall die vereinbarte Leistung zu erbringen.

Klausel

Versorgungsunterbrechung (Public Utilities)

Die Public-Utilities-Klausel erweitert die Betriebsunterbrechungsversicherung auf Ertragsausfälle infolge eines versicherten Sachschadens bei einem Strom-, Gas-, Wasser- oder Telekommunikationsversorger, ohne dass am eigenen Standort ein Schaden eintreten muss.

Klausel

Vertragserfüllungsausschluss

AHB-Ausschluss für Ansprüche auf Vertragserfüllung, Nacherfüllung oder vergleichbare Erfüllungssurrogate, da die Haftpflichtversicherung nur gesetzliche Schadenersatzansprüche Dritter, nicht aber Erfüllungsinteressen deckt.

Klausel

Vertragspreisklausel (Contract Price)

Die Contract-Price-Klausel legt fest, dass beschädigte oder zerstörte Ware, für die bereits ein Verkaufsvertrag besteht, auf Basis des vereinbarten Vertragspreises anstelle des Marktwerts oder der Herstellungskosten entschädigt wird.

Risikomerkmal

Vertragsstrafen/Konventionalstrafen

Vertragsstrafen/Konventionalstrafen erfassen, ob ein Versicherungsnehmer in Kundenverträgen Konventionalstrafen, Vertragsstrafenklauseln oder Leistungsgarantien vereinbart hat, da eine solche übernommene vertragliche Haftung typischerweise über den Umfang der Standard- Betriebs- oder Berufshaftpflichtdeckung hinausgeht und davon nicht gedeckt ist.

Begriff

Vertrauensarzt (Art. 57 KVG)

Der Vertrauensarzt ist die vom Krankenversicherer bestellte, fachlich unabhängige Ärztin oder der Arzt, die den Versicherer nach Art. 57 KVG in medizinischen Fachfragen sowie bei Vergütung und Tarifanwendung berät und die Leistungsvoraussetzungen prüft; er darf dem Versicherer nur die für den Entscheid notwendigen Angaben weitergeben und wirkt so als Datenschutzfilter zwischen Behandlung und Versicherung.

Klausel

Verzicht auf Kürzung bei grober Fahrlässigkeit

Die Klausel verzichtet vertraglich auf das gesetzliche Recht des Versicherers, seine Leistung bei grob fahrlässiger Herbeiführung des Versicherungsfalles zu kürzen oder zu verweigern, und stellt den Versicherungsnehmer wirtschaftlich wie bei leichter Fahrlässigkeit.

Risikomerkmal

Videoüberwachung

Die Videoüberwachung erfasst, in welchem Umfang Perimeter, Zugänge und gefährdete Bereiche eines Standorts durch ein Kamerasystem überwacht werden – eine in Sachversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung von Abschreckung und Aufklärungsfähigkeit im Schadenfall.

Risk Engineering

Videoüberwachungsanlagen

Videoüberwachungsanlagen (VÜA) erfassen und dokumentieren sicherheitsrelevante Ereignisse und unterstützen in Kombination mit Einbruchmelde- und Zutrittskontrollsystemen die Alarmverifikation und Beweissicherung.

Begriff

Vinkulierung (Assignment as Collateral)

Vinkulierung bezeichnet die vertragliche Bindung der Verfügung über eine Versicherungsleistung an die Zustimmung eines Dritten, meist eines Kreditgebers, zu dessen Sicherheit die Police verpfändet oder abgetreten wurde.

Begriff

Vollwertversicherung

Bei der Vollwertversicherung entspricht die Versicherungssumme dem vollen Versicherungswert des versicherten Objekts, sodass im Schadenfall grundsätzlich keine Unterversicherung eintreten kann.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Begriff

Vorbehalt in der Zusatzversicherung (Leistungsausschluss)

Der Vorbehalt ist ein individueller Leistungsausschluss in der privatrechtlichen Kranken-Zusatzversicherung nach VVG, mit dem der Versicherer bestehende oder frühere Erkrankungen und deren Folgen von der Deckung ausnimmt; er beruht auf der Gesundheitsdeklaration (Anzeigepflicht Art. 4 VVG), kann befristet oder unbefristet sein und ist in der Grundversicherung nach KVG unzulässig.

Begriff

Vorerkrankung (Pre-Existing Condition)

Eine Vorerkrankung ist eine bereits vor Abschluss des Versicherungsvertrags bestehende Erkrankung, deren Angabe im Rahmen der vorvertraglichen Anzeigepflicht relevant für Risikoprüfung und Annahmeentscheid des Versicherers ist.

Klausel

Vorläufige Deckung

Die Klausel gewährt ab einem vereinbarten Zeitpunkt sofortigen, aber zeitlich und inhaltlich begrenzten Versicherungsschutz, bevor der endgültige Versicherungsvertrag abgeschlossen oder die Police ausgestellt ist.

Begriff

Vorsatz (Wilful Intent)

Vorsatz bezeichnet das wissentliche und gewollte Herbeiführen eines Versicherungsfalls durch den Versicherungsnehmer, das in fast allen Versicherungssparten zwingend vom Versicherungsschutz ausgeschlossen ist.

Begriff

Vorsorgeausweis

Der Vorsorgeausweis ist das jährliche Dokument der Vorsorgeeinrichtung, das einer versicherten Person Auskunft über ihr Altersguthaben und die zu erwartenden Leistungen der beruflichen Vorsorge gibt.

Erklärt auf der Themenseite Berufliche Vorsorge

Risikomerkmal

Vorsorgeplan (BVG-Überobligatorium)

Der Vorsorgeplan erfasst die Ausgestaltung und Grosszügigkeit der überobligatorischen BVG-Vorsorgeleistungen des Arbeitgebers und dient der Zeichnung von Gruppenlebens- und Rückdeckungsversicherungen für das Vorsorgerisiko.

Begriff

Vorsorgereglement

Das Vorsorgereglement ist das von einer Vorsorgeeinrichtung erlassene Regelwerk, das die konkreten Rechte und Pflichten der versicherten Personen sowie die Leistungen der beruflichen Vorsorge im Einzelnen festlegt.

Erklärt auf der Themenseite Berufliche Vorsorge

Klausel

Vorsorgeversicherung in der AHB

AHB-Klausel, nach der neu entstehende Risiken des Versicherungsnehmers ab ihrer Entstehung automatisch und vorläufig mitversichert sind, bis sie dem Versicherer angezeigt und einvernehmlich in den Vertrag aufgenommen wurden.

Risikomerkmal

Vorversicherer und Kündigungsgrund

Vorversicherer und Kündigungsgrund erfassen die Identität des bisherigen Versicherers des Antragstellers und, falls die Deckung nicht einfach zu Standardbedingungen erneuert wurde, den Grund für deren Beendigung – ein früher Hinweis auf nicht offengelegte belastende Vorgeschichte.

Begriff

Vorvertragliche Anzeigepflicht

Die vorvertragliche Anzeigepflicht verpflichtet den Antragsteller, dem Versicherer die ihm bekannten gefahrerheblichen Umstände wahrheitsgemäss und vollständig anzuzeigen.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsrecht

Regulierung

VVG (Deutsches Versicherungsvertragsgesetz)

Das deutsche Versicherungsvertragsgesetz (VVG) regelt das privatrechtliche Verhältnis zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer, insbesondere Anzeigepflichten, Obliegenheiten, Gefahrerhöhung und die Rechtsfolgen ihrer Verletzung sowie die Leistungspflicht des Versicherers.

Regulierung

VVG (Versicherungsvertragsgesetz)

Das schweizerische Versicherungsvertragsgesetz (VVG) regelt das privatrechtliche Verhältnis zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer – von der Anzeigepflicht über Prämien bis zur Leistung im Schadenfall.

Begriff

Wagnis (Hazardous Activity in Accident Insurance)

Ein Wagnis ist in der schweizerischen Unfallversicherung eine Handlung, mit der sich die versicherte Person einer besonders grossen Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehren zu treffen oder treffen zu können, die das Risiko auf ein vernünftiges Mass beschränken; bei Nichtberufsunfällen infolge eines Wagnisses werden die Geldleistungen um die Hälfte gekürzt und in besonders schweren Fällen verweigert.

Risk Engineering

Wald- und Flächenbrandexponierung

Wald- und Flächenbrandexponierung bezeichnet die Gefährdung von Gebäuden und Aussenanlagen durch unkontrollierte Vegetationsbrände in Waldrand- und Trockengebieten und die daraus abgeleiteten Schutzmassnahmen.

Risikomerkmal

Waldbrand- und Flächenbrandexposition

Waldbrand- und Flächenbrandexposition erfasst die Nähe eines Standorts zu Wald-, Busch- oder Grasland-Brennmaterial und dessen Lage in der Wald-Siedlungs-Übergangszone und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Waldbrandausbreitungsgefahr abgefragt.

Risikomerkmal

Warenwerte im Transport

Warenwerte im Transport erfassen den maximalen Wert der Güter, die typischerweise gleichzeitig auf einem Fahrzeug, Waggon oder einer Sendung transportiert werden – eine in Transportversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Festlegung von Einzel- und Kumullimiten.

Klausel

Warranty of Retention

Die Warranty of Retention garantiert, dass der Zedent den vereinbarten Selbstbehalt während der gesamten Vertragslaufzeit tatsächlich und ungeschmälert für eigene Rechnung trägt.

Begriff

Wartezeit (Waiting Period)

Die Wartezeit ist der Zeitraum nach Vertragsbeginn, während dessen für bestimmte oder alle Leistungen noch kein Versicherungsschutz besteht.

Klausel

Wartezeit Cyber-Betriebsunterbrechung

Die Wartezeit (Waiting Period) ist die zeitbasierte Karenz, die nach Beginn einer Betriebsunterbrechung durch ein Cyberereignis verstreichen muss, bevor die Cyber-BU-Deckung einsetzt.

Klausel

Wartezeit und Karenzzeit

Wartezeit und Karenzzeit bezeichnen Zeitspannen nach Vertragsbeginn beziehungsweise nach Eintritt des Versicherungsfalls, innerhalb derer noch keine Leistung geschuldet wird.

Risikomerkmal

Wartungsprogramm

Das Wartungsprogramm erfasst, ob ein Versicherter ein dokumentiertes, planmässiges vorbeugendes Instandhaltungssystem für seine Maschinen und Anlagen betreibt statt rein reaktiver Reparatur, was ein zentraler Prädiktor für die Ausfallhäufigkeit ist.

Risk Engineering

Wassernebel-Löschanlagen

Wassernebel-Löschanlagen erzeugen unter hohem oder mittlerem Druck feinst verteiltes Wasser, das Brände durch Kühlung, Sauerstoffverdrängung und Strahlungsabschirmung mit deutlich geringerem Wassereinsatz als klassische Sprinkler bekämpft.

Begriff

Wegeunfall

Der Wegeunfall ist in Deutschland ein Arbeitsunfall auf dem mit der versicherten Tätigkeit zusammenhängenden unmittelbaren Weg nach und von dem Ort der Tätigkeit (§ 8 Abs. 2 SGB VII) und in Österreich ein Arbeitsunfall auf dem Weg zur oder von der Arbeitsstätte (§ 175 Abs. 2 ASVG); die Schweiz kennt keine eigene Kategorie und ordnet den Arbeitsweg dem Nichtberufsunfall zu, bei Teilzeitbeschäftigten unter acht Wochenstunden dem Berufsunfall (Art. 7 Abs. 2 UVG).

Begriff

Werkeigentümerhaftpflicht

Die Werkeigentümerhaftpflicht ist die kausale Haftung des Eigentümers eines Gebäudes oder Werks für Schäden, die durch einen mangelhaften Zustand oder eine mangelhafte Unterhaltung des Werks entstehen.

Klausel

Werkstattbindungsklausel (Approved Repairer Clause)

Die Werkstattbindungsklausel verpflichtet den Versicherungsnehmer, Kaskoschäden ausschliesslich in einer vom Versicherer benannten Partnerwerkstatt reparieren zu lassen, und gewährt im Gegenzug einen Prämiennachlass auf die Kaskoprämie.

Begriff

Wertminderung (Diminished Value)

Wertminderung bezeichnet den verbleibenden Minderwert einer reparierten Sache, insbesondere eines Fahrzeugs, der trotz fachgerechter Instandsetzung gegenüber dem Zustand vor dem Schaden bestehen bleibt.

Risikomerkmal

Wertsachenwert

Der Wertsachenwert ist der deklarierte oder geschätzte Gesamtwert von Schmuck, Uhren, Pelzen, Kunstgegenständen und anderen individuell wertvollen Gegenständen eines Haushalts und bildet die Grundlage für Sublimiten und Sicherungsauflagen in der Wertsachenversicherung.

Risikomerkmal

Wertschutzschrank- und Sicherungsklasse

Die Wertschutzschrank- und Sicherungsklasse erfasst den zertifizierten Widerstandsgrad eines Wertschutzschranks, Tresorraums oder Tresors zur Aufbewahrung von Bargeld und Wertsachen – eine in Sach- und Mankoversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Festlegung von Versicherungssummen für hinterlegte Werte.

Begriff

Widerrufsrecht (Right of Withdrawal)

Das Widerrufsrecht erlaubt dem Versicherungsnehmer, einen neu abgeschlossenen Versicherungsvertrag innerhalb einer gesetzlichen Frist ohne Angabe von Gründen rückwirkend aufzulösen.

Risikomerkmal

Wiederanlaufzeit

Die Wiederanlaufzeit (Recovery Time Objective, RTO) erfasst die angestrebte maximale Zeitspanne, innerhalb der ein kritischer Prozess, ein System oder ein Standort nach einer Störung wiederhergestellt sein muss, wie im Business-Continuity-Plan des Versicherungsnehmers festgelegt und in Betriebsunterbrechungsanträgen abgefragt.

Risikoprofil

Windkraftanlage

Risikoprofil für eine Windkraftanlage (Windturbine oder Windpark an Land): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Begriff

WZW-Kriterien (wirksam, zweckmässig, wirtschaftlich)

Die WZW-Kriterien nach Art. 32 KVG verlangen, dass Leistungen der Schweizer Grundversicherung wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein müssen; die Wirksamkeit ist nach wissenschaftlichen Methoden nachzuweisen. Sie sind die zentrale Leistungsvoraussetzung der OKP und das Pendant zum Wirtschaftlichkeitsgebot des § 12 SGB V in Deutschland.

Begriff

York-Antwerp-Regeln (York-Antwerp Rules)

Die York-Antwerp-Regeln sind das international massgebliche, privatrechtlich vereinbarte Regelwerk zur einheitlichen Berechnung und Verteilung von Havarie-Grosse-Schäden in der Seeschifffahrt.

Begriff

Zahlungs-Reserve-Verhältnis

Das Zahlungs-Reserve-Verhältnis setzt die bereits geleisteten Zahlungen für die Meldejahresschäden eines Versicherungszweigs ins Verhältnis zu den für diese Schäden zusätzlich gebildeten Reserven.

Erklärt auf der Themenseite Reservierung

Begriff

Zahlungsunfähigkeit

Zahlungsunfähigkeit ist die Unfähigkeit eines Schuldners, fällige Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt zu erfüllen, und bildet in der Kreditversicherung das zentrale Ausfallrisiko.

Begriff

Zahlungsweise

Die Zahlungsweise ist der vertraglich vereinbarte Rhythmus, in dem wiederkehrende Versicherungsprämien zu entrichten sind – üblicherweise jährlich, halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich.

Erklärt auf der Themenseite Vertragsgestaltung

Deckung

Zahnzusatzversicherung

Die Zahnzusatzversicherung ist eine private Zusatzversicherung, die Zahnbehandlungen und Zahnersatz über die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinaus abdeckt.

Begriff

Zedent

Der Zedent ist der Erstversicherer, der Risiken aus seinem Bestand ganz oder teilweise an einen Rückversicherer abgibt (zediert).

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Zeichnungsjahr

Das Zeichnungsjahr ist das Jahr, in dem die Risikotragung eines Vertrags beginnt, und dient als Bezugsgrösse für Zeichnung, Reservierung und Ergebnisanalyse im Erst- und Rückversicherungsgeschäft.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Zeichnungspolitik

Die Zeichnungspolitik umfasst die Ziel- und Mittelentscheidungen eines Versicherungsunternehmens zur Übernahme versicherter Risiken, einschliesslich Zeichnungsgrenzen, Eigenbehalten und Risikoprämien.

Erklärt auf der Themenseite Underwriting

Begriff

Zeitwert

Der Zeitwert ist der Neuwert einer Sache abzüglich der Wertminderung durch Alter, Abnutzung oder technischen Fortschritt und bildet in der Sachversicherung die Bemessungsgrundlage, wenn nicht zum Neuwert versichert ist.

Klausel

Zeitwert-/Neuwertklausel

Die Klausel definiert, ob als Versicherungswert und Bemessungsgrundlage der Entschädigung der Zeitwert (Wiederbeschaffungswert abzüglich Alterswertminderung) oder der Neuwert (Wiederbeschaffungswert ohne Abzug) massgeblich ist.

Begriff

Zentraler Grenzwertsatz

Der Zentrale Grenzwertsatz besagt, dass die Verteilung des standardisierten Mittelwerts einer grossen Zahl unabhängiger, identisch verteilter Zufallsvariablen durch die Standardnormalverteilung approximiert werden kann, und bildet damit eine Grundlage des Risikoausgleichs im Kollektiv.

Erklärt auf der Themenseite Risikotheorie

Begriff

Zentralruf der Autoversicherer

Der Zentralruf der Autoversicherer ist eine Einrichtung des GDV und der deutschen Kfz-Versicherer, die Unfallgeschädigten bei berechtigtem Interesse kostenlos Auskunft über den Kfz-Haftpflichtversicherer eines unfallbeteiligten Fahrzeugs erteilt.

Risikomerkmal

Zertifizierungen und Normkonformität

Zertifizierungen und Normkonformität erfassen, gegen welche Sicherheits-, Leistungs- oder regulatorischen Normen die Produkte eines Versicherungsnehmers zertifiziert sind (z.B. CE-Kennzeichnung, UL-Listung, branchenspezifische Normen), da Lücken in der Zertifizierung eine häufige Ursache für Produkthaftpflicht- und Rückrufexposure sind.

Begriff

Zession

Die Zession ist die Abtretung eines Risikos oder Risikoanteils durch den Erstversicherer (Zedent) an einen Rückversicherer (Zessionär) gegen Zahlung einer Rückversicherungsprämie.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Zessionslimit

Das Zessionslimit ist die zwischen Zedent und Rückversicherer vereinbarte maximale Beteiligungshöhe eines Rückversicherers an einem Risiko oder Vertrag.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Begriff

Zillmern

Zillmern ist das nach dem Versicherungsmathematiker August Zillmer benannte Verfahren zur Beitragsberechnung, mit dem die Abschlusskosten eines Lebensversicherungsvertrags über die laufenden Prämien finanziert werden.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Zillmerprämie

Die Zillmerprämie ist die Nettoprämie einer Lebensversicherung, erhöht um den über die Prämienzahlungsdauer verrenteten, durch das Zillmern ermittelten Abschlusskostenzuschlag.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Zillmersatz

Der Zillmersatz ist der aufsichtsrechtlich begrenzte Prozentsatz zur Berechnung des Abschlusskostenzuschlags in der Lebensversicherung im Rahmen des Zillmerns.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Zinsgarantie

Die Zinsgarantie ist die vertragliche Verpflichtung eines Lebensversicherers, aus den Sparprämien eines Vertrags eine bestimmte Mindestverzinsung zu erbringen.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Zinsgewinn

Der Zinsgewinn ist der Teil des Kapitalanlageergebnisses eines Lebensversicherungsbestands, der nach Abzug der Kapitalanlageaufwendungen und der garantierten Zinsen verbleibt.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Begriff

Zinsrisiko

Das Zinsrisiko bezeichnet das Risiko eines Versicherungsunternehmens, den bei der Prämienkalkulation unterstellten Rechnungszins aus den Kapitalanlagen nicht zu erwirtschaften.

Erklärt auf der Themenseite Solvabilität

Begriff

Zinsstrukturkurve

Die Zinsstrukturkurve zeigt die Abhängigkeit der Renditen gleichartiger Anleihen von ihrer Restlaufzeit zu einem bestimmten Zeitpunkt und dient Versicherern als Grundlage für die marktkonsistente Bewertung künftiger Zahlungsverpflichtungen.

Erklärt auf der Themenseite Solvabilität

Klausel

Zinsteilungsklausel

Die Zinsteilungsklausel regelt in der Schadenexzedenten-Rückversicherung, wie Verzugs- oder Prozesszinsen aus einem Schadenfall zwischen Erstversicherer und Rückversicherer aufgeteilt werden.

Begriff

Zinsträger

Zinsträger ist das Kapital eines Versicherungsunternehmens, das rentierlich angelegt werden kann; bilanziell umfasst es vor allem das Eigenkapital und die versicherungstechnischen Rückstellungen.

Erklärt auf der Themenseite Kapitalanlage

Begriff

Zinstransitional

Das Zinstransitional ist eine Übergangsmassnahme unter Solvency II, die es Versicherern erlaubt, die risikofreie Zinsstrukturkurve zur Bewertung ihrer Verpflichtungen vorübergehend an einen früheren Solvency-I-Zinssatz anzunähern.

Erklärt auf der Themenseite Solvabilität

Begriff

Zinszusatzreserve (ZZR)

Die Zinszusatzreserve (ZZR) ist der Teil der Deckungsrückstellung in der Lebensversicherung, der für künftige Garantiezinsverpflichtungen in Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen zusätzlich zurückgestellt wird.

Erklärt auf der Themenseite Reservierung

Begriff

Zufälliges Risiko

Das zufällige Risiko ist in der Risikotheorie die nichtnegative Zufallsvariable, die die Schadenhöhe eines versicherten Risikos beschreibt, und bildet damit den mathematischen Grundbaustein aktuarieller Modelle.

Erklärt auf der Themenseite Risikotheorie

Begriff

Zufallsrisiko

Das Zufallsrisiko ist die Komponente des versicherungstechnischen Risikos, die aus der zufälligen Streuung der tatsächlichen Schäden um den kalkulierten Erwartungsschaden entsteht und selbst bei korrekt geschätzten Parametern nicht eliminierbar ist.

Erklärt auf der Themenseite Risikotheorie

Begriff

Zugangsfaktor

Der Zugangsfaktor ist ein Faktor in der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung, der eine von der Regelaltersgrenze abweichende Inanspruchnahme der Altersrente bei der Rentenberechnung berücksichtigt.

Erklärt auf der Themenseite Rentenversicherung

Klausel

Zugangsverweigerung (Denial of Access)

Die Denial-of-Access-Klausel erweitert die Betriebsunterbrechungsversicherung auf Ertragsausfälle, die entstehen, wenn der Zugang zum eigenen, unbeschädigten Betrieb durch einen versicherten Schaden in der Nachbarschaft verhindert oder erheblich erschwert wird.

Begriff

Zuleitungsrohre

Zuleitungsrohre sind die Rohre, die Frischwasser oder Gas in ein Gebäude transportieren; Bruchschäden daran innerhalb des Gebäudes sind üblicherweise unter der Gefahr Leitungswasser mitversichert.

Erklärt auf der Themenseite Sachversicherung

Klausel

Zulieferer- und Kundenklausel (CBI Extension)

Die Zulieferer- und Kundenklausel erweitert die Betriebsunterbrechungs- versicherung auf Ertragsausfälle infolge eines versicherten Sachschadens bei einem benannten oder unbenannten Lieferanten oder Abnehmer.

Begriff

Zurechnungszeiten

Zurechnungszeiten sind beitragsfreie Zeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung, die rentensteigernd angerechnet werden, um die Rentenhöhe bei früher Erwerbsminderung eines Versicherten auszugleichen.

Erklärt auf der Themenseite Rentenversicherung

Begriff

Zusatzbeitrag

Der Zusatzbeitrag ist der von Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu tragende, kassenindividuelle Beitragsanteil, der über den allgemeinen gesetzlichen Beitragssatz hinausgeht.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Begriff

Zusatzversicherung

Eine Zusatzversicherung ist ein zusätzlicher Versicherungsvertrag, der einen bestehenden Hauptvertrag oder den Versicherungsschutz der Sozialversicherung um Zusatzleistungen erweitert.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Begriff

Zusatzversorgung

Die Zusatzversorgung bildet die zweite Schicht der Altersversorgung in Deutschland und umfasst insbesondere die Riester-Rente und die betriebliche Altersversorgung.

Erklärt auf der Themenseite Altersvorsorge

Begriff

Zuschüsse (Vertriebsförderung)

Zuschüsse sind leistungsunabhängige Zahlungen eines Versicherungsunternehmens an Versicherungsvertreter zur Unterstützung des Agenturaufbaus, die nicht mit Provisionen verrechnet werden.

Erklärt auf der Themenseite Vertrieb

Risk Engineering

Zutrittskontrolle

Zutrittskontrollanlagen (ZKA) steuern und protokollieren den Zutritt zu Gebäuden und Sicherheitsbereichen anhand von Identifikationsmerkmalen und ergänzen mechanische und elektronische Einbruchsicherung um eine personenbezogene Zugriffssteuerung.

Risikomerkmal

Zutrittskontrollsystem

Das Zutrittskontrollsystem erfasst, mit welcher Methode der Zugang zu einem Standort oder zu dessen sensiblen Bereichen (Serverraum, Kasse, Gefahrstofflager) beschränkt und protokolliert wird – eine in Sach- und Cyberversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung des Risikos unberechtigten Zugangs.

Begriff

Zuverlässigkeitsprüfung

Die Zuverlässigkeitsprüfung ist Voraussetzung für die Erteilung einer Gewerbeerlaubnis an selbstständige Versicherungsvermittler und wird von der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder dem Versicherungsunternehmen durchgeführt.

Begriff

Zuzahlungen

Zuzahlungen sind zusätzliche Zahlungen der Versicherten über die normalen Beiträge hinaus, die für die Inanspruchnahme bestimmter Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu entrichten sind.

Erklärt auf der Themenseite Krankenversicherung

Begriff

Zweckgesellschaft (SPV)

Eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) ist eine rechtlich selbstständige Gesellschaft, die ausschliesslich zur Emission von Wertpapieren gegründet wird, mit denen Versicherungs- oder Kreditrisiken am Kapitalmarkt platziert werden.

Regulierung

Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II)

Das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) reformierte zum 1.1.2017 die soziale Pflegeversicherung in Deutschland durch die Umstellung der drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade und einen neu definierten Pflegebedürftigkeitsbegriff.

Begriff

Zweitrisikodeckung

Die Zweitrisikodeckung ist eine nachgelagerte, allein vom Rückversicherer getragene Deckung, die erst nach Verbrauch der vorangehenden, vom Erstversicherer getragenen Deckung (erstes Risiko) einsetzt.

Erklärt auf der Themenseite Rückversicherung

Risikomerkmal

Zweitwohnsitz

Zweitwohnsitz erfasst, ob es sich beim versicherten Objekt um eine Ferienwohnung oder eine andere nur teilweise im Jahr genutzte Zweitwohnung handelt, im Unterschied zum Hauptwohnsitz der versicherten Person, was sowohl die Gebäude- als auch die Privathaftpflichtbeurteilung beeinflusst.

Begriff

Zwischenbestand

Der Zwischenbestand ist der Bestand an deutschen Lebensversicherungsverträgen, die zwischen dem 1.1.1995 und dem 1.1.1998 abgeschlossen wurden und gesondert vom Alt- und Neubestand geführt werden.

Erklärt auf der Themenseite Lebensversicherung

Klausel

Zwischenprodukt-Ausfallklausel (ICOW/AICOW)

Die ICOW/AICOW-Klausel regelt, in welchem Umfang zusätzliche Kosten zur Vermeidung oder Verminderung eines Umsatzausfalls nach einem versicherten Sachschaden im Rahmen der Betriebsunterbrechungsversicherung ersetzt werden.

Begriff

Zyklusmanagement

Zyklusmanagement bezeichnet den Managementansatz, der die Wechsel zwischen harten und weichen Versicherungsmärkten systematisch in Unternehmens- und Wettbewerbsstrategie einbezieht.