Risikomerkmal

Lohnsumme UVG/Berufsunfall

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Die Lohnsumme UVG erfasst die gesamte versicherbare Lohnsumme, die der obligatorischen schweizerischen Unfallversicherung (UVG) unterliegt, und bildet die Prämienbasis, auf welche Suva oder der private UVG-Versicherer den Gefahrenklassensatz anwendet.

Kategorie
Personen · CHF
Datentyp
Zahl
Risikotreiber
Schadenhöhe, Schadenhäufigkeit, Kumul
Wirkung auf Underwriting
Prämie, Auflage/Obliegenheit

Typische Antragsfragen

  • Wie hoch ist die jährliche AHV-pflichtige Lohnsumme aller UVG-versicherten Mitarbeitenden?
  • Wie teilt sich die Lohnsumme auf Berufsunfall- und Nichtberufsunfallrisiko auf?
  • Handelt es sich bei der gemeldeten Lohnsumme um einen definitiven Wert oder eine provisorische Schätzung mit Nachverrechnung?

Nachweise

  • Suva/UVG-Betriebsbeschreibung
  • Lohnausweis und AHV-Lohnbescheinigung
  • Prämienabrechnung des Vorjahres

Warum relevant für das Underwriting

Die gemeldete Lohnsumme bildet die direkte Prämienbasis der obligatorischen Berufsunfallversicherung nach UVG: Der Versicherer multipliziert die Lohnsumme mit dem massgebenden Gefahrenklassensatz, um die Jahresprämie zu berechnen. Eine zu tief deklarierte Lohnsumme führt zu einer Unterdeckung, die bei der Jahresabrechnung nachverrechnet werden muss, während eine zu hoch angesetzte Lohnsumme unnötige Liquiditätskosten verursacht. Da die meisten Arbeitgeber Berufsunfall- und Nichtberufsunfalldeckung kombinieren und die Nichtberufsunfallprämie davon abhängt, ob Mitarbeitende mehr als acht Stunden pro Woche arbeiten, verändert die Aufteilung der Lohnsumme auf diese beiden Risikokategorien die Gesamtprämie massgeblich und muss sorgfältig nachgeführt werden.

Erfassung und Nachweise

Antrags- und Erneuerungsformulare fragen die gesamte AHV-pflichtige Lohnsumme je Gefahrenklasse ab, aufgeteilt nach Berufsunfall- und Nichtberufsunfallanteil, zusammen mit der Mitarbeiterzahl je Tätigkeit. Underwriter überprüfen die Deklaration anhand der Suva- oder Privatversicherer-Betriebsbeschreibung, der Lohn-/AHV-Bescheinigung sowie der Prämienabrechnung des Vorjahres, da die definitive Prämie stets nachträglich anhand der effektiven Löhne korrigiert wird.

Wirkung auf Deckung, Prämie und Bedingungen

Die Lohnsumme setzt in Kombination mit der Gefahrenklasse unmittelbar die Prämie fest; Deckungsumfang, Sublimiten oder Ausschlüsse werden dadurch in der Regel nicht verändert. Versicherer knüpfen häufig eine Meldeobliegenheit an, wonach die effektiven Löhne jährlich zu deklarieren sind und die Prämie rückwirkend angepasst wird; anhaltende Unterdeklaration kann Vertragsstrafen oder die Forderung einer Sicherheitsleistung auslösen.

Massnahmen

Arbeitgeber reduzieren die Prämienvolatilität durch eine sorgfältige, tätigkeitsbezogene Lohnbuchhaltung, die zeitnahe Meldung wesentlicher Personal- oder Lohnveränderungen während der Vertragsdauer sowie den Abgleich der deklarierten Lohnsumme mit den AHV-Meldungen vor jeder Erneuerung, um grosse Nachverrechnungen zu vermeiden.