Abschottung von Leitungsdurchführungen
Die Abschottung von Leitungsdurchführungen verschliesst die Durchbrüche von Kabeln, Rohren und Lüftungsleitungen durch brandabschnittsbildende Bauteile, damit deren Feuerwiderstand nicht durch offene Spalten unterlaufen wird.
Problemstellung
Kabeltrassen, Rohrleitungen und Lüftungskanäle müssen praktisch jede raumabschliessende Wand und Decke eines Gebäudes durchdringen. Jede dieser Durchführungen ist eine potenzielle Schwachstelle: Ungeschlossene Spalten wirken wie Kamine und lassen Feuer und Rauch in Windeseile in benachbarte Brandabschnitte übertreten, selbst wenn die Wand selbst hoch feuerwiderstandsfähig ausgeführt ist.
Technische Ausführung
Abschottungssysteme – Brandschutzmörtel, -kissen, -manschetten, -schäume oder -platten – werden herstellerspezifisch geprüft und zugelassen und müssen exakt nach Zulassung mit den jeweiligen Leitungsarten, -durchmessern und Dämmstoffen kombiniert werden. Nachträglich verlegte Kabel ohne fachgerechte Nachabschottung sind eine der häufigsten Ursachen für unwirksame Brandabschnitte in bestehenden Gebäuden.
Versicherungsrelevanz
Da Abschottungen nach Fertigstellung meist verdeckt und nicht mehr sichtbar sind, verlangen Risk Engineers Ausführungs- und Prüfnachweise sowie Dokumentation nachträglicher Eingriffe an Leitungstrassen. Fehlende oder unsachgemässe Abschottungen zählen zu den am häufigsten festgestellten baulichen Mängeln bei Sachrisikobesichtigungen und werden regelmässig als Verbesserungsempfehlung aufgenommen.
Normen und Regelwerke
- VdS 3536 – Kommentar zur Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (MLAR)