Risikomerkmal

Anstellung von Hausangestellten

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Die Anstellung von Hausangestellten erfasst, ob ein Haushalt Reinigungskräfte, Kinderbetreuungspersonen, Gärtner oder andere Hausangestellte beschäftigt – eine in Privathaftpflicht- und Unfallversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung der Arbeitgeberhaftpflicht und der obligatorischen Sozialversicherungspflichten.

Kategorie
Privatbereich
Datentyp
Ja/Nein
Risikotreiber
Schadenhäufigkeit, Schadenhöhe
Wirkung auf Underwriting
Prämie, Auflage/Obliegenheit

Typische Antragsfragen

  • Beschäftigt der Haushalt Reinigungskräfte, Kinderbetreuungspersonen, Gärtner oder andere Hausangestellte, und wie viele Stunden pro Woche arbeitet jede Person?
  • Ist der Haushalt als Arbeitgeber bei den zuständigen Sozialversicherungen und der Unfallversicherung für diese Angestellten registriert?
  • Wie hoch ist die jährliche Lohnsumme, die an Hausangestellte ausgezahlt wird?

Nachweise

  • Arbeitsvertrag/-verträge der Hausangestellten
  • Bestätigung der Anmeldung bei Sozialversicherung und Unfallversicherung
  • Lohnbuchhaltung bzw. Lohnsummenaufzeichnungen

Warum relevant für das Underwriting

Ein Haushalt, der eine Reinigungskraft, eine Kinderbetreuungsperson oder einen Gärtner beschäftigt, übernimmt rechtliche Pflichten, die ein Haushalt ohne Personal nicht hat – insbesondere die Anmeldung der angestellten Person bei der obligatorischen Unfall- und Sozialversicherung sowie die Arbeitgeberhaftpflicht für Verletzungen, die sich die angestellte Person bei der Arbeit zuzieht, etwa ein Sturz von einer Leiter beim Fensterputzen oder eine Schnittverletzung beim Einsatz von Gartenmaschinen. Underwriter müssen wissen, ob Hausangestellte beschäftigt werden, wie viele Stunden sie arbeiten und welche Lohnsumme ausgezahlt wird, da diese Angaben bestimmen, ob die private Haftpflichtversicherung eine Arbeitgeberhaftpflicht-Erweiterung benötigt und ob die obligatorischen Unfallversicherungspflichten erfüllt sind – beides beeinflusst das Gesamtrisikoprofil des Haushalts und dessen Exposition gegenüber Kosten, die ausserhalb einer gewöhnlichen Privatkundenpolice liegen würden.

Erfassung und Nachweise

Antragsformulare fragen, ob der Haushalt Hausangestellte beschäftigt, welche Art von Arbeit ausgeführt wird, die wöchentliche Stundenzahl und die jährliche Lohnsumme, sowie ob der Haushalt als Arbeitgeber bei den zuständigen Sozial- und Unfallversicherungen angemeldet ist. Underwriter überprüfen die Angaben anhand des Arbeitsvertrags, der Bestätigung der Anmeldung bei Sozial- und Unfallversicherung sowie der Lohnbuchhaltung, welche die tatsächlich ausgezahlte Lohnsumme belegt, da informelle oder nicht deklarierte Anstellungsverhältnisse ein wesentlich anderes Risiko darstellen als ein ordnungsgemäss angemeldetes und weil die tatsächliche Wochenarbeitszeit im Zeitverlauf ansteigen kann, ohne dass die deklarierte Lohnsumme entsprechend angepasst wird.

Wirkung auf Deckung, Prämie und Bedingungen

Privathaftpflichtpolicen erstrecken sich üblicherweise auf die Pflichten des Haushalts als Arbeitgeber von Hausangestellten, doch diese Erweiterung setzt meist voraus, dass die Lohnsumme korrekt deklariert wird, und sie ist häufig mit einer Auflage verbunden, dass der Haushalt die gesetzlich vorgeschriebene Sozial- und Unfallversicherungsanmeldung während der gesamten Vertragsdauer aufrechterhält. Nicht deklarierte oder informell beschäftigte Angestellte können zu einer Deckungslücke bei Arbeitgeberhaftpflichtansprüchen führen, da der Haushalt sonst Unfallkosten trägt, welche eigentlich durch die obligatorische Versicherung abgedeckt werden sollten, was im Schadenfall zu einer erheblichen unversicherten Haftung führen kann.

Massnahmen

Haushalte reduzieren die Arbeitgeberhaftpflichtexposition, indem sie Hausangestellte umgehend bei der zuständigen Ausgleichskasse und Unfallversicherung anmelden, Arbeitsverträge und Lohnaufzeichnungen aktuell halten und die deklarierte Lohnsumme bei jeder Änderung der Arbeitszeit oder Entlöhnung überprüfen, damit die Anmeldung korrekt bleibt. Klare Sicherheitsanweisungen für Tätigkeiten mit Leitern, Reinigungschemikalien oder Gartenmaschinen sowie die Bereitstellung geeigneter Schutzausrüstung reduzieren zusätzlich die Häufigkeit von Arbeitsunfällen bei Hausangestellten und die Wahrscheinlichkeit eines strittigen Schadenfalls.

Normen und Regelwerke

  • ISO 31000:2018 – Risk management, Guidelines