Risk Engineering

Risikobesichtigung (Property Risk Survey)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.2.0

Die Risikobesichtigung ist die systematische Begehung eines Betriebs durch Risk Engineers vor Ort, die Gefährdungen, Schutzmassnahmen und Managementprogramme erfasst und die fachliche Grundlage für Risikoeinstufung, Auflagen und Versicherungskonditionen liefert.

Ablauf

Die Begehung umfasst eine vollständige Besichtigung von Gebäuden, Anlagen und Aussenbereichen sowie Gespräche mit den Betriebsverantwortlichen. Geprüft werden Bauweise, Nutzung, Brandabschnitte, Löschanlagen und Explosionsschutz sowie organisatorische Programme wie Freigabeverfahren für Feuerarbeiten, Instandhaltung und Ausserbetriebnahme-Management. Ergänzend werden Schadenhistorie und offene Verbesserungsempfehlungen ausgewertet.

Methodik

Je nach Komplexität reichen die eingesetzten Verfahren von checklistenbasierten Kontrollen bis zu formalen Gefährdungsanalysen wie What-if-Betrachtungen oder relativen Rangordnungsverfahren. Aus Bauweise, Nutzung, Schutzniveau und Umgebungsexposition leiten Risk Engineers eine Gesamteinschätzung ab, die in einen Besichtigungsbericht mit Gefährdungsbild, Schutzkonzept und priorisierten Empfehlungen mündet.

Bedeutung für Underwriting

Der Besichtigungsbericht bildet die fachliche Grundlage für Risikoeinstufung, Kapazitätsentscheid, Prämienbildung und Auflagen. Wesentliche Betriebsänderungen, Nutzungswechsel oder eine länger zurückliegende Erstbesichtigung lösen in der Praxis eine Nachbesichtigung aus.

Normen und Regelwerke

  • ISO 31000:2018 – Risk management — Guidelines