Risiken von Kranen und Hebezeugen
Krane und Hebezeuge bergen durch Überlastung, Materialversagen an tragenden Bauteilen oder menschliches Versagen das Risiko herabfallender Lasten, das sowohl die gehobene Ware als auch benachbarte Anlagenteile und Personen gefährdet.
Gefährdungsbild
Ein Absturz der Last ist das schwerwiegendste Einzelrisiko im Kranbetrieb: Er entsteht durch Überschreiten der zulässigen Traglast, Versagen von Seilen, Ketten oder Anschlagmitteln durch Verschleiss oder Beschädigung, Bruch tragender Strukturbauteile sowie durch Bedienfehler wie Pendeln der Last oder ungeeignete Anschlagpunkte. Neben der gehobenen Last selbst sind häufig auch darunterliegende Anlagenteile, Lagergüter oder Personen betroffen, sodass Kranunfälle regelmässig Folgeschäden auslösen, die den unmittelbaren Sachschaden deutlich übersteigen.
Schutzmassnahmen
Zentrale Massnahmen sind eine normgerechte Auslegung und Kennzeichnung der Tragfähigkeit, eine wiederkehrende Prüfung von Tragwerk, Seilen, Ketten und Sicherheitseinrichtungen wie Überlast- und Endschalterabschaltung sowie eine dokumentierte Ausbildung des Bedienpersonals einschliesslich der Regeln für das Anschlagen von Lasten. Sichtprüfungen vor jeder Schicht und eine strukturierte Ablegereife-Beurteilung von Seilen und Anschlagmitteln ergänzen die periodischen Hauptprüfungen.
Versicherungsrelevanz
Für die Maschinen- und Sachversicherung ist bei Kranrisiken sowohl der Zustand der tragenden Struktur als auch die Einhaltung der Prüf- und Wartungsvorgaben massgeblich. Fehlende oder überfällige Hauptprüfungen, unklare Zuständigkeiten für die Anschlagmittelkontrolle oder eine Vorgeschichte von Beinahe-Unfällen gelten als deutliche Risikofaktoren bei der Zeichnung entsprechender Deckungen.