Begriff

Lloyd's of London

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-08-31 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Lloyd's of London ist ein Versicherungsmarktplatz in London, an dem unabhängige Zeichnungsgruppen (Syndikate) über Makler Spezialrisiken zeichnen, ohne selbst als einheitliches Versicherungsunternehmen zu firmieren.

Begriff

Lloyd’s of London ist keine Versicherungsgesellschaft im herkömmlichen Sinne, sondern ein Versicherungsmarktplatz, an dem eine Vielzahl unabhängiger Zeichnungsgruppen, sogenannter Syndikate, unter einem gemeinsamen regulatorischen und operativen Rahmen Spezial- und Grossrisiken zeichnen. Jedes Syndikat wird von einem sogenannten Managing Agent geführt und von Kapitalgebern (traditionell “Names”, heute überwiegend institutionelle Kapitalgeber) finanziert.

Marktstruktur und Zugang

Der Zugang zum Lloyd’s-Markt erfolgt ausschliesslich über zugelassene Lloyd’s-Makler, die Risiken im Auftrag von Versicherungsnehmern oder Erstversicherern in den Markt einbringen; die einzelnen Syndikate zeichnen dabei häufig gemeinsam einen bestimmten Anteil eines Risikos (Subskription), sodass ein einzelnes Grossrisiko auf mehrere Kapazitätsgeber verteilt wird.

Bedeutung für die Spezialversicherung

Lloyd’s ist historisch und bis heute ein bedeutender Marktplatz für aussergewöhnliche und schwer standardisierbare Risiken, darunter Luftfahrt-, Marine-, Kunst- und Kriegsrisikoversicherung sowie neuartige Risikoarten wie Cyberversicherung; die zentrale Sicherheit für Versicherungsnehmer wird durch einen gemeinsamen Zentralfonds gestärkt, der als zusätzliche Sicherheitsebene über die Kapitalausstattung der einzelnen Syndikate hinausgeht.