Finite Risk Reinsurance
Finite Risk Reinsurance ist eine Form der alternativen Rückversicherung, bei der die Risikoübernahme begrenzt und stärker auf die zeitliche Verteilung von Zahlungsströmen ausgerichtet ist.
Begriff
Finite Risk Reinsurance ist eine Form der alternativen Rückversicherung, bei der die vom Rückversicherer übernommene versicherungstechnische Risikokomponente im Vergleich zur klassischen Rückversicherung deutlich begrenzt ist und stattdessen die zeitliche Verteilung von Zahlungsströmen sowie Finanzierungsaspekte im Vordergrund stehen.
Abgrenzung zur klassischen Rückversicherung
Während klassische Rückversicherung primär dem Ausgleich von versicherungstechnischem Risiko dient, zielt Finite Risk Reinsurance stärker auf die Glättung von Ergebnisschwankungen über mehrere Jahre und die Bereitstellung von Liquidität ab; typische Vertragsmerkmale sind eine mehrjährige Laufzeit, eine begrenzte Risikoübernahme durch den Rückversicherer sowie Gewinnbeteiligungs- oder Rückerstattungsklauseln, die einen erheblichen Teil des wirtschaftlichen Ergebnisses beim Zedenten belassen.
Bilanzielle und aufsichtsrechtliche Sensibilität
Aufgrund der begrenzten tatsächlichen Risikoübertragung stehen Finite-Risk-Verträge unter besonderer aufsichtsrechtlicher und bilanzieller Beobachtung, da sie in der Vergangenheit teilweise zur bilanziellen Gestaltung von Versicherungsergebnissen eingesetzt wurden; Rechnungslegungsstandards verlangen daher regelmässig den Nachweis eines signifikanten Risikotransfers, damit ein Vertrag überhaupt als Rückversicherung (statt als reines Finanzinstrument) bilanziert werden darf.