Brandschutztüren und -tore
Brandschutztüren und -tore erfasst, ob Öffnungen zwischen Brandabschnitten durch selbstschliessende, feuerwiderstandsfähige Türen, Tore oder Rolltore geschützt sind – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
- Kategorie
- Brandschutz
- Datentyp
- Ja/Nein
- Risikotreiber
- Schadenhöhe, Kumul
- Wirkung auf Underwriting
- Prämie, Auflage/Obliegenheit
Typische Antragsfragen
- Sind alle Öffnungen zwischen Brandabschnitten (Türen, Tore, Rolltore, Durchführungen für Förderanlagen und Lüftungskanäle) mit Brandabschlüssen ausgestattet, die der geforderten Feuerwiderstandsklasse entsprechen?
- Sind die Brandabschlüsse selbstschliessend oder schliessen sie im Alarmfall automatisch, und werden sie frei von Verkeilungen und Blockierungen gehalten?
- Werden die Abschlüsse in den vorgeschriebenen Intervallen geprüft und funktionsgetestet?
Nachweise
- Plan der Brandabschnitte und Brandabschlüsse
- Produktzertifizierung / Nachweis der Feuerwiderstandsklasse
- Funktionsprüfungs- und Inspektionsnachweise
Warum relevant für das Underwriting
Eine Brandabschnittsbildung funktioniert nur, wenn jede Durchdringung einer feuerwiderstandsfähigen Wand oder Decke – ob Tür, Verladetor oder Kanaldurchführung – mit einem passenden Brandabschluss verschlossen ist. Eine dauerhaft verkeilte Tür oder ein Tor mit geringerer Widerstandsklasse als die umgebende Wand kann die schadenbegrenzende Wirkung einer ansonsten gut geplanten Brandabschnittsbildung zunichtemachen und einem Brand die Ausbreitung weit über den eigentlich vorgesehenen Bereich hinaus ermöglichen. Underwriter betrachten die Abschlüsse daher als den praktischen Test dafür, ob eine auf Plänen dokumentierte Brandabschnittsbildung im Betrieb tatsächlich funktioniert.
Erfassung und Nachweise
Antragsformulare fragen, ob alle Öffnungen in Brandabschnitten mit zur Wand- oder Deckenwiderstandsklasse passenden Brandabschlüssen versehen sind, ob diese selbstschliessend sind oder im Alarmfall automatisch schliessen und ob sie frei von Blockierungen gehalten werden. Underwriter prüfen den Plan der Brandabschnitte und Abschlüsse, die Produktzertifizierung zur tatsächlich verbauten Feuerwiderstandsklasse sowie Funktionsprüfungs- oder Inspektionsnachweise, da nicht einrastende oder im Betrieb offen gehaltene Abschlüsse trotz Vorhandensein keinen Schutz bieten.
Wirkung auf Deckung, Prämie und Bedingungen
Vollständig passende, funktionstüchtige und unblockierte Brandabschlüsse unterstützen die generell für die Brandabschnittsbildung gewährte Prämienanrechnung und reduzieren den für ein einzelnes Brandereignis angenommenen Probable Maximum Loss. Fehlende oder nicht passende Widerstandsklassen, regelmässig offen oder verkeilt aufgefundene Türen oder das Fehlen eines Prüfregimes führen häufig zu einer Auflage zur Nachbesserung oder einer formellen Regelung zum Blockierungsverbot und können die sonst für die Brandabschnittsbildung gewährte Anrechnung mindern.
Massnahmen
Fehlen Abschlüsse, passen sie nicht zur Widerstandsklasse oder sind sie schlecht gewartet, empfehlen Versicherer und Risk Engineers üblicherweise den Einbau von Abschlüssen mit zur umgebenden Bauweise passender Widerstandsklasse, die Ausrüstung mit selbstschliessenden oder alarmgesteuerten automatischen Schliessmechanismen, die konsequente Durchsetzung eines Blockierungsverbots durch Mitarbeiterschulung und Beschilderung sowie die Aufnahme aller Abschlüsse in ein regelmässiges Funktionsprüfungsprogramm.