Brandschutz bei Fassaden
Brandschutz bei Fassaden befasst sich mit der brandschutztechnischen Beurteilung von Aussenwandbekleidungen, Wärmedämmverbundsystemen und Hinterlüftungsräumen, über die sich ein Brand geschossübergreifend an der Gebäudeaussenseite ausbreiten kann.
Gefährdungsbild
Anders als bei einem Innenraumbrand kann sich ein Fassadenbrand über brennbare Dämmstoffe, Hinterlüftungsspalte oder Verbundplatten geschossübergreifend an der Aussenwand nach oben ausbreiten und dabei Brandabschnitte im Gebäudeinneren umgehen. Besonders kritisch sind Wärmedämmverbundsysteme mit Polystyroldämmung sowie hinterlüftete Fassaden, deren Luftspalt wie ein Kamin wirken kann.
Massnahmen
Zu den Schutzmassnahmen zählen nichtbrennbare oder schwerentflammbare Bekleidungsmaterialien, horizontale Brandsperren in Hinterlüftungsebenen, geschossweise Unterbrechung brennbarer Dämmschichten sowie eine sorgfältige Detailausbildung an Fensteranschlüssen und Balkonen. Bei Sanierungen im Bestand ist zu prüfen, ob nachträglich aufgebrachte Dämmsysteme mit dem bestehenden Brandschutzkonzept vereinbar sind.
Versicherungsrelevanz
Fassadenbrände haben in den letzten Jahren europaweit zu einigen der grössten Sachschäden im Wohn- und Gewerbebau geführt und stehen deshalb verstärkt im Fokus der Risikoprüfung. Risk Engineers erfassen bei der Besichtigung Fassadenaufbau, Dämmstoffart und Reaktion-auf-Feuer-Klassifizierung als eigenständigen Bewertungspunkt neben der Innenraum-Brandsicherheit.
Normen und Regelwerke
- CEA 4051 – Protection of Facades
- VdS 3461 – Wärmedämmverbundsystem