Hagelschutz
Hagelschutz umfasst die Wahl schlagfester Bedachungen, Fassaden und Aussenanlagen sowie mechanische Schutzvorrichtungen, mit denen Gebäudehüllen und technische Aufbauten vor Hagelschäden bewahrt werden.
Gefährdungsbild
Hagelkörner treffen nahezu ausschliesslich horizontale und schwach geneigte Oberflächen; am häufigsten betroffen sind Dachhäute, Dachaufbauten wie Lüftungs- und Klimageräte, Lichtkuppeln sowie Photovoltaikmodule. Da Hagelzüge räumlich eng begrenzt, aber lokal sehr intensiv auftreten, entstehen an einzelnen Standorten wiederholt hohe Schadensummen, während benachbarte Gebiete unbeschädigt bleiben.
Schutzmassnahmen
Geprüfte, hagelresistente Bedachungsmaterialien und -systeme reduzieren die Durchschlags- und Eindellungsgefahr erheblich; für Lichtkuppeln und Oberlichter stehen schlagfeste Ausführungen sowie nachrüstbare Schutzgitter zur Verfügung. Photovoltaikanlagen sollten in hagelexponierten Lagen mit zertifizierter Hagelresistenz ausgeschrieben oder durch bewegliche Schutzstoren zusätzlich gesichert werden. Regelmässige Dachbegehungen nach Unwetterereignissen erlauben eine frühzeitige Schadenerkennung.
Versicherungsrelevanz
Da Hagel für Sach- und Rückversicherer ein bedeutendes Kumulrisiko darstellt und in Naturkatastrophenmodellen gesondert abgebildet wird, honorieren manche Versicherer den Einsatz zertifizierter, hagelresistenter Bauprodukte bei der Risikoeinstufung. Fehlende Hagelresistenz von Dach und Gebäudetechnik gilt als wesentlicher Schwachpunkt bei der Risikobesichtigung.
Normen und Regelwerke
- FM Data Sheet 1-34: Hail Damage