Begriff

Pool (Versicherungspool)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-08-31 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Ein Versicherungspool ist ein Zusammenschluss mehrerer Versicherer, die ein bestimmtes Risiko gemeinsam nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel zeichnen, um Kapazität und Fachwissen für schwer versicherbare Risiken zu bündeln.

Begriff

Ein Versicherungspool ist ein vertraglicher Zusammenschluss mehrerer Versicherer, die ein bestimmtes, häufig besonders grosses, seltenes oder schwer kalkulierbares Risiko gemeinsam nach einem im Voraus festgelegten Verteilungsschlüssel zeichnen. Durch die Bündelung von Kapazität und Fachwissen ermöglicht der Pool die Versicherbarkeit von Risiken, die für einen einzelnen Versicherer allein nicht wirtschaftlich tragbar oder fachlich zu bewerten wären.

Typische Anwendungsfälle

Versicherungspools kommen typischerweise bei Risiken mit besonders hohem Schadenpotenzial und geringer statistischer Erfahrungsgrundlage zum Einsatz, etwa bei der Atomhaftpflichtversicherung, bei Terrorrisiken oder bei bestimmten Naturkatastrophenrisiken in stark exponierten Regionen; in manchen Fällen werden solche Pools mit staatlicher Beteiligung oder Rückversicherung errichtet, wenn die private Versicherungswirtschaft allein nicht über ausreichende Kapazität verfügt.

Organisationsform und Risikoverteilung

Die Organisation eines Versicherungspools erfolgt meist über eine gemeinsame Geschäftsstelle, die das Underwriting und die Schadenregulierung zentral koordiniert, während die einzelnen Poolmitglieder ihren jeweiligen Anteil an Prämien und Schäden gemäss dem vereinbarten Verteilungsschlüssel tragen; dies unterscheidet den Pool von der klassischen Mitversicherung, bei der die Aufteilung individuell für jedes einzelne Risiko verhandelt wird.