Betriebshaftpflichtversicherung
Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt gesetzliche Schadenersatzansprüche Dritter, die im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Unternehmens gegen den Versicherungsnehmer erhoben werden.
Vergleichsprofil
- Trigger
- Occurrence (Schadenereignis)
- Versichertes Interesse
- Die gesetzliche Haftung des Versicherungsnehmers für Personen-, Sach- und daraus resultierende Vermögensschäden, die Dritten im Zusammenhang mit dem versicherten Betrieb entstehen.
- Bemessungsgrundlage
- Umsatz, Lohnsumme oder Mitarbeiterzahl, Branchen- und Tätigkeitseinstufung, Gewählte Versicherungssumme je Ereignis und pro Jahr
- Typische Limiten
- Versicherungssumme je Ereignis mit Jahreshöchstleistung, häufig als kombinierte Summe für Personen- und Sachschäden.
- Typische Selbstbehalte
- Selbstbehalt je Schadenfall, meist gering bei KMU-Risiken und höher bei Industrie- oder gefahrgeneigten Betrieben.
- Zielsegmente
- KMU, Industrie, Handel und Dienstleistung, Internationale Programme
Versicherte Ereignisse
- Personen- oder Sachschäden bei Besuchern, Kunden oder Passanten
- Schäden durch Mitarbeiter im Rahmen ihrer Tätigkeit
- Schäden aus abgeschlossenen Arbeiten oder erbrachten Leistungen
- Mieter- oder Betriebsinhaberhaftpflicht für die Geschäftsräume, soweit eingeschlossen
- Produktbezogene Ansprüche, sofern als Baustein mitversichert
Kernausschlüsse
- Reine Vermögensschäden ohne Personen- oder Sachschaden
- Vorsätzliches Handeln
- Schäden an Sachen im Eigentum oder Gebrauch des Versicherungsnehmers
- Berufsfehler aus Beratungs- oder Planungsleistungen
- Allmähliche Umweltbeeinträchtigungen, sofern nicht gesondert versichert
Begriff
Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt die gesetzliche Haftpflicht eines Unternehmens für Personen-, Sach- und daraus resultierende Vermögensschäden, die Dritten im Zusammenhang mit dem versicherten Betrieb entstehen und für die der Versicherungsnehmer nach den allgemeinen zivilrechtlichen Haftungsvorschriften einzustehen hat.
Deckungsumfang
Die Deckung umfasst regelmässig sowohl die Prüfung der Haftungsfrage und die Abwehr unberechtigter Ansprüche (Rechtsschutzfunktion) als auch die Freistellung von berechtigten Schadenersatzansprüchen (Befreiungsfunktion). Typische Deckungsbausteine sind die allgemeine Betriebshaftpflicht, die Produkthaftpflicht sowie optional die Umwelthaftpflicht und die erweiterte Produkthaftpflicht.
Bedeutung für Unternehmen
Die Betriebshaftpflichtversicherung zählt zu den existenziell wichtigsten Versicherungen für Unternehmen jeder Grösse, da bereits ein einzelner Grossschaden – etwa durch einen fehlerhaften Rückruf oder einen schweren Personenschaden – die finanzielle Substanz eines Unternehmens ohne ausreichenden Versicherungsschutz gefährden kann.
Vergleich und Abgrenzung
Die Betriebshaftpflichtversicherung bildet die breite Basisdeckung im Haftpflichtprogramm eines Unternehmens und wird regelmässig durch spezialisierte Deckungen ergänzt, nicht ersetzt: Die Produkthaftpflicht erweitert denselben Schutz auf Fehler an in Verkehr gebrachten Produkten, die Umwelthaftpflicht schliesst die Lücke, die die Grunddeckung bei allmählichen Umwelteinwirkungen und öffentlich-rechtlichen Sanierungskosten lässt, und die Umbrella-Versicherung setzt oberhalb der Betriebshaftpflichtsumme an, um zusätzliche Kapazität oder eine Drop-Down-Deckung nach deren Ausschöpfung bereitzustellen. Die Berufshaftpflichtversicherung ist demgegenüber nicht ergänzend, sondern eigenständig abzugrenzen, da sie reine Vermögensschäden aus Beratungs- oder Planungsfehlern und nicht Personen- oder Sachschäden abdeckt.