Risk Engineering

Wasserkraftanlagen – Risiken und Schadenverhütung

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-01 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Wasserkraftanlagen sind neben dem klassischen Maschinenrisiko von Turbinen und Generatoren zusätzlich Hochwasser-, Geschiebe- und Stauanlagenrisiken ausgesetzt, die bauliche und betriebliche Massnahmen weit über das Krafthaus hinaus erfordern.

Risikotreiber

Neben dem Maschinenrisiko von Turbinen, Generatoren und Transformatoren im Krafthaus prägen bei Wasserkraftanlagen vor allem Staumauer, Wehr, Triebwasserweg und Ausgleichsbecken das Gesamtrisiko. Geschiebe, Treibgut und Vereisung können Einlaufrechen und Turbinen beschädigen, während extreme Hochwasserereignisse die Standsicherheit von Staumauern und Dämmen gefährden können. Kavitation an Laufrädern und Erosionsschäden durch sedimentreiches Wasser zählen zu den häufigsten Ursachen für ungeplante Turbinenrevisionen.

Schutzmassnahmen

Zu den zentralen Massnahmen zählen ein regelmässiges Überwachungs- und Inspektionsprogramm für Stauanlagen einschliesslich Verformungsmessung, eine dem Geschiebeaufkommen angepasste Rechenreinigung, Hochwasserentlastungsanlagen mit ausreichender Kapazität sowie Zustandsüberwachung von Laufrädern und Lagern zur Früherkennung von Kavitationsschäden. Die Sicherheit von Stauanlagen unterliegt in vielen Ländern zusätzlich einer eigenständigen behördlichen Aufsicht.

Versicherungsrelevanz

Wegen der oft jahrzehntelangen Nutzungsdauer von Turbinen und der Einzigartigkeit vieler Maschinensätze sind Ersatzteilbeschaffung und Reparaturdauer nach einem Schaden zentrale Faktoren der Betriebsunterbrechungsbewertung. Sachversicherer prüfen bei der Risikobesichtigung insbesondere den Zustand der Stauanlage, das Hochwasserschutzkonzept und die Dokumentation der wiederkehrenden Sicherheitsüberprüfungen.

Normen und Regelwerke

  • FM Data Sheet 5-3: Hydroelectric Power