Cape-Cod-Methode
Die Cape-Cod-Methode ist ein aktuarielles Reserving-Verfahren, das die Chain-Ladder-Methode mit einem stabilisierenden, aus dem gesamten Bestand abgeleiteten Erwartungswert der Endschadenquote kombiniert.
Begriff
Die Cape-Cod-Methode (auch Stanard-Bühlmann-Methode) ist ein aktuarielles Reserving-Verfahren zur Schätzung des Endschadenaufwands, das die aus den bereits abgewickelten Schäden verschiedener Anfalljahre abgeleitete erwartete Endschadenquote als gewichteten Durchschnitt über den gesamten Bestand berechnet, statt sie wie die Chain-Ladder-Methode für jedes Anfalljahr separat zu extrapolieren.
Vorgehen
Die Methode berechnet zunächst eine bestandsweite erwartete Schadenquote, indem die Summe der bereits gemeldeten Schäden über alle Anfalljahre durch die Summe der jeweils “verdienten”, mit dem Abwicklungsgrad gewichteten Prämien geteilt wird; diese Quote wird anschliessend auf die noch nicht abgewickelten Anteile jedes einzelnen Anfalljahres angewendet, um die IBNR-Reserve zu schätzen.
Vorteile gegenüber der Chain-Ladder-Methode
Die Cape-Cod-Methode liefert insbesondere für junge, wenig abgewickelte Anfalljahre stabilere und weniger volatile Schätzungen als die reine Chain-Ladder-Methode, da sie Information aus dem gesamten Bestand einbezieht, statt sich ausschliesslich auf die bislang begrenzte Schadenerfahrung eines einzelnen Anfalljahres zu stützen; sie wird daher häufig als Ergänzung oder Plausibilisierung zur Chain-Ladder-Methode eingesetzt.