Begriff

Nachversicherungsgarantie (Guaranteed Insurability Option)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.2.0

Die Nachversicherungsgarantie ist das vertraglich eingeräumte Recht, den Versicherungsschutz einer Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung bei bestimmten biografischen Ereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.

Begriff

Die Nachversicherungsgarantie ist ein vertraglich eingeräumtes Optionsrecht, das dem Versicherungsnehmer erlaubt, den bestehenden Versicherungsschutz einer Lebens-, Renten- oder Berufsunfähigkeitsversicherung bei Eintritt bestimmter biografischer Ereignisse (z. B. Heirat, Geburt eines Kindes, Erwerb einer Immobilie oder Abschluss der Ausbildung) bis zu einer vereinbarten Höchstgrenze zu erhöhen, ohne dass hierfür eine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich ist.

Bedeutung für den Versicherungsnehmer

Die Nachversicherungsgarantie schützt den Versicherungsnehmer vor dem Risiko, dass eine spätere Erhöhung des Versicherungsschutzes aufgrund einer inzwischen eingetretenen gesundheitlichen Verschlechterung nicht mehr oder nur zu ungünstigeren Konditionen möglich wäre. Sie ist besonders wertvoll für jüngere Versicherungsnehmer, deren Versicherungsbedarf sich im Zeitverlauf typischerweise durch familiäre und berufliche Veränderungen erhöht.

Kalkulatorische Behandlung durch den Versicherer

Da der Versicherer beim Ausüben der Option auf eine erneute Risikoprüfung verzichtet, wird das damit verbundene Antiselektionsrisiko bereits bei der ursprünglichen Kalkulation des Tarifs pauschal eingepreist; zudem sind Nachversicherungsgarantien regelmässig an feste Fristen und Höchstbeträge gebunden, um das Risiko einer nachträglichen, durch eine ungünstige Gesundheitsentwicklung motivierten Erhöhung zu begrenzen.