Lagerbestand kritischer Ersatzteile
Der Lagerbestand kritischer Ersatzteile erfasst, in welchem Umfang Komponenten mit langen Wiederbeschaffungszeiten für Engpassanlagen bevorratet, vertraglich reserviert oder anderweitig abgesichert sind – eine in Maschinen- und Betriebsunterbrechungsanträgen abgefragte Angabe.
- Kategorie
- Betriebsunterbrechung/Lieferkette
- Datentyp
- Auswahl
- Risikotreiber
- Schadenhöhe, Kumul
- Wirkung auf Underwriting
- Prämie, Sublimite, Auflage/Obliegenheit
Typische Antragsfragen
- Ist für jede identifizierte Engpassanlage ein kritisches Ersatzteil vor Ort vorhanden, im Pool mit Schwesteranlagen verfügbar, beim Hersteller vertraglich reserviert oder gar nicht abgesichert?
- Wie wurde die Entscheidung für oder gegen eine Bevorratung des jeweiligen Teils begründet, und wann wurde sie zuletzt überprüft?
- Welche bestätigte Lieferzeit gibt der Hersteller für das betreffende Bauteil an, wenn kein Ersatzteil bevorratet ist?
Nachweise
- Ersatzteilbestandsliste mit Zuordnung zu Engpassanlagen
- Rahmen- oder Reservierungsverträge mit Herstellern
- Feststellungen der Risk-Engineering-Begehung zur Ersatzteilabdeckung
Warum relevant für das Underwriting
Sobald eine Engpassanlage identifiziert ist, entscheidet ein einzelner Faktor darüber, ob deren Ausfall eine kurze Reparatur oder eine monatelange Unterbrechung nach sich zieht: die tatsächliche Verfügbarkeit eines kritischen Ersatzteils. Underwriter nutzen den Bevorratungsstatus – vor Ort, im Pool, vertraglich reserviert oder gar nicht abgesichert –, um eine abstrakte Engpassexponierung in eine konkrete erwartete Ausfallzeit zu übersetzen, da die Herstellerlieferzeit für ein nicht bevorratetes, massgefertigtes Bauteil viele Monate oder sogar Jahre betragen kann.
Erfassung und Nachweise
Antragsformulare und Risk-Engineering-Begehungen fragen für jede identifizierte Engpassanlage, welche der definierten Bevorratungskategorien zutrifft: vor Ort vorhanden, über einen Pool mit Schwesteranlagen verfügbar, unter einem Rahmenvertrag beim Hersteller reserviert, oder gar nicht abgesichert. Underwriter überprüfen die Angabe anhand der Ersatzteilbestandsliste, abgeglichen mit der Kritikalitätsanalyse, allfälligen Rahmen- oder Reservierungsverträgen sowie – soweit vorhanden – den Feststellungen einer Risk-Engineering-Begehung vor Ort.
Wirkung auf Deckung, Prämie und Bedingungen
Engpassanlagen, die durch ein vor Ort bevorratetes oder vertraglich gesichertes Ersatzteil abgedeckt sind, unterstützen Standardhaftzeiten und eine Standardprämie. Anlagen ohne jegliche Absicherung, insbesondere bei langen Herstellerlieferzeiten, führen üblicherweise zur Empfehlung einer verlängerten Haftzeit, zu einem Zuschlag auf die Maschinenbruch- und Betriebsunterbrechungsprämie oder zu einer Bedingung, wonach die Lücke vor Bestätigung voller Limiten zu schliessen ist.
Massnahmen
Empfohlene Massnahmen umfassen die vorrangige Bevorratung oder Pooling-Lösung für Anlagen mit den längsten Lieferzeiten und der grössten Produktionsauswirkung, die Vereinbarung priorisierter Liefer- oder Reparaturvereinbarungen mit Herstellern, sofern eine physische Bevorratung wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, sowie die regelmässige Überprüfung der Bevorratungsentscheidung im Zuge sich ändernder Produktionskonfigurationen, Herstellerprogramme und Lieferzeiten.