Ansaugrauchmelder
Ansaugrauchmelder saugen über ein Rohrnetz aktiv Luftproben aus dem Überwachungsbereich an und werten sie hochempfindlich auf Rauchpartikel aus, wodurch Brände deutlich früher erkannt werden als mit punktförmigen Rauchmeldern.
Funktionsweise
Eine zentrale Ansaugeinheit mit hochempfindlichem Laser- oder Streulichtsensor zieht kontinuierlich Luftproben durch ein verzweigtes Rohrnetz mit definierten Ansaugöffnungen an. Je nach Anwendung wird eine passende Empfindlichkeitsklasse gewählt – von sehr früher Warnung zur Untersuchung bis zu diskreter Detektion für unmittelbare Auslösung einer Löschanlage.
Typische Einsatzbereiche
Ansaugrauchmelder kommen dort zum Einsatz, wo punktförmige Melder aus baulichen oder technischen Gründen ungeeignet sind: Rechenzentren, Reinräume, Lagerhallen mit grosser Höhe oder starker Luftbewegung sowie Kühlhäuser mit tiefen Temperaturen, die klassische Rauchmelder beeinträchtigen können.
Versicherungsrelevanz
Die sehr frühe Branddetektion ermöglicht ein Eingreifen, bevor überhaupt ein Sprinkler auslöst, und reduziert damit sowohl Sach- als auch Betriebsunterbrechungsschäden erheblich. Voraussetzung dafür ist, dass Ansaugöffnungen und Rohrnetz frei von Verschmutzung, Beschädigung oder nachträglicher Fehlprojektierung bleiben, was bei Besichtigungen gezielt geprüft wird.
Normen und Regelwerke
- VdS 3416 – Freiblaseinrichtungen für Ansaugrauchmelder, Anforderungen und Prüfmethoden