Glossar

Alphabetisches Glossar aller Wissensobjekte: Fachbegriffe, Klauseln, Deckungen, Regulierungen und Risk-Engineering-Themen.

2

  • 24-Stunden-Deckung vs. Berufsunfalldeckung (24-Hour vs. Occupational-Only Cover) Der zeitliche Geltungsbereich (Operative Time) einer Gruppenunfallversicherung bestimmt, ob Unfälle rund um die Uhr in Beruf und Freizeit versichert sind (24-Stunden-Deckung) oder nur während der beruflichen Tätigkeit einschliesslich Betriebswegen und Dienstreisen (Berufsunfall- oder «occupational only»-Deckung).
  • 24/7 Reise-Assistance (Medical & Security Assistance) Die 24/7 Reise-Assistance ist die rund um die Uhr erreichbare Alarm- und Koordinationszentrale der Geschäftsreiseversicherung, die medizinische Beratung, Spitalsuche, Kostengutsprachen, Evakuierungen, Sicherheitsinformationen und Krisenunterstützung organisiert – meist erbracht durch spezialisierte Assistance-Provider wie International SOS oder konzerneigene Assistance-Gesellschaften.

7

  • 72-Stunden-Klausel Sach Die 72-Stunden-Klausel Sach definiert für Sturm-, Erdbeben- oder ähnliche Naturgefahren ein Zeitfenster von 72 Stunden, innerhalb dessen mehrere Einzelschäden als ein einziges Schadenereignis für Zwecke von Selbstbehalt und Höchstentschädigung gelten.

A

  • Abandon Abandon ist im Seeversicherungsrecht das Recht des Versicherungsnehmers, die versicherte Sache bei Totalverlust, Verschollenheit des Schiffs oder hoheitlicher Verfügung dem Versicherer zu überlassen und dafür die volle Versicherungssumme zu verlangen.
  • Abberufung von Organmitgliedern Die Aufsichtsbehörde kann bei festgestellten Missständen die Abberufung von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern eines Versicherungsunternehmens verlangen.
  • Abbruchkosten Abbruchkosten sind die Kosten für den Abbruch nicht mehr verwertbarer Gebäudereste nach einem Schadenereignis; sie werden in der verbundenen Wohngebäudeversicherung meist bis zu einem definierten Anteil der Versicherungssumme mitversichert.
  • Abfall- und Entsorgungsmanagement Das Abfall- und Entsorgungsmanagement beschreibt, wie der Versicherungsnehmer Produktions- und Verpackungsabfälle sammelt, trennt, lagert und entsorgt – eine in Sach- und Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Abfall- und Entsorgungsmanagement (Brandschutz) Abfall- und Entsorgungsmanagement im Brandschutz regelt Sammlung, Zwischenlagerung und Abtransport brennbarer Abfälle, damit diese weder als Zündquelle noch als Brandlast oder Angriffsfläche für Brandstiftung wirken.
  • Abfertigung (Alt/Neu) Die Abfertigung ist die österreichische betriebliche Einmalzahlung bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses; seit 2003 wird sie über eine laufende Beitragszahlung an eine Mitarbeitervorsorgekasse finanziert (Abfertigung NEU).
  • Abfindung von Betriebsrenten Die Abfindung von Betriebsrenten ist die einmalige Kapitalauszahlung eines Anspruchs aus betrieblicher Altersversorgung anstelle einer laufenden Rentenzahlung.
  • Abfindungserklärung Die Abfindungserklärung ist eine vom Versicherungsnehmer unterzeichnete Erklärung, mit der er im Zuge der endgültigen Schadenerledigung auf weitere gegenwärtige und künftige Ansprüche aus einem Schadenfall verzichtet.
  • Abgekürzte Beitragszahlungsdauer Bei abgekürzter Beitragszahlungsdauer werden die Beiträge einer Lebens- oder Rentenversicherung nur über einen Teil der gesamten Vertragslaufzeit gezahlt, der Versicherungsschutz besteht jedoch über die volle Laufzeit.
  • Abhandenkommen von Schlüsseln Besondere Vereinbarung nach AHB Ziff. 2.2, die den Verlust fremder Schlüssel, Codekarten oder Transponder wie einen Sachschaden behandelt und die Kosten für den Austausch von Schlössern und Schliessanlagen abdeckt.
  • Ablaufleistung Die Ablaufleistung ist die vom Versicherer bei Erreichen des vereinbarten Ablaufdatums einer Lebens- oder Rentenversicherung fällige Leistung.
  • Ablaufmanagement Ablaufmanagement bezeichnet den Prozess, mit dem Lebens- und Rentenversicherer Kunden vor Fälligkeit ihres Vertrags über Leistungshöhe und Auszahlungsoptionen informieren und beraten.
  • Ableitungsrohre Ableitungsrohre leiten Abwasser aus einem Gebäude ab; Bruchschäden daran innerhalb des Gebäudes sind in der verbundenen Wohngebäudeversicherung üblicherweise unter der Gefahr Leitungswasser mitversichert.
  • Ablösung Die Ablösung ist die endgültige finanzielle Abwicklung eines Rückversicherungsvertrags, bei der der Erstversicherer gegen Ausgleich auf alle Rechte verzichtet und der Rückversicherer von allen Verpflichtungen entbunden wird.
  • Abredeversicherung (UVG) Die Abredeversicherung ist die durch besondere Vereinbarung mit dem bisherigen UVG-Versicherer verlängerte Nichtberufsunfallversicherung nach Art. 3 Abs. 3 UVG und Art. 8 UVV; sie muss vor Ablauf der 31-tägigen Nachdeckung abgeschlossen werden und verlängert den Schutz gegen Nichtberufsunfälle um höchstens sechs Monate.
  • Abschlusskosten Abschlusskosten (Abschlussaufwendungen) sind die Kosten eines Versicherers für die Vermittlung und den Abschluss von Versicherungsverträgen, insbesondere Provisionen.
  • Abschlusskostenfinanzierung Abschlusskostenfinanzierung ist die Finanzierung der anfänglich hohen Abschlusskosten eines Erstversicherers durch speziell ausgestaltete Rückversicherungsverträge, etwa Aufbauquoten oder Finite Quota Share.
  • Abschlussvollmacht Die Abschlussvollmacht berechtigt einen Versicherungsagenten, im Namen des Versicherers rechtsverbindlich Versicherungsverträge abzuschliessen.
  • Abschottung von Leitungsdurchführungen Die Abschottung von Leitungsdurchführungen verschliesst die Durchbrüche von Kabeln, Rohren und Lüftungsleitungen durch brandabschnittsbildende Bauteile, damit deren Feuerwiderstand nicht durch offene Spalten unterlaufen wird.
  • Abschreibung Abschreibung ist die planmässige oder ausserplanmässige buchhalterische Wertminderung eines Vermögensgegenstands über dessen Nutzungsdauer oder infolge einer dauerhaften Wertminderung.
  • Absenzenmanagement Absenzenmanagement ist der systematische betriebliche Prozess zur Erfassung, Analyse und Reduktion krankheits- und unfallbedingter Arbeitsausfälle: Er verbindet Kennzahlen, Früherkennung, Kontakt- und Rückkehrgespräche, Case Management und Wiedereingliederung mit den Leistungen von Krankentaggeld-, UVG-Versicherer und Invalidenversicherung.
  • Absterbeordnung Die Absterbeordnung ist die Regel, nach der sich die Anzahl der erwarteten Todesfälle je Altersgruppe einer Personengesamtheit in einem vorgegebenen Zeitraum bestimmen lässt.
  • Abstrakte Verweisung Die abstrakte Verweisung erlaubt es dem Berufsunfähigkeitsversicherer, den Versicherten im Leistungsfall auf eine andere, zumutbare Tätigkeit zu verweisen, auch wenn diese konkret nicht ausgeübt wird.
  • Abteilungsklausel (Departmental Clause) Die Departmental Clause ordnet an, dass ein Betriebsunterbrechungsschaden je Abteilung eines Betriebs getrennt berechnet wird, wenn deren Handelsergebnisse unabhängig voneinander feststellbar sind.
  • Abtretung Die Abtretung ist die vertragliche Übertragung einer Forderung, etwa eines Anspruchs auf Versicherungsleistung, vom bisherigen Gläubiger auf einen neuen Gläubiger.
  • Abwehr unberechtigter Ansprüche Die Abwehr unberechtigter Ansprüche ist eine der beiden vertraglichen Hauptleistungspflichten des Haftpflichtversicherers und verpflichtet ihn, gegen den Versicherungsnehmer erhobene unbegründete Ansprüche zurückzuweisen.
  • Abwicklungsdreieck Ein Abwicklungsdreieck ist eine tabellarische Darstellung der Schadenaufwendungen oder -zahlungen eines Versicherungsunternehmens nach Anfalljahr und Abwicklungsjahr und bildet die Grundlage klassischer Reservierungsverfahren.
  • Abwicklungsergebnis Das Abwicklungsergebnis ist die Differenz zwischen in Vorjahren gebildeten Schadenrückstellungen und den daraus tatsächlich zu deckenden Schadenzahlungen.
  • Abwicklungsgeschwindigkeit Die Abwicklungsgeschwindigkeit ist die Zeitspanne zwischen Schadeneingang und Abschluss der Bearbeitung und dient als Qualitätskennziffer für die Schadenregulierung eines Versicherers.
  • Abzinsung Abzinsung (Diskontierung) ist die Umrechnung eines künftig fälligen Betrags auf seinen heutigen Wert unter Berücksichtigung eines Zinssatzes.
  • Access-to-Records-/Inspection-Klausel Die Access-to-Records-Klausel räumt dem Rückversicherer das Recht ein, Bücher, Akten und Schadenunterlagen des Zedenten einzusehen, um die Zession und Schadenregulierung zu überprüfen.
  • Accidental Death & Dismemberment (AD&D) Accidental Death & Dismemberment (AD&D) ist eine international verbreitete Unfallversicherungsleistung, die bei unfallbedingtem Tod die vereinbarte Hauptsumme (Principal Sum) und bei Verlust von Gliedmassen, Sehkraft, Gehör oder Sprache einen nach einer Verlusttabelle festgelegten Prozentsatz dieser Summe als Kapital auszahlt.
  • Adäquater Kausalzusammenhang Der adäquate Kausalzusammenhang liegt vor, wenn ein Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, einen Erfolg der eingetretenen Art herbeizuführen oder wesentlich zu begünstigen.
  • Adjustierung Adjustierung ist die vertragliche Angleichung des Rückversicherungsvertrags an den tatsächlichen Geschäftsverlauf, etwa durch variable Prämien oder Staffelprovisionen.
  • ADL-Punktesystem Das ADL-Punktesystem ("Activities of Daily Living") beurteilt Pflegebedürftigkeit anhand der Fähigkeit, Grundfertigkeiten des täglichen Lebens eigenständig auszuführen, und dient Kranken- und Lebensversicherern zur Leistungsstaffelung.
  • Adverse Development Cover (ADC) Ein Adverse Development Cover schützt einen Erstversicherer retrospektiv gegen unzureichende Reservierung vergangener Schäden, indem der Rückversicherer Zahlungen oberhalb einer vereinbarten Priorität übernimmt.
  • AGB und Haftungsfreizeichnung AGB und Haftungsfreizeichnung erfassen, ob ein Versicherungsnehmer Allgemeine Geschäftsbedingungen mit Haftungsbeschränkungs-, Ausschluss- oder Freizeichnungsklauseln verwendet und ob diese in der massgebenden Vertrags- oder Absatzgerichtsbarkeit rechtlich durchsetzbar sind.
  • Agenturvertrag Der Agenturvertrag regelt das Vertragsverhältnis zwischen einem Versicherer und seinem Versicherungsagenten, einschliesslich Vollmachten, Vergütung und Pflichten.
  • Aggregate Aggregate ist die Summe der Exponierungen eines Risikoträgers unter bestimmten Gefahren, die einem Rückversicherungsverhältnis zugrunde gelegt wird, etwa zur Bestimmung von Priorität und Haftstrecke.
  • Aggregate-Extension-Klausel Die Aggregate-Extension-Klausel erlaubt es, mehrere kleinere Einzelschäden aus demselben Naturereignis für die Zwecke einer Katastrophen-Exzedenten-Deckung zusammenzurechnen, statt sie einzeln unter der Priorität verfallen zu lassen.
  • AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) Die AHV ist die erste Säule der schweizerischen Altersvorsorge und bezweckt als obligatorische Volksversicherung die Sicherung des Existenzbedarfs im Alter sowie beim Tod des Ernährers.
  • Akkreditiv Ein Akkreditiv ist ein bedingtes Zahlungsversprechen einer Bank zugunsten eines Verkäufers, das gegen Vorlage vertraglich festgelegter Dokumente eingelöst wird.
  • Aktienrisiko Das Aktienrisiko ist das Risiko von Wertverlusten aus Aktienanlagen infolge von Kursschwankungen an den Kapitalmärkten und ein Teilrisiko des Marktrisikomoduls unter Solvency II.
  • Aktive Rückversicherung Aktive Rückversicherung ist das Anbieten von Rückversicherungskapazität und die Zeichnung von Rückversicherungsdeckungen durch einen Rückversicherer, im Gegensatz zur passiven Rückversicherung des Zedenten.
  • Aktivierungspflicht Die Aktivierungspflicht verpflichtet ein Unternehmen, bestimmte Ausgaben als Vermögensgegenstand in der Bilanz auszuweisen (zu aktivieren), statt sie sofort als Aufwand zu erfassen.
  • Akzept Akzept ist die rechtsverbindliche Annahme eines Rückversicherungsangebots durch den Rückversicherer gegenüber dem Erstversicherer oder Rückversicherungsmakler.
  • Allgemeine Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung (ARB) Die ARB sind die Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Rechtsschutzversicherung, die seit 1994 nicht mehr behördlich genehmigt werden müssen und daher stark zwischen Versicherern variieren.
  • Allgemeine Deutsche Spediteurbedingungen (ADSp) Die ADSp sind Allgemeine Geschäftsbedingungen im Verkehrsgewerbe, die Rechte und Pflichten des Spediteurs und seines Auftraggebers regeln, insbesondere im Hinblick auf die Güterschadenversicherung.
  • Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) Die Allgemeinen Versicherungsbedingungen sind vorformulierte Vertragsbestandteile, die Umfang, Ausschlüsse und Pflichten eines Versicherungsvertrags einheitlich für eine Vielzahl von Verträgen regeln.
  • Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung (AHB) Die AHB sind die besonderen Versicherungsbedingungen der Haftpflichtversicherung, die vertragsindividuelle Inhalte regeln und den allgemeinen Versicherungsbedingungen vorgehen.
  • Allmählichkeitsschaden Ein Allmählichkeitsschaden ist ein Sachschaden, der durch allmähliche, länger andauernde Einwirkung äusserer Umstände entsteht, und wird in der Haftpflichtversicherung häufig eingeschränkt oder ausgeschlossen.
  • Allocation Clause Die Allocation-Klausel regelt, wie Verteidigungskosten und Vergleichs-/Urteilszahlungen aufzuteilen sind, wenn ein D&O-Anspruch sowohl gedeckte als auch ungedeckte Elemente, Parteien oder Anspruchsgrundlagen umfasst.
  • Alter des Maschinenparks Das Alter des Maschinenparks erfasst das durchschnittliche oder maximale Alter der Produktions- und Verarbeitungsanlagen an einem Versicherungsort, da alternde Maschinen ein höheres Ausfallrisiko und damit ein grösseres Betriebsunterbrechungsrisiko bergen.
  • Alternative Rückversicherung Alternative Rückversicherung ist der Oberbegriff für nichttraditionelle Ausgestaltungen von Rückversicherungsprodukten, die über den reinen Risikotransfer hinausgehen, etwa durch Finanzrückversicherung oder ART.
  • Alternative Versicherungsmodelle (Hausarzt, HMO, Telmed) Alternative Versicherungsmodelle sind besondere Versicherungsformen der Schweizer Grundversicherung mit eingeschränkter Wahl der Leistungserbringer (Art. 41 Abs. 4 und Art. 62 KVG, Art. 99 ff. KVV): Versicherte verpflichten sich, im Krankheitsfall zuerst ihren Hausarzt, ein HMO-Zentrum oder eine telemedizinische Beratung zu kontaktieren, und erhalten dafür einen Prämienrabatt.
  • Alternativer Risikotransfer (ART) Alternativer Risikotransfer bezeichnet die Übertragung versicherungstechnischer Risiken an den Kapitalmarkt oder an spezialisierte Risikoträger ausserhalb der traditionellen (Rück-)Versicherung.
  • Altersrente Die Altersrente ist die regelmässige Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung oder eines privaten bzw. betrieblichen Altersvorsorgevertrags nach Erreichen der Regelaltersgrenze.
  • Altersteilzeit Altersteilzeit ermöglicht älteren Arbeitnehmern einen gleitenden Übergang in den Ruhestand durch Reduzierung der Arbeitszeit bei teilweisem Lohnausgleich.
  • Altersvermögensgesetz (AVmG) Das Altersvermögensgesetz von 2001 begründete die staatlich geförderte private Altersvorsorge in Deutschland und führte die sogenannte Riester-Rente ein.
  • Alterungsrückstellung Die Alterungsrückstellung ist eine versicherungstechnische Rückstellung in der privaten Krankenversicherung, die den altersbedingten Anstieg der Krankheitskosten ausgleicht und die Beiträge über die Vertragslaufzeit stabilisiert.
  • ALV (Arbeitslosenversicherung) Die ALV ist die Schweizer Sozialversicherung, die versicherten Arbeitnehmenden bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, schlechtem Wetter und Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers Taggelder ausrichtet.
  • Ambulante Heilbehandlung Ambulante Heilbehandlung ist die medizinische Behandlung einer versicherten Person, die ohne stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus erfolgt, etwa beim niedergelassenen Arzt.
  • Anerkenntnis- und Befriedigungsverbot Das Anerkenntnis- und Befriedigungsverbot untersagte dem Versicherungsnehmer nach altem Recht, Haftpflichtansprüche ohne Zustimmung des Versicherers anzuerkennen oder zu befriedigen.
  • Anfalljahr Das Anfalljahr ist das Jahr, in dem ein versicherter Schaden tatsächlich entstanden ist, und bildet die zentrale Achse eines Abwicklungsdreiecks.
  • Anfangs-/Eingangsreserve Die Anfangs- oder Eingangsreserve ist der Betrag, der für einen Neuschaden als erste Schadenrückstellung im Schadensystem eines Versicherers gebildet wird.
  • Anfechtung des Versicherungsvertrags Die Anfechtung ermöglicht dem Versicherer, den Versicherungsvertrag rückwirkend zu vernichten, wenn der Versicherungsnehmer ihn arglistig über gefahrerhebliche Umstände getäuscht hat.
  • Anfechtung wegen Anzeigepflichtverletzung in der Lebensversicherung Die Klausel regelt, unter welchen Voraussetzungen und innerhalb welcher Frist der Lebensversicherer den Vertrag wegen einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht anfechten kann.
  • Angehörigenklausel Die Angehörigenklausel schliesst in der Haftpflichtversicherung Haftpflichtansprüche von Angehörigen des Versicherungsnehmers aus, die mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben oder mitversichert sind.
  • Anhängige Rechtsstreitigkeiten Anhängige Rechtsstreitigkeiten erfassen laufende, drohende oder jüngst beigelegte Verfahren und behördliche Untersuchungen gegen den Antragsteller oder seine Organe – eine in Haftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Anlageverordnung (AnlV) Die Anlageverordnung regelte bis zur Einführung von Solvency II quantitative Vorgaben für die Kapitalanlage kleinerer Versicherungs- unternehmen ausserhalb des Solvency-II-Regimes.
  • Annual-Aggregate-Deductible-Klausel Die Annual-Aggregate-Deductible-Klausel legt einen jährlichen Gesamtselbstbehalt fest, den der Zedent aus der Summe aller unter den nicht-proportionalen Vertrag fallenden Schäden zunächst selbst tragen muss, bevor der Rückversicherer haftet.
  • Annullierung, Reiseabbruch und Verspätung (Trip Cancellation & Curtailment) Der Baustein Annullierung, Reiseabbruch und Verspätung der Geschäftsreiseversicherung erstattet Stornokosten, nicht genutzte Reiseleistungen und Mehrkosten für Rück- oder Weiterreise, wenn eine Geschäftsreise wegen eines versicherten Ereignisses – Krankheit, Unfall, Tod, Elementarereignis, Unruhen, Streik, Absage des Geschäftstermins – nicht angetreten, abgebrochen oder verspätet fortgesetzt werden kann.
  • Anpassungsprüfungspflicht Die Anpassungsprüfungspflicht verpflichtet Arbeitgeber, laufende Betriebsrenten alle drei Jahre auf eine Anpassung an die Kaufkraft- entwicklung zu prüfen.
  • Anrechenbarer Lohn Der anrechenbare Lohn ist der gemäss AHV-Gesetz massgebende Bruttolohn, auf dessen Basis die Beiträge an die erste und zweite Säule sowie die Grundlage für den koordinierten Lohn berechnet werden.
  • Anrechnungsverfahren Beim Anrechnungsverfahren wird die Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder anderer Vorsorgesysteme auf eine betriebliche Altersversorgungszusage angerechnet, um Gesamtversorgungsziele zu begrenzen.
  • Ansaugrauchmelder Ansaugrauchmelder saugen über ein Rohrnetz aktiv Luftproben aus dem Überwachungsbereich an und werten sie hochempfindlich auf Rauchpartikel aus, wodurch Brände deutlich früher erkannt werden als mit punktförmigen Rauchmeldern.
  • Anschaffungskosten Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen.
  • Anspruchserhebungsprinzip (Claims-Made Principle) Das Anspruchserhebungsprinzip macht die Deckung eines Schadens davon abhängig, dass der Anspruch während der laufenden Versicherungsperiode erstmals gegen den Versicherten erhoben wird.
  • Anstellung von Hausangestellten Die Anstellung von Hausangestellten erfasst, ob ein Haushalt Reinigungskräfte, Kinderbetreuungspersonen, Gärtner oder andere Hausangestellte beschäftigt – eine in Privathaftpflicht- und Unfallversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung der Arbeitgeberhaftpflicht und der obligatorischen Sozialversicherungspflichten.
  • Antragsannahme Die Antragsannahme ist die Willenserklärung des Versicherers, mit der er den Versicherungsantrag akzeptiert und damit den Versicherungsvertrag zustande bringt.
  • Anwartschaftsdeckungsverfahren Das Anwartschaftsdeckungsverfahren ist eine kapitalgedeckte Finanzierungsmethode für Alterssicherungssysteme, bei der für jede erworbene Anwartschaft von Beginn an ausreichendes Kapital angesammelt wird.
  • Anwartschaftsversicherung Die Anwartschaftsversicherung sichert das Recht, einen ruhenden Versicherungsvertrag zu einem späteren Zeitpunkt ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder in Kraft zu setzen.
  • Any One Accident Limit (Ereignis-/Kumullimite) Die Any One Accident Limit ist die in Gruppenunfallversicherungen vereinbarte Höchstentschädigung des Versicherers für alle versicherten Personen, die durch dasselbe Unfallereignis oder dieselbe Ursache betroffen sind; übersteigen die Einzelansprüche die Limite, werden sie proportional gekürzt. Für Flugreisen gelten häufig gesonderte Scheduled- und Non-Scheduled Aircraft Accumulation Limits.
  • Anzahl vermieteter Objekte Die Anzahl vermieteter Objekte erfasst, wie viele Wohn- oder Gewerbeeinheiten eine versicherte Person an Dritte vermietet – eine in Gebäude-, Mietausfall- und Haftpflichtversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung der Kumul- und Grundeigentümerexposition.
  • Anzahlungsbürgschaft Die Anzahlungsbürgschaft sichert dem Auftraggeber die Rückzahlung einer geleisteten Anzahlung, falls der Auftragnehmer seine vertraglichen Leistungen nicht erbringt.
  • Anzeigepflicht bei Gefahrerhöhung Die Klausel verpflichtet den Versicherungsnehmer, eine nachträgliche wesentliche Erhöhung der versicherten Gefahr dem Versicherer unverzüglich anzuzeigen, und regelt die Folgen einer unterlassenen Anzeige bis hin zum Wegfall des Versicherungsschutzes.
  • Anzeigepflichten gegenüber der Aufsichtsbehörde Versicherungsunternehmen müssen der Aufsichtsbehörde bestimmte geschäftliche Vorgänge und Veränderungen unverzüglich melden, etwa den Wechsel von Organmitgliedern oder wesentliche Beteiligungsänderungen.
  • Anzeigepflichtverletzung – Rechtsfolgenklausel Die Rechtsfolgenklausel zur Anzeigepflichtverletzung regelt, welche Konsequenzen (Rücktritt, Kündigung, rückwirkende Vertragsanpassung oder Leistungsfreiheit) eintreten, wenn der Versicherungsnehmer vorvertragliche Gefahrumstände unrichtig oder unvollständig angezeigt hat.
  • Arbeitgeberzuschuss zur Entgeltumwandlung Der Arbeitgeberzuschuss verpflichtet Arbeitgeber, einen Teil der durch Entgeltumwandlung eingesparten Sozialversicherungsbeiträge an den Arbeitnehmer für dessen betriebliche Altersversorgung weiterzugeben.
  • Arbeitnehmerfinanzierte Altersversorgung Arbeitnehmerfinanzierte Altersversorgung liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer seine betriebliche Altersversorgung durch Umwandlung eigener Entgeltbestandteile (Entgeltumwandlung) finanziert.
  • Arbeits-Rechtsschutz Der Arbeits-Rechtsschutz ist eine Leistungsart der Rechtsschutzversicherung für die gerichtliche und aussergerichtliche Wahrnehmung rechtlicher Interessen aus Arbeits- und öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnissen.
  • Arbeitsunfähigkeit Arbeitsunfähigkeit bezeichnet den krankheitsbedingten Zustand, dass ein Arbeitnehmer seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, und ist von Berufs- und Erwerbsunfähigkeit abzugrenzen.
  • Arbeitsunfall Ein Arbeitsunfall ist ein Versicherungsfall in der gesetzlichen Unfallversicherung, der Versicherte infolge ihrer Arbeit oder versicherten Tätigkeit erleiden.
  • Arbitration-Klausel (internationale Programme) Die Arbitration-Klausel verpflichtet die Parteien, Streitigkeiten aus einer internationalen Police oder einem Rückversicherungsvertrag statt vor staatlichen Gerichten in einem privaten Schiedsverfahren mit festgelegtem Sitz und Verfahrensregeln beizulegen.
  • Arbitration-Klausel (Rückversicherung) Die Arbitration-Klausel verpflichtet Zedent und Rückversicherer, Streitigkeiten aus dem Vertrag nicht vor staatlichen Gerichten, sondern in einem privaten Schiedsverfahren zu klären.
  • Area of Cover (Geografischer Deckungsbereich) Die Area of Cover ist der in einer internationalen Krankenversicherung vertraglich festgelegte geografische Raum, in dem Behandlungen erstattet werden – marktüblich «Worldwide» oder «Worldwide excluding USA», bei einzelnen Anbietern auch regionale Zonen – und einer der wichtigsten Prämientreiber der IPMI.
  • Arzneimittelhaftpflichtversicherung Die Arzneimittelhaftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung, die die Gefährdungshaftung von Arzneimittelherstellern für Personenschäden durch in Verkehr gebrachte Arzneimittel deckt.
  • Arztanordnungsklausel Die Arztanordnungsklausel verpflichtete Versicherte in der Berufsunfähigkeitsversicherung, ärztlichen Anordnungen nachzukommen, und ist in modernen Bedingungswerken kaum noch enthalten.
  • Asbest- und Kontaminationsausschluss Der Asbest- und Kontaminationsausschluss nimmt Schäden, Kosten und Haftpflichtansprüche, die aus dem Vorhandensein, der Freisetzung oder der Beseitigung von Asbest entstehen, umfassend aus Sach- und Haftpflichtpolicen heraus.
  • Assekuradeur Ein Assekuradeur ist ein Mehrfachagent mit weitreichender Zeichnungsvollmacht, der für die vertretenen Versicherer Spezialrisiken zeichnet, Prämien vereinnahmt und Schäden reguliert.
  • Asset Allocation Asset Allocation ist die strategische Aufteilung eines Kapitalanlage- portfolios auf verschiedene Anlageklassen zur Optimierung von Rendite und Risiko.
  • Asset Backed Securities (ABS) Asset Backed Securities sind Wertpapiere, die durch einen Pool von Forderungen oder anderen Vermögenswerten besichert und deren Zahlungsströme daraus bedient werden.
  • Asset Liability Management (ALM) Asset Liability Management ist die integrierte Steuerung von Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten eines Versicherers zur Begrenzung von Zins-, Liquiditäts- und Fristigkeitsrisiken.
  • Asset Liability Modelling Asset Liability Modelling ist die simulationsgestützte Analyse des Zusammenspiels von Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten eines Versicherers unter verschiedenen Kapitalmarkt- und Geschäftsszenarien.
  • Asset Management Asset Management ist die professionelle Verwaltung von Kapitalanlagen im Auftrag von Investoren, einschliesslich Anlageentscheidungen, Überwachung und Reporting.
  • Asset-Liability-Mismatch-Risiko Das Asset-Liability-Mismatch-Risiko ist das Risiko, dass Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten eines Versicherers hinsichtlich Fristigkeit, Zinsbindung oder Währung nicht ausreichend übereinstimmen.
  • Assistanceversicherung Die Assistanceversicherung deckt Notfalldienstleistungen wie Pannenhilfe, Rücktransport oder Organisation medizinischer Betreuung im In- und Ausland ab, statt lediglich eine finanzielle Entschädigung zu leisten.
  • ASVG (Allgemeines Sozialversicherungsgesetz) Das ASVG ist das zentrale österreichische Gesetz zur gesetzlichen Sozialversicherung und regelt Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung der unselbständig Erwerbstätigen in einem Gesetz.
  • Atomhaftpflichtversicherung Die Atomhaftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung zur Deckung der Gefährdungshaftung von Kernenergieanlagen-Betreibern und wird international über spezialisierte Atompools rückversichert.
  • ATSG – Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (SR 830.1) Das ATSG (SR 830.1) ist das schweizerische Rahmengesetz, das für die Sozialversicherungen des Bundes einheitliche Begriffe (Krankheit, Unfall, Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Invalidität, Hilflosigkeit), ein gemeinsames Verwaltungsverfahren sowie die Koordination und Überentschädigungsregeln zwischen den Versicherungszweigen festlegt.
  • Attachment Point Der Attachment Point (Priorität) ist die Schadenhöhe, ab der ein Rückversicherer im Rahmen einer nicht-proportionalen Deckung eintrittspflichtig wird.
  • Audit (Rückversicherung) Ein Audit ist die Überprüfung der Geschäftsprozesse eines Erst- oder Rückversicherers durch einen Rückversicherer, typischerweise als Underwriting- oder Schadenaudit.
  • Aufbauprovision Die Aufbauprovision ist eine zusätzliche Provision, mit der der Rückversicherer dem Erstversicherer eine Verwaltungskosten-Überdeckung zum Aufbau seines Geschäftsbetriebs leistet.
  • Aufnahmeuntersuchung Die Aufnahmeuntersuchung ist die vom Versicherer verlangte ärztliche Untersuchung eines Antragstellers zur Beurteilung des zu versichernden Risikos vor Vertragsabschluss.
  • Aufprall eines Luftfahrzeugs Aufprall eines Luftfahrzeugs ist eine versicherte Gefahr in mehreren Sachversicherungszweigen, die den Anprall eines Luftfahrzeugs, seiner Teile oder seiner Ladung auf versicherte Sachen umfasst.
  • Aufräum- und Abbruchkosten (Debris Removal) Die Debris-Removal-Klausel deckt zusätzlich zum eigentlichen Sachschaden die Kosten für das Beseitigen von Trümmern und Schutt, die durch ein versichertes Ereignis entstanden sind, meist als eigener Prozentsatz oder eigenes Limit über der Versicherungssumme.
  • Aufräumungskosten Aufräumungskosten sind die Kosten für das Beseitigen und Entsorgen von Schutt und nicht mehr verwertbaren Resten am Schadenort; sie werden in der verbundenen Wohngebäudeversicherung meist anteilig mitversichert.
  • Aufrechnung Die Aufrechnung ist die Erklärung, mit der gegenseitige, gleichartige Forderungen zweier Parteien zum Erlöschen gebracht werden, soweit sie sich betragsmässig decken.
  • Aufruhr Aufruhr ist eine mit inneren Unruhen verwandte politische Gefahr, bei der sich Bevölkerungsteile gegen die Staatsgewalt erheben, und wird häufig gemeinsam mit Aussperrung als Erweiterungsdeckung angeboten.
  • Aufschaltung und Alarmorganisation von Brandmeldeanlagen Aufschaltung und Alarmorganisation regeln, wie ein Alarmsignal der Brandmeldeanlage zuverlässig an die Feuerwehr, eine Alarmempfangsstelle oder betriebsinterne Verantwortliche übermittelt wird und welche Reaktionsschritte danach ausgelöst werden.
  • Aufschubzeit Die Aufschubzeit ist der Zeitraum zwischen Vertragsabschluss einer Rentenversicherung und dem Beginn der Rentenzahlung, in dem Kapital angespart wird.
  • Aufsichtsfreiheit kleinerer Versicherungsvereine Kleinere Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit unterhalb bestimmter Beitrags- und Mitgliederschwellen können von der laufenden Versicherungsaufsicht ganz oder teilweise befreit sein.
  • Aufsichtsrat eines Versicherungsunternehmens Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftsführung des Vorstands eines Versicherungsunternehmens und muss nach VAG-Vorgaben fachlich geeignet und zuverlässig zusammengesetzt sein.
  • Aufsichtsrechtliche Auflagen Aufsichtsrechtliche Auflagen sind von der Aufsichtsbehörde angeordnete Massnahmen, mit denen ein Versicherungsunternehmen zur Beseitigung festgestellter Missstände verpflichtet wird.
  • Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb sind sämtliche Kosten eines Versicherers für Abschluss, Verwaltung und Regulierung von Versicherungsverträgen sowie sonstige versicherungstechnische Aufwendungen.
  • Aufzinsung Aufzinsung ist die Berechnung des künftigen Werts eines heute vorhandenen Kapitalbetrags unter Berücksichtigung von Zinsen und Zinseszinsen.
  • Ausbildungsversicherung Die Ausbildungsversicherung ist eine auf ein Kind abgeschlossene Lebensversicherung, die eine Kapitalleistung zur Finanzierung von Ausbildung oder Studium bereitstellt.
  • Ausfallbürgschaft Bei der Ausfallbürgschaft kann der Gläubiger den Bürgen erst in Anspruch nehmen, wenn die Zwangsvollstreckung gegen den Hauptschuldner erfolglos geblieben ist.
  • Ausfallrisiko Das Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Schuldner seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen ganz oder teilweise nicht nachkommt.
  • Ausfuhrgewährleistung (Hermesdeckung) Ausfuhrgewährleistungen sind staatlich verbürgte Exportkreditgarantien, die die Bundesrepublik Deutschland zur Förderung des Aussenhandels im sogenannten Hermes-Deckungssystem übernimmt.
  • Ausfuhrkreditversicherung Die Ausfuhrkreditversicherung sichert Exporteure gegen wirtschaftliche und politische Risiken der Zahlungsunfähigkeit ausländischer Abnehmer ab.
  • Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters Der Ausgleichsanspruch nach § 89b HGB gewährt einem Versicherungsagenten nach Vertragsbeendigung eine Vergütung für Vorteile, die der Versicherer aus den vom Agenten geworbenen Kunden weiterhin zieht.
  • Auslandsdeckung Haftpflicht Marktübliche Erweiterung, die den AHB-Grundausschluss für im Ausland eintretende Schadenereignisse aufhebt und Haftpflichtansprüche aus vorübergehenden Auslandsaufenthalten in den Versicherungsschutz einbezieht.
  • Auslandsreisekrankenversicherung Die Auslandsreisekrankenversicherung ist eine private Versicherung gegen das Krankheitsrisiko während eines Auslandsaufenthalts ausserhalb des gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes.
  • Auslandsschadenausschluss USA/Kanada Marktübliche Ausschlussklausel, die Haftpflichtansprüche vor US-amerikanischen oder kanadischen Gerichten beziehungsweise nach US-amerikanischem oder kanadischem Recht von einer sonst gewährten Auslandsdeckung ausnimmt.
  • Auslöseprinzip (Coverage Trigger) Das Auslöseprinzip legt fest, welches Ereignis zeitlich massgeblich dafür ist, ob ein Schaden von einer bestimmten Versicherungsperiode gedeckt ist.
  • Ausräumungsschaden Ein Ausräumungsschaden ist ein Schaden an versicherten Sachen, der beim Ausräumen eines durch eine versicherte Gefahr bedrohten Raums entsteht, und wird in der Sachversicherung regelmässig mitversichert.
  • Ausscheideordnung Die Ausscheideordnung ist die Darstellung der Abgangswahrscheinlichkeiten von Versicherungsverträgen aus dem Bestand der privaten Krankenversicherung nach Alter und Beobachtungszeitraum.
  • Ausscheidewahrscheinlichkeit Die Ausscheidewahrscheinlichkeit ist in der Personenversicherung die Wahrscheinlichkeit, innerhalb einer bestimmten Zeitspanne die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Personengruppe zu verlieren.
  • Ausschluss und Risikozuschlag bei Vorerkrankungen Die Klausel regelt, wie eine Kranken- oder Krankentagegeldversicherung mit bereits bei Antragstellung bestehenden Erkrankungen umgeht, etwa durch Ausschluss, Risikozuschlag oder Wartezeit.
  • Ausschlussfrist Eine Ausschlussfrist ist eine Frist, nach deren Ablauf ein Recht oder Anspruch endgültig erlischt, ohne dass es einer Einrede des Schuldners bedarf.
  • Aussenbeleuchtung des Areals Die Aussenbeleuchtung des Areals erfasst, ob Aussenbereiche, Hof und Zufahrtswege eines Standorts während der Dunkelheit beleuchtet sind – eine in Sachversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung von Abschreckung und der nächtlichen Wirksamkeit der Videoüberwachung.
  • Aussenlagerung Aussenlagerung bezeichnet die Lagerung von Waren, Rohstoffen oder Leergut ausserhalb geschlossener Gebäude, wo fehlender Sprinklerschutz durch grosszügige Abstände, Vegetationskontrolle und Zugangssicherung kompensiert werden muss.
  • Aussenversicherung Aussenversicherung ist die Versicherung beweglicher Sachen ausserhalb des im Versicherungsvertrag benannten Versicherungsorts und ergänzt damit die ortsgebundene Sachversicherung.
  • Ausserbetriebnahme-Management (Impairment Management) Ausserbetriebnahme-Management (Impairment Management) ist die systemübergreifende Steuerung geplanter und ungeplanter Ausfälle von Schutz-, Melde- und Sicherungssystemen – von Löschanlagen über Brandmeldeanlagen bis zu Sicherheitstechnik –, mit dem Ziel, Ausfallzeiten zu minimieren und die Schutzwirkung während der Ausserbetriebnahme zu kompensieren.
  • Aussperrung Aussperrung ist das Mittel des Arbeitgebers im Arbeitskampf, Beschäftigte vorübergehend vom Betrieb auszuschliessen; als politisches Risiko wird sie in Erweiterungsdeckungen der Sachversicherung mitversichert.
  • Aussteuerversicherung Die Aussteuerversicherung ist eine auf ein Kind abgeschlossene Lebensversicherung, die bei dessen Heirat oder Erreichen eines bestimmten Alters eine Kapitalleistung auszahlt.
  • Ausweichproduktionsstandort Der Ausweichproduktionsstandort erfasst, ob der Versicherungsnehmer Zugriff auf einen zweiten, qualifizierten Standort hat, an dem kritische Produktion oder Dienstleistungserbringung nach einem Totalschaden am Hauptstandort wieder aufgenommen werden kann – eine in Betriebsunterbrechungsanträgen abgefragte Angabe.
  • Auszahlungsplan Ein Auszahlungsplan ist eine Form der Verrentung eines angesparten Kapitals, bei der regelmässige Teilbeträge zuzüglich Zinsen ausgezahlt werden, bis das Kapital aufgebraucht ist.
  • Automatische Wiederauffüllung der Versicherungssumme Die Klausel zur automatischen Wiederauffüllung stellt sicher, dass die Versicherungssumme nach einem Teilschaden nicht um die Entschädigung gemindert bleibt, sondern gegen eine zusätzliche Prämie ab dem Schadenzeitpunkt wieder auf den vollen Betrag angehoben wird.
  • Automatisiertes Hochregallager Risikoprofil für ein automatisiertes Hochregallager (Hochregalanlage mit Regalbediengeräten, Shuttle-Systemen oder automatisierten Lager- und Bereitstellungssystemen): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Automatisierungsgrad Der Automatisierungsgrad erfasst, in welchem Ausmass die Prozesse eines Standorts durch manuelle Arbeit, teilautomatisierte Anlagen oder vollautomatisierte, vernetzte Systeme gesteuert werden, was sowohl das Sachschadenpotenzial als auch die Cyber-physische Exponierung prägt.
  • Automobilzulieferer Risikoprofil für einen Automobilzulieferer (Herstellung von Teilen, Komponenten oder Baugruppen für Kraftfahrzeuge, die in Erstausrüstungs- oder Ersatzteil-Lieferketten eingespeist werden): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Automobilzulieferer – Risiken und Schadenverhütung Automobilzulieferer sind durch eng getaktete Just-in-Time-Lieferketten, hochautomatisierte Fertigungslinien und eine starke Abhängigkeit von wenigen Kunden einem Risikoprofil ausgesetzt, bei dem Betriebsunterbrechungsschäden häufig die Sachschäden übersteigen.
  • AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) Die AUVA ist der gesetzliche Träger der Unfallversicherung nach dem ASVG und deckt Arbeits- und Berufsunfälle sowie Berufskrankheiten der unselbständig Erwerbstätigen in Österreich ab.
  • Available for Sale (AfS) Available for Sale bezeichnete unter IAS 39 eine Kategorie von Finanzinstrumenten, deren Fair-Value-Änderungen erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst wurden.
  • Aval Ein Aval ist eine von einer Bank oder einem Kreditversicherer übernommene Bürgschaft oder Garantie zugunsten eines Dritten, ohne dass liquide Mittel fliessen.
  • Avalkredit Der Avalkredit ist die von einer Bank oder einem Kreditversicherer eingeräumte Kreditlinie, innerhalb derer Bürgschaften und Garantien (Avale) für den Kunden übernommen werden können.
  • Avalprovision Die Avalprovision ist das Entgelt, das ein Kunde an die Bank oder den Kautionsversicherer für die Übernahme einer Bürgschaft oder Garantie (Aval) zahlt.
  • Avalrahmen Der Avalrahmen ist die vertraglich vereinbarte Höchstsumme, bis zu der ein Kautionsversicherer oder eine Bank Bürgschaften und Garantien für einen Kunden übernimmt.
  • Average Clause / Coinsurance (US-Markt) Die US-amerikanische Coinsurance-Klausel verpflichtet den Versicherungsnehmer, das versicherte Objekt bis zu einem festgelegten Prozentsatz (häufig 80–100 %) seines tatsächlichen Werts zu versichern; wird dies unterschritten, kürzt der Versicherer die Entschädigung auch bei Teilschäden proportional.

Ä

  • Änderungsmanagement Der Änderungsmanagementprozess erfasst, ob ein Versicherter über ein formales Verfahren verfügt, um neue oder geänderte Anlagen, Prozesse und organisatorische Regelungen vor deren Umsetzung auf Brand-, Explosions- und Haftpflichtrisiken zu prüfen.
  • Änderungsmanagement (Management of Change) Änderungsmanagement (Management of Change) ist ein formales Verfahren, das bauliche, technische, prozessuale und organisatorische Änderungen vor ihrer Umsetzung auf neue Brand-, Explosions- und Sachschadenrisiken prüft und freigibt.

B

  • Backup-Strategie und Offline-Kopie Die Backup-Strategie und Offline-Kopie erfasst, wie häufig ein Unternehmen kritische Daten sichert und ob mindestens eine Kopie offline, air-gapped oder unveränderlich vorgehalten wird – eine entscheidende Kontrolle gegen Ransomware, die in Cyber-Anträgen abgefragt wird.
  • Bad Faith (Böswillige Schadenregulierung) Bad Faith bezeichnet ein vorsätzlich unfaires Verhalten des Versicherers bei der Schadenregulierung, das über eine blosse Vertragsverletzung hinausgeht und zu Schadenersatzansprüchen über die Policensumme hinaus führen kann.
  • BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) Die BaFin ist die deutsche Aufsichtsbehörde für Banken, Versicherer und Wertpapierdienstleister und beaufsichtigt Versicherungsunternehmen auf Bundesebene nach dem VAG.
  • Bagatellschaden Ein Bagatellschaden ist ein Schaden von geringer Höhe, dessen Bearbeitungskosten in einem ungünstigen Verhältnis zur Schadensumme stehen.
  • Bardepot Ein Bardepot ist eine Barsicherheit, die ein Rückversicherer beim Zedenten hinterlegt, um dessen Forderungen aus dem Rückversicherungsvertrag abzusichern.
  • Barreserve Die Barreserve ist der Bestand an sofort verfügbaren Zahlungsmitteln, den ein Versicherer zur Deckung kurzfristiger Zahlungsverpflichtungen vorhält.
  • Barwert Der Barwert ist der auf den heutigen Zeitpunkt abgezinste Wert zukünftiger Zahlungsströme und die Grundlage nahezu jeder aktuariellen Bewertung.
  • Basisrente (Rürup-Rente) Die Basisrente ist eine staatlich geförderte private Rentenversicherung mit lebenslanger Leibrentenzahlung, die nicht vererbbar, beleihbar oder übertragbar ist.
  • Basisrisiko Basisrisiko ist die Gefahr, dass eine Absicherung – insbesondere ein parametrisches oder indexbasiertes Instrument – nicht exakt mit dem tatsächlich erlittenen Schaden übereinstimmt.
  • Basistarif Der Basistarif ist ein gesetzlich vorgeschriebener Tarif der privaten Krankenversicherung mit Leistungen auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung und Kontrahierungszwang für die Versicherer.
  • Bau- und Montageversicherung (CAR/EAR) Die Bauwesen- (CAR) und Montageversicherung (EAR) deckt unvorhergesehene Schäden an Bauleistungen, Anlagen und Baustelleneinrichtungen während der Projekt- und Montagephase.
  • Bauart Rohbau Die Bauart Rohbau erfasst das primäre Tragwerksmaterial und -verfahren für Rohbau und Gebäudekern (z.B. Stahlbeton, Stahlskelettbau, Holzbau), wie sie in Anträgen zur Bauwesen- und Montageversicherung deklariert wird.
  • Bauartklasse Die Bauartklasse ordnet ein Gebäude nach der Brennbarkeit und dem Feuerwiderstand seiner tragenden Baustoffe ein und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um das Brandschadenpotenzial und die Grundprämie zu bestimmen.
  • Baugrundrisiko Das Baugrundrisiko klassifiziert die geotechnischen und hydrogeologischen Eigenschaften einer Baustelle, etwa Bodentragfähigkeit, Grundwasserspiegel und Hochwasserexposition, wie sie in Anträgen zur Bauwesen- und Montageversicherung deklariert werden.
  • Bauherrenhaftpflichtversicherung Die Bauherrenhaftpflichtversicherung deckt die gesetzliche Haftpflicht eines Bauherrn für Personen- und Sachschäden, die Dritten im Zusammenhang mit einem Bauvorhaben entstehen.
  • Baujahr Das Baujahr erfasst, wann ein Gebäude ursprünglich errichtet wurde, und dient als Näherungswert für die massgebende Baunormengeneration, den Alterungszustand der Gebäudetechnik und den zu erwartenden Instandhaltungsbedarf.
  • Bauleistungsversicherung Die Bauleistungsversicherung deckt Sachschäden an den Bauleistungen eines Bauvorhabens während der Bauzeit gegen unvorhergesehene Ereignisse ab.
  • Bauliche Brandabschnittsbildung Die bauliche Brandabschnittsbildung erfasst, wie ein Gebäude in feuerwiderstandsfähige Abschnitte unterteilt ist, und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um zu beurteilen, wie wirksam ein Brand eingegrenzt werden kann, bevor er sich ausbreitet.
  • Bauprojekt Neubau Risikoprofil für ein Neubau-Bauprojekt (Wohn-, Gewerbe- oder Industriebau, Rohbau und Ausbau): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Bausumme Die Bausumme ist der gesamte Vertragswert der Bauleistungen, Materialien, Anlagen und Baustelleneinrichtungen, die im Rahmen einer Bauwesen- oder Montageversicherung fertiggestellt werden sollen, und bildet die Grundlage für Prämie und Probable Maximum Loss.
  • Bauzeit Die Bauzeit ist die geplante Dauer vom Baubeginn auf der Baustelle bis zur Bauvollendung (sowie gegebenenfalls der anschliessenden Unterhaltsfrist), wie sie in Anträgen zur Bauwesen- und Montageversicherung deklariert wird.
  • Bauzeitverzögerungsrisiko Das Bauzeitverzögerungsrisiko erfasst die Faktoren, die ein Projekt über den geplanten Fertigstellungstermin hinaus verzögern könnten, sowie die finanziellen Folgen einer solchen Verzögerung, wie sie in Anträgen zur Bauwesen- und Montageversicherung im Zusammenhang mit einer allfälligen Rückwärtsversicherung für Ertragsausfall geprüft werden.
  • Bearbeitungs- und Tätigkeitsschadenklausel AHB-Ausschluss für Schäden an fremden Sachen, die durch eine betriebliche Bearbeitung, Reparatur oder sonstige Tätigkeit des Versicherungsnehmers an diesen Sachen entstehen, mit branchenüblicher Rückkaufmöglichkeit.
  • Bedarfsdeckungsverfahren Das Bedarfsdeckungsverfahren ist eine Finanzierungsmethode für Sozial- und Vorsorgesysteme, bei der die Beiträge einer Periode so festgelegt werden, dass sie exakt die in derselben Periode erwarteten Leistungen sowie den Aufbau einer Schwankungsreserve decken.
  • Bedingungsdifferenzdeckung (DIC/DIL) Die Bedingungsdifferenzdeckung schliesst Lücken zwischen einem globalen Versicherungsprogramm und abweichenden, weniger umfassenden lokalen Polizzen.
  • Beginn des Versicherungsschutzes Der Beginn des Versicherungsschutzes ist der Zeitpunkt, ab dem der Versicherer für Versicherungsfälle materiell haftet, der vom formalen Vertragsbeginn abweichen kann.
  • Beihilfe Beihilfe ist der Zuschuss des Dienstherrn zu den Krankheitskosten von Beamten und deren Angehörigen, der regelmässig durch eine private Beihilfe-Ergänzungsversicherung ergänzt wird.
  • Beitragsanpassung Die Beitragsanpassung ist die gesetzlich geregelte Erhöhung oder Senkung der Prämien in der privaten Krankenversicherung, wenn die tatsächlichen Versicherungsleistungen nachhaltig von den kalkulierten abweichen.
  • Beitragsbefreiung Die Beitragsbefreiung stellt den Versicherungsnehmer von der Beitragszahlungspflicht frei, während der Versicherungsschutz in vereinbartem Umfang fortbesteht.
  • Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit Bei anerkannter Berufsunfähigkeit übernimmt der Versicherer die laufenden Beiträge der Haupt- und gegebenenfalls Zusatzversicherung.
  • Beitragsdynamik Die Beitragsdynamik erhöht Beitrag und Versicherungsleistung einer Lebens- oder Rentenversicherung automatisch um einen vereinbarten Prozentsatz, meist ohne erneute Gesundheitsprüfung.
  • Beitragslücke Eine Beitragslücke liegt vor, wenn eine Person in einem Kalenderjahr keine oder ungenügende Beiträge an die AHV entrichtet hat, was zu einer lebenslangen Kürzung der Altersrente führt.
  • Beitragsorientierte Leistungszusage Die beitragsorientierte Leistungszusage ist eine Zusageart der betrieblichen Altersvorsorge, bei der aus umgerechneten Beiträgen eine Rentenleistung berechnet wird, die der Arbeitgeber garantiert.
  • Beitragsrückerstattung Die Beitragsrückerstattung ist die teilweise Rückzahlung von Beiträgen an Versicherte, die im Vorjahr keine oder nur geringe Leistungen in Anspruch genommen haben.
  • Beitragsrückgewähr Die Beitragsrückgewähr ist eine Zusatzvereinbarung in der Rentenversicherung, die im Todesfall vor Rentenbeginn die Rückzahlung der eingezahlten Beiträge an Hinterbliebene sicherstellt.
  • Beitragsübertrag Der Beitragsübertrag ist die versicherungstechnische Rückstellung für den Teil der vereinnahmten Beiträge, der wirtschaftlich auf eine nach dem Bilanzstichtag liegende Deckungsperiode entfällt.
  • Beitragsverzug Beitragsverzug ist die nicht rechtzeitige Zahlung eines Folgebeitrags, die den Versicherer nach erfolgloser Mahnung zur Leistungsfreiheit oder Kündigung berechtigt.
  • Beitragszahlung Die Beitragszahlung ist die Hauptleistungspflicht des Versicherungsnehmers, deren fristgerechte Erbringung Voraussetzung für den Fortbestand des Versicherungsschutzes ist.
  • Beitragszusage mit Mindestleistung Die Beitragszusage mit Mindestleistung ist eine Zusageart der betrieblichen Altersvorsorge, bei der der Arbeitgeber nur die eingezahlten Beiträge, nicht aber eine bestimmte Rentenhöhe garantiert.
  • Belegenheitsprinzip Das Belegenheitsprinzip knüpft die Zulässigkeit und aufsichtsrechtliche Behandlung von Versicherungsgeschäften an den Ort, an dem sich das versicherte Risiko befindet.
  • Bemessung und Gefahrenklassen von Sprinkleranlagen Bemessung und Gefahrenklassen legen fest, mit welcher Wasserbeaufschlagungsdichte und über welche Fläche eine Sprinkleranlage ausgelegt werden muss, damit sie das tatsächliche Brandrisiko einer Nutzung wirksam beherrscht.
  • Benchmark Eine Benchmark ist ein Vergleichsmassstab, meist ein Index, an dem die Wertentwicklung einer Kapitalanlage oder eines Portfolios gemessen wird.
  • Benzinklausel (Kfz-Ausschluss) Marktübliche Abgrenzungsklausel, die die gesetzliche Haftpflicht aus dem Gebrauch eines Kraft-, Luft- oder Wasserfahrzeugs von der Privat- oder Betriebshaftpflichtversicherung ausschliesst und der Kfz-Haftpflicht zuweist.
  • Beobachtungszeitraum Der Beobachtungszeitraum ist der historische Zeitraum, dessen Daten zur Kalkulation von Tarifen, Rückstellungen oder Rückversicherungsprämien herangezogen werden.
  • Beratungs- und Planungsbüro Risikoprofil für ein Beratungs- und Planungsbüro (Unternehmensberatung, Ingenieur- oder Planungsleistungen): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Beratungshaftung Die Beratungshaftung ist die zivilrechtliche Haftung für Schäden, die einem Dritten durch eine fehlerhafte fachliche Beratung oder Auskunft entstehen.
  • Beraubung Beraubung ist die Wegnahme versicherter Sachen unter Anwendung oder Androhung von Gewalt gegen eine Person und eine eigenständige Gefahr in der Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung.
  • Bereicherungsverbot Das Bereicherungsverbot besagt, dass der Versicherungsnehmer durch die Versicherungsleistung nicht besser gestellt werden darf, als er ohne den Versicherungsfall stünde.
  • Bergbau und Mineralaufbereitung – Risiken und Schadenverhütung Bergbau- und Aufbereitungsbetriebe sind durch Staubexplosionen, den Einsatz schweren mobilen Geräts, Förderanlagen und die geografisch oft abgelegene Lage einem eigenständigen Risikoprofil zwischen Sach-, Maschinen- und Betriebsunterbrechungsschaden ausgesetzt.
  • Bergungskosten Bergungskosten sind Aufwendungen zur Rettung, Sicherung oder Räumung versicherter Sachen im Zusammenhang mit einem Versicherungsfall, die der Versicherer zusätzlich zur Versicherungssumme erstattet.
  • Bergungskostenklausel Die Bergungskostenklausel erweitert die Unfall- oder Reiseversicherung um die Erstattung von Such-, Rettungs- und Bergungskosten nach einem Unfall.
  • Bericht an die Aufsichtsbehörde (RSR) Der Bericht an die Aufsichtsbehörde ist der vertrauliche, regelmässig einzureichende Solvency-II-Bericht eines Versicherers mit detaillierten Informationen ausschliesslich für die Aufsichtsbehörde.
  • Bericht über Solvabilität und Finanzlage (SFCR) Der SFCR ist der jährlich zu veröffentlichende Bericht eines Versicherers nach Solvency II, der Geschäftstätigkeit, Risikoprofil, Bewertung und Kapitalausstattung öffentlich offenlegt.
  • Berufsgenossenschaft (BG) Berufsgenossenschaften sind die branchenbezogen organisierten, selbstverwalteten Träger der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland nach § 114 SGB VII; sie finanzieren sich ausschliesslich durch Beiträge der Unternehmer im Umlageverfahren, die sich nach dem Finanzbedarf, den Arbeitsentgelten und den Gefahrklassen des Gefahrtarifs bemessen (§§ 150–157 SGB VII).
  • Berufsgruppeneinteilung Die Berufsgruppeneinteilung ordnet Berufe anhand ihres Risikoprofils Risikoklassen zu, die die Prämienhöhe in der Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung massgeblich bestimmen.
  • Berufshaftpflichtversicherung Die Berufshaftpflichtversicherung deckt Vermögensschäden, die einem Dritten durch einen Berufsfehler eines Angehörigen eines freien Berufs entstehen.
  • Berufskrankheit Eine Berufskrankheit ist eine Krankheit, die ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten bei der beruflichen Tätigkeit verursacht wurde und deshalb von der gesetzlichen Unfallversicherung wie ein Unfall entschädigt wird; die Anerkennung erfolgt in CH, DE und AT über eine gesetzliche Liste, ergänzt um eine Generalklausel für nicht gelistete Erkrankungen.
  • Berufsunfähigkeit Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn eine versicherte Person ihren zuletzt konkret ausgeübten Beruf infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben kann.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine vereinbarte Rente, wenn die versicherte Person ihren zuletzt ausgeübten Beruf krankheits- oder unfallbedingt nicht mehr ausüben kann.
  • Berufsunfall (BU) Der Berufsunfall ist nach Art. 7 UVG ein Unfall, den eine versicherte Person bei Arbeiten auf Anordnung des Arbeitgebers oder in dessen Interesse, während Arbeitspausen sowie vor und nach der Arbeit auf der Arbeitsstätte erleidet; die Prämie dafür trägt in der Schweiz ausschliesslich der Arbeitgeber.
  • Beschleunigte Wiederherstellung (Expediting Expenses) Die Expediting-Expenses-Klausel deckt zusätzliche Kosten, die aufgewendet werden, um die Reparatur oder den Wiederaufbau beschädigten Eigentums zu beschleunigen und dadurch den Schaden aus Betriebsunterbrechung zu begrenzen.
  • Beschwerdemanagement Das Beschwerdemanagement ist der von Versicherern organisatorisch vorzuhaltende, aufsichtsrechtlich geregelte Prozess zur Bearbeitung von Kundenbeschwerden.
  • Besondere Bedingungen (BBR) Besondere Bedingungen ergänzen oder modifizieren die Allgemeinen Versicherungsbedingungen für bestimmte Risiken, Zielgruppen oder Deckungserweiterungen.
  • Best Estimate Der Best Estimate ist der wahrscheinlichkeitsgewichtete Mittelwert der zukünftigen Cashflows eines Versicherungsbestands und die zentrale Bewertungskomponente der versicherungstechnischen Rückstellungen nach Solvency II.
  • Bestandsübertragung Die Bestandsübertragung ist die aufsichtsrechtlich genehmigungspflichtige Übertragung eines Versicherungsbestands von einem Versicherer auf einen anderen unter Wahrung der Versichertenrechte.
  • Beteiligung an Bewertungsreserven Die Beteiligung an Bewertungsreserven ist der nach § 153 VVG gesetzlich vorgeschriebene Anspruch von Lebensversicherten auf einen Anteil an den stillen Reserven der Kapitalanlagen ihres Vertrags.
  • Betreuungsgutschrift Die Betreuungsgutschrift ist ein fiktives, zusätzliches Einkommen, das Personen bei der AHV-Rentenberechnung angerechnet wird, wenn sie nahe Verwandte mit einer anerkannten Hilflosigkeit betreuen.
  • Betriebliche Löschwasserversorgung Die betriebliche Löschwasserversorgung stellt sicher, dass Sprinkler-, Wandhydranten- und andere ortsfeste Löschanlagen eines Betriebs über Tanks, Pumpen und ein internes Rohrnetz durchgehend mit der bemessungsgemässen Wassermenge und dem erforderlichen Druck versorgt werden.
  • Betrieblicher Frost- und Leitungswasserschutz Betrieblicher Frost- und Leitungswasserschutz umfasst Massnahmen, die das Einfrieren wasserführender Leitungen und Anlagen in Betrieben verhindern und dadurch Frost- und Folgewasserschäden vermeiden.
  • Betrieblicher Hochwasserschutz Betrieblicher Hochwasserschutz umfasst bauliche, technische und organisatorische Massnahmen, mit denen Gebäude, Anlagen und Warenlager eines Betriebs vor Überschwemmungs- und Rückstauschäden geschützt werden.
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist die systematische Steuerung betrieblicher Strukturen und Prozesse mit dem Ziel, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden zu erhalten; es integriert Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Absenzenmanagement und betriebliche Gesundheitsförderung nach den Grundsätzen der Luxemburger Deklaration und wird in der Schweiz mit dem Label «Friendly Work Space» zertifiziert.
  • Betriebshaftpflichtversicherung Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt gesetzliche Schadenersatzansprüche Dritter, die im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Unternehmens gegen den Versicherungsnehmer erhoben werden.
  • Betriebsrente Die Betriebsrente ist eine vom Arbeitgeber zugesagte oder mitfinanzierte Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge.
  • Betriebsschliessungsversicherung Die Betriebsschliessungsversicherung deckt Ertragsausfälle infolge einer behördlich angeordneten Schliessung oder Beschränkung des Betriebs, insbesondere aufgrund von Infektionsschutzmassnahmen.
  • Betriebsunterbrechung durch Rückwirkungsschäden Die Betriebsunterbrechung durch Rückwirkungsschäden deckt Ertragsausfälle, die entstehen, wenn ein Sachschaden bei einem Zulieferer oder Abnehmer den Betrieb des Versicherungsnehmers beeinträchtigt.
  • Betriebsunterbrechungsversicherung (BU) Die Betriebsunterbrechungsversicherung ersetzt den entgehenden Betriebsgewinn und die fortlaufenden Kosten, wenn ein versicherter Sachschaden den Geschäftsbetrieb unterbricht.
  • Bewachung und Alarmintervention Bewachung und Alarmintervention umfassen den Einsatz von Wachpersonal und angeschlossenen Notruf- und Serviceleitstellen, die auf Alarme von Gefahrenmeldeanlagen reagieren und im Ereignisfall vor Ort intervenieren.
  • Bewachungsdienst Der Bewachungsdienst erfasst, ob und in welchem Umfang ein Standort durch stationäres oder mobiles Sicherheitspersonal und durch eine vertraglich gebundene Alarmintervention geschützt ist – eine in Sachversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung von Reaktionszeit und Abschreckung.
  • Beweislast Die Beweislast legt fest, welche Vertragspartei die tatsächlichen Voraussetzungen für das Bestehen oder Nichtbestehen eines Versicherungsanspruchs beweisen muss.
  • Beweislastumkehr Die Beweislastumkehr verschiebt die grundsätzliche Beweispflicht vom Anspruchsteller auf den Anspruchsgegner, insbesondere in bestimmten Fallgruppen der Produkt- und Arzthaftung.
  • Bewertungsreserve Eine Bewertungsreserve ist die stille Reserve, die entsteht, wenn der Marktwert einer Kapitalanlage ihren niedrigeren handelsrechtlichen Buchwert übersteigt.
  • Bezugsberechtigter Der Bezugsberechtigte ist die vom Versicherungsnehmer bestimmte Person, der die Versicherungsleistung im Leistungsfall zusteht, ohne selbst Vertragspartei zu sein.
  • Bezugsrecht Das Bezugsrecht bestimmt, welche Person im Erlebens- oder Todesfall die Leistung aus einer Lebensversicherung erhält, und kann widerruflich oder unwiderruflich eingeräumt werden.
  • Bietungsgarantie Die Bietungsgarantie sichert einen Ausschreibenden dagegen ab, dass ein Bieter sein Angebot vor Ablauf der Bindungsfrist zurückzieht oder den Zuschlag nicht annimmt.
  • Bilanzstichtag Der Bilanzstichtag ist der Zeitpunkt, auf den sich die Bewertung aller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Jahresabschluss eines Versicherers bezieht.
  • Bindungsfrist Die Bindungsfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen ein Angebot oder die Zeichnung eines Rückversicherers verbindlich bleibt, bevor es ohne Annahme erlischt.
  • Blitz- und Überspannungsschutz Blitz- und Überspannungsschutz umfasst die risikoorientierte Auslegung von Fangeinrichtungen, Ableitungen, Erdung und Überspannungsschutzgeräten, um Personen-, Brand- und Elektronikschäden durch direkten Blitzschlag und induzierte Überspannungen zu verhindern.
  • Blitzschlag Blitzschlag ist der unmittelbare Übergang eines Blitzes auf eine versicherte Sache und gilt als eigenständige, mitversicherte Gefahr in der Sachversicherung.
  • Blitzschutzanlage Die Blitzschutzanlage bestätigt, ob ein Gebäude sowie dessen elektrische und elektronische Installationen durch einen äusseren und inneren Blitzschutz geschützt sind – eine in Sach- und Elektronikversicherungs- anträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Blockpolice Eine Blockpolice ist eine Rahmendeckung, die eine unbestimmte Vielzahl gleichartiger Einzelrisiken oder Transporte unter einheitlichen Bedingungen automatisch mitversichert.
  • Bonität Bonität ist die Fähigkeit und Bereitschaft eines Schuldners, seinen finanziellen Verpflichtungen fristgerecht und vollständig nachzukommen, und Grundlage von Rating und Kreditrisikoeinschätzung.
  • Bonität/Rating Bonität/Rating erfasst die externe oder interne Bewertung der Kreditwürdigkeit eines Antragstellers oder seiner Geschäftspartner – eine in Kredit-, Kautions- und D&O-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Bonitätsprüfung Die Bonitätsprüfung ist die systematische Einschätzung der Zahlungsfähigkeit eines Vertragspartners und die zentrale Underwriting-Grundlage der Kreditversicherung.
  • Bonus-Malus-System Das Bonus-Malus-System staffelt die Prämie in der Kraftfahrtversicherung anhand der individuellen Schadenhistorie des Versicherungsnehmers.
  • Bordereau Ein Bordereau ist eine periodische Aufstellung, mit der ein Zedent seinem Rückversicherer Angaben zu einzelnen zedierten Risiken, Prämien oder Schäden übermittelt.
  • Börsenkotiertes Unternehmen (Governance) Risikoprofil für ein börsenkotiertes Unternehmen als branchenübergreifendes Governance-Overlay: die im D&O-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Programmarchitektur für Management-Haftpflicht und Vertrauensschaden.
  • Börsenkotierung Die Börsenkotierung erfasst, ob die Aktien oder Anleihen des Antragstellers zum Handel an einer öffentlichen Börse zugelassen sind – eine in D&O-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Bote (Versicherungsrecht) Der Bote übermittelt lediglich eine fremde Erklärung, ohne wie ein Vertreter eine eigene rechtsgeschäftliche Entscheidung zu treffen, was die Wissenszurechnung im Versicherungsrecht beeinflusst.
  • Both-to-Blame-Collision-Klausel Die Both-to-Blame-Collision-Klausel verpflichtet den Warenversicherten, dem Schiffseigner einen Teil des von diesem an den Ladungseigner gezahlten Schadenersatzes zu erstatten, wenn beide Schiffe bei einer Kollision ein Mitverschulden trifft.
  • Brandabschnittsbildung Brandabschnittsbildung unterteilt ein Gebäude durch feuerwiderstandsfähige Bauteile in räumlich begrenzte Einheiten, um die Ausbreitung eines Brandes zu verzögern und den maximal zu erwartenden Schaden zu begrenzen.
  • Brandmeldeanlage Die Brandmeldeanlage erfasst, ob und in welchem Umfang und nach welchem Auslegungsstandard ein Standort mit automatischer Branddetektion ausgestattet ist – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Brandmeldeanlagen Brandmeldeanlagen erkennen Rauch, Wärme oder Flammen bereits in einer frühen Entstehungsphase eines Brandes automatisch und leiten Alarmierung, Anlagenansteuerung und Meldung an Feuerwehr oder Alarmempfangsstelle ein.
  • Brandrisiko von Photovoltaikanlagen Photovoltaikanlagen bergen durch Gleichstromkomponenten, Verkabelung und Modulunterkonstruktion ein spezifisches Brandrisiko, das insbesondere bei Dachanlagen die Bekämpfung und den Sachschutz des Gebäudes beeinflusst.
  • Brandschutz auf Baustellen Brandschutz auf Baustellen umfasst die organisatorischen und baulichen Massnahmen, mit denen während Neubau, Umbau oder Abbruch dem erhöhten Brandrisiko einer noch unvollständigen Gebäudehülle und fehlender Schutzeinrichtungen begegnet wird.
  • Brandschutz bei Bedachungen Brandschutz bei Bedachungen umfasst die Auswahl und Ausführung von Dachhaut, Dämmung und Dachaufbauten so, dass weder eine Brandausbreitung über das Dach noch ein rascher Einsturz der Dachkonstruktion begünstigt wird.
  • Brandschutz bei Fassaden Brandschutz bei Fassaden befasst sich mit der brandschutztechnischen Beurteilung von Aussenwandbekleidungen, Wärmedämmverbundsystemen und Hinterlüftungsräumen, über die sich ein Brand geschossübergreifend an der Gebäudeaussenseite ausbreiten kann.
  • Brandschutz im Holzbau Brandschutz im Holzbau beurteilt, wie tragende und raumabschliessende Holzkonstruktionen durch Abbrandverhalten, Kapselung und ergänzende Löschtechnik ein mit mineralischen Baustoffen vergleichbares Sicherheitsniveau erreichen können.
  • Brandschutzbeauftragter Der Brandschutzbeauftragte ist die von der Unternehmensleitung bestellte, qualifizierte Fachperson, die als zentrale Ansprechperson für vorbeugenden, abwehrenden und organisatorischen Brandschutz berät, Massnahmen überwacht und deren Umsetzung sicherstellt.
  • Brandschutzbeauftragter benannt Das Merkmal Brandschutzbeauftragter benannt bestätigt, ob für einen Standort eine namentlich bestimmte Person mit definierter Kompetenz und Verantwortung für den Brandschutz formell bestellt wurde – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Brandschutzkonzept Das Merkmal Brandschutzkonzept bestätigt, ob für einen Standort ein dokumentiertes, in sich stimmiges Brandschutzkonzept mit baulichen, technischen und organisatorischen Massnahmen vorliegt – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Brandschutzkonzept Das Brandschutzkonzept ist die objektbezogene, ganzheitliche Planung aller baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutzmassnahmen und bildet die verbindliche Grundlage für Baubewilligung, Bauausführung und Risikoprüfung durch den Sachversicherer.
  • Brandschutzmanagement Brandschutzmanagement ist der systematische, von der Unternehmensleitung getragene Prozess, mit dem betrieblicher Brandschutz organisiert, in die Sicherheitsorganisation eingebunden, überwacht und kontinuierlich verbessert wird.
  • Brandschutzordnung Die Brandschutzordnung regelt organisatorische und bauliche Massnahmen zur Brandverhütung sowie das Verhalten im Brandfall in einem Gebäude oder Betrieb.
  • Brandschutzschulung und -übungen Brandschutzschulung und -übungen erfasst, wie regelmässig Mitarbeitende Evakuierung und grundlegende Löschmassnahmen durch Übungen und Unterweisung trainieren – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Brandschutzschulung und Evakuierungsübungen Brandschutzschulung und Evakuierungsübungen vermitteln Mitarbeitenden das richtige Verhalten im Brandfall, den Umgang mit Kleinlöschgeräten und die Abläufe der Alarmorganisation und werden regelmässig durch praktische Übungen überprüft.
  • Brandschutztüren und -tore Brandschutztüren und -tore erfasst, ob Öffnungen zwischen Brandabschnitten durch selbstschliessende, feuerwiderstandsfähige Türen, Tore oder Rolltore geschützt sind – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Brandschutztüren und -tore Brandschutztüren und -tore verschliessen Öffnungen in Brandabschnitten und müssen im Ereignisfall selbsttätig schliessen, um den Feuerwiderstand der umgebenden Wand über die geforderte Dauer aufrechtzuerhalten.
  • Brandstiftungsprävention Brandstiftungsprävention umfasst Zugangs-, Überwachungs- und Ordnungsmassnahmen, mit denen Betriebe vorsätzlich gelegte Brände erschweren, da Brandstiftung zu den häufigsten Ursachen von industriellen Grossschäden zählt.
  • Brandversicherung Die Brandversicherung deckt Sachschäden, die durch Brand, Blitzschlag, Explosion oder den Absturz eines Luftfahrzeugs an versicherten Objekten entstehen.
  • Brandwände und Komplextrennung Brandwände und Komplextrennwände sind besonders robuste, hoch feuerwiderstandsfähige Bauteile, die Gebäude oder Betriebskomplexe in eigenständige Brandbereiche unterteilen und auch bei Vollbrand standfest bleiben müssen.
  • Bruchschaden Ein Bruchschaden ist die plötzliche mechanische Zerstörung eines Maschinenteils oder einer Glasfläche und der zentrale Versicherungsfall in der Maschinen- und Glasversicherung.
  • Bruttobeitrag Der Bruttobeitrag ist der vom Versicherungsnehmer zu zahlende Gesamtbeitrag vor Abzug von Rückversicherungsanteilen und vor Provisionsabzügen.
  • Bruttomethode Die Bruttomethode bilanziert Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Rückversicherung getrennt und unsaldiert, statt sie mit dem Nettoergebnis zu verrechnen.
  • Buchwert Der Buchwert ist der in der Bilanz ausgewiesene Wert eines Vermögensgegenstands, üblicherweise die Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen.
  • Bündelversicherung Eine Bündelversicherung fasst mehrere eigenständige Versicherungssparten in einer einheitlichen Police mit einer gemeinsamen Beitragsrechnung zusammen.
  • Bürgschaft Die Bürgschaft ist der zivilrechtliche Vertrag, mit dem sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger verpflichtet, für die Erfüllung der Verbindlichkeit eines Dritten einzustehen.
  • Bürgschaft auf erstes Anfordern Die Bürgschaft auf erstes Anfordern verpflichtet den Bürgen, sofort auf blosse Zahlungsaufforderung des Gläubigers zu leisten, ohne zunächst Einwendungen prüfen zu müssen.
  • Burning Cost Burning Cost ist eine erfahrungsbasierte Methode der Rückversicherungspreisfindung, bei der die historische Schadenlast eines Bestands ins Verhältnis zur Prämienbasis gesetzt wird.
  • Büro- und Verwaltungsgebäude Risikoprofil für ein Büro- und Verwaltungsgebäude (ein- oder mehrmieterig): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Business Continuity Management (BCM) Business Continuity Management ist der systematische Aufbau von Plänen und Fähigkeiten, mit denen ein Unternehmen kritische Prozesse nach einer Betriebsstörung schnell wieder aufnehmen kann.
  • Bussgeldvorschriften Die Bussgeldvorschriften des VAG ermächtigen die Aufsichtsbehörde, Verstösse von Versicherungsunternehmen und deren Organen gegen aufsichtsrechtliche Pflichten mit Geldbussen zu sanktionieren.
  • BVG (Berufliche Vorsorge, 2. Säule) Das BVG regelt die obligatorische berufliche Vorsorge in der Schweiz und bezweckt als zweite Säule zusammen mit der AHV die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung im Alter, bei Invalidität und im Todesfall.

C

  • Cape-Cod-Methode Die Cape-Cod-Methode ist ein aktuarielles Reserving-Verfahren, das die Chain-Ladder-Methode mit einem stabilisierenden, aus dem gesamten Bestand abgeleiteten Erwartungswert der Endschadenquote kombiniert.
  • Captive Eine Captive ist eine konzerneigene Versicherungs- oder Rückversicherungsgesellschaft, die primär Risiken der eigenen Unternehmensgruppe zeichnet und so den strukturierten Eigenbehalt finanziert.
  • Cargo Cargo bezeichnet die beim Transport befindliche Ladung, deren Beschädigung oder Verlust den zentralen Versicherungsfall der Transportversicherung bildet.
  • Carnet A.T.A. Das Carnet A.T.A. ist ein international standardisiertes Zollpassierscheinheft, das die vorübergehende, abgabenfreie Ein-, Aus- und Durchfuhr von Waren wie Messegut, Berufsausrüstung oder Warenmustern in weit über 80 Vertragsstaaten ermöglicht.
  • Case Management Case Management ist die koordinierte, individuelle Betreuung von Leistungsfällen mit dem Ziel einer schnelleren Genesung, Reintegration oder passenden Versorgung des Versicherten.
  • Cash Call Ein Cash Call ist die vorzeitige Aufforderung eines Zedenten an seinen Rückversicherer, einen bereits absehbaren Schadenanteil vor der regulären Abrechnung sofort auszuzahlen.
  • Cash Flow Matching Cash Flow Matching ist eine Anlagestrategie, bei der die Zahlungsströme von Kapitalanlagen zeitlich und betragsmässig auf die erwarteten künftigen Versicherungsleistungen abgestimmt werden.
  • Cash-Call-Klausel Die Cash-Call-Klausel berechtigt den Zedenten, bei einem grossen Einzelschaden eine sofortige Vorauszahlung des Rückversicherers zu verlangen, statt bis zur regulären periodischen Abrechnung zu warten.
  • Catastrophe Bond (Cat Bond) Ein Cat Bond ist ein Wertpapier, mit dem Versicherer oder Rückversicherer Katastrophenrisiken gegen eine Verzinsung an Kapitalmarktinvestoren transferieren.
  • Catastrophe Excess of Loss (Cat XL) Ein Cat XL ist ein nichtproportionaler Rückversicherungsvertrag, der einen Zedenten gegen die kumulierte Schadenlast aus einem einzigen Naturkatastrophenereignis absichert.
  • Catastrophe Model (Cat Model) Ein Cat Model simuliert die Häufigkeit und Schwere von Naturkatastrophenereignissen und deren erwartete Schäden an einem versicherten Portfolio.
  • Chain-Ladder-Methode Die Chain-Ladder-Methode schätzt den Endschadenaufwand, indem historische Abwicklungsmuster aus dem Schadendreieck auf die noch offenen Anfalljahre fortgeschrieben werden.
  • Change-in-Law-Klausel Die Change-in-Law-Klausel regelt, wie sich Vertragsleistungen und Vertragsfortführung verändern, wenn nach Vertragsabschluss neue Gesetze oder Regulierungen das versicherte Risiko oder die Vertragsgrundlagen wesentlich verändern.
  • Chemieanlage Risikoprofil für eine Chemieanlage (Grossproduktion, Formulierung, Mischung und Abfüllung chemischer Stoffe): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Chemieanlagen – Risikoprofil und Schadenverhütung Chemieanlagen weisen durch den Umgang mit brennbaren, reaktiven oder toxischen Stoffen ein branchentypisches Gefährdungsprofil auf, das Brand-, Explosions- und Umweltrisiken eng miteinander verknüpft.
  • Chemikalienlagerung und -mengen Chemikalienlagerung und -mengen erfasst das Spektrum und die Menge der vom Versicherungsnehmer gehandhabten oder gelagerten chemischen Stoffe – eine in Sach- und Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Choice-of-Law-Klausel Die Choice-of-Law-Klausel bestimmt das materielle Recht, nach dem eine internationale Police ausgelegt und Deckungsfragen beurteilt werden, unabhängig vom Sitz des Versicherungsnehmers oder Schadenort.
  • Chronische Erkrankung (Chronic Illness) Eine chronische Erkrankung ist eine langwierige, meist nicht vollständig heilbare Krankheit, die in der Kranken-, Berufsunfähig- keits- und Pflegeversicherung besonderen Risikoprüfungs- und Leistungsregeln unterliegt.
  • Churning Churning bezeichnet den unzulässigen, überwiegend im Provisions- interesse des Vermittlers erfolgenden Wechsel eines Versicherungs- vertrags ohne wirtschaftlichen Vorteil für den Kunden.
  • Claims Control Clause Die Claims Control Clause räumt dem (Rück-)Versicherer oder Programmführer das Recht ein, Untersuchung, Abwehr und Regulierung eines Schadens ganz oder teilweise selbst zu steuern, häufig als Bedingung für die eigene Leistungspflicht ausgestaltet.
  • Claims-Cooperation-Klausel Die Claims-Cooperation-Klausel verpflichtet den Zedenten, den Rückversicherer über Schäden zu informieren und ihn in die Schadenbearbeitung einzubinden, teils bis hin zum Zustimmungsvorbehalt bei Vergleichen.
  • Claims-made- versus Loss-occurrence-Prinzip Vertragliche Definition des Deckungsauslösers, die bestimmt, ob die Erhebung des Anspruchs (Claims-Made) oder das schadenverursachende Ereignis (Loss-Occurrence) für die zeitliche Zuordnung zum Versicherungsjahr massgebend ist.
  • Clash Cover Ein Clash Cover schützt einen Rückversicherer oder Zedenten vor der Kumulation von Schäden aus mehreren Sparten oder Policen, die durch dasselbe Schadenereignis ausgelöst werden.
  • Cliquet-Verzinsung Die Cliquet-Verzinsung schreibt jährlich erzielte Wertsteigerungen einer fondsgebundenen oder indexgebundenen Versicherung endgültig fest, sodass sie nicht mehr zurückgegeben werden können.
  • Cloud-Nutzung Die Cloud-Nutzung erfasst, welcher Anteil der kritischen Infrastruktur, Anwendungen und Daten eines Unternehmens in öffentliche, private oder hybride Cloud-Umgebungen verlagert wurde und wie diese Abhängigkeit konfiguriert und abgesichert ist.
  • COGSA (Carriage of Goods by Sea Act) Der COGSA ist ein US-amerikanisches Gesetz aus dem Jahr 1936, das die Haftung von Verfrachtern für Ladungsschäden bei internationalen Seetransporten regelt und diese Haftung regelmässig auf einen festen Betrag pro Frachtstück begrenzt.
  • Combined Ratio Die Combined Ratio ist die Summe aus Schadenquote und Kostenquote eines Versicherers; liegt sie unter 100 Prozent, ist das versicherungstechnische Geschäft profitabel.
  • Communicable-Disease-Ausschluss (LMA5391 ff.) Der Communicable-Disease-Ausschluss nimmt Schäden und Betriebsunterbrechung im Zusammenhang mit übertragbaren Krankheiten aus der Sach- und Betriebsunterbrechungsdeckung heraus und wurde als Reaktion auf COVID-19 massgeblich weiterentwickelt.
  • Compliance- und Governance-Programm Das Compliance- und Governance-Programm erfasst, ob der Antragsteller über eine formelle, dokumentierte Compliance-Funktion und Governance-Struktur verfügt – eine in D&O-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Compliance-Funktion Die Compliance-Funktion ist eine der vier Schlüsselfunktionen nach Solvency II und überwacht die Einhaltung von Rechtsvorschriften und aufsichtsrechtlichen Anforderungen im Versicherungsunternehmen.
  • Conduct Risk Conduct Risk ist das Risiko, dass unangemessenes Verhalten eines Versicherers gegenüber Kunden zu deren Schaden und zu aufsichtsrecht- lichen oder reputationellen Konsequenzen führt.
  • Consent to Settle Clause Die Consent-to-Settle-Klausel verpflichtet den Versicherer, vor einem Vergleichsabschluss die Zustimmung des Versicherten einzuholen, statt eigenmächtig über Klagen gegen ihn zu verfügen.
  • Contingent-BI-Klausel Cyber Die Contingent-BI-Klausel (Cyber) erweitert die Cyber-Betriebsunter­brechungs­deckung auf Ertragsausfälle, die durch einen Cybervorfall bei einem Drittdienstleister (z.B. Cloud-Anbieter, IT-Dienstleister) verursacht werden.
  • Continuation of Cover (Portabilität in der IPMI) Continuation of Cover bezeichnet in der internationalen Krankenversicherung die Fortführung des bestehenden Versicherungsschutzes ohne erneute Risikoprüfung – beim Wechsel des Versicherers durch Übernahme der bisherigen Bedingungen (Continued Personal Medical Exclusions, CPME), beim Austritt aus einem Gruppenvertrag durch ein Umwandlungsrecht in eine Einzelpolice und innerhalb der Police durch Verzicht auf Kündigung wegen Alters oder Schadenverlaufs; sie ist marktüblich an lückenlose Vorversicherung, Höchstalter und einen vergleichbaren Deckungsumfang gebunden.
  • Continuity-/Stichtagsklausel (D&O) Die Continuity Date Clause legt fest, ab welchem Stichtag ein Versicherungsnehmer ununterbrochenen D&O-Deckungsschutz nachweisen kann, und dient als Anknüpfungspunkt für die Prior-Knowledge-Ausschlussprüfung bei Versichererwechsel oder Erneuerung.
  • Contract Certainty Contract Certainty bezeichnet den Grundsatz, dass alle wesentlichen Vertragsbedingungen bereits vor oder unmittelbar bei Beginn des Versicherungsschutzes vollständig vereinbart und dokumentiert sein sollen.
  • Contribution-Grundsatz (Beitragspflicht bei Mehrfachversicherung) Der Contribution-Grundsatz regelt, wie sich mehrere Versicherer, die unabhängig voneinander dasselbe Risiko decken, den Schaden im Innenverhältnis anteilig aufteilen.
  • Courtage Courtage ist die vom Versicherer an den Versicherungsmakler gezahlte Vergütung für die Vermittlung und Betreuung eines Versicherungs- vertrags.
  • Covered Bond (Pfandbrief) Ein Covered Bond ist eine besicherte Anleihe, die zusätzlich zur Emittentenhaftung durch einen gesondert abgesicherten Deckungsstock aus hochwertigen Vermögenswerten geschützt ist.
  • Credibility-Theorie Die Credibility-Theorie gewichtet die individuelle Schadenerfahrung eines Risikos gegenüber einem Kollektivwert, abhängig von der statistischen Verlässlichkeit der Einzelrisikoerfahrung.
  • Cross-Liability-Klausel Klausel in Mehrparteien-Policen, die die Deckung so gestaltet, dass sie gegenüber jedem Versicherten separat gilt und dadurch Ansprüche eines Mitversicherten gegen einen anderen Mitversicherten derselben Police gedeckt sind.
  • Cross-Selling Cross-Selling bezeichnet den Vertrieb zusätzlicher Versicherungs- produkte an bestehende Kunden, die bereits einen anderen Vertrag beim selben Versicherer halten.
  • Currency-Klausel (Rückversicherung) Die Currency-Klausel (Rückversicherung) legt fest, in welcher Währung Prämien und Schäden abgerechnet werden und wie Beträge in Fremdwährung umgerechnet werden, wenn ein Vertrag mehrere Währungen umfasst.
  • Cut-Through-Klausel Die Cut-Through-Klausel räumt dem Versicherungsnehmer oder Geschädigten einen direkten Zahlungsanspruch gegen den Rückversicherer ein, falls der Erstversicherer – typischerweise ein Fronter – ausfällt.
  • Cyber War Exclusion (LMA5567) LMA5567 schliesst in Cyber-Policen Schäden durch einen Cyberangriff aus, der im Rahmen eines Krieges oder eines von einem Staat zurechenbaren feindseligen Akts erfolgt, verlangt hierfür aber einen nachweisbaren Zurechnungsprozess.
  • Cyber-Ausschluss Sach (LMA5400/CL380) Der Cyber-Ausschluss Sach nimmt Schäden durch Cyber-Vorfälle aus klassischen Sachversicherungen heraus, um "stille" (nicht bepreiste) Cyber-Exponierung zu beseitigen und Cyber-Risiken in eigenständige Cyber-Policen zu verlagern.
  • Cyber-Sicherheit von Brandschutz- und Sicherungsanlagen Cyber-Sicherheit von Brandschutz- und Sicherungsanlagen bezeichnet den Schutz vernetzter Brandmelde-, Einbruchmelde-, Video- und Zutrittskontrollsysteme vor Manipulation und Ausfall durch Cyberangriffe.
  • Cyber-Systemrisiko-Ausschluss (Infrastruktur) Der Cyber-Systemrisiko-Ausschluss (Infrastructure Exclusion) nimmt Kumulschäden aus dem grossflächigen Ausfall kritischer, von Dritten betriebener digitaler Infrastruktur (z.B. Cloud-Anbieter, Internet-Backbone, Stromnetz) von der Cyber-Deckung aus, unabhängig von einem Kriegs- oder Staatsbezug.
  • Cyber-Vorfallhistorie Die Cyber-Vorfallhistorie erfasst Häufigkeit, Art und Kosten der vergangenen Cybersicherheitsvorfälle und Datenschutzverletzungen einer Organisation und bildet für Underwriter einen zentralen Indikator für Kontrollwirksamkeit und künftige Vorfallwahrscheinlichkeit.
  • Cyberversicherung Die Cyberversicherung deckt Eigen- und Drittschäden aus Informationssicherheitsverletzungen – etwa Betriebsunterbrechung nach Ransomware, Datenwiederherstellung, Haftpflicht und Krisendienstleistungen.

D

  • D&O-Exponierung Die D&O-Exponierung fasst die Zusammensetzung des Verwaltungsrats, die Entscheidungsstruktur sowie das aufsichtsrechtliche und Stakeholder-Umfeld der Organe des Antragstellers zusammen – eine in D&O-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • D&O-Schadenhistorie und Verfahren Die D&O-Schadenhistorie und Verfahren erfassen vergangene Ansprüche, behördliche Untersuchungen sowie Organ- oder Kapitalmarktklagen gegen Organe eines Unternehmens und bilden für Underwriter die zentrale Grundlage zur Beurteilung der Organhaftungsexposition.
  • D&O-Versicherung Die D&O-Versicherung (Directors & Officers) schützt Organmitglieder und leitende Angestellte vor persönlichen Vermögensschäden aus behaupteten Pflichtverletzungen bei ihrer Organtätigkeit.
  • Dachkonstruktion und -eindeckung Die Dachkonstruktion und -eindeckung erfasst den konstruktiven Aufbau und die Abdichtungsmaterialien eines Dachs und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, weil Dächer häufig Ursache für Brandausbreitung, Schneelastversagen und Witterungsschäden sind.
  • Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Die DSGVO ist die EU-weit unmittelbar geltende Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten, die für Versicherer aufgrund der umfangreichen Verarbeitung sensibler Gesundheits- und Risikodaten besondere Bedeutung hat.
  • Datenschutzbeauftragter (Data Protection Officer) Der Datenschutzbeauftragte überwacht die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorschriften im Unternehmen und ist bei Versicherern aufgrund der umfangreichen Verarbeitung sensibler Daten regelmässig verpflichtend zu bestellen.
  • Dauergefahr (Continuing Hazard) Eine Dauergefahr ist ein fortwährender, nicht nur vorübergehender gefahrerhöhender Umstand, dessen Nichtanzeige besondere vertragsrechtliche Folgen haben kann.
  • Debitorenstruktur und -konzentration Debitorenstruktur und -konzentration erfasst, wie die Forderungen des Antragstellers auf die Abnehmer verteilt sind, insbesondere den Anteil der grössten Debitoren – eine in Kreditversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Deckungsbeitrag/Bruttogewinn Die Deckungsbeitragsbasis erfasst die vom Versicherungsnehmer angegebene Bruttogewinnmarge (Bruttogewinn in Prozent des Umsatzes), die der Versicherungssumme einer Betriebsunterbrechungspolice zugrunde liegt – eine in Sach- und BU-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Deckungskapital (Reserve Capital) Das Deckungskapital ist das aktuariell berechnete Kapital, das ein Lebensversicherer zur Erfüllung der künftigen Leistungsverpflichtungen eines Vertrags vorhalten muss.
  • Deckungsnote (Cover Note) Eine Deckungsnote ist eine vom Versicherer oder Makler ausgestellte vorläufige Bestätigung des Versicherungsschutzes bis zur Ausstellung der endgültigen Police.
  • Deckungsprozess Der Deckungsprozess ist das gerichtliche oder aussergerichtliche Verfahren zur Klärung, ob und in welchem Umfang eine Haftpflichtversicherung für einen bestimmten Schaden Versicherungsschutz gewährt.
  • Deckungsstock Der Deckungsstock ist ein besonders geschütztes Sondervermögen von Lebensversicherern, das vorrangig der Sicherung der Ansprüche der Versicherten dient.
  • Deckungssumme (Sum Insured / Limit of Indemnity) Die Deckungssumme ist der vertraglich vereinbarte Höchstbetrag, bis zu dem der Versicherer für einen oder mehrere Versicherungsfälle einzustehen hat.
  • Defects Exclusion (LEG 1/2/3, DE 1–5) Die Defects-Exclusion-Klauseln (London Engineering Group LEG 1–3 bzw. Defective Condition DE 1–5) grenzen ab, in welchem Umfang Schäden infolge fehlerhafter Planung, Konstruktion, Werkstoffe oder Ausführung von der Bau- und Montageversicherung ausgeschlossen bleiben.
  • Deklarationsverfahren Das Deklarationsverfahren ist die periodische Meldung der vom Zedenten im Rahmen eines proportionalen Rückversicherungsvertrags gezeichneten Einzelrisiken an den Rückversicherer.
  • Deliktsfähigkeit Deliktsfähigkeit ist die Fähigkeit einer Person, für schuldhaft verursachte Schäden zivilrechtlich verantwortlich gemacht zu werden, und Voraussetzung einer Haftpflicht.
  • Denkmalschutzstatus Der Denkmalschutzstatus erfasst, ob ein Gebäude aufgrund seines historischen, architektonischen oder kulturellen Werts unter Denkmalschutz steht, und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, weil er die Reparaturmöglichkeiten einschränkt und die Wiederherstellungskosten erheblich erhöhen kann.
  • Derivat Ein Derivat ist ein Finanzinstrument, dessen Wert sich von einem zugrunde liegenden Basiswert ableitet, und wird von Versicherern vor allem zur Absicherung von Kapitalanlagerisiken eingesetzt.
  • Diebstahl (Theft) Diebstahl ist die rechtswidrige Wegnahme einer fremden beweglichen Sache mit Zueignungsabsicht und eine der zentralen Gefahren der Sachversicherung.
  • Diebstahlprävention in Transport und Logistik Diebstahlprävention in Transport und Logistik umfasst technische und organisatorische Massnahmen entlang der Lieferkette, die Ladungsdiebstahl an Fahrzeugen, Wechselbrücken und in Umschlaglagern verhindern.
  • Differenzdeckung (DIC/DIL) Die DIC/DIL-Klausel erweitert im Rahmen eines Controlled Master Program eine bestehende lokale Police um die weitergehenden Bedingungen (DIC) oder höheren Limiten (DIL) der Masterpolice, sofern die lokale Police einen Schaden nicht oder nicht vollständig deckt.
  • Direct Billing (Direktabrechnung) Direct Billing ist die Abrechnung der Behandlungskosten unmittelbar zwischen Leistungserbringer und Versicherer, sodass die versicherte Person nicht vorfinanzieren muss; Voraussetzung sind in der Regel ein Provider-Netzwerk, eine Vorautorisierung und eine Zahlungsgarantie (Guarantee of Payment) des Versicherers gegenüber dem Spital.
  • Direktanspruch (Direct Right of Action) Der Direktanspruch erlaubt es einem Geschädigten, seinen Schadenersatzanspruch unmittelbar gegen den Haftpflichtversicherer des Schädigers geltend zu machen.
  • Direktversicherer (Direct Insurer) Ein Direktversicherer vertreibt seine Produkte unmittelbar an den Endkunden, insbesondere über Internet und Telefon, ohne zwischengeschaltete Vermittler.
  • Direktversicherung Die Direktversicherung ist einer der fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung, bei dem der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer einen Lebensversicherungsvertrag zugunsten des Arbeitnehmers abschliesst.
  • Disappearance Clause (Verschollenheitsklausel) Die Disappearance Clause ist eine Klausel in Unfall- und Reiseversicherungen, nach der eine versicherte Person, die nach einem Unfallereignis – etwa dem Untergang, Absturz oder Verschwinden eines Verkehrsmittels – verschwindet und innerhalb einer Frist (marktüblich zwölf Monate) nicht aufgefunden wird, als unfallbedingt verstorben gilt, sodass die Todesfallleistung fällig wird; taucht die Person später lebend auf, ist die Leistung zurückzuerstatten.
  • Diskriminierungsverbot und Unisex-Tarife Das versicherungsrechtliche Diskriminierungsverbot untersagt die Differenzierung von Prämien und Leistungen nach dem Geschlecht der versicherten Person und führte zur Einführung geschlechtsneutraler Unisex-Tarife.
  • Dissens Ein Dissens liegt vor, wenn sich Versicherer und Versicherungsnehmer über wesentliche Vertragspunkte tatsächlich nicht einig sind, obwohl ein Vertragsschluss angenommen wurde.
  • Distanz zur nächsten Feuerwehr Die Distanz zur nächsten Feuerwehr erfasst die Strassendistanz und die erwartete Ausrückzeit der nächstgelegenen öffentlichen oder betrieblichen Feuerwehr zu einem Standort und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um die Geschwindigkeit externer Löschhilfe einzuschätzen.
  • Diversifikation Diversifikation reduziert das Gesamtrisiko eines Portfolios oder Versicherungsbestands durch die Streuung über wenig korrelierte Risiken, Anlageklassen oder Sparten.
  • Doppelversicherung Doppelversicherung liegt vor, wenn dasselbe Interesse gegen dieselbe Gefahr bei mehreren Versicherern versichert ist und die Versicherungssummen zusammen den Versicherungswert übersteigen.
  • Doppelversicherungsklausel Die Klausel regelt Anzeige-, Ausgleichs- und Haftungsfragen, wenn dasselbe Interesse gegen dieselbe Gefahr bei mehreren Versicherern versichert ist und die Versicherungssummen den Versicherungswert übersteigen.
  • Dread-Disease-Versicherung (Critical Illness Insurance) Die Dread-Disease-Versicherung zahlt bei Diagnose einer im Vertrag abschliessend definierten schweren Erkrankung eine einmalige Kapitalleistung unabhängig vom tatsächlichen Einkommensausfall.
  • Drei-Säulen-Konzept Das Drei-Säulen-Konzept ist die verfassungsrechtlich verankerte Grundstruktur der schweizerischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, bestehend aus staatlicher, beruflicher und privater Vorsorge.
  • Drittbegünstigter (Vertrag zugunsten Dritter) Ein Drittbegünstigter erhält aus einem Vertrag zwischen zwei anderen Parteien ein eigenes Forderungsrecht, ohne selbst Vertragspartei zu sein.
  • Drittschadensliquidation Die Drittschadensliquidation erlaubt es einem Vertragspartner, einen bei einem Dritten eingetretenen Schaden im eigenen Namen gegenüber dem Schädiger geltend zu machen.
  • Drohnenversicherung Die Drohnenversicherung deckt Haftpflicht- und teilweise Kaskorisiken aus dem Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge (UAS/UAV) ab und ist in vielen Fällen gesetzlich vorgeschrieben.
  • Drop Down Cover Ein Drop Down Cover ist eine Klausel, nach der eine Exzedenten- schicht in tiefere, bereits erschöpfte Schichten eintritt, wenn die darunterliegende Deckung ausgeschöpft oder nicht verfügbar ist.
  • Druckgasflaschenlagerung Die Druckgasflaschenlagerung erfasst Anzahl und Art der am Standort vorgehaltenen Flaschen mit komprimierten, verflüssigten oder gelösten Gasen – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Duration Die Duration misst die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer eines festverzinslichen Wertpapiers oder eines Portfolios und dessen Sensitivität gegenüber Zinsänderungen.
  • Durchschnittsschaden (Average Claim Amount) Der Durchschnittsschaden ist der Quotient aus der Summe aller Schadenzahlungen und der Anzahl der Schadenfälle einer bestimmten Periode oder eines Bestands.
  • Duty to Defend versus Duty to Indemnify Die Klausel legt fest, ob der Versicherer die Rechtsverteidigung selbst führt und deren Kosten trägt («Duty to Defend») oder dem Versicherten nur die entstandenen Verteidigungskosten erstattet («Duty to Indemnify»/«Duty to Pay»).
  • Dynamik (Lebens- und Rentenversicherung) Die Dynamik ist eine vertragliche Vereinbarung, nach der Beitrag und Versicherungsleistung eines Lebens- oder Rentenversicherungsvertrags regelmässig automatisch erhöht werden.

E

  • E-Bike- und Fahrradbesitz E-Bike- und Fahrradbesitz erfasst Anzahl, Art und Wert der Fahrräder und E-Bikes eines Haushalts – eine in Fahrradversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung von Diebstahl-, Beschädigungs- und batteriebezogenem Risiko.
  • Eigenbehalt (Retention) Der Eigenbehalt bezeichnet den Teil des Risikos, den ein Erstversicherer oder ein Unternehmen bewusst auf eigene Rechnung behält, statt ihn zu versichern oder rückzuversichern.
  • Eigenmittel (Own Funds) Eigenmittel sind das nach Solvency II anrechenbare Kapital eines Versicherers, das zur Erfüllung der Solvenzkapitalanforderung zur Verfügung stehen muss.
  • Einbruchdiebstahl (Burglary) Einbruchdiebstahl ist die Wegnahme von Sachen, bei der der Täter durch Überwindung eines Hindernisses in den Gewahrsamsbereich des Versicherungsnehmers eindringt.
  • Einbruchdiebstahl-Erschwerungsklausel Die Klausel begrenzt den Diebstahlschutz auf Fälle, in denen der Täter gewaltsam und mit erkennbaren Spuren in das versicherte Gebäude eingedrungen ist ("forcible and violent entry"), und schliesst einfachen Diebstahl ohne Einbruchsspuren regelmässig aus.
  • Einbruchmeldeanlage Die Einbruchmeldeanlage erfasst, ob ein Standort durch eine automatische Alarmanlage mit überwachter Alarmweiterleitung geschützt ist – eine in Sach- und Lagerversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Einschätzung des Einbruch- und Diebstahlrisikos.
  • Einbruchmeldeanlagen Einbruchmeldeanlagen erkennen unbefugtes Eindringen in gesicherte Bereiche mittels Meldern, Zentrale und Alarmweiterleitung und bilden nach VdS- und EN-50131-Sicherungsgraden gestufte Schutzniveaus.
  • Einfache Wiederherstellungsklausel Die einfache Wiederherstellungsklausel zahlt die volle Neuwertentschädigung bereits bei glaubhaft gemachter Wiederherstellungsabsicht des Versicherungsnehmers aus, ohne eine bereits gesicherte Wiederherstellung zu verlangen.
  • Einfamilienhaus (Eigentum) Risikoprofil für ein selbstbewohntes Einfamilienhaus im Eigentum: die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende private Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Einkommenssplitting (AHV) Das Einkommenssplitting ist die hälftige Aufteilung der während der Ehejahre erzielten AHV-Einkommen beider Ehegatten bei der Rentenberechnung, unabhängig davon, wer das Einkommen tatsächlich erwirtschaftet hat.
  • Einlösungsklausel Die Einlösungsklausel macht den Beginn des materiellen Versicherungsschutzes von der rechtzeitigen Zahlung der Erstprämie abhängig.
  • Einrede Eine Einrede ist ein Gegenrecht, das einem an sich bestehenden Anspruch entgegengehalten werden kann und dessen Durchsetzung hemmt, ohne den Anspruch selbst zu beseitigen.
  • Einsatzplanung mit der Feuerwehr (Pre-Incident Planning) Die Einsatzplanung mit der Feuerwehr dokumentiert objektspezifische Informationen zu Gebäuden, Gefahrstoffen und Löscheinrichtungen im Voraus, damit Einsatzkräfte im Ereignisfall schneller und gezielter reagieren können.
  • Eintrittsschwelle (Berufliche Vorsorge) Die Eintrittsschwelle ist der gesetzlich festgelegte Mindestjahreslohn, ab dem Arbeitnehmende obligatorisch in der beruflichen Vorsorge (BVG) zu versichern sind.
  • EIOPA (Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen) EIOPA ist die europäische Aufsichtsbehörde, die die Versicherungsaufsicht in der EU koordiniert, technische Standards entwickelt und die einheitliche Anwendung von Solvency II fördert.
  • Elektrische Betriebsmittel in explosionsgefährdeten Bereichen Elektrische Betriebsmittel in explosionsgefährdeten Bereichen müssen nach Zoneneinteilung, Zündschutzart und Temperaturklasse ausgewählt und wiederkehrend inspiziert werden, da bereits ein einzelnes ungeeignetes oder beschädigtes Gerät als Zündquelle für eine Explosion ausreicht.
  • Elektro-Thermografie Die Elektro-Thermografie macht Überhitzungen in elektrischen Anlagen mit Infrarotkameras sichtbar, bevor sie zu Bränden oder Ausfällen führen, und ist ein Standardinstrument der versicherungstechnischen Schadenverhütung.
  • Elektronikversicherung Die Elektronikversicherung deckt Schäden an elektronischen Geräten und Anlagen durch praktisch alle unvorhergesehenen Ereignisse einschliesslich Bedienungsfehler und innerer Betriebsschäden.
  • Elementarschäden (Natural Perils) Elementarschäden sind Schäden durch Naturereignisse wie Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsch oder Schneedruck, die in der Regel nur gegen Zusatzprämie mitversichert werden können.
  • Elementarschadenklausel Die Elementarschadenklausel erweitert die Feuer- und Wohngebäude- versicherung um Naturgefahren wie Hochwasser, Sturm, Hagel, Lawinen, Schneedruck und Erdrutsch und ist in der Schweiz obligatorisch mit der privaten Feuerversicherung gekoppelt.
  • Embedded Value Der Embedded Value ist eine aktuarielle Kennzahl, die den heutigen Wert des bestehenden Lebensversicherungsbestands eines Versicherers aus den künftig erwarteten Gewinnen ableitet.
  • Empfehlungsmarketing Empfehlungsmarketing gewinnt neue Kunden über die aktive Empfehlung zufriedener Bestandskunden und gilt als besonders kosteneffizienter Vertriebskanal in der Versicherungswirtschaft.
  • Employee Benefits (Personalvorsorge und Nebenleistungen) Employee Benefits sind die vom Arbeitgeber finanzierten oder vermittelten Vorsorge- und Versicherungsleistungen für Mitarbeitende, die über den Lohn hinausgehen; in der Schweiz umfassen sie insbesondere berufliche Vorsorge (BVG), Krankentaggeld, UVG-Zusatz- und Gruppenunfallversicherung, Kollektiv-Kranken-Zusatzversicherung sowie internationale Krankenversicherung für Entsandte und werden von Brokern über Benchmark-Studien mit dem Markt verglichen.
  • Employment Practices Liability Insurance (EPLI) EPLI deckt Schadenersatzansprüche von Arbeitnehmern gegen ihren Arbeitgeber wegen rechtswidriger arbeitsrechtlicher Praktiken wie Diskriminierung, Belästigung oder unrechtmässiger Kündigung.
  • Endalter (Maturity Age) Das Endalter ist das im Vertrag festgelegte Alter der versicherten Person, bei dessen Erreichen der Vertrag abläuft und gegebenenfalls eine Erlebensfallleistung fällig wird.
  • Engpassanlagen Engpassanlagen bezeichnet diejenigen Einheiten in einem Produktionsprozess, die keine Redundanz aufweisen und deren Ausfall oder Zerstörung die gesamte Produktion stoppen oder erheblich einschränken würde – eine in Sach- und Maschinenversicherungsanträgen abgefragte Angabe.
  • Entsandte Mitarbeitende Entsandte Mitarbeitende erfasst die Anzahl der Mitarbeitenden auf längerfristigen Auslandeinsätzen ausserhalb ihres Heimatlandes und dient zur Bemessung der Exposition in der internationalen Kranken- und Geschäftsreiseunfallversicherung.
  • EO (Erwerbsersatzordnung) Die EO ist die Schweizer Sozialversicherung, welche Erwerbstätigen bei Dienstleistung in Armee und Zivilschutz sowie bei Mutterschaft und weiteren definierten Betreuungssituationen einen Erwerbsersatz in Form eines Taggelds ausrichtet.
  • Epidemieversicherung Die Epidemieversicherung deckt Betriebsunterbrechungsschäden ab, die einem Unternehmen durch behördlich angeordnete Massnahmen infolge einer Epidemie oder Pandemie entstehen.
  • Erdbeben (Earthquake) Erdbeben ist eine Elementargefahr mit hohem Kumulpotenzial, deren Versicherbarkeit massgeblich von regionaler Seismizität und Rückversicherungskapazität abhängt.
  • Erdbebenertüchtigung von Bestandsbauten Erdbebenertüchtigung umfasst bauliche Massnahmen zur Verbesserung des seismischen Verhaltens bestehender Gebäude und Anlagen, um Personen- und Sachschäden im Erdbebenfall zu reduzieren.
  • Erfolgswirksam zum Fair Value bewertet (FVTPL) Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente (FVTPL) werden zu jedem Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, wobei Wertänderungen unmittelbar über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
  • Erfüllungsgehilfe Ein Erfüllungsgehilfe ist eine Person, die mit Wissen und Willen des Schuldners bei der Erfüllung dessen Verbindlichkeit tätig wird, für deren Verschulden der Schuldner haftet.
  • Erfüllungsgehilfenklausel Klausel, die klarstellt, dass die Betriebshaftpflicht auch die gesetzliche Haftung des Versicherungsnehmers für das Verschulden von Erfüllungsgehilfen wie Subunternehmern und freien Mitarbeitern erfasst.
  • Erfüllungsort Der Erfüllungsort ist der Ort, an dem eine vertragliche Leistung zu erbringen ist, und kann für die Frage des zuständigen Gerichts und des anwendbaren Rechts von Bedeutung sein.
  • Ergänzungsleistungen (EL) Ergänzungsleistungen sind bedarfsabhängige Leistungen, die AHV- oder IV-Rentnerinnen und -Rentnern ausgerichtet werden, wenn die Renten und übrigen Einkünfte den anerkannten Existenzbedarf nicht decken.
  • Erlebensfallleistung Die Erlebensfallleistung ist die Kapital- oder Rentenzahlung, die ein Lebensversicherer erbringt, wenn die versicherte Person das vereinbarte Vertragsende erlebt.
  • Errors-and-Omissions-Klausel (Programmebene) Die Errors-and-Omissions-Klausel bewahrt den Versicherungsschutz eines internationalen Programms trotz unabsichtlicher Verwaltungsfehler wie verspäteter Meldung oder fehlerhafter Erfassung einer Landesgesellschaft, sofern der Fehler nach Entdeckung unverzüglich berichtigt wird.
  • Errors-and-Omissions-Klausel (Rückversicherung) Die Errors-and-Omissions-Klausel (Rückversicherung) stellt sicher, dass unbeabsichtigte Fehler oder Unterlassungen bei der Zession, Meldung oder Verwaltung eines Risikos den Deckungsschutz nicht automatisch entfallen lassen, solange sie unverzüglich richtiggestellt werden.
  • Ersatzhandel/Ausweichbetrieb (Alternative Trading) Die Alternative-Trading-Klausel bestimmt, dass Umsätze, die der Versicherungsnehmer während der Haftzeit an anderer Stelle erzielt, bei der Berechnung des Betriebsunterbrechungsschadens als tatsächlicher Umsatz angerechnet werden.
  • Ersatzpersonalkosten (Replacement Staff Costs) Ersatzpersonalkosten sind die in der Geschäftsreiseversicherung gedeckten Reise- und Unterkunftskosten für eine Ersatzkraft, die der Arbeitgeber entsendet, um die geschäftliche Aufgabe eines Reisenden zu übernehmen, der wegen Tod, Unfall oder schwerer Krankheit ausfällt – einschliesslich der Kosten für die spätere Wiederaufnahme des Auftrags durch die genesene Person.
  • Ersatzteilstrategie für kritische Aggregate Eine dokumentierte Ersatzteilstrategie legt für kritische Aggregate mit langen Wiederbeschaffungszeiten fest, welche Komponenten bevorratet, vertraglich reserviert oder durch Redundanz abgesichert werden, und bestimmt damit massgeblich die realistische Haftzeit einer Betriebsunterbrechungsversicherung.
  • Erschliessung und Zufahrt Erschliessung und Zufahrt beschreibt die Strassen-, Tor- und Erschliessungsverhältnisse, die Einsatzfahrzeugen und Personal das Erreichen und Befahren eines Standorts ermöglichen, und wird in Sach- und Bauversicherungsanträgen zur Beurteilung der Einsatzfähigkeit abgefragt.
  • Erschöpfungsklausel (Exhaustion Clause) Die Erschöpfungsklausel regelt die Rechtsfolgen, wenn die Kapazität einer Versicherungs- oder Rückversicherungsschicht durch bereits eingetretene Schäden vollständig aufgebraucht ist.
  • Erstinformationsblatt (IPID) Das Erstinformationsblatt ist ein standardisiertes, kurzes Informationsdokument, das dem Versicherungsnehmer vor Abschluss eines Nichtlebensversicherungsvertrags die wichtigsten Vertragsmerkmale verständlich zusammenfasst.
  • Erstrisikoversicherung Bei der Erstrisikoversicherung wird nicht der volle Wert des versicherten Objekts, sondern eine frei gewählte Versicherungssumme (erstes Risiko) vereinbart, bis zu deren Höhe Schäden ohne Anwendung der Unterversicherungsregel ersetzt werden.
  • Erwartungswert (Expected Value) Der Erwartungswert ist der mit den jeweiligen Eintrittswahrschein- lichkeiten gewichtete Durchschnittswert einer Zufallsvariable und die Grundlage jeder versicherungsmathematischen Risikoprämie.
  • Erweiterte Produkthaftpflicht Zusatzbedingung zur Produkthaftpflichtversicherung, die den AHB-Ausschluss für Schäden an vom Versicherungsnehmer hergestellten oder gelieferten Sachen teilweise zurücknimmt und bestimmte Weiterverarbeitungs- und Mangelfolgeschäden wieder einschliesst.
  • Erwerbsminderungsrente Die Erwerbsminderungsrente ist eine Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung bei teilweiser oder voller Erwerbsminderung, die von der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ergänzt werden kann.
  • Erziehungsgutschrift Die Erziehungsgutschrift ist ein fiktives, zusätzliches Einkommen, das Eltern für Jahre mit Kindern unter 16 Jahren bei der Berechnung ihrer AHV-Rente angerechnet wird, um Nachteile durch Erziehungsarbeit auszugleichen.
  • ESFR-Sprinkler ESFR-Sprinkler (Early Suppression Fast Response) sind schnell auslösende Sprinklerköpfe mit hoher Wasserabgabe, die ein Feuer insbesondere in Hochregallagern bereits in einer frühen Phase unterdrücken, statt es nur einzudämmen.
  • ESG (Environmental, Social, Governance) ESG bezeichnet Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien, die in der Kapitalanlage, im Underwriting und in der aufsichtsrechtlichen Offenlegung von Versicherern zunehmend berücksichtigt werden müssen.
  • Ex-Gratia-Payments-Klausel Die Ex-Gratia-Payments-Klausel regelt, ob und in welchem Umfang freiwillige Kulanzzahlungen des Zedenten ohne rechtliche Leistungspflicht auch vom Rückversicherer mitgetragen werden.
  • Ex-Gratia-Zahlung Eine Ex-Gratia-Zahlung ist eine freiwillige Kulanzleistung des Versicherers ohne Anerkennung einer rechtlichen Verpflichtung.
  • Excess of Loss (XL) Excess of Loss ist die grundlegende Form der nichtproportionalen Rückversicherung, bei der der Rückversicherer Schäden oberhalb eines vereinbarten Selbstbehalts bis zu einer Kapazitätsgrenze übernimmt.
  • Exklusivvertreter (Ausschliesslichkeitsvertreter) Ein Exklusivvertreter vermittelt Versicherungsverträge ausschliesslich für ein einziges Versicherungsunternehmen, mit dem er in einem besonderen Vertrauensverhältnis steht.
  • Expatriate-Versicherung (Entsandtenversicherung) Die Expatriate-Versicherung ist die Absicherung von Mitarbeitenden, die für einen längeren, aber befristeten Zeitraum ausserhalb ihres Heimatlandes arbeiten, mit internationaler Kranken-, Unfall-, Assistance- und Lebensversicherung; sie unterscheidet zwischen klassischen Entsandten, Local-Plus-Verträgen und Third-Country Nationals.
  • Explosion Explosion ist eine plötzliche, durch Ausdehnungsbestreben von Gasen oder Dämpfen hervorgerufene Kraftäusserung und eine der Grundgefahren der Feuerversicherung.
  • Explosionsschutz (ATEX) Explosionsschutz umfasst primäre, sekundäre und konstruktive Massnahmen, mit denen das gleichzeitige Auftreten einer explosionsfähigen Atmosphäre und einer wirksamen Zündquelle in explosionsgefährdeten Bereichen verhindert oder deren Auswirkungen begrenzt werden.
  • Explosionsschutzkonzept (ATEX) Das Explosionsschutzkonzept bestätigt, ob Standorte mit brennbaren Gasen, Dämpfen oder brennbaren Stäuben über ein dokumentiertes, ATEX-konformes Explosionsschutzkonzept mit Zoneneinteilung verfügen – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Exponierung (Exposure) Exponierung bezeichnet das Ausmass, in dem Werte, Personen oder Erträge einem bestimmten Risiko ausgesetzt sind, und bildet die Grundlage jeder Risikobewertung und Prämienkalkulation.
  • Exportanteil Der Exportanteil erfasst den Prozentsatz des Umsatzes eines Versicherten, der ausserhalb seines Heimmarkts erzielt wird, und dient Underwritern zur Beurteilung der Exponierung gegenüber ausländischen Produkthaftpflichtregimen, Prozessumgebungen sowie Währungs- und Handelsrisiken.
  • Exportkontrollen Exportkontrollen erfassen, ob ein Versicherungsnehmer über ein formelles Verfahren verfügt, um Produkte, Kunden und Bestimmungsländer vor dem Versand auf Exportkontroll-, Sanktions- und Dual-Use-Vorschriften zu prüfen, da Verstösse regulatorische, vertragliche und haftungsrechtliche Exposure auslösen können.
  • Exposure Clause (Exposure-Klausel, Witterungseinflüsse) Die Exposure Clause stellt in Unfall- und Reiseversicherungen klar, dass Gesundheitsschäden oder der Tod, die eine versicherte Person infolge eines Unfalls durch unvermeidbare Aussetzung gegenüber Naturgewalten erleidet – etwa Erfrieren, Hitzschlag, Verdursten oder Ertrinken nach Absturz, Schiffbruch oder Verirren –, als Unfallfolge gelten und die Tabellenleistungen auslösen.
  • Exposure Rating Exposure Rating ist eine Methode zur Bepreisung von Rückversicherungsverträgen, die auf der Grundlage von Portfoliokennzahlen und Schadenverteilungskurven statt tatsächlicher Schadenerfahrung erfolgt.
  • Extended Expiration / Run-off-Klausel Die Extended-Expiration- oder Run-off-Klausel stellt sicher, dass Schäden aus während der Vertragslaufzeit eintretenden Ereignissen auch nach Vertragsende noch unter dem Vertrag abgewickelt werden können.
  • Extended Reporting Period (D&O/E&O) Die Extended Reporting Period (Nachmeldefrist) erlaubt bei einer Claims-made-Police, Ansprüche für Pflichtverletzungen aus der Zeit vor Vertragsende auch nach Ablauf oder Kündigung der Police noch zu melden, ohne den Versicherungsschutz zeitlich neu zu begründen.
  • Extremwerttheorie (Extreme Value Theory) Die Extremwerttheorie ist ein statistisches Verfahren zur Modellierung der Verteilung seltener, besonders extremer Ereignisse in den Randbereichen einer Verteilung.

F

  • Fahrerkreis und Mindestalter Fahrerkreis und Mindestalter erfassen, wer zum Führen der versicherten Fahrzeuge berechtigt ist und welches Mindestalter oder welche Mindestführerscheindauer verlangt wird – eine in Motorfahrzeug- und Flottenversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung des menschlichen Faktors am Steuer.
  • Fahrerkreisklausel (Named Driver Clause) Die Fahrerkreisklausel legt fest, welche Personen ein Fahrzeug im Rahmen der Kfz-Versicherung regelmässig führen dürfen, und ist Grundlage für die Prämienberechnung nach dem statistischen Unfallrisiko dieses Personenkreises.
  • Fahrlässigkeit Fahrlässigkeit ist die Nichtbeachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt und die zentrale Verschuldensform bei der Zurechnung von Haftpflichtschäden.
  • Fahrleistung pro Jahr Die Fahrleistung pro Jahr erfasst die für ein Fahrzeug oder eine Flotte erwartete jährliche Fahrstrecke – eine in Motorfahrzeugversicherungs- anträgen abgefragte Angabe, da sie direkt die Häufigkeitsexposition gegenüber Unfällen beeinflusst.
  • Fahrradversicherung (E-Bike-Versicherung) Die Fahrradversicherung deckt Diebstahl, Vandalismus und Beschädigung von Fahrrädern und E-Bikes ab und ergänzt damit die meist stark limitierte Fahrraddeckung der Hausratversicherung.
  • Fahrzeugalter Das Fahrzeugalter erfasst das durchschnittliche und maximale Alter der Fahrzeuge einer versicherten Flotte – eine in Motorfahrzeug- und Flottenversicherungsanträgen abgefragte Angabe, da ältere Fahrzeuge ein höheres Pannen-, Sicherheits- und Totalschadenrisiko aufweisen.
  • Fahrzeugflotte (Anzahl und Typ) Fahrzeugflotte (Anzahl und Typ) erfasst die Anzahl, Kategorie und Nutzung der von einem Versicherungsnehmer betriebenen Motorfahrzeuge – eine in Flottenversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Bestimmung von Umfang und Homogenität des zu bepreisenden Risikos.
  • Fair Value (Zeitwert) Fair Value ist der Preis, der beim Verkauf eines Vermögenswerts oder bei der Übertragung einer Schuld zwischen sachverständigen, vertragswilligen Parteien am Bewertungsstichtag erzielt würde.
  • Fakultative Fazilität (Facultative Facility) Die fakultative Fazilität ist ein vereinfachtes Verfahren zur fakultativen Rückversicherung einzelner Risiken innerhalb vordefinierter, mit dem Rückversicherer vorab vereinbarter Grenzen.
  • Fakultative Rückversicherung Die fakultative Rückversicherung ist die einzelfallbezogene Rückdeckung eines bestimmten Risikos, das der Rückversicherer nach individueller Prüfung annehmen oder ablehnen kann.
  • Fälligkeit Fälligkeit ist der Zeitpunkt, ab dem eine vertragliche Forderung vom Gläubiger verlangt und vom Schuldner erfüllt werden muss.
  • Familienversicherung Die Familienversicherung ermöglicht in der gesetzlichen Krankenversicherung die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern und Kindern eines Mitglieds unter bestimmten Einkommensvoraussetzungen.
  • Fassadenmaterial Das Fassadenmaterial erfasst die Zusammensetzung und Brandklassifizierung der Aussenwandverkleidung und -dämmung eines Gebäudes und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, weil brennbare Fassaden eine rasche, schwer zu bekämpfende vertikale Brandausbreitung ermöglichen.
  • FATCA (Foreign Account Tax Compliance Act) FATCA ist ein US-Gesetz, das ausländische Finanzinstitute, einschliesslich bestimmter Lebensversicherer, zur Meldung von Konten US-amerikanischer Steuerpflichtiger verpflichtet.
  • Fernabsatzvertrag Ein Fernabsatzvertrag ist ein ausschliesslich über Fernkommunikationsmittel geschlossener Versicherungsvertrag, für den besondere Informationspflichten und ein erweitertes Widerrufsrecht gelten.
  • Fernzugriff und Homeoffice Fernzugriff und Homeoffice erfasst, wie viele Mitarbeitende extern auf Unternehmenssysteme zugreifen, über welchen technischen Kanal und unter welchen Sicherheitskontrollen – ein wesentlicher Treiber der Angriffsfläche im Cyber-Underwriting.
  • Feuerarbeiten (Hot Work Permit) Feuerarbeiten wie Schweissen, Schneiden und Löten gehören zu den häufigsten Brandursachen in Industriebetrieben; ein formales Freigabeverfahren (Hot Work Permit) mit Brandwache reduziert das Risiko drastisch.
  • Feuerlöschpumpen Feuerlöschpumpen erhöhen Druck und Fördermenge einer betrieblichen Löschwasserversorgung auf das für Sprinkler- und andere Löschanlagen erforderliche Niveau, wenn die vorhandene Wasserquelle allein nicht ausreicht.
  • Feuerwehrzufahrt und Löschwasserversorgung Feuerwehrzufahrt und Löschwasserversorgung stellen sicher, dass Einsatzfahrzeuge ein Objekt jederzeit erreichen und in ausreichender Menge und mit ausreichendem Druck über den gesamten Löscheinsatz mit Wasser versorgt werden können.
  • Feuerwiderstand von Bauteilen Der Feuerwiderstand von Bauteilen bezeichnet die genormte Zeitspanne, über die Wände, Decken, Stützen und andere Bauteile ihre Tragfähigkeit, ihren Raumabschluss und ihre Wärmedämmung im Brandfall aufrechterhalten.
  • FIDA (EU-Verordnung über den Zugang zu Finanzdaten) FIDA (Financial Data Access) ist der EU-Verordnungsentwurf, der Open Finance auf die Versicherungswirtschaft ausweitet: Kundinnen und Kunden erhalten ein Recht auf Zugriff auf ihre Finanz- und Versicherungsdaten, Data Holder müssen diese über standardisierte APIs bereitstellen.
  • Financial Interest Cover (FINC) Die FINC-Klausel entschädigt die Muttergesellschaft eines internationalen Programms für die Wertminderung ihrer Beteiligung an einer Tochtergesellschaft, wenn diese in einem Land mit Non-Admitted-Verbot einen sonst gedeckten Schaden erleidet.
  • Finanzanlagenvermittler Ein Finanzanlagenvermittler vermittelt bestimmte Kapitalanlagen wie Investmentfondsanteile oder Vermögensanlagen und benötigt hierfür eine eigenständige gewerberechtliche Erlaubnis.
  • FinDAG (Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz) Das FinDAG ist das deutsche Gesetz, das die BaFin errichtet und deren Organisation, Finanzierung und Zusammenarbeit mit anderen Behörden regelt.
  • Finite Risk Reinsurance Finite Risk Reinsurance ist eine Form der alternativen Rückversicherung, bei der die Risikoübernahme begrenzt und stärker auf die zeitliche Verteilung von Zahlungsströmen ausgerichtet ist.
  • Firmen-Kollektiv-Versicherung Die Firmen-Kollektiv-Versicherung ist ein Vertrag, mit dem ein Arbeitgeber die Mitarbeitenden eines Betriebs kollektiv gegen bestimmte Risiken (z.B. Unfall, Krankheit, Tod) versichert, ohne für jede Person einen Einzelvertrag abzuschliessen.
  • Fisher-Gleichung (Fisher Equation) Die Fisher-Gleichung beschreibt den Zusammenhang zwischen nominalem Zinssatz, Realzins und erwarteter Inflation und ist relevant für die Bewertung inflationsabhängiger Verpflichtungen.
  • Flottenversicherung (Fleet Insurance) Die Flottenversicherung deckt eine Mehrzahl von Kraftfahrzeugen eines Halters unter einem einheitlichen Vertrag mit kollektiver Prämienkalkulation.
  • Fluktuationsrate Die Fluktuationsrate erfasst den jährlichen Anteil der ausscheidenden und neu eingestellten Mitarbeitenden und dient als Indikator für Ausbildungslücken, Betriebsklima und operationelles Risiko in der Haftpflicht- und Unfallversicherung.
  • Folgeprovision (Bestandspflegeprovision) Die Folgeprovision ist eine laufende Vergütung des Vermittlers für die Betreuung eines bestehenden Versicherungsvertrags nach dessen Abschluss.
  • Folgeschaden (Consequential Loss) Ein Folgeschaden ist ein mittelbarer wirtschaftlicher Schaden, der sich aus einem vorausgehenden Sach- oder Personenschaden ergibt, ohne diesen selbst darzustellen.
  • Follow-the-Fortunes-Klausel Die Follow-the-Fortunes-Klausel bindet den Rückversicherer an die Schicksale des Zedenten: Er muss dessen gutgläubige, sachgerechte Regulierungsentscheide mittragen, ohne sie neu aufzurollen.
  • Follow-the-Settlements-Klausel Die Follow-the-Settlements-Klausel verpflichtet den Rückversicherer vertraglich, die Schadenregulierung des Zedenten zu akzeptieren, sofern sie innerhalb der Bedingungen des Originalvertrags und in gutem Glauben erfolgt, ohne Haftung und Schadenhöhe neu zu prüfen.
  • Fondsgebundene Lebensversicherung (Unit-Linked Life Insurance) Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung trägt der Versicherungsnehmer das Kapitalanlagerisiko selbst, da die Ablaufleistung unmittelbar an die Wertentwicklung gewählter Investmentfonds gekoppelt ist.
  • Formvorschrift (Schriftformerfordernis) Eine Formvorschrift verlangt für die Wirksamkeit einer Willenserklärung eine bestimmte Form, etwa Schriftform oder Textform, deren Nichteinhaltung zur Unwirksamkeit führen kann.
  • Fortführungsoption (Continuation Option) Die Fortführungsoption erlaubt einer versicherten Person, eine Gruppenversicherung bei Ausscheiden aus dem Kollektiv ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine Einzelversicherung umzuwandeln.
  • Forward Rate (Terminzinssatz) Die Forward Rate ist der aus der aktuellen Zinsstrukturkurve abgeleitete, für einen zukünftigen Zeitraum implizit erwartete Zinssatz.
  • Frachtführerhaftung (Carrier's Liability) Die Frachtführerhaftung ist die gesetzliche Haftung eines Transportunternehmens für Verlust oder Beschädigung des zur Beförderung übernommenen Gutes.
  • Fraud Exclusion – Final Adjudication Clause Der Betrugsausschluss mit Final-Adjudication-Vorbehalt schliesst betrügerisches oder vorsätzliches Fehlverhalten von der D&O-Deckung aus, greift aber erst, wenn dieses Verhalten durch eine rechtskräftige, nicht mehr anfechtbare gerichtliche Entscheidung endgültig festgestellt ist.
  • Freie Arztwahl Die freie Arztwahl ist das Recht des privat Krankenversicherten, unter allen approbierten Ärzten den behandelnden Arzt frei zu wählen, ohne an ein festes Versorgungsnetz gebunden zu sein.
  • Freigabeverfahren für Heissarbeiten Das Freigabeverfahren für Heissarbeiten bestätigt, ob Schweiss-, Schneid-, Schleif- und ähnliche funken- oder hitzeerzeugende Tätigkeiten über ein formelles Freigabeverfahren gesteuert werden – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Freistellung von der Beitragszahlung (Premium Waiver) Die Freistellung von der Beitragszahlung ist eine Zusatzleistung, bei der der Versicherer bei Eintritt eines definierten Ereignisses die weiteren Beiträge übernimmt, ohne dass der Versicherungsschutz entfällt.
  • Freistellungsanspruch Der Freistellungsanspruch ist der Anspruch des Versicherungsnehmers gegen den Haftpflichtversicherer, ihn von berechtigten Schadenersatzforderungen Dritter zu befreien.
  • Freiwillige Versicherung (Gesetzliche Krankenversicherung) Die freiwillige Versicherung ermöglicht die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung für Personen, die nicht mehr oder noch nicht der Versicherungspflicht unterliegen.
  • Freizeichnungsklausel Eine Freizeichnungsklausel schränkt die vertragliche oder gesetzliche Haftung einer Vertragspartei ein oder schliesst sie aus, unterliegt jedoch strengen Grenzen der AGB-Kontrolle.
  • Freizügigkeit in der Krankentaggeldversicherung Die Freizügigkeitsklausel ermöglicht es Personen, die aus einem Kollektiv-Krankentaggeldvertrag ausscheiden, ohne neue Gesundheitsprüfung in eine Einzelversicherung überzutreten.
  • Freizügigkeitsleistung Die Freizügigkeitsleistung ist das bei Austritt aus einer Vorsorgeeinrichtung der beruflichen Vorsorge erworbene Altersguthaben, das beim Stellenwechsel in die neue Vorsorgeeinrichtung übertragen oder anderweitig erhalten werden muss.
  • Fremdfirmeneinsatz Der Fremdfirmeneinsatz erfasst, in welchem Umfang ein Versicherter für Betrieb, Wartung oder Bauarbeiten auf seinem Areal auf externe Fremdfirmen und Subunternehmer zurückgreift, da deren Mitarbeitende Haftpflicht- und Sachrisiken einbringen, die der Versicherte nicht vollständig kontrolliert.
  • Fremdfirmenmanagement Fremdfirmenmanagement umfasst Auswahl, Einweisung, vertragliche Einbindung und Überwachung externer Firmen, damit deren Mitarbeitende dieselben Sicherheits- und Brandschutzvorgaben einhalten wie das eigene Personal.
  • Fronting Fronting bezeichnet die Konstruktion, bei der ein lizenzierter Versicherer eine Police ausstellt und das Risiko ganz oder überwiegend an einen anderen Risikoträger – häufig eine Captive – weitergibt.
  • Fronting-Klausel Die Fronting-Klausel regelt, dass ein lokal admittierter Versicherer im Auftrag eines internationalen Programmführers eine Police ausstellt und das Risiko im Wesentlichen über eine Rückversicherung an diesen zurückgibt.
  • Frostschaden (Frost Damage) Frostschaden ist ein durch Kälteeinwirkung verursachter Sachschaden, etwa an wasserführenden Rohren, der in der Sachversicherung unterschiedlich behandelt werden kann.
  • Führungsklausel (Leading Insurer Clause) Die Führungsklausel bestimmt, dass ein führender Versicherer bei Mitversicherung stellvertretend für alle beteiligten Versicherer über Vertragsänderungen und Schadenregulierung entscheidet.
  • Full Medical Underwriting (FMU) Full Medical Underwriting (FMU) ist das Risikoprüfungsverfahren der internationalen Krankenversicherung, bei dem die antragstellende Person vor Vertragsabschluss ihre vollständige Krankengeschichte deklariert und der Versicherer daraufhin Vorerkrankungen dauerhaft ausschliesst, mit einem Prämienzuschlag belegt oder – bei unauffälligem Befund – ohne Einschränkung annimmt; die Deckungsgrenzen stehen damit bereits bei Policenbeginn fest.
  • Funds Withheld Funds Withheld bezeichnet eine Vereinbarung, nach der der Zedent die eigentlich an den Rückversicherer zu übertragenden Vermögenswerte einbehält und selbst verwaltet.
  • Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bei Geschäftsreisen (Duty of Care) Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers verpflichtet ihn, Leben, Gesundheit und Persönlichkeit seiner Mitarbeitenden auch auf Geschäftsreisen durch angemessene Massnahmen zu schützen – in der Schweiz nach Art. 328 OR, in Deutschland nach § 618 BGB und dem Arbeitsschutzgesetz, in Österreich nach § 1157 ABGB und dem ASchG, im Common Law als Duty of Care; eine Geschäftsreiseversicherung ist Teil, nicht Erfüllung dieser Pflicht.

G

  • GAP-/Leasing-Differenzkaskoklausel Die GAP-Klausel (Differenzkasko) schliesst bei Totalschaden oder Diebstahl eines geleasten oder finanzierten Fahrzeugs die Lücke zwischen dem von der Kaskoversicherung erstatteten Wiederbeschaffungswert und der noch offenen Restforderung aus dem Leasing- oder Kreditvertrag.
  • Garantiefonds (Sicherungsfonds) Ein Garantiefonds ist eine gesetzlich vorgeschriebene Sicherungseinrichtung, die Versicherten im Falle der Insolvenz eines Lebensversicherers einen Basisschutz gewährt.
  • Gaslöschanlagen Gaslöschanlagen fluten einen abgeschlossenen Raum mit Inertgas oder chemischen Löschmitteln (Clean Agents), um Brände rückstandsfrei und ohne Wasserschaden zu löschen – insbesondere zum Schutz elektronischer und hochwertiger Anlagen.
  • Gebäude- und Geschossfläche Die Gebäude- und Geschossfläche erfasst die Grundfläche und die gesamte Bruttogeschossfläche eines Gebäudes und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um Brandabschnitte, Kumul und Probable Maximum Loss zu bemessen.
  • Gebietsschutz Gebietsschutz gewährt einem Exklusivvertreter das Recht, innerhalb eines definierten geografischen Bereichs vor Konkurrenz durch andere Vertreter desselben Versicherers geschützt zu sein.
  • Geeignetheitsprüfung (Suitability Assessment) Die Geeignetheitsprüfung verpflichtet den Vermittler, bei Beratungsleistungen die Kenntnisse, Erfahrungen, Ziele und finanziellen Verhältnisse des Kunden zu erheben und zu berücksichtigen.
  • Gefährdungshaftung (Strict Liability) Die Gefährdungshaftung ist eine verschuldensunabhängige Haftung, die an den Betrieb einer erlaubten, aber besonders gefährlichen Sache oder Tätigkeit anknüpft.
  • Gefahrengemeinschaft Die Gefahrengemeinschaft ist die Gesamtheit der von einem Versicherer gegen ein gleichartiges Risiko versicherten Personen, deren Prämien die Grundlage für den nach dem Gesetz der grossen Zahl kalkulierten Risikoausgleich bilden.
  • Gefahrenklasse Suva Die Gefahrenklasse Suva erfasst die dem Betrieb zugeordnete Risikokategorie gemäss Tarif der schweizerischen Berufsunfallversicherung und bestimmt den Grundprämiensatz, der auf die versicherte Lohnsumme angewendet wird.
  • Gefahrensport-Ausschluss in der Unfallversicherung Die Klausel nimmt Unfälle bei der Ausübung namentlich genannter, besonders gefährlicher Sportarten vom Versicherungsschutz aus.
  • Gefahrerhöhung Eine Gefahrerhöhung ist eine nachträgliche Änderung der Risikoumstände, die das versicherte Risiko erhöht und besondere Anzeigepflichten des Versicherungsnehmers auslöst.
  • Gefahrgutmenge im Transport Die Gefahrgutmenge im Transport erfasst die Menge an Gefahrgut, die mit eigenen oder beauftragten Fahrzeugen des Versicherungsnehmers je Transport oder pro Jahr befördert wird – eine in Kfz-Haftpflicht- und Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Gefahrguttransport Gefahrguttransport erfasst, ob die Fahrzeuge eines Versicherungsnehmers klassifizierte gefährliche Stoffe befördern – eine in Motorfahrzeug- haftpflicht- und Umweltanträgen abgefragte Angabe, da sie das Schadenausmass gegenüber Dritten und der Umwelt erheblich erhöht.
  • Gefahrstoffhandling Gefahrstoffhandling umfasst die systematische Identifikation, Einstufung, Kennzeichnung und Trennung gefährlicher Stoffe im Betrieb, um Brand-, Explosions- und Umweltschäden durch Fehlhandhabung oder unverträgliche Lagerung zu verhindern.
  • Genehmigungsfiktion Die Genehmigungsfiktion gilt in der gesetzlichen Krankenversicherung als erteilt, wenn die Krankenkasse über einen Leistungsantrag nicht innerhalb der gesetzlichen Frist entscheidet.
  • General-Average-Klausel Die General-Average-Klausel bestätigt die Deckung des Anteils des Ladungseigentümers an einer grossen Haverei, also an freiwillig zur Rettung von Schiff und Ladung geopferten oder aufgewendeten Werten, meist nach den York-Antwerp-Regeln.
  • Generalpolizze Die Generalpolizze ist eine Rahmenpolice, die alle unter ihren Geltungsbereich fallenden Risiken oder Transporte eines Versicherungsnehmers automatisch und ohne Einzeldeklaration versichert.
  • Generalunternehmer vs. Einzelvergabe Die Vergabestruktur erfasst, ob ein Bauprojekt über einen einzigen Generalunternehmer mit Subunternehmern oder über direkt vom Bauherrn vergebene Einzelgewerke abgewickelt wird, wie sie in Anträgen zur Bauwesenversicherung und Bauherrenhaftpflicht deklariert wird.
  • Genesungsgeld (Convalescence Benefit) Das Genesungsgeld ist eine Zusatzleistung der privaten Unfallversicherung, die im Anschluss an einen unfallbedingten Spitalaufenthalt für dieselbe Anzahl Tage wie das Krankenhaustagegeld – meist degressiv gestaffelt und zeitlich begrenzt – als feste Tagesleistung gezahlt wird.
  • Genugtuung Die Genugtuung ist eine Geldleistung zum Ausgleich immateriellen Schadens (Schmerz, Leid), die bei schweren Persönlichkeitsverletzungen infolge Körperverletzung oder Tötung geschuldet wird.
  • Gerichtsstand Der Gerichtsstand bestimmt, welches Gericht für eine Streitigkeit aus einem Versicherungsvertrag örtlich zuständig ist, wobei Verbraucherschutzvorschriften Vereinbarungen einschränken können.
  • Gerichtsstand und Rechtswahl (DACH) Die Klausel legt fest, welches Gericht für Streitigkeiten aus dem Versicherungsvertrag zuständig ist und welches materielle Recht anzuwenden ist, wobei zwingende Verbraucherschutzvorschriften der vertraglichen Wahlfreiheit enge Grenzen setzen.
  • Gesamtschuldner (Joint and Several Debtors) Gesamtschuldner sind mehrere Schuldner, von denen der Gläubiger die gesamte Leistung nach Belieben von jedem Einzelnen verlangen kann, bis die Forderung vollständig erfüllt ist.
  • Gesamtverzinsung Die Gesamtverzinsung ist die Summe aus Garantiezins und laufender Überschussbeteiligung, die ein Lebensversicherer seinen Versicherten in einem Geschäftsjahr tatsächlich gutschreibt.
  • Geschäftsherrenhaftung Die Geschäftsherrenhaftung ist die deliktische Haftung eines Geschäftsherrn für Schäden, die sein Verrichtungsgehilfe in Ausführung der ihm zugewiesenen Verrichtung verursacht.
  • Geschäftsplan (Betriebsplan) Der Geschäftsplan ist die von einem Versicherer im Rahmen des Zulassungsverfahrens einzureichende Darstellung der geplanten Geschäftstätigkeit, Organisation und Finanzausstattung.
  • Geschäftsreiseprogramm Risikoprofil für ein betriebliches Geschäftsreiseprogramm: die im Reise- und Unfall-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur für Mitarbeitende auf Dienstreisen.
  • Geschäftsreiseversicherung (Business Travel Accident / Corporate Travel) Die Geschäftsreiseversicherung (Business Travel Accident, BTA, Corporate Travel) ist eine vom Arbeitgeber abgeschlossene Jahrespolice, die Mitarbeitende auf Dienstreisen mit Unfallkapital, Heilungskosten im Ausland, medizinischer und sicherheitsbedingter Evakuierung, Rückführung, Gepäck-, Annullierungs- und Assistance-Leistungen absichert – als Ergänzung zur gesetzlichen Unfallversicherung, die Dienstreiseunfälle im Grundsatz bereits erfasst.
  • Geschossanzahl Die Geschossanzahl erfasst die vertikale Ausdehnung eines Gebäudes über und unter Terrain und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, weil sie das Brand- und Rauchverhalten, die Evakuierung und den Feuerwehrzugang beeinflusst.
  • Gesetz der grossen Zahlen (Law of Large Numbers) Das Gesetz der grossen Zahlen besagt, dass sich der durchschnittliche Schadenaufwand eines Versicherungsbestands mit wachsender Bestandsgrösse dem theoretischen Erwartungswert annähert.
  • Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Die gesetzliche Krankenversicherung ist der auf dem Solidaritätsprinzip beruhende Pflichtzweig der deutschen Sozialversicherung für die medizinische Versorgung der Bevölkerungsmehrheit.
  • Gesundheitsfragen Die Gesundheitsfragen erfassen die selbstauskunftpflichtigen Angaben eines Antragstellers bei der Beantragung einer individuellen Lebens-, Kranken- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung und bilden die primäre Grundlage der medizinischen Risikoprüfung.
  • Gesundheitsprüfung Die Gesundheitsprüfung erhebt den Gesundheitszustand eines Antragstellers vor Vertragsschluss und bildet die Grundlage für die Risikoeinschätzung des Versicherers.
  • Gewässerschadenklausel Zusatzdeckung für den nach AHB und Umwelthaftpflicht-Basisdeckung ausgeschlossenen Betrieb wassergefährdender Anlagen, die die verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung für Gewässerschäden abdeckt.
  • Gewinnbeteiligung (Profit Commission) Die Gewinnbeteiligung ist eine zusätzliche Vergütung, die der Rückversicherer dem Zedenten bei günstigem Schadenverlauf eines Rückversicherungsvertrags gewährt.
  • Glasversicherung (Glass Insurance) Die Glasversicherung deckt den Bruch von Gebäude- und Mobiliarverglasungen sowie bestimmter Sanitäranlagen gegen praktisch alle Bruchursachen.
  • Glättungsverfahren (Smoothing) Glättungsverfahren dienen dazu, kurzfristige Wertschwankungen von Kapitalanlagen oder Überschussbeteiligungen über mehrere Perioden zu verteilen und so für die Versicherten zu stabilisieren.
  • Gleitende Provision (Sliding Scale Commission) Die gleitende Provision ist eine Vergütungsstruktur in der proportionalen Rückversicherung, bei der der Provisionssatz innerhalb festgelegter Grenzen umgekehrt proportional zur Schadenquote verläuft.
  • Gleitender Neuwert (VGB) Der Gleitende Neuwert ist ein Bewertungsmodell der deutschen Wohngebäudeversicherung, das die Versicherungssumme über den fiktiven "Wert 1914" und einen jährlichen Anpassungsfaktor automatisch an die Baupreisentwicklung koppelt.
  • Gliedertaxe (Schedule of Disability Percentages) Die Gliedertaxe ist die in den Bedingungen der privaten Unfallversicherung vereinbarte Tabelle, die dem Verlust oder der vollständigen Funktionsunfähigkeit bestimmter Körperteile und Sinnesorgane feste Invaliditätsgrade zuordnet und so die Bemessung der Invaliditätsleistung standardisiert.
  • Good-Local-Standard-Klausel Die Good-Local-Standard-Klausel legt fest, dass eine lokale Police innerhalb eines internationalen Programms mindestens jene Bedingungen, jenen Deckungsumfang und jene Prämienhöhe bietet, die ein im betreffenden Land zugelassener Versicherer einem vergleichbaren lokalen Kunden üblicherweise anbieten würde.
  • Grenzüberschreitendes Versicherungsgeschäft (Cross-Border Business) Grenzüberschreitendes Versicherungsgeschäft bezeichnet den Vertrieb von Versicherungsprodukten über die Grenzen des Sitzstaats des Versicherers hinaus, gestützt auf die europäische Dienstleistungsfreiheit.
  • Grossschaden (Large Loss) Ein Grossschaden ist ein Schaden, dessen Höhe einen definierten Schwellenwert übersteigt und der wegen seiner Bedeutung für Reserven, Rückversicherung und Statistik gesondert erfasst wird.
  • Ground-Up Cover Ground-Up Cover bezeichnet eine Rückversicherungsdeckung, die bereits ab dem ersten Euro eines Schadens greift, ohne dass der Zedent einen Selbstbehalt trägt.
  • Grundfähigkeitsversicherung (Loss-of-Function Insurance) Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente, wenn die versicherte Person definierte körperliche oder geistige Grundfähigkeiten dauerhaft verliert, unabhängig von der Berufsausübung.
  • Grundwasser und Wasserhaltung Grundwasser und Wasserhaltung erfasst, ob Aushubarbeiten eine aktive Grundwasserabsenkung erfordern und mit welchem Verfahren, wie sie in Anträgen zur Bauwesen- und Montageversicherung deklariert wird.
  • Grüne Karte (Green Card) Die Grüne Karte ist ein international anerkannter Nachweis über den Bestand einer Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung für den Einsatz eines Fahrzeugs im Ausland.
  • Gruppenaufsicht (Group Supervision) Die Gruppenaufsicht erweitert die Solvenzaufsicht unter Solvency II von der einzelnen Versicherungsgesellschaft auf den gesamten Versicherungskonzern.
  • Gruppenunfallversicherung (Group Personal Accident Insurance) Die Gruppenunfallversicherung ist eine von einem Unternehmen, Verein oder Verband als Versicherungsnehmer für einen definierten Personenkreis abgeschlossene Unfallversicherung, die den versicherten Personen bei Unfalltod, Invalidität und weiteren Unfallfolgen Kapital-, Renten- und Kostenleistungen gewährt – wahlweise rund um die Uhr oder beschränkt auf die berufliche Tätigkeit.
  • Gruppenversicherung (Group Insurance) Die Gruppenversicherung versichert eine Vielzahl von Personen einer definierten Gruppe unter einem einheitlichen Rahmenvertrag mit vereinfachten Aufnahmebedingungen.

H

  • Haftpflicht des Familienhaupts Die Haftpflicht des Familienhaupts umfasst die Haftung, die Eltern oder Erziehungsverantwortliche für Schäden trifft, die von den in ihrer Obhut stehenden minderjährigen Kindern Dritten zugefügt werden.
  • Haftungsausschluss (Exclusion of Liability) Ein Haftungsausschluss ist eine vertragliche Klausel, mit der die Haftung einer Partei für bestimmte Schäden oder Ursachen ganz oder teilweise ausgeschlossen wird; im Versicherungsvertrag entspricht dies einem Risikoausschluss.
  • Haftungsfreistellung (Hold Harmless Agreement) Eine Haftungsfreistellung ist eine vertragliche Vereinbarung, mit der sich eine Partei verpflichtet, die andere Partei von bestimmten Ansprüchen Dritter oder aus einem bestimmten Ereignis wirtschaftlich freizustellen.
  • Haftzeit Die Haftzeit erfasst den maximalen Zeitraum in Monaten, für den eine Betriebsunterbrechungs- oder Rückwirkungsschadenpolice den entgangenen Bruttogewinn des Versicherungsnehmers nach einem versicherten Schadenereignis entschädigt.
  • Haftzeit (Indemnity Period) Die Haftzeit-Klausel (Indemnity Period) definiert den maximalen Zeitraum, für den eine Betriebsunterbrechungsversicherung den Ertragsausfall nach einem versicherten Sachschaden ersetzt.
  • Hagel (Hail) Hagel ist eine Elementargefahr, bei der Niederschlag in Form von Eiskörnern zu Schäden an Gebäuden, Fahrzeugen und Kulturen führt und in der Regel als Einzelgefahr in Wohngebäude-, Hausrat-, Kfz- und Agrarpolicen mitversichert ist.
  • Hagelschutz Hagelschutz umfasst die Wahl schlagfester Bedachungen, Fassaden und Aussenanlagen sowie mechanische Schutzvorrichtungen, mit denen Gebäudehüllen und technische Aufbauten vor Hagelschäden bewahrt werden.
  • Halterhaftung (Keeper's Liability) Halterhaftung ist eine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung, die den Halter einer Sache (insbesondere eines Kraftfahrzeugs oder Tieres) allein aufgrund der Betriebs- bzw. Sachgefahr für Schäden Dritter haftbar macht.
  • Hammer Clause Die Hammer Clause begrenzt die Leistungspflicht des Versicherers auf den vom Versicherer empfohlenen Vergleichsbetrag zuzüglich bis dahin angefallener Verteidigungskosten, wenn der Versicherte einen vom Versicherer für angemessen gehaltenen Vergleich ablehnt.
  • Handfeuerlöscher und Wandhydranten Die Ausstattung mit Handfeuerlöschern und Wandhydranten bestätigt, ob ein Standort mit auf die Nutzung abgestimmten Erstmassnahme-Löschgeräten ausgerüstet ist – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Handfeuerlöscher und Wandhydranten Handfeuerlöscher und Wandhydranten ermöglichen die manuelle Erstbrandbekämpfung durch anwesende Personen in den ersten Minuten eines Brandes, bevor automatische Löschanlagen oder die Feuerwehr wirksam werden.
  • Hartmarkt/Weichmarkt (Hard Market/Soft Market) Hartmarkt und Weichmarkt beschreiben die zyklischen Phasen des Versicherungs- und Rückversicherungsmarkts, in denen Kapazität, Prämienniveau und Konditionen sich entgegengesetzt zu Angebot und Nachfrage entwickeln.
  • Hauptleistungspflicht (Principal Obligation) Die Hauptleistungspflicht ist die den Vertragstyp prägende zentrale Leistungspflicht einer Vertragspartei; im Versicherungsvertrag ist dies auf Seiten des Versicherers die Gewährung von Versicherungsschutz und auf Seiten des Versicherungsnehmers die Prämienzahlung.
  • Hausratversicherung (Household Contents Insurance) Die Hausratversicherung deckt Schäden am beweglichen Eigentum eines Haushalts durch Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm/Hagel und optional weitere Elementargefahren ab.
  • Hausratwert Der Hausratwert ist der deklarierte oder geschätzte Gesamtwert des beweglichen Eigentums eines Haushalts und bildet die Grundlage für die Versicherungssumme in der Hausratversicherung sowie zur Erkennung einer möglichen Unterversicherung.
  • Haustierhaltung Risikoprofil für einen Haushalt mit ein oder mehreren Haustieren: die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende private Tierversicherungs-Programmarchitektur.
  • Haustürgeschäft (Doorstep Selling) Ein Haustürgeschäft ist der Abschluss eines Versicherungsvertrags ausserhalb der Geschäftsräume des Vermittlers, etwa in der Privatwohnung des Kunden, für den erweiterte Widerrufs- und Informationspflichten zum Schutz des Verbrauchers gelten.
  • Havarie-Grosse (General Average) Havarie-Grosse ist ein seerechtliches Prinzip, nach dem Verluste und Aufwendungen, die zur Rettung von Schiff und Ladung aus gemeinsamer Gefahr bewusst herbeigeführt werden, von allen Beteiligten anteilig getragen werden.
  • Heilfürsorge (Free Medical Care for Civil Servants) Heilfürsorge ist ein besonderes Sicherungssystem, in dem bestimmte Berufsgruppen (z. B. Polizei, Bundeswehr) im Krankheitsfall unentgeltliche Sach- oder Dienstleistungen des Dienstherrn anstelle einer klassischen Krankenversicherung erhalten.
  • Heilungskosten (Medical Expenses in Accident Insurance) Heilungskosten sind die in der Unfallversicherung versicherten Kosten der medizinisch notwendigen Heilbehandlung nach einem Unfall – ärztliche Behandlung, Spitalaufenthalt, Arzneimittel, Hilfsmittel und Transporte –, die in der obligatorischen Unfallversicherung der Schweiz als Pflichtleistung und in der privaten Unfallversicherung als subsidiärer Kostenbaustein erbracht werden.
  • Hilflosenentschädigung (UVG/IV) Die Hilflosenentschädigung ist eine monatliche Geldleistung der schweizerischen Sozialversicherung für Personen, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd auf die Hilfe Dritter oder auf persönliche Überwachung angewiesen sind (Art. 9 ATSG); in der Unfallversicherung beträgt sie nach Art. 27 UVG je nach Schweregrad das Zwei-, Vier- oder Sechsfache des Höchstbetrags des versicherten Tagesverdienstes.
  • Hilfsmittel (Medical Aids) Hilfsmittel sind sächliche medizinische Gegenstände wie Prothesen, Hörgeräte, Rollstühle oder Sehhilfen, deren Kosten in der Kranken- und Pflegeversicherung nach Massgabe der jeweiligen Tarifbedingungen erstattet werden.
  • Hilfspersonenhaftung Die Hilfspersonenhaftung bezeichnet die Haftung eines Geschäftsherrn oder Vertragspartners für Schäden, die von Personen verursacht werden, die er zur Erfüllung seiner Aufgaben oder vertraglichen Pflichten einsetzt.
  • Hinterbliebenenrente (Survivor's Pension) Die Hinterbliebenenrente ist eine wiederkehrende Leistung aus einer Lebens- oder Rentenversicherung bzw. einem Altersvorsorgesystem, die an Ehepartner, eingetragene Partner oder Kinder nach dem Tod der versicherten Person gezahlt wird.
  • Hinweispflicht (Duty to Advise) Die Hinweispflicht ist die gesetzlich normierte Pflicht des Versicherers oder Vermittlers, den Versicherungsnehmer über wesentliche Umstände des Vertrags, insbesondere über Ausschlüsse, Obliegenheiten und Widerrufsrechte, zu informieren.
  • Hochregallager Hochregallager sind vollautomatisierte Lagersysteme mit Regalhöhen von typischerweise über zwölf Metern, deren grosse Brandlast auf engem Raum besondere Anforderungen an Sprinklerschutz, Wasserversorgung und Rauchableitung stellt.
  • Höchstalter (Maximum Age) Das Höchstalter ist die vertraglich oder tariflich festgelegte obere Altersgrenze, bis zu der eine Person in eine Lebens-, Kranken- oder Rentenversicherung eintreten bzw. in ihr verbleiben kann.
  • Höchstschaden (PML) Der Probable Maximum Loss (PML) ist der grösste Schaden, der an einem Standort oder für ein Risiko unter realistisch ungünstigen Bedingungen zu erwarten ist, und dient als Mass für Kapazitäts- und Rückversicherungsbedarf.
  • Höhere Gewalt Höhere Gewalt bezeichnet ein von aussen einwirkendes, aussergewöhnliches und auch mit grösster Sorgfalt nicht abwendbares Ereignis, das Haftungs- und Deckungsfragen in der Versicherung beeinflusst.
  • Holzverarbeitende Industrie – Risiken und Schadenverhütung Die holzverarbeitende Industrie ist durch hohe Brandlasten aus Rohholz, Spänen und Staub sowie ein ausgeprägtes Staubexplosions- und Selbstentzündungsrisiko geprägt, das sich deutlich von der Brandgefahr im fertigen Holzbau unterscheidet.
  • Holzverarbeitungsbetrieb Risikoprofil für einen Holzverarbeitungsbetrieb (Sägen, Hobeln, Verleimen, Verpressen oder Oberflächenveredelung von Holz und Holzwerkstoffen): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Homeoffice-Anteil Der Homeoffice-Anteil erfasst den Anteil der Mitarbeitenden, die regelmässig im Homeoffice statt in Betriebsräumen arbeiten, und ist relevant für die Einreihung in der Unfallversicherung sowie für die Cyber-Risikobeurteilung.
  • Honorarberatung (Fee-Based Advice) Honorarberatung ist ein Vergütungsmodell in der Versicherungs- und Finanzberatung, bei dem der Berater direkt vom Kunden ein Honorar erhält, statt sich über Provisionen des Produktanbieters zu finanzieren.
  • Honorare Dritter (Professional Fees) Die Professional-Fees-Klausel deckt die notwendigen Honorare von Architekten, Ingenieuren und weiteren Fachleuten, die für die Planung und Überwachung der Wiederherstellung nach einem versicherten Sachschaden anfallen.
  • Hotelbetrieb Risikoprofil für einen Hotelbetrieb (Beherbergung, Gastronomie, Konferenz-/Eventbetrieb): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Hotels und Beherbergungsbetriebe – Risiken und Schadenverhütung Beherbergungsbetriebe beherbergen ortsunkundige Gäste, die im Ereignisfall auf klar gekennzeichnete Fluchtwege und eine funktionierende Alarmierung angewiesen sind, was besondere Anforderungen an Brandschutz und Notfallorganisation stellt.
  • Hundehalterhaftpflicht (Dog Owner's Liability Insurance) Die Hundehalterhaftpflicht ist eine spezielle Haftpflichtversicherung für Hundehalter, die Personen- und Sachschäden abdeckt, die durch das Tier verursacht werden, und in vielen Regionen für bestimmte Hunderassen oder generell gesetzlich vorgeschrieben ist.
  • Hurdle Rate (Mindestrenditeanforderung) Die Hurdle Rate ist die von Investoren oder dem Management geforderte Mindestrendite auf das eingesetzte Kapital, die ein Geschäft, eine Zeichnungslinie oder ein Investitionsprojekt erzielen muss, um als wertschaffend zu gelten.
  • Hybridkapital (Hybrid Capital) Hybridkapital umfasst Finanzierungsinstrumente mit Eigenschaften sowohl von Eigen- als auch von Fremdkapital, die unter Solvency II je nach Ausgestaltung als Basiseigenmittel der Tier-1-, Tier-2- oder Tier-3-Qualität angerechnet werden können.

I

  • IAIS (International Association of Insurance Supervisors) Die IAIS ist die internationale Standardsetzungsorganisation der Versicherungsaufsichtsbehörden, die globale Aufsichtsstandards für die Versicherungswirtschaft entwickelt und koordiniert.
  • IBNR (Spätschäden) IBNR (Incurred But Not Reported) bezeichnet Schäden, die bereits eingetreten, dem Versicherer aber noch nicht gemeldet sind; für sie werden versicherungstechnische Rückstellungen gebildet.
  • ICS (Insurance Capital Standard) Der Insurance Capital Standard (ICS) ist ein von der IAIS entwickelter globaler, risikobasierter Kapitalstandard für international tätige Versicherungsgruppen.
  • IDD (Versicherungsvertriebsrichtlinie) Die Insurance Distribution Directive (IDD) ist die EU-Richtlinie über den Versicherungsvertrieb; sie regelt Registrierung, Wohlverhaltenspflichten, Informationspflichten und Produktaufsicht für alle Vertriebskanäle.
  • IFRS 17 (Versicherungsverträge) IFRS 17 ist der internationale Rechnungslegungsstandard für Versicherungsverträge, der eine einheitliche, marktkonsistente Bewertung und Ergebnisdarstellung über die gesamte Vertragslaufzeit vorschreibt.
  • Immaterialgüterversicherung (Intellectual Property Insurance) Die Immaterialgüterversicherung deckt Kosten und finanzielle Verluste im Zusammenhang mit der Verletzung oder Durchsetzung von Patent-, Marken- und sonstigen Rechten des geistigen Eigentums ab.
  • Incident-Response-Plan Der Incident-Response-Plan erfasst, ob ein Unternehmen über ein dokumentiertes, getestetes Verfahren zur Erkennung, Eindämmung und Wiederherstellung nach einem Cybersicherheitsvorfall verfügt und wie schnell dieses aktiviert werden kann.
  • Indemnitätsprinzip (Principle of Indemnity) Das Indemnitätsprinzip besagt, dass der Versicherungsnehmer durch die Versicherungsleistung finanziell nicht besser gestellt werden darf, als er ohne den Schadeneintritt stünde, um eine Bereicherung durch den Versicherungsfall auszuschliessen.
  • Indexklausel (Wertanpassung) Die Indexklausel passt Versicherungssumme und Prämie automatisch an einen vereinbarten Index (z. B. Baukosten- oder Verbraucherpreisindex) an, damit der Versicherungsschutz mit der allgemeinen Preisentwicklung Schritt hält.
  • Industrieversicherung (Industrial Insurance) Industrieversicherung bezeichnet das Segment der Sach- und Haftpflichtversicherung, das komplexe Risiken von Industrie- und Grossunternehmen individuell zeichnet, häufig unter Einbindung von Maklern und (Mit-)Versicherungskonsortien.
  • Inflationsrisiko (Inflation Risk) Das Inflationsrisiko beschreibt die Gefahr, dass die künftigen Schadenaufwendungen eines Versicherers aufgrund allgemeiner Preis- oder Lohnsteigerungen höher ausfallen als bei der Prämienkalkulation oder Reservebildung angenommen.
  • Inkasso (Debt Collection) Inkasso ist die geschäftsmässige Einziehung fremder oder zum Einzug abgetretener Forderungen durch einen registrierten Inkassodienstleister, der aussergerichtliche und bei Bedarf gerichtliche Massnahmen zur Realisierung überfälliger Zahlungen einleitet.
  • Inkassovollmacht (Collection Authority) Die Inkassovollmacht berechtigt einen Versicherungsvermittler, im Namen des Versicherers Prämienzahlungen des Versicherungsnehmers entgegenzunehmen, mit der Folge, dass die Zahlung an den Vermittler schuldbefreiende Wirkung gegenüber dem Versicherer hat.
  • Innere Unruhen (Civil Commotion) Innere Unruhen sind gewalttätige Ausschreitungen einer Menschenmenge innerhalb eines Staates, die als eigenständige Gefahr in Sachversicherungspolicen ein- oder ausgeschlossen werden können.
  • Innere Unruhen (SRCC) Die SRCC-Klausel deckt Sachschäden, die unmittelbar durch Streikende, ausgesperrte Arbeitnehmer, Ausschreitungen oder innere Unruhen verursacht werden, und wird zunehmend aus All-Risks-Sachpolicen ausgegliedert und separat oder als Rückeinschluss angeboten.
  • Innocent-Non-Disclosure-Klausel Die Innocent-Non-Disclosure-Klausel schützt einen gutgläubigen Mitversicherten davor, dass ihm die vorsätzliche oder fahrlässige Anzeigepflichtverletzung eines anderen Versicherten zugerechnet wird, sofern er von den nicht offengelegten Umständen selbst keine Kenntnis hatte.
  • Insassenunfallversicherung (Passenger Accident Insurance) Die Insassenunfallversicherung ist eine ergänzende Kraftfahrtversicherung, die Fahrer und Beifahrer eines Fahrzeugs unabhängig von der Haftungsfrage bei Unfällen finanziell absichert.
  • Insolvency-Klausel Die Insolvency-Klausel verpflichtet den Rückversicherer, seinen Anteil an einem Schaden weiterhin an die Konkursmasse des Zedenten zu zahlen, auch wenn dieser insolvent wird und Forderungen der Versicherten nicht mehr vollständig begleicht.
  • Inspektion, Wartung und Prüfung von Löschanlagen Inspektion, Wartung und Prüfung (ITM) von Löschanlagen umfasst die wiederkehrenden, im Regelbetrieb durchgeführten Kontroll- und Instandhaltungstätigkeiten, mit denen die dauerhafte Funktionsfähigkeit von Sprinkler- und anderen Löschanlagen sichergestellt wird.
  • Instandhaltung kritischer Maschinen Eine zustandsorientierte Instandhaltung kritischer Maschinen und Anlagen senkt Ausfall- und Folgeschadenrisiken und ist zentrale Voraussetzung für versicherbare Maschinen- und Betriebsunterbrechungsrisiken.
  • Instandhaltungszustand Der Instandhaltungszustand erfasst den beobachteten Unterhaltszustand der Baustruktur und der technischen Anlagen eines Gebäudes und wird in Sachversicherungsanträgen als allgemeiner Indikator für den Ordnungsstandard und die Schadenhäufigkeit abgefragt.
  • Institute Cargo Clauses (A/B/C) Die Institute Cargo Clauses sind die im London Market üblichen Standardbedingungen für die Transportversicherung von Waren, mit abgestufter Deckung von umfassend (A) über benannte Gefahren (B) bis zu Grunddeckung (C).
  • Institute War and Strikes Clauses Die Institute War and Strikes Clauses schliessen Kriegs-, Streik-, Unruhen- und ähnliche politische Gefahren von der Standard-Cargo-Deckung aus und stellen sie als separat einschliessbare Zusatzdeckung mit eigenen Kündigungsmechanismen bereit.
  • Insurance-Linked Securities (ILS) Insurance-Linked Securities sind verbriefte Risikotransferinstrumente, die Versicherungsrisiken – insbesondere Naturkatastrophenrisiken – direkt an Kapitalmarktinvestoren übertragen, ohne den traditionellen Rückversicherungsmarkt zu durchlaufen.
  • Insured vs Insured Exclusion Der Insured-vs-Insured-Ausschluss schliesst in D&O-Policen Ansprüche aus, die von einer versicherten Person oder dem versicherten Unternehmen selbst gegen eine andere versicherte Person erhoben werden.
  • Integritätsentschädigung Die Integritätsentschädigung ist eine einmalige Kapitalleistung der schweizerischen Unfallversicherung nach Art. 24 f. UVG für eine dauernde und erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität; sie wird unabhängig von der Erwerbsfähigkeit als Prozentsatz des Höchstbetrags des versicherten Verdienstes nach der Skala in Anhang 3 UVV bemessen.
  • Interdependenzklausel Die Interdependenzklausel erweitert die Betriebsunterbrechungsversicherung auf Ertragsausfälle an einem versicherten Standort, die durch einen versicherten Sachschaden an einem anderen, verbundenen Standort desselben Versicherungsnehmers oder Konzerns verursacht werden.
  • Interessenkollision (Conflict of Interest) Eine Interessenkollision liegt vor, wenn die eigenen Interessen eines Versicherers oder Vermittlers mit denen des Versicherungsnehmers in Widerspruch stehen und dadurch eine objektive Beratung oder Leistungserbringung gefährdet ist.
  • Interimsdeckung (Binder / Interim Cover) Die Interimsdeckung ist eine vorläufige, meist formlos erteilte Versicherungszusage, die bereits vor Ausstellung der endgültigen Police Versicherungsschutz gewährt.
  • Interlocking-Klausel Die Interlocking-Klausel bestimmt bei einem einzelnen Ereignis, das sich über den Wechsel zweier aufeinanderfolgender Vertragsjahre erstreckt, dass nur eine Priorität und ein Limit für das gesamte Ereignis gelten, statt beide Jahre separat zu belasten.
  • Intermediary-Klausel Die Intermediary-Klausel bestimmt den Makler vertraglich zum Zahlungsagenten zwischen Zedent und Rückversicherer, sodass Zahlungen an den Makler als Zahlung an die jeweils andere Partei gelten.
  • International Private Medical Insurance (IPMI) International Private Medical Insurance (IPMI) ist eine private Krankenvollversicherung für Personen, die ausserhalb ihres Heimatlandes leben oder arbeiten, und deckt stationäre und ambulante Behandlungen, medizinische Evakuierung und Rückführung in einem vertraglich definierten geografischen Deckungsbereich – unabhängig vom Sozialversicherungssystem des Gast- oder Heimatlandes.
  • Interne Modelle (Internal Models) Interne Modelle sind von einem Versicherer selbst entwickelte und von der Aufsicht genehmigte Risikomodelle zur Berechnung der Solvenzkapitalanforderung (SCR), die dessen individuelles Risikoprofil präziser abbilden als die Standardformel.
  • Invalidität (Disability) Invalidität ist die dauerhafte, in der Regel unfallbedingte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit einer Person, die in der Unfallversicherung den zentralen Leistungsauslöser darstellt.
  • Invaliditätsgrad (Degree of Disability) Der Invaliditätsgrad ist der in der Unfallversicherung nach einer Gliedertaxe oder ärztlichem Gutachten ermittelte prozentuale Anteil der dauerhaften Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit, der die Höhe der Invaliditätsleistung bestimmt.
  • Invaliditätskapital (Lump-Sum Disability Benefit) Das Invaliditätskapital ist die einmalige Kapitalleistung der privaten Unfallversicherung bei dauernder unfallbedingter Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit, deren Höhe sich aus Versicherungssumme, Invaliditätsgrad nach Gliedertaxe und einer allfällig vereinbarten Progression ergibt.
  • IPMI-Leistungsmodule (Benefit Modules) IPMI-Leistungsmodule sind die kombinierbaren Bausteine einer internationalen Krankenversicherung – Inpatient als Kern, ergänzt um Outpatient, Dental, Maternity, Evacuation, Vision und Wellness –, mit denen Leistungsumfang, Limiten und Prämie eines Plans gesteuert werden.
  • IT- und Softwareunternehmen Risikoprofil für ein IT- und Softwareunternehmen (Softwareentwicklung, IT-Beratung oder Managed Services): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • IV (Invalidenversicherung, Schweiz) Die IV ist die Schweizer Sozialversicherung, die Massnahmen zur Eingliederung sowie Rentenleistungen an Personen erbringt, deren Erwerbsfähigkeit durch Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall dauerhaft beeinträchtigt ist.

J

  • J-Curve Die J-Curve beschreibt den typischen Ergebnisverlauf eines Rückversicherungsvertrags, eines Zeichnungsjahres oder einer ILS-Investition, bei dem zunächst Verluste anfallen, bevor sich das Ergebnis im weiteren Zeitverlauf verbessert.
  • Jagdhaftpflichtversicherung (Hunting Liability Insurance) Die Jagdhaftpflichtversicherung deckt Schadenersatzansprüche Dritter ab, die aus der Ausübung der Jagd entstehen, und ist in vielen Jurisdiktionen Voraussetzung für die Erteilung eines Jagdscheins.
  • Jahresarbeitsentgeltgrenze (Compulsory Insurance Income Threshold) Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ist die in Deutschland jährlich festgelegte Einkommensschwelle, ab deren Überschreitung Arbeitnehmer von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreit sind und in die private Krankenversicherung wechseln können.
  • Jahreshöchstersatzleistung (Maximierung) AHB-Klausel, die die gesamten Entschädigungsleistungen des Versicherers für alle Versicherungsfälle eines Versicherungsjahres auf ein Vielfaches der vereinbarten Versicherungssumme begrenzt.
  • Jahreshöchstleistung (Annual Maximum Benefit) Die Jahreshöchstleistung ist der in Kranken- oder Zusatzversicherungstarifen vereinbarte Höchstbetrag, bis zu dem der Versicherer innerhalb eines Versicherungsjahres für bestimmte Leistungsarten Kosten erstattet.
  • Jahresprämie (Annual Premium) Die Jahresprämie ist der für ein volles Versicherungsjahr vereinbarte Beitrag, der die Bezugsgrösse für die Kalkulation von Zahlungsweisezuschlägen bei unterjähriger Zahlung bildet.
  • Jahresrente (Annual Annuity) Die Jahresrente ist der auf ein Kalenderjahr bezogene Betrag einer Rentenleistung aus einer Rentenversicherung oder einem Altersvorsorgesystem, der als Bezugsgrösse für die versicherungsmathematische Kalkulation dient.
  • Jahresüberschuss (Annual Surplus) Der Jahresüberschuss ist das nach Handels- oder IFRS-Bilanzrecht ermittelte positive Jahresergebnis eines Versicherers, das Grundlage für Gewinnausschüttung, Rücklagenbildung und Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer ist.
  • Jahresvertrag (Annual Contract) Ein Jahresvertrag ist ein Versicherungsvertrag mit einer Erstlaufzeit von einem Jahr, der sich ohne fristgerechte Kündigung durch eine der Vertragsparteien automatisch um ein weiteres Jahr verlängert.
  • Junge Familie (Vorsorgeplanung) Risikoprofil für eine junge Familie bei der Planung von Leben-, Kranken- und Erwerbsausfalldeckungen: die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende private Leben- und Vorsorgeversicherungs-Programmarchitektur.
  • Jurisdiction Clause (internationale Programme) Die Jurisdiction Clause bestimmt, vor welchen staatlichen Gerichten oder Schiedsgerichten Streitigkeiten aus einer internationalen Police ausgetragen werden, unabhängig vom anwendbaren materiellen Recht.
  • Juristische Person (Legal Entity) Eine juristische Person ist ein rechtlich verselbstständigter Rechtsträger, der als Versicherungsnehmer, Versicherter oder Versicherer eigenständig Träger von Rechten und Pflichten sein kann.
  • Just-in-Time-Abhängigkeit Die Just-in-Time-Abhängigkeit erfasst, ob der Versicherungsnehmer mit minimalen Pufferbeständen arbeitet und für die Aufrechterhaltung der Produktion auf häufige, eng getaktete Lieferungen von Lieferanten angewiesen ist – eine in Rückwirkungsschaden-Anträgen abgefragte Angabe.

K

  • Kabelbrandlasten und Kabeltrassen Kabelbrandlasten entstehen durch die grosse Menge brennbarer Isolier- und Mantelmaterialien in Kabeltrassen und -kanälen; ohne Abschottung und geeignete Kabelqualität kann sich ein lokaler Fehler rasch über ganze Brandabschnitte ausbreiten.
  • Kaltakquise (Cold Calling) Kaltakquise bezeichnet die telefonische oder persönliche Kontakt- aufnahme mit potenziellen Kunden ohne deren vorherige Einwilligung oder Geschäftsbeziehung.
  • Kantonale Gebäudeversicherung Die kantonale Gebäudeversicherung ist eine öffentlich-rechtliche Versicherungseinrichtung, die in einem Teil der Schweizer Kantone ein gesetzliches Monopol für die Elementarschadenversicherung von Gebäuden besitzt.
  • Kapazität Kapazität bezeichnet den maximalen Haftungsumfang, den ein Versicherer, Rückversicherer oder der Gesamtmarkt für ein Risiko oder eine Sparte bereitstellen kann oder will.
  • Kapitallebensversicherung (Whole Life / Endowment Insurance) Die Kapitallebensversicherung kombiniert Todesfallschutz mit einer garantierten Kapitalauszahlung im Erlebensfall und dient damit sowohl der Risikoabsicherung der Hinterbliebenen als auch dem klassischen Sparziel der Altersvorsorge.
  • Kapitalwahlrecht (Option for Lump-Sum Payment) Das Kapitalwahlrecht ist die vertraglich eingeräumte Möglichkeit, anstelle der vereinbarten lebenslangen Rentenzahlung eine einmalige Kapitalauszahlung des angesparten Deckungskapitals zu wählen.
  • Karenzzeit (Deferred Period) Die Karenzzeit ist der vertraglich vereinbarte Zeitraum zwischen dem Eintritt des Versicherungsfalls und dem Beginn der Leistungspflicht des Versicherers, insbesondere bei Krankentagegeld- und Berufsunfähigkeitsversicherungen.
  • Kasko-Ausschlussklausel Die Kasko-Ausschlussklausel nimmt bestimmte Ursachen und Umstände – insbesondere Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit, Motorsport sowie Krieg, innere Unruhen und Kernenergie – generell vom Versicherungsschutz der Teil- und Vollkaskoversicherung aus.
  • Kaskoversicherung (Comprehensive Motor Insurance) Die Kaskoversicherung deckt Schäden am eigenen Fahrzeug des Versicherungsnehmers ab und wird in Teilkasko- und Vollkaskoversicherung unterteilt, die sich im Umfang der versicherten Gefahren unterscheiden.
  • Kausalhaftung Die Kausalhaftung ist eine Haftungsordnung, bei der die Haftung unabhängig von einem Verschulden des Schädigers alleine daran anknüpft, dass ein bestimmter, gesetzlich definierter Kausalzusammenhang zwischen einer Ursache und dem Schaden besteht.
  • Kausalität (Causation) Kausalität ist der ursächliche Zusammenhang zwischen einem Ereignis oder Verhalten und einem eingetretenen Schaden, dessen Feststellung sowohl für die Haftungsbegründung als auch für die Deckungsprüfung im Versicherungsvertrag zentral ist.
  • Kautionsversicherung (Surety/Bond Insurance) Die Kautionsversicherung ersetzt für den Versicherungsnehmer eine bar zu leistende Sicherheit, indem der Versicherer als Bürge oder Garant gegenüber einem Dritten (Begünstigten) für die Erfüllung einer Verpflichtung einsteht.
  • Kernenergiehaftpflichtversicherung (Nuclear Liability Insurance) Die Kernenergiehaftpflichtversicherung deckt die verschuldensunabhängige Haftung von Betreibern kerntechnischer Anlagen für nukleare Schäden ab und wird aufgrund der extremen Schadenpotenziale meist über spezialisierte Pools gezeichnet.
  • Kfz-Haftpflichtversicherung (Motor Third-Party Liability Insurance) Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist die gesetzlich vorgeschriebene Versicherung, die Personen-, Sach- und Vermögensschäden Dritter abdeckt, die durch den Betrieb eines Kraftfahrzeugs verursacht werden.
  • Kinderinvaliditätsversicherung (Child Disability Insurance) Die Kinderinvaliditätsversicherung ist eine Personenversicherung, die bei dauerhafter Invalidität eines Kindes infolge von Unfall oder Krankheit eine Kapitalleistung oder eine lebenslange Rente zahlt und damit die Lücke schliesst, die private Unfallversicherungen (nur Unfall) und Sozialversicherungen (keine oder geringe Invalidenleistungen für Kinder) offenlassen.
  • Klausel für vorübergehende Entfernung (Temporary Removal) Die Temporary-Removal-Klausel erweitert den Versicherungsschutz auf versicherte Gegenstände, die vorübergehend vom versicherten Standort entfernt werden, etwa zu Reparatur-, Reinigungs- oder Ausstellungszwecken, meist begrenzt auf einen bestimmten Zeitraum und Deckungsprozentsatz.
  • Klausel zur passiven Kriegsgefahr und Luftfahrt in der Unfallversicherung Die Klausel regelt den Ausschluss beziehungsweise die Wiedereinschränkung von Unfällen, die auf Kriegsereignisse oder auf die Teilnahme an Luftfahrzeugen zurückgehen.
  • Klausel zur weltweiten Geltung in der Unfallversicherung Die Klausel stellt klar, dass der Unfallversicherungsschutz grundsätzlich weltweit und rund um die Uhr besteht, unabhängig vom Aufenthaltsort der versicherten Person.
  • Kollektivversicherung Bei der Kollektivversicherung wird ein Vertrag zwischen einem Versicherer und einem Versicherungsnehmer (z.B. Arbeitgeber oder Verband) abgeschlossen, der eine Mehrzahl von Personen nach einheitlichen Bedingungen versichert.
  • Kompositversicherer (Composite Insurer) Ein Kompositversicherer ist ein Versicherungsunternehmen, das sowohl Lebens- als auch Nichtlebensversicherungsgeschäft betreibt, was in vielen Jurisdiktionen aufsichtsrechtlich nur eingeschränkt oder gar nicht mehr zulässig ist.
  • Konfidenzintervall Ein Konfidenzintervall gibt einen Wertebereich an, der den wahren Parameter einer statistischen Schätzung mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit enthält.
  • Kongruenzprinzip (Matching Principle) Das Kongruenzprinzip verlangt von Versicherern, ihre Vermögenswerte in Währung, Laufzeit und Liquidität so auf ihre versicherungstechnischen Verbindlichkeiten abzustimmen, dass Bewertungsschwankungen sich nicht unkontrolliert auf die Solvabilität auswirken.
  • Kontinuitätsklausel in der Kollektivversicherung Die Kontinuitätsklausel rechnet bei einem Versichererwechsel im Kollektivvertrag bereits erfüllte Fristen und Vorversicherungszeiten der versicherten Personen an.
  • Kontrahierungszwang Der Kontrahierungszwang verpflichtet einen Versicherer, mit jedem Antragsteller innerhalb eines bestimmten Rahmens einen Versicherungsvertrag abzuschliessen, ohne das Risiko individuell ablehnen zu dürfen.
  • Konzernstruktur und Beteiligungen Konzernstruktur und Beteiligungen erfassen die Beteiligungskette, Tochtergesellschaften, Joint Ventures und ausländischen Gesellschaften des Antragstellers – eine in D&O- und Umbrella-Anträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Koordinationsabzug Der Koordinationsabzug ist der vom AHV-Lohn abgezogene, fixe oder prozentuale Betrag, mit dem die berufliche Vorsorge auf die Leistungen der AHV abgestimmt wird, um eine Überversicherung zu vermeiden.
  • Koordinierter Lohn Der koordinierte Lohn ist der in der beruflichen Vorsorge (BVG) versicherte Lohnanteil, der sich aus dem massgebenden AHV-Lohn abzüglich des Koordinationsabzugs ergibt.
  • Kopfprämie (einkommensunabhängige Prämie KVG) Die Kopfprämie ist die einkommensunabhängige Prämie der Schweizer Grundversicherung: Jeder Versicherer erhebt innerhalb einer Prämienregion und Altersklasse von allen Versicherten dieselbe Prämie (Art. 61 KVG); die Prämien müssen jährlich vom BAG genehmigt werden (Art. 16 KVAG) und dürfen nicht nach Gesundheitszustand, Geschlecht oder Einkommen differenzieren.
  • Kosmetische Operationen nach Unfall (Cosmetic Surgery Benefit) Kosmetische Operationen nach Unfall sind ein Leistungsbaustein der privaten Unfallversicherung, der die nicht von Dritten getragenen Kosten ärztlicher Eingriffe zur Behebung einer unfallbedingten Beeinträchtigung des äusseren Erscheinungsbilds – einschliesslich Zahnbehandlung an Schneide- und Eckzähnen – bis zur vereinbarten Summe erstattet.
  • Kostenbeteiligung KVG (Franchise, Selbstbehalt, Spitalbeitrag) Die Kostenbeteiligung nach Art. 64 KVG ist der Anteil, den Versicherte der Grundversicherung selbst tragen: eine jährliche Franchise (ordentlich CHF 300, wählbar bis CHF 2'500 für Erwachsene), ein Selbstbehalt von 10 % der darüber liegenden Kosten (max. CHF 700 pro Jahr, Kinder CHF 350) und ein Spitalbeitrag von CHF 15 pro Tag (Stand Art. 103 f. KVV, September 2026).
  • Kostengutsprache Die Kostengutsprache ist die vor Behandlungsbeginn eingeholte, verbindliche Zusage eines Versicherers oder Kantons, die Kosten einer bestimmten Leistung zu übernehmen; in der Schweiz ist sie für ausserkantonale Spitalaufenthalte (Art. 41 Abs. 3 KVG), bestimmte KLV-Leistungen und praktisch alle Spitalzusatz- und Rehabilitationsleistungen nach VVG Standard und entspricht funktional der Pre-Authorisation in der internationalen Krankenversicherung.
  • Kostenquote (Expense Ratio) Die Kostenquote setzt die Verwaltungs- und Vertriebskosten eines Versicherers ins Verhältnis zu den verdienten Prämien und ist Bestandteil der Combined Ratio.
  • Kraftwerke – Risikoprofil und Schadenverhütung Kraftwerke bezeichnen Anlagen zur Stromerzeugung, deren Risikoprofil durch hohe Konzentration von Sachwerten, komplexe Maschinensätze und eine oft geringe Redundanz einzelner Kernkomponenten geprägt ist.
  • Kran- und Hebearbeiten Kran- und Hebearbeiten erfasst, ob auf der Baustelle Turmdrehkrane, Mobilkrane oder andere schwere Hebegeräte eingesetzt werden, wie sie in Anträgen zur Bauwesenversicherung und Betriebshaftpflicht deklariert wird.
  • Krankengeschichte und Leistungsbezug Krankengeschichte und Leistungsbezug erfassen die vergangene medizinische Behandlung und Leistungsnutzung einer Einzelperson oder eines Kollektivs und bilden für Underwriter die zentrale Grundlage für die individuelle medizinische Risikoprüfung und die Kollektiv-Erfahrungstarifierung.
  • Krankenhaustagegeld (Hospital Cash Benefit) Das Krankenhaustagegeld ist eine feste Geldleistung, die die Unfall- oder Krankenzusatzversicherung für jeden Kalendertag einer medizinisch notwendigen vollstationären Heilbehandlung unabhängig von den tatsächlichen Kosten an die versicherte Person zahlt.
  • Krankentagegeldversicherung (Daily Sickness Benefit Insurance) Die Krankentagegeldversicherung zahlt bei krankheits- oder unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit ein vereinbartes Tagegeld zum Ausgleich des entstehenden Einkommensausfalls, meist nach Ablauf einer Karenzzeit.
  • Krankenversicherung (Health Insurance) Die Krankenversicherung deckt die Kosten medizinischer Behandlung, Vorsorge und teilweise des Verdienstausfalls im Krankheitsfall ab und wird in vielen Ländern als duales System aus gesetzlicher und privater Absicherung organisiert.
  • Kreditversicherung (Trade Credit Insurance) Die Kreditversicherung schützt Unternehmen gegen den Forderungsausfall infolge der Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsunwilligkeit ihrer Kunden aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen.
  • Kriegs- und Terrorklausel (Geschäftsreiseversicherung) Die Kriegs- und Terrorklausel der Geschäftsreiseversicherung schliesst Schäden aus Krieg, Bürgerkrieg, kriegsähnlichen Ereignissen und Terrorismus grundsätzlich aus, gewährt aber marktüblich einen passiven Rückeinschluss für Reisende, die unbeteiligt in ein solches Ereignis geraten – befristet, ohne Deckung für bekannte Krisengebiete und ohne Kapitalleistungen, sofern keine Zusatzdeckung vereinbart ist.
  • Kriegsklausel in der Lebensversicherung Die Kriegsklausel schliesst oder beschränkt die Leistung einer Lebensversicherung, wenn der Tod der versicherten Person unmittelbar durch Kriegsereignisse verursacht wird.
  • Küchenlöschanlagen Küchenlöschanlagen sind objektgeschützte Feuerlöschanlagen über Fritteusen, Grillplatten und Abluftanlagen gewerblicher Küchen, die Fettbrände selbsttätig mit nasschemischem Löschmittel unterdrücken und gleichzeitig die Energiezufuhr abschalten.
  • Kühl- und Tiefkühllager Kühl- und Tiefkühllager kombinieren brennbare Isolierpaneele der Gebäudehülle mit Kälteanlagen, deren Kältemittel bei Leckage zusätzlich brand- oder gesundheitsgefährdend wirken kann, und benötigen deshalb ein eigenständiges Brandschutzkonzept.
  • Kühl- und Tiefkühllager Risikoprofil für ein Kühl- und Tiefkühllager (Kühl- und Tiefkühlraumlagerung mit Sandwichpaneel-Bauweise und Kälteanlage): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Kumulklausel (Hours Clause / Event Definition Clause) Die Kumulklausel definiert in einem Rückversicherungsvertrag, wie mehrere Einzelschäden aus demselben Ereignis zeitlich und sachlich zu einem einzigen Schadenereignis zusammengefasst werden, das der Priorität und Haftungslimitierung zugrunde liegt.
  • Kumulrisiko (Accumulation Risk) Das Kumulrisiko ist die Gefahr, dass ein einzelnes Ereignis gleichzeitig mehrere versicherte Risiken betrifft und dadurch zu einem für den Versicherer wirtschaftlich bedeutsamen Gesamtschaden führt.
  • Kundenberatungsprotokoll (Advisory Documentation Record) Das Kundenberatungsprotokoll ist die schriftliche Dokumentation einer Versicherungsberatung, in der die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden sowie die Gründe für die abgegebene Empfehlung festgehalten werden.
  • Kundenkonzentration Die Kundenkonzentration erfasst den Anteil des Gesamtumsatzes des Versicherungsnehmers, der auf den grössten Einzelkunden oder eine kleine Gruppe von Top-Kunden entfällt – eine in Betriebsunterbrechungs- und Kreditversicherungsanträgen abgefragte Angabe.
  • Kündigung (Termination/Cancellation) Die Kündigung ist die einseitige Erklärung einer Vertragspartei, mit der ein Versicherungsvertrag ordentlich zum Ablauf einer Frist oder ausserordentlich aus einem besonderen Anlass beendet wird.
  • Kündigung im Schadenfall Die Klausel räumt sowohl dem Versicherer als auch dem Versicherungsnehmer ein befristetes ausserordentliches Kündigungsrecht ein, das nach Eintritt und Regulierung eines Versicherungsfalles ausgeübt werden kann.
  • Kündigungsklausel (internationale Programme) Die Kündigungsklausel regelt Fristen, Form und Gründe, unter denen Versicherer oder Versicherungsnehmer eine internationale Police vorzeitig beenden können, meist mit gestaffelten Fristen für ordentliche und ausserordentliche Kündigung.
  • Kunststofflagerung Kunststofflagerung erfordert eine eigene Commodity-Einstufung, da Kunststoffe – insbesondere geschäumte und unverpackte Formen – eine deutlich höhere Wärmefreisetzungsrate als vergleichbare Mengen gewöhnlicher Brandlasten aufweisen.
  • Kur (Cure Treatment) Eine Kur ist eine ärztlich verordnete, meist mehrwöchige Heilbehandlung an einem klimatisch oder therapeutisch geeigneten Ort, deren Erstattung in der Kranken- und Zusatzversicherung besonderen tariflichen Voraussetzungen unterliegt.
  • Kürzungsverzicht grobe Fahrlässigkeit (Kasko) Die Klausel verzichtet in der Kaskoversicherung vertraglich auf das gesetzliche Recht des Versicherers, seine Leistung bei grob fahrlässiger Herbeiführung eines Fahrzeugschadens zu kürzen, ausser bei Trunkenheit oder anderen ausdrücklich ausgeschlossenen Verstössen.
  • KVG (Krankenversicherungsgesetz, Schweiz) Das KVG ist das schweizerische Bundesgesetz über die Krankenversicherung, das die obligatorische Grundversicherung sowie deren Aufsicht regelt.

L

  • Lagerbestand kritischer Ersatzteile Der Lagerbestand kritischer Ersatzteile erfasst, in welchem Umfang Komponenten mit langen Wiederbeschaffungszeiten für Engpassanlagen bevorratet, vertraglich reserviert oder anderweitig abgesichert sind – eine in Maschinen- und Betriebsunterbrechungsanträgen abgefragte Angabe.
  • Lagerbestandsklausel (Accumulated Stocks) Die Accumulated-Stocks-Klausel stellt sicher, dass ein Versicherungsnehmer im Schadenfall für den Verbrauch vorhandener Fertigwarenbestände eine angemessene Entschädigung erhält, wenn dieser Verbrauch einen Umsatzausfall nur zeitlich verschiebt statt vermeidet.
  • Lagerrisiken und Regallagerung Lagerrisiken und Regallagerung bezeichnen die Brand- und Schadengefahren, die aus Menge, Anordnung und Brennbarkeit gelagerter Güter entstehen und die Grundlage für die Bemessung von Sprinklerschutz und Brandabschnitten bilden.
  • Lagerung brennbarer Flüssigkeiten Die Lagermenge brennbarer Flüssigkeiten erfasst das maximale Volumen brennbarer und entzündbarer Flüssigkeiten, das gleichzeitig am Standort vorgehalten wird – eine in Sach- und Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Lagerung brennbarer Flüssigkeiten Die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten erfordert eine Einstufung nach Flammpunkt und Menge sowie bauliche Rückhalte-, Belüftungs- und Trennmassnahmen, um Brand- und Explosionsgefahren durch Dampfbildung zu begrenzen.
  • Lagerung von Aerosolprodukten Die Lagerung von Aerosolprodukten wird nach dem Brennbarkeitsgrad von Treibmittel und Inhalt in Gefährdungsstufen eingeteilt, da geborstene Dosen ein Feuer durch Raketeneffekt und Fackelbrand innert Sekunden auf grosse Flächen ausbreiten können.
  • Lagerung von Druckgasflaschen Die Lagerung von Druckgasflaschen erfordert die Trennung nach Gaseigenschaften (brennbar, oxidierend, inert, toxisch), eine Sicherung gegen Umfallen sowie ausreichende Belüftung, um Brand-, Explosions- und Erstickungsgefahren zu begrenzen.
  • Lagerung von Li-Ionen-Batterien Die Lagerung von Li-Ionen-Batterien erfasst, ob der Versicherungsnehmer Lithium-Ionen-Batterien oder batteriebetriebene Geräte in nennenswerter Menge lagert oder lädt – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Lagerversicherung (Warehouse Insurance) Die Lagerversicherung deckt Sach- und teilweise Haftpflichtrisiken im Zusammenhang mit der Ein- und Auslagerung von Waren Dritter in einem Lagerhaus ab, einschliesslich der besonderen Obhutshaftung des Lagerhalters.
  • Langlebigkeitsrisiko (Longevity Risk) Das Langlebigkeitsrisiko ist die Gefahr, dass Versicherte einer Rentenversicherung im Durchschnitt länger leben als bei der Prämienkalkulation angenommen, wodurch dem Versicherer höhere als erwartete Rentenzahlungen entstehen.
  • Latenzschäden (Latent Claims) Latenzschäden sind Haftpflichtschäden, bei denen zwischen dem ursächlichen Ereignis und dem sichtbaren Auftreten oder der Meldung des Schadens ein langer, oft mehrjähriger oder mehrzehntjähriger Zeitraum liegt.
  • Laufzeit (Policy Term) Die Laufzeit ist der vertraglich vereinbarte Zeitraum, für den ein Versicherungsvertrag Wirkung entfaltet, und bestimmt neben der Beitragskalkulation auch die Kündigungs- und Verlängerungsmodalitäten.
  • Lawinen (Avalanche) Lawinen sind eine Elementargefahr, bei der abgehende Schnee- oder Eismassen Gebäude, Infrastruktur und Personen schädigen und die in Gebirgsregionen als Einschlussoption der Elementarschadendeckung angeboten wird.
  • Layer (Deckungsschicht) Ein Layer ist eine definierte Haftstrecke innerhalb eines Exzedentenrückversicherungsprogramms, die zwischen einer unteren Priorität und einer oberen Kapazitätsgrenze liegt und häufig von unterschiedlichen Rückversicherern gezeichnet wird.
  • Lebenserwartung (Life Expectancy) Die Lebenserwartung ist die statistisch aus einer Sterbetafel abgeleitete durchschnittlich verbleibende Lebenszeit einer Person eines bestimmten Alters und eine zentrale Rechnungsgrundlage der Lebens- und Rentenversicherung.
  • Lebensmittel- und Getränkeproduktion Risikoprofil für einen Lebensmittel- und Getränkeproduktionsbetrieb (Verarbeitung, Mischen, Kochen, Abfüllen oder Verpacken von Lebensmitteln und Getränken): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Lebensmittelindustrie – Risiken und Schadenverhütung Die Lebensmittelindustrie verbindet Staubexplosions-, Fettbrand- und Ammoniak-Kälteanlagenrisiken mit hohen Anforderungen an Hygiene und Rückverfolgbarkeit, was Schadenverhütung und Produkthaftungsrisiken eng miteinander verknüpft.
  • Lebensversicherung (Life Insurance) Die Lebensversicherung ist die Versicherungssparte, die finanzielle Leistungen an den Todesfall, den Erlebensfall oder bestimmte biometrische Ereignisse des Versicherten knüpft und sowohl Risikoschutz als auch Altersvorsorge umfasst.
  • Legal Entity Identifier (LEI) Der Legal Entity Identifier ist ein weltweit eindeutiger, 20-stelliger alphanumerischer Code zur Identifikation von an Finanztransaktionen beteiligten juristischen Personen, der in zahlreichen aufsichtsrechtlichen Meldepflichten vorgeschrieben ist.
  • Leibrente (Life Annuity) Die Leibrente ist eine wiederkehrende Zahlung, die für die gesamte restliche Lebenszeit der berechtigten Person geschuldet wird und damit das biometrische Risiko der Langlebigkeit auf den Versicherer überträgt.
  • Leistungsdynamik (Benefit Escalation) Die Leistungsdynamik ist eine vertragliche Vereinbarung, wonach eine laufende Rentenleistung (z. B. aus einer Berufsunfähigkeits- oder Rentenversicherung) periodisch um einen festen oder inflationsabhängigen Prozentsatz erhöht wird.
  • Leistungskürzung bei Grobfahrlässigkeit (Reduction for Gross Negligence) Die Leistungskürzung bei Grobfahrlässigkeit ist die gesetzlich vorgesehene Herabsetzung der Versicherungsleistung, wenn die versicherte Person den Versicherungsfall durch grobe Fahrlässigkeit herbeigeführt hat; sie erfolgt in der Schweiz nach Art. 14 VVG in einem dem Grad des Verschuldens entsprechenden Verhältnis und nach Art. 37 UVG bei Nichtberufsunfällen durch Kürzung der Taggelder in den ersten zwei Jahren.
  • Leitungswasserschaden (Water Damage from Pipes) Ein Leitungswasserschaden entsteht durch bestimmungswidrig ausgetretenes Wasser aus Zu- oder Ableitungsrohren, wasserführenden Installationen oder angeschlossenen Geräten und zählt zu den Grunddeckungen der Wohngebäude- und Hausratversicherung.
  • Lieferantenzugriff auf Systeme Der Lieferantenzugriff auf Systeme beschreibt, welche externen Lieferanten, Dienstleister oder Anbieter über Netzwerk- oder Systemzugriff auf die IT-Umgebung eines Unternehmens verfügen und unter welchen Kontrollen – eine häufige Quelle indirekter Cyber-Exposition.
  • Lieferketten-Risikobewertung (Supply Chain Risk Engineering) Die Lieferketten-Risikobewertung identifiziert kritische Lieferanten und Abnehmer eines Betriebs und quantifiziert das daraus resultierende Rückwirkungsschaden-Potenzial als Grundlage für Limiten, Diversifizierung und Kontinuitätsmassnahmen.
  • Liquiditätsrisiko (Liquidity Risk) Das Liquiditätsrisiko ist die Gefahr, dass ein Versicherer nicht über ausreichend flüssige Mittel verfügt, um seinen kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen, insbesondere aus Schadenzahlungen, fristgerecht nachzukommen.
  • Lloyd's of London Lloyd's of London ist ein Versicherungsmarktplatz in London, an dem unabhängige Zeichnungsgruppen (Syndikate) über Makler Spezialrisiken zeichnen, ohne selbst als einheitliches Versicherungsunternehmen zu firmieren.
  • Logistik- und Lagerhalle Risikoprofil für eine Logistik- und Lagerhalle (Lagerung, Cross-Docking, Kommissionierung): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Logistikbranche – Risiken und Schadenverhütung Logistikdienstleister sind neben dem baulichen Lagerrisiko zusätzlich branchentypischen Risiken aus Fuhrpark, Kommissionierung, Lieferketten- abhängigkeit und Warendurchsatz mit häufig wechselndem Fremdgut ausgesetzt.
  • Lohn- und Gehaltsklausel (Payroll) Die Payroll-Klausel regelt, in welchem Umfang und für welchen Zeitraum Lohn- und Gehaltskosten nach einem versicherten Sachschaden im Rahmen der Betriebsunterbrechungsversicherung als fortlaufende Kosten ersetzt werden.
  • Lohnsumme UVG/Berufsunfall Die Lohnsumme UVG erfasst die gesamte versicherbare Lohnsumme, die der obligatorischen schweizerischen Unfallversicherung (UVG) unterliegt, und bildet die Prämienbasis, auf welche Suva oder der private UVG-Versicherer den Gefahrenklassensatz anwendet.
  • Löschwasserbehälter Löschwasserbehälter speichern die für Sprinkler- und andere Löschanlagen bemessene Wassermenge vor Ort, wenn die öffentliche Versorgung allein nicht ausreicht, und sichern deren Verfügbarkeit über die gesamte erforderliche Löschzeit.
  • Löschwasserversorgung Die Löschwasserversorgung erfasst Quelle, Durchflussmenge und Dauer des für die Brandbekämpfung an einem Standort verfügbaren Wassers und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um zu beurteilen, ob Sprinkler- und Hydrantenanlagen über einen Bemessungsbrand hinweg versorgt werden können.
  • Loss Portfolio Transfer (LPT) Ein Loss Portfolio Transfer ist eine Rückversicherungstransaktion, bei der ein Zedent bereits bestehende, noch nicht abschliessend regulierte Schadenreserven eines definierten Altbestands gegen eine Einmalprämie an einen Rückversicherer übertragt.
  • Loss-Corridor-Klausel Die Loss-Corridor-Klausel legt eine Schadenquotenbandbreite fest, innerhalb derer der Zedent Schäden vollständig selbst trägt, während der Rückversicherer nur unterhalb und oberhalb des Korridors haftet.
  • Loss-Occurrence-Definitionsklausel Die Loss-Occurrence-Definitionsklausel legt fest, welche Einzelschäden für die Zwecke von Priorität und Haftungslimit eines Exzedentenvertrags als ein einziges Schadenereignis gelten.
  • Loss-Payee-/Mortgagee-Klausel Die Loss-Payee-/Mortgagee-Klausel sichert das Interesse eines Grundpfandgläubigers oder sonstigen Zahlungsempfängers an der Versicherungsleistung, indem sie dessen Anspruch teilweise von Handlungen oder Pflichtverletzungen des Versicherungsnehmers unabhängig macht.
  • Loss-Ratio-Cap-Klausel Die Loss-Ratio-Cap-Klausel begrenzt die Haftung des Rückversicherers unter einem proportionalen Vertrag auf eine maximale Schadenquote, oberhalb derer der Zedent den weiteren Schaden selbst trägt.
  • Luftfahrtversicherung (Aviation Insurance) Die Luftfahrtversicherung deckt Kasko- und Haftpflichtrisiken im Zusammenhang mit dem Betrieb von Luftfahrzeugen ab und wird aufgrund der hohen Einzelrisiken überwiegend im internationalen Spezialversicherungsmarkt gezeichnet.

M

  • MaGo (Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation) Die MaGo sind ein Rundschreiben der BaFin, das die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Governance-System deutscher Versicherungsunternehmen nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz konkretisiert.
  • Maintenance-Visits-Klausel Die Maintenance-Visits-Klausel deckt in der Bau- und Montageversicherung Schäden, die der Unternehmer während eines Besuchs auf der Baustelle zur Erfüllung vertraglicher Wartungspflichten in der Wartungsfrist selbst am Objekt verursacht, ohne die weitergehende Deckung latenter Baumängel der Extended-Maintenance-Klausel.
  • Maklerhaftung (Broker's Professional Liability) Die Maklerhaftung bezeichnet die zivilrechtliche Haftung eines Versicherungsmaklers gegenüber seinem Kunden für Schäden, die aus einer fehlerhaften Beratung, Vermittlung oder Betreuung entstehen.
  • Maklerklausel Die Maklerklausel bestimmt den vom Versicherungsnehmer beauftragten Versicherungsmakler zum Empfänger von Erklärungen und Informationen des Versicherers und regelt, wessen Kenntnis sich der Versicherungsnehmer im Vermittlungsverhältnis zurechnen lassen muss.
  • Maklervollmacht (Broker's Authority) Die Maklervollmacht ist die vom Versicherungsnehmer erteilte Ermächtigung, die den Versicherungsmakler zur Vertretung gegenüber Versicherern in einem festgelegten Umfang berechtigt, ohne dass der Makler dabei im Namen eines Versicherers handelt.
  • Mallorca-Police Die Mallorca-Police hebt die Deckungssumme der deutschen Kfz-Haftpflichtversicherung für Unfälle mit im europäischen Ausland gemieteten Fahrzeugen auf das in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene Mindestniveau an, soweit die dortige Haftpflichtversicherung des Mietwagens niedrigere Summen vorsieht.
  • Managing General Agent (MGA) Ein Managing General Agent ist ein spezialisierter Vertriebspartner, der im Auftrag eines oder mehrerer risikotragender Versicherer erweiterte Vollmachten zur Zeichnung, Preisgestaltung und Schadenregulierung bestimmter Risikosegmente ausübt.
  • Mangelfolgeschaden (Consequential Loss from a Defect) Ein Mangelfolgeschaden ist ein Schaden, der durch einen Mangel einer Sache oder Leistung an anderen Rechtsgütern des Geschädigten entsteht, und ist im Gegensatz zum Mangel selbst regelmässig durch die Haftpflichtversicherung gedeckt.
  • Mankoversicherung (Cash Shortage Insurance) Die Mankoversicherung deckt Kassenfehlbeträge von Arbeitnehmern, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit mit der Handhabung von Bargeld, Wertpapieren oder Waren betraut sind, gegenüber ihrem Arbeitgeber ab.
  • Margenklausel (Wertzuschlagsklausel) Die Margenklausel gewährt einen prozentualen Zuschlag auf die gemeldeten Versicherungswerte und schützt so vor den Folgen unbeabsichtigter Unterversicherung durch Wertschwankungen.
  • Marken- und Etikettenklausel (Brands and Labels) Die Marken- und Etikettenklausel erlaubt es dem Versicherungsnehmer, Marken, Etiketten oder sonstige Kennzeichnungen von beschädigter Ware vor dem Verkauf als Restwert zu entfernen, um Reputationsschäden durch den Verkauf gekennzeichneter Ware unter dem Markennamen zu vermeiden.
  • Maschinenbruchprävention Maschinenbruchprävention umfasst die konstruktive Auslegung, den fachgerechten Einbau und den überwachten Betrieb rotierender und stationärer Maschinen, um Bruchschäden durch Überlastung, Fremdkörper, Fehlschmierung oder Bedienfehler zu verhindern.
  • Maschinenversicherung (Machinery Insurance) Die Maschinenversicherung deckt unvorhergesehene, plötzlich eintretende Schäden an betriebsbereiten Maschinen und technischen Anlagen, die durch innere Betriebsstörungen oder Bedienungsfehler verursacht werden.
  • Masterpolice-/Umbrella-Klausel Die Masterpolice-Klausel definiert die im Sitzland der Muttergesellschaft ausgestellte, zentrale Police eines internationalen Programms, die lokale Policen mittels DIC/DIL- und FINC-Mechanismen ergänzt, ohne sie zu ersetzen.
  • Mechanische Sicherungstechnik und Wertschutzschränke Mechanische Sicherungstechnik umfasst einbruchhemmende Bauteile wie Schlösser, Fenster- und Türsicherungen sowie Wertschutzschränke und -räume, die nach Widerstandsgraden klassifiziert den Zeitaufwand für einen Einbruch erhöhen.
  • Medical History Disregarded (MHD) Medical History Disregarded (MHD) ist die Underwriting-Basis für Firmengruppenverträge in der internationalen Krankenversicherung, bei der der Versicherer auf jede Gesundheitsprüfung verzichtet und Vorerkrankungen der Mitarbeitenden ab dem ersten Tag mitversichert; sie wird marktüblich ab einer Mindestgruppengrösse von etwa 15 bis 20 Personen angeboten und ist die teuerste, aber inklusivste Underwriting-Variante.
  • Medizinische Evakuierung und Rückführung (Medical Evacuation & Repatriation) Medizinische Evakuierung ist der versicherte, medizinisch notwendige Transport einer Person in das nächstgelegene geeignete Spital, wenn die lokale Versorgung unzureichend ist; Rückführung (Repatriation) ist der anschliessende Transport ins Wohnsitz- oder Heimatland, einschliesslich der Überführung sterblicher Überreste (Repatriation of Mortal Remains).
  • Medizinische Inflation (Medical Trend) Medizinische Inflation (Medical Trend) ist die jährliche Steigerungsrate der Gesundheitskosten pro versicherte Person, die sich aus Preis-, Mengen- und Behandlungsmix-Effekten zusammensetzt und regelmässig über der allgemeinen Teuerung liegt; für 2026 erwarten Versicherer laut WTW weltweit 10,3 % (Asien-Pazifik 14,0 %, Nordamerika 9,2 %, Europa 8,2 %), was den zentralen Prämientreiber der internationalen Krankenversicherung darstellt.
  • Mehrfachagent Ein Mehrfachagent vermittelt Versicherungsverträge für mehrere, voneinander unabhängige Versicherer, ohne wie ein Makler primär die Interessen des Kunden zu vertreten.
  • Mehrfachversicherungs-/Beitragsklausel (Other Insurance) Die Other-Insurance-/Contribution-Klausel regelt, wie sich mehrere für dasselbe Risiko bestehende Versicherungsverträge im Schadenfall zueinander verhalten, insbesondere ob und in welchem Verhältnis sich die beteiligten Versicherer die Entschädigung teilen.
  • Metallverarbeitungsbetrieb Risikoprofil für einen Metallverarbeitungsbetrieb (Walzen, Schmieden, Schweissen, Oberflächenbehandlung): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Mietausfallversicherung (Loss of Rent Insurance) Die Mietausfallversicherung ersetzt dem Eigentümer eines Gebäudes den entgangenen Mietertrag, wenn eine vermietete Immobilie infolge eines versicherten Sachschadens vorübergehend nicht nutzbar ist.
  • Mietsachschäden (Tenant's Legal Liability for Damage to Leased Property) Mietsachschäden sind Schäden, die ein Mieter an der von ihm gemieteten Immobilie verursacht und für die er dem Vermieter gegenüber gesetzlich haftet; die private Haftpflichtversicherung deckt dieses Risiko regelmässig als Einschlussleistung.
  • Mietsachschäden-Einschluss Zusatzvereinbarung, die den AHB-Ausschluss für Schäden an gemieteten, geleasten oder geliehenen Sachen aufhebt und dem Mieter Deckung für Schäden an der gemieteten Sache gewährt.
  • Mietwohnung (Haushalt) Risikoprofil für einen Haushalt in einer Mietwohnung: die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende private Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Militärversicherung (MV) Die Militärversicherung ist die Schweizer Sozialversicherung, die Angehörige der Armee, des Zivilschutzes und weiterer Dienstpflichtiger gegen die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen von Gesundheitsschädigungen während des Dienstes versichert.
  • Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) Die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) ist der in Prozent ausgedrückte Massstab der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland und Österreich für die abstrakte Einbusse an Arbeitsmöglichkeiten auf dem gesamten Gebiet des Erwerbslebens infolge eines Versicherungsfalls (§ 56 Abs. 2 SGB VII, § 203 ASVG); sie wird nach medizinischen Erfahrungswerten festgelegt und bestimmt Anspruch und Höhe von Verletzten- beziehungsweise Versehrtenrente.
  • Mindestkapitalanforderung (Minimum Capital Requirement, MCR) Die Mindestkapitalanforderung (MCR) ist die absolute Untergrenze an anrechenbaren Eigenmitteln nach Solvency II, deren Unterschreitung die Aufsichtsbehörde zum sofortigen Entzug der Zulassung berechtigt.
  • Mitarbeiterentsendung ins Ausland Risikoprofil für die Entsendung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters ins Ausland: die im internationalen Benefits-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur für Langzeiteinsätze ausserhalb des Heimatlands.
  • Mitarbeiterzahl Die Mitarbeiterzahl erfasst die Gesamtzahl der beim Versicherungsnehmer beschäftigten Personen und dient zur Bemessung des Expositionsumfangs in der Haftpflicht-, Unfall- und Kollektivkrankenversicherung sowie als Benchmark-Basis pro Mitarbeitendem.
  • Mitverschulden (Contributory/Comparative Negligence) Mitverschulden bezeichnet die Rechtsdoktrin, wonach ein Schadenersatzanspruch des Geschädigten anteilig gekürzt wird, soweit dieser den eigenen Schaden durch eigenes fahrlässiges Verhalten mitverursacht hat.
  • Mitversicherung (Coinsurance) Mitversicherung bezeichnet die Aufteilung eines einzelnen Risikos auf mehrere Versicherer, die jeweils einen festgelegten Anteil des Risikos und der Prämie eigenständig übernehmen.
  • Mitwirkungsanteil (Contributory Share of Illness or Infirmity) Der Mitwirkungsanteil ist der in der Unfallversicherung ermittelte prozentuale Anteil, in dem Krankheiten oder Gebrechen an einer unfallbedingten Gesundheitsschädigung oder ihren Folgen mitgewirkt haben, und führt ab einer vertraglichen Schwelle – nach den AUB 2020 ab 25 Prozent – zur anteiligen Minderung des Invaliditätsgrads oder der Leistung.
  • Mitwirkungsklausel in der Unfallversicherung Die Mitwirkungsklausel kürzt die Unfallversicherungsleistung entsprechend dem Anteil, mit dem Krankheiten oder Gebrechen an der Gesundheitsschädigung mitgewirkt haben.
  • Modellrisiko (Model Risk) Das Modellrisiko ist die Gefahr fehlerhafter unternehmerischer Entscheidungen infolge unzutreffender Annahmen, Fehler oder einer unsachgemässen Anwendung von quantitativen Modellen in Kapitalanlage, Reservierung oder Risikomanagement.
  • Moratorium Underwriting Moratorium Underwriting ist ein Risikoprüfungsverfahren der internationalen Krankenversicherung ohne Gesundheitsfragebogen: Vorerkrankungen aus einem Rückblickzeitraum vor Vertragsbeginn (typischerweise fünf Jahre) sind zunächst automatisch ausgeschlossen und werden erst versichert, wenn die Person eine Stabilitätsperiode (meist 24 Monate) ohne Symptome, Behandlung, Medikation oder ärztlichen Rat überstanden hat; die Prüfung erfolgt erst im Leistungsfall.
  • Morbiditätsrisiko (Morbidity Risk) Das Morbiditätsrisiko ist die Gefahr, dass die tatsächliche Erkrankungshäufigkeit oder -schwere eines Versichertenkollektivs von den bei der Prämienkalkulation zugrunde gelegten Annahmen abweicht.
  • Mortalitätsrisiko (Mortality Risk) Das Mortalitätsrisiko ist die Gefahr, dass die tatsächliche Sterblichkeit eines Versichertenkollektivs in der Todesfallversicherung höher ausfällt als bei der Kalkulation der Rechnungsgrundlagen angenommen.
  • Multi-Faktor-Authentifizierung Die Multi-Faktor-Authentifizierung erfasst, ob für privilegierten, externen und E-Mail-Zugriff auf die Systeme eines Unternehmens mehr als ein unabhängiger Authentifizierungsfaktor erforderlich ist – eine Basiskontrolle, die praktisch in jedem Cyber-Versicherungsantrag abgefragt wird.
  • Munich-Re-CAR/EAR-Klausel 004 (Extended Maintenance) Die Munich-Re-Klausel 004 erweitert die Wartungsfristdeckung einer Bau- oder Montagepolice um Schäden, die der Unternehmer während der Bauphase verursacht hat, sich aber erst während der Wartungsfrist zeigen, über die einfache Wartungsbesuchsdeckung hinaus.
  • Munich-Re-CAR/EAR-Klausel 006 (Overtime/Express Freight) Die Munich-Re-Klausel 006 erweitert eine Bau- oder Montagepolice um die versicherten Mehrkosten für Überstunden, Nachtarbeit, Feiertagsarbeit und Eilfracht, die zur schnelleren Schadenbehebung anfallen, jedoch ohne Luftfracht.
  • Munich-Re-CAR/EAR-Klausel 013 (Offsite Storage) Die Munich-Re-Klausel 013 erweitert eine Bau- oder Montagepolice um Sachschäden an versicherten Gütern, die vorübergehend ausserhalb der Baustelle in einem benannten Zwischenlager gelagert werden, meist mit eigenem Sublimit.
  • Musterbedingungen (Model Policy Conditions) Musterbedingungen sind unverbindliche Referenzformulierungen für Versicherungsbedingungen, die von Verbänden herausgegeben werden und den einzelnen Versicherern als Orientierung für die eigene Vertragsgestaltung dienen.

N

  • Nachbarbebauung Bauprojekt Die Nachbarbebauung beschreibt Nähe, Art und Zustand benachbarter Bauten, die durch Aushub, Erschütterungen, Wasserhaltung oder Kranbetrieb beschädigt werden könnten, wie sie in Anträgen zur Bauwesenversicherung und Bauherrenhaftpflicht deklariert wird.
  • Nachbarbebauung und Fremdexponierung Nachbarbebauung und Fremdexponierung beschreibt Nutzung, Bauweise und Abstand benachbarter Gebäude und Grundstücke und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um das Risiko einer Brand- oder Explosionsübertragung von oder zu einem Standort zu beurteilen.
  • Nachdeckung (Berufliche Vorsorge) Die Nachdeckung ist der gesetzlich garantierte, befristete Fortbestand des Todesfall- und Invaliditätsschutzes der beruflichen Vorsorge nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses, bevor ein neues Vorsorgeverhältnis entsteht.
  • Nachfrist (Grace Period) Die Nachfrist ist eine gesetzlich vorgeschriebene zusätzliche Zahlungsfrist, die der Versicherer dem Versicherungsnehmer bei Nichtzahlung eines Folgebeitrags einräumen muss, bevor Leistungsfreiheit oder Kündigung eintreten können.
  • Nachhaftung (Extended Reporting Period / Run-off Cover) Die Nachhaftung ist der zeitliche Anschluss der Versicherungsdeckung an eine bereits beendete Haftpflicht- oder Rückversicherungsdeckung, der noch nicht gemeldete Schäden aus der vorangegangenen Deckungsperiode abdeckt.
  • Nachhaftung für abgeschlossene Arbeiten (Completed Operations) Completed Operations bezeichnet die Haftpflichtdeckung für Personen- und Sachschäden, die erst nach Abschluss und Abnahme einer vom Versicherungsnehmer erbrachten Leistung eintreten.
  • Nachhaftung und Nachmeldefrist Klausel in Claims-made-Policen, die es erlaubt, nach Vertragsende noch für einen bestimmten Zeitraum Ansprüche zu melden, die auf während der Laufzeit begangenen Pflichtverletzungen beruhen.
  • Nachversicherungsgarantie Die Nachversicherungsgarantie erlaubt es, die Versicherungssumme bei bestimmten Lebensereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
  • Nachversicherungsgarantie (Guaranteed Insurability Option) Die Nachversicherungsgarantie ist das vertraglich eingeräumte Recht, den Versicherungsschutz einer Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung bei bestimmten biografischen Ereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
  • NAIC (National Association of Insurance Commissioners) Die NAIC ist die Standard-Setzungs- und Koordinationsorganisation der einzelstaatlichen Versicherungsaufsichtsbehörden der USA, die Musterregelwerke entwickelt und die Zusammenarbeit der Aufsicht zwischen den Bundesstaaten fördert.
  • Named-Windstorm-Klausel Die Named-Windstorm-Klausel sieht für Schäden durch einen offiziell benannten tropischen Sturm oder Hurrikan einen eigenständigen, meist prozentualen Selbstbehalt vor, der höher liegt als der allgemeine Sachversicherungs-Selbstbehalt.
  • Namentlich und nicht namentlich versicherte Personen (Named / Unnamed Insured Persons) In der Gruppenunfallversicherung können die versicherten Personen entweder namentlich in der Police aufgeführt oder – als «unnamed basis» – nur über Personenkategorien, Kopfzahl oder Lohnsumme umschrieben werden; bei der nicht namentlichen Versicherung sind Ein- und Austritte automatisch mitversichert, und der Versicherungsnehmer deklariert den Bestand periodisch nach.
  • Naturalrestitution (Restitution in Kind) Die Naturalrestitution ist die Wiederherstellung des Zustands, der ohne das schädigende Ereignis bestanden hätte, im Gegensatz zum Wertersatz durch eine reine Geldzahlung.
  • Naturgefahren-Exponierungsanalyse Die Naturgefahren-Exponierungsanalyse bewertet Standorte systematisch nach Gefährdungen wie Hochwasser, Erdbeben, Sturm und Hagel und liefert die Grundlage für Schutzmassnahmen, Limiten und Versicherungsstruktur.
  • Naturgefahrenzone Erdbeben Die Naturgefahrenzone Erdbeben erfasst die einem Standort durch eine anerkannte Gefahrenkarte zugewiesene Erdbebenintensität bzw. Mikrozonierungsklasse und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Erschütterungsgefahr abgefragt.
  • Naturgefahrenzone Hagel/Sturm Die Naturgefahrenzone Hagel/Sturm erfasst die einem Standort durch eine anerkannte Gefahrenkarte zugewiesene Hagelhäufigkeits- und Böengeschwindigkeitsklasse und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Hagel- und Sturmgefahr abgefragt.
  • Naturgefahrenzone Hochwasser Die Naturgefahrenzone Hochwasser erfasst die einem Standort durch eine anerkannte Gefahrenkarte oder ein Zonierungssystem zugewiesene Wiederkehrperioden-Klasse und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Fluss- und Seehochwassergefahr abgefragt.
  • Net-Retained-Lines-Klausel Die Net-Retained-Lines-Klausel verpflichtet den Zedenten, einen bestimmten Anteil jedes zedierten Risikos für eigene Rechnung zu behalten, um seinen Interessengleichlauf mit dem Rückversicherer sicherzustellen.
  • Nettobeitrag (Net Premium) Der Nettobeitrag ist der versicherungsmathematisch nach dem Äquivalenzprinzip berechnete Risikobeitrag ohne Zuschläge für Kosten, Gewinn und Sicherheit, der ausschliesslich den erwarteten Barwert der Versicherungsleistung deckt.
  • Nettopolice (Net Policy / Commission-Free Policy) Eine Nettopolice ist ein Versicherungsvertrag, dessen Beitrag keine Vertriebsprovision enthält, weil die Beratungsleistung gesondert und offen zwischen Kunde und Vermittler honoriert wird.
  • Nettoretention (Net Retention) Die Nettoretention ist der Anteil eines übernommenen Risikos, den ein Versicherer oder Rückversicherer nach Berücksichtigung aller vorhandenen Rückversicherungsschutzmassnahmen tatsächlich auf eigene Rechnung trägt.
  • Nettoverzinsung (Net Investment Return) Die Nettoverzinsung ist die tatsächlich erzielte Kapitalanlagerendite eines Lebensversicherers nach Abzug der Kapitalanlageverwaltungskosten, bezogen auf den durchschnittlichen Bestand der Kapitalanlagen.
  • Netzwerksegmentierung OT/IT Die Netzwerksegmentierung OT/IT erfasst, ob die operative Technologie wie Produktions- und Prozessleitsysteme logisch und physisch vom Unternehmens-IT-Netzwerk getrennt ist, wodurch verhindert wird, dass ein Cybervorfall auf den physischen Betrieb übergreift.
  • Neupreisentschädigungsklausel Die Neupreisentschädigungsklausel erstattet bei Totalschaden, Zerstörung oder Diebstahl eines Neufahrzeugs innerhalb einer vertraglich festgelegten Frist nach Erstzulassung den vollen Neupreis anstelle des niedrigeren Wiederbeschaffungswerts.
  • Neuwertversicherung (New Value Insurance) Die Neuwertversicherung ersetzt im Schadenfall die Kosten für die Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung einer versicherten Sache in neuwertigem Zustand, ohne Abzug für Alter und Abnutzung.
  • Nichtberufsunfall (NBU) Der Nichtberufsunfall ist nach Art. 8 UVG jeder Unfall, der kein Berufsunfall ist; in der Schweiz sind Arbeitnehmende, die mindestens acht Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber arbeiten, obligatorisch auch gegen Nichtberufsunfälle versichert, wobei die NBU-Prämie grundsätzlich zu ihren Lasten geht.
  • Nichtproportionale Rückversicherung (Non-Proportional Reinsurance) Die nichtproportionale Rückversicherung teilt Schäden nicht nach einem festen Prozentsatz, sondern nach der Schadenhöhe auf: Der Rückversicherer haftet erst, wenn ein Schaden eine vereinbarte Priorität überschreitet.
  • Nichtungültigkeitsklausel (Non-Invalidation) Die Non-Invalidation-Klausel erhält den Versicherungsschutz für andere Parteien wie Kreditgeber oder verbundene Unternehmen aufrecht, selbst wenn der Versicherungsschutz gegenüber dem Versicherungsnehmer wegen dessen eigener Pflichtverletzung entfällt.
  • Non-Admitted-Klausel Die Non-Admitted-Klausel regelt in internationalen Versicherungsprogrammen, dass eine Masterpolice ein Risiko in einem bestimmten Land nur dann direkt deckt, wenn eine dortige Placierung ohne lokale Zulassung des Versicherers rechtlich zulässig ist, und verweist andernfalls auf eine lokal admittierte Police.
  • Notfall- und Interventionsplanung Die Notfall- und Interventionsplanung legt fest, wie ein Betrieb bei Bränden, Explosionen und anderen Schadenereignissen durch definierte Alarmierungs-, Evakuierungs- und Einsatzabläufe Personen schützt und die Ersteinsatzkräfte gezielt unterstützt.
  • Notice-of-Loss-Klausel Die Notice-of-Loss-Klausel verpflichtet den Versicherungsnehmer, dem Versicherer einen möglichen Schaden unverzüglich oder innerhalb einer festgelegten Frist anzuzeigen, damit dieser Untersuchung und Regulierung rechtzeitig steuern kann.
  • Notstromversorgung und USV Notstromversorgung und unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sichern kritische Prozesse und Sicherheitseinrichtungen bei Netzausfall ab; ihre Zuverlässigkeit hängt massgeblich von regelmässigem Probelauf unter Last und fachgerechter Batteriewartung ab.
  • Nutzungsart Die Nutzungsart erfasst die tatsächliche Verwendung eines Gebäudes oder einer Betriebsstätte und wird in Sach- und Haftpflichtanträgen abgefragt, weil sie die massgebende Gefahrenklasse für Brand, Betriebsunterbrechung und Drittrisiken bestimmt.
  • Nutzungsausfall (Loss of Use) Der Nutzungsausfall ist der wirtschaftliche Nachteil, der einem Geschädigten dadurch entsteht, dass er eine beschädigte Sache, insbesondere ein Kraftfahrzeug, während der Reparatur- oder Wiederbeschaffungszeit nicht nutzen kann.

O

  • Oberaufsichtskommission BVG (OAK BV) Die OAK BV ist die schweizerische Bundesbehörde, welche die einheitliche Anwendung der Aufsicht über die Vorsorgeeinrichtungen der zweiten Säule durch die regionalen Aufsichtsbehörden sicherstellt.
  • Oberflächenentwässerung und Rückstauschutz Oberflächenentwässerung und Rückstauschutz umfassen die Ableitung von Niederschlagswasser vom Gebäude sowie technische Sicherungen, die ein Zurückdrücken von Abwasser aus der Kanalisation in tiefliegende Gebäudeteile verhindern.
  • Obhutsklausel (Care, Custody and Control Exclusion) Die Obhutsklausel schliesst in der Haftpflichtversicherung Schäden an fremden Sachen aus, die sich zum Zeitpunkt des Schadens in der Verwahrung, Obhut oder Kontrolle des Versicherungsnehmers befinden.
  • Obliegenheit (Policy Condition / Duty) Eine Obliegenheit ist eine dem Versicherungsnehmer auferlegte Verhaltenspflicht, deren schuldhafte Verletzung nicht zu Schadenersatz, sondern zu Leistungskürzung oder Leistungsfreiheit des Versicherers führen kann.
  • Obliegenheitsverletzung und Kausalitätsgegenbeweis Die Klausel regelt, dass eine Leistungskürzung oder Leistungsfreiheit wegen Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit entfällt, wenn die Verletzung nachweislich weder für den Eintritt des Versicherungsfalles noch für den Leistungsumfang ursächlich war.
  • Obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP, Grundversicherung) Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) ist die Schweizer Grundversicherung nach KVG: Jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz muss sich versichern (Art. 3 KVG), jeder zugelassene Versicherer muss sie ohne Gesundheitsprüfung aufnehmen, und der Leistungskatalog (Art. 25 ff. KVG) ist für alle Versicherer identisch.
  • Obligo (Credit Exposure) Das Obligo ist der Gesamtbetrag der offenen, gegenüber einem bestimmten Abnehmer bestehenden Forderungen, auf den sich der Versicherungsschutz einer Kreditversicherung zu einem bestimmten Zeitpunkt bezieht.
  • Offene Deckung (Open Cover) Die offene Deckung ist ein Rahmenversicherungsvertrag in der Transportversicherung, der alle künftigen Sendungen eines Versicherungsnehmers innerhalb definierter Bedingungen automatisch und ohne Einzelanmeldung deckt.
  • Offset-/Set-off-Klausel Die Offset-Klausel erlaubt es Zedent und Rückversicherer, gegenseitige Forderungen aus mehreren Verträgen gegeneinander zu verrechnen, statt jede Zahlung einzeln abzuwickeln.
  • Ombudsmann (Versicherungsombudsmann) Der Versicherungsombudsmann ist eine unabhängige Schlichtungsstelle, die Streitigkeiten zwischen Versicherungsnehmern und Versicherern aussergerichtlich und für den Verbraucher kostenfrei beilegt.
  • Operationelles Risiko (Operational Risk) Das operationelle Risiko ist die Gefahr eines Verlusts, der aus unzulänglichen internen Prozessen, Mitarbeitern, Systemen oder externen Ereignissen resultiert, und zählt unter Solvency II zu den eigenständigen Risikokategorien.
  • Orderpolice (Order Policy) Die Orderpolice ist ein in der Transportversicherung gebräuchliches, durch Indossament übertragbares Versicherungspapier, das die Rechte aus dem Versicherungsvertrag an eine im Papier genannte oder deren Order benannte Person bindet.
  • Ordnung und Sauberkeit (Housekeeping) Ordnung und Sauberkeit (Housekeeping) bezeichnet die systematische Kontrolle von Abfällen, Ablagerungen und Lagergut im Betrieb, die Brandlast und Zündquellen reduziert und Instandhaltungsmängel frühzeitig erkennbar macht.
  • Organhaftpflichtversicherung (Directors and Officers Liability, D&O) Die Organhaftpflichtversicherung deckt die persönliche gesetzliche Haftung von Vorstands-, Geschäftsführungs- und Aufsichtsratsmitgliedern für Vermögensschäden, die sie durch eine Pflichtverletzung in Ausübung ihres Amtes verursacht haben.
  • Original-Conditions-Klausel Die Original-Conditions-Klausel verpflichtet den Rückversicherer, dieselben Bedingungen, Prämien und Deckungsumfänge wie in der zugrundeliegenden Originalpolice anzuwenden, sofern der Rückversicherungsvertrag nichts Abweichendes bestimmt.
  • ORSA (Own Risk and Solvency Assessment) Der ORSA ist der von jedem Versicherer unter Solvency II durchzuführende, unternehmensindividuelle Prozess zur Beurteilung seines Gesamtsolvabilitätsbedarfs unter Berücksichtigung seines spezifischen Risikoprofils.
  • Outsourcing / Auslagerung (Outsourcing) Die Auslagerung ist die vertraglich vereinbarte Übertragung von Funktionen oder Tätigkeiten eines Versicherers auf einen Dienstleister, die andernfalls vom Versicherer selbst erbracht würden, und unterliegt besonderen aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Ö

  • ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) Die ÖGK ist der grösste Träger der gesetzlichen Krankenversicherung in Österreich und deckt Sachleistungen wie ärztliche Behandlung, Krankenhausaufenthalt und Arzneimittel für unselbständig Erwerbstätige ab.

P

  • Paar- und Satzklausel (Pair and Set) Die Pair-and-Set-Klausel regelt, dass bei Beschädigung oder Verlust eines Teils eines Paares oder Satzes (z. B. Ohrringe, Möbelgarnitur) nicht ohne Weiteres der Wert des gesamten Satzes, sondern grundsätzlich nur der anteilige Wert des betroffenen Teils entschädigt wird.
  • Palettenlagerung und Leergut im Freien Leerpaletten und Leergut aus Holz oder Kunststoff bilden wegen ihrer offenen, luftdurchlässigen Struktur eine überproportional hohe Brandlast und erfordern eigene Stapelhöhen-, Flächen- und Abstandsvorgaben, unabhängig vom eigentlichen Warenlager.
  • Patch-Management Das Patch-Management erfasst, wie systematisch ein Unternehmen Sicherheitsupdates für Betriebssysteme, Anwendungen und Netzwerkgeräte identifiziert und einspielt und innerhalb welcher Frist – eine Kontrolle, die zentral für die Begrenzung ausnutzbarer Schwachstellen ist.
  • Pauschalpolice Bei der Pauschalpolice wird für mehrere versicherte Objekte oder Risikoarten eine einzige Gesamtversicherungssumme vereinbart, ohne dass diese auf die einzelnen Positionen aufgeteilt wird.
  • Pensionskasse (Pension Fund) Eine Pensionskasse ist ein rechtlich selbstständiger Versorgungsträger der betrieblichen Altersvorsorge, der von einem oder mehreren Trägerunternehmen errichtet wird, um Versorgungsleistungen an deren Beschäftigte zu erbringen.
  • Pensionszusage (Direkte Leistungszusage) Die Pensionszusage ist eine arbeitsrechtliche Verpflichtung des Arbeitgebers, einem Mitarbeitenden im Alter, bei Invalidität oder dessen Hinterbliebenen im Todesfall eine bestimmte Pensionsleistung direkt aus dem Unternehmen zu erbringen.
  • Permanent Total Disablement (PTD, dauernde vollständige Erwerbsunfähigkeit) Permanent Total Disablement (PTD) bezeichnet in Personal-Accident-Wordings die dauerhafte, vollständige und nicht mehr behebbare Unfähigkeit einer versicherten Person, infolge eines Unfalls einer Erwerbstätigkeit nachzugehen; sie löst in der Regel eine Kapitalleistung von 100 % der Versicherungssumme aus.
  • Personalunterkünfte Personalunterkünfte erfassen, ob der Arbeitgeber betriebseigene oder betriebsverwaltete Unterkünfte für Mitarbeitende bereitstellt – relevant für die Sach- und Haftpflichtexposition, wo sich Wohn- und Betriebsrisiko überlagern.
  • Personalvorsorge- und Benefits-Programm Risikoprofil für ein betriebliches Personalvorsorge- und Benefits-Programm: die im Vorsorge- und Kollektivversicherungs-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur für die Belegschaft eines Arbeitgebers.
  • Personenschaden (Bodily Injury) Ein Personenschaden ist eine Verletzung der Gesundheit oder des Körpers eines Menschen bis hin zum Tod und bildet neben dem Sachschaden die zentrale Schadenkategorie in der Haftpflichtversicherung.
  • Personenversicherung (Personal Insurance) Die Personenversicherung ist die übergeordnete Versicherungssparte, die Risiken absichert, die unmittelbar an die Person des Versicherten anknüpfen, insbesondere Leben, Gesundheit und Arbeitskraft.
  • Pflegegeld (Österreich) Das Pflegegeld ist eine österreichische Bundesleistung, die pflegebedürftigen Personen unabhängig von Einkommen und Vermögen einen pauschalen Beitrag zu den Kosten der Betreuung gewährt.
  • Pflegeversicherung (Long-Term Care Insurance) Die Pflegeversicherung deckt das finanzielle Risiko der Pflegebedürftigkeit ab und leistet je nach Ausgestaltung Kostenerstattung, Pflegegeld oder eine vereinbarte Tagegeldzahlung.
  • Pflichtversicherung (Compulsory Insurance) Eine Pflichtversicherung ist eine gesetzlich vorgeschriebene Versicherung, deren Abschluss zwingende Voraussetzung für die Ausübung einer bestimmten Tätigkeit oder die Zulassung eines Risikos ist.
  • Pharma- und Arzneimittelhersteller Risikoprofil für einen Pharma- und Arzneimittelhersteller (Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe, Formulierung oder Verpackung von Arzneimitteln): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Photovoltaikanlage / Solarpark Risikoprofil für eine Photovoltaikanlage (Dachanlage oder Freiflächen-Solarpark): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Photovoltaikversicherung Die Photovoltaikversicherung deckt Sachschäden an Photovoltaikanlagen sowie den daraus resultierenden Ertragsausfall und ergänzt häufig eine eigenständige Haftpflichtdeckung für den Anlagenbetrieb.
  • Piraterieausschluss Der Piraterieausschluss regelt, dass Schäden durch Piraterie in Transportpolicen entweder als Kriegsrisiko ausgeschlossen oder als benannte Gefahr eigenständig eingeschlossen werden, mit Auswirkungen auf Prämie und Sublimits in Risikogebieten.
  • Planungs- und Beratungstätigkeit Die Planungs- und Beratungstätigkeit erfasst, ob und in welchem Umfang ein Versicherungsnehmer Planungs-, Konstruktions-, Ingenieur- oder Beratungsleistungen erbringt, da solche geistigen bzw. beruflichen Tätigkeiten eine reine Vermögensschaden-Exposure begründen, die sich von Personen- oder Sachschäden unterscheidet.
  • Police (Insurance Policy) Die Police ist das vom Versicherer ausgestellte Dokument, das den Abschluss und den wesentlichen Inhalt eines Versicherungsvertrags schriftlich bestätigt.
  • Policendarlehen Das Policendarlehen ist ein Darlehen, das ein Lebensversicherer dem Versicherungsnehmer gegen Verpfändung des Rückkaufswerts einer rückkaufsfähigen Lebensversicherung gewährt.
  • Policenverpfändung Bei der Policenverpfändung werden die Ansprüche aus einer Lebensversicherung als Sicherheit für eine Forderung eines Dritten (z.B. einer Bank) verpfändet, ohne dass der Versicherungsnehmer wechselt.
  • Political-Risk-Klausel Die Political-Risk-Klausel erweitert eine Sach- oder Kreditdeckung um Verluste durch Enteignung, Konfiszierung, Verstaatlichung, Zahlungsverbote oder Regierungswechsel in politisch instabilen Märkten.
  • Pool (Versicherungspool) Ein Versicherungspool ist ein Zusammenschluss mehrerer Versicherer, die ein bestimmtes Risiko gemeinsam nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel zeichnen, um Kapazität und Fachwissen für schwer versicherbare Risiken zu bündeln.
  • Portfolio-Transfer-/Entry-Withdrawal-Klausel Die Portfolio-Transfer-/Entry-Withdrawal-Klausel regelt, ob und wie bei Beginn oder Beendigung eines proportionalen Vertrags die noch nicht verdiente Prämie und die offenen Schadenreserven zwischen den Parteien übertragen werden.
  • Prämie (Premium) Die Prämie ist das vom Versicherungsnehmer als Gegenleistung für die Übernahme des Risikos durch den Versicherer zu entrichtende Entgelt und die zentrale Hauptleistungspflicht des Versicherungsnehmers.
  • Prämienanpassungsklausel Die Klausel berechtigt den Versicherer, die Prämie während der Vertragslaufzeit einseitig an veränderte Kalkulationsgrundlagen (Schadenaufwand, Sterblichkeit, Schadenstatistik) anzupassen, meist gebunden an Schwellenwerte und Begründungspflichten.
  • Prämienbefreiung Die Prämienbefreiung ist eine Zusatzdeckung in der Lebensversicherung, welche die weitere Prämienzahlungspflicht bei eingetretener Erwerbsunfähigkeit des Versicherungsnehmers übernimmt, ohne dass der Versicherungsschutz reduziert wird.
  • Prämienverbilligung (Individuelle Prämienverbilligung, IPV) Die individuelle Prämienverbilligung (IPV) ist der sozialpolitische Ausgleich zur Kopfprämie der Schweizer Grundversicherung: Nach Art. 65 KVG gewähren die Kantone Versicherten in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen Prämienverbilligungen, die vom Bund mit einem Beitrag von 7,5 % der OKP-Bruttokosten mitfinanziert werden (Art. 66 KVG).
  • Prämienverzug (Premium Payment Default) Der Prämienverzug ist das Ausbleiben der fristgerechten Zahlung eines fälligen Versicherungsbeitrags durch den Versicherungsnehmer und löst ein gesetzlich geregeltes Mahnverfahren mit abgestuften Rechtsfolgen aus.
  • Prämienzahlungshistorie Die Prämienzahlungshistorie erfasst, wie zuverlässig der Antragsteller Versicherungsprämien bei früheren Policen fristgerecht bezahlt hat – eine in Sach- und Haftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Premium Payment Warranty (LSW3000/3001) Die Premium Payment Warranty verpflichtet den Versicherungsnehmer oder Zedenten, die Prämie innerhalb einer festen Frist zu zahlen; bei Fristversäumnis kann der Vertrag automatisch enden oder durch den Versicherer gekündigt werden.
  • Premium-Reserve-Klausel Die Premium-Reserve-Klausel erlaubt es dem Rückversicherer, einen Teil der Rückversicherungsprämie als Sicherheitsreserve einzubehalten, bis die endgültige Schadenerfahrung des Vertragsjahrs feststeht.
  • PRIIPs (Verordnung über verpackte Anlageprodukte) Die PRIIPs-Verordnung verpflichtet Anbieter verpackter Anlageprodukte, einschliesslich fondsgebundener Lebensversicherungen, zur Erstellung eines standardisierten Basisinformationsblatts für Kleinanleger.
  • Prior Acts Clause Die Prior-Acts-Klausel legt einen Rückwärtsdeckungsstichtag (Retroactive Date) fest, vor dem begangene Pflichtverletzungen von der Deckung ausgenommen sind, unabhängig davon, wann der daraus resultierende Anspruch erhoben wird.
  • Privater Fahrzeughalter Risikoprofil für eine Privatperson als Halterin oder Halter und Nutzerin oder Nutzer eines Personenwagens: die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende private Motorfahrzeugversicherungs-Programmarchitektur.
  • Privathaftpflichtversicherung (Personal Liability Insurance) Die Privathaftpflichtversicherung deckt die gesetzliche Haftung einer Privatperson für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die sie im Rahmen der privaten Lebensführung einem Dritten schuldhaft zufügt.
  • Produkthaftpflichtversicherung (Product Liability Insurance) Die Produkthaftpflichtversicherung deckt die gesetzliche Haftung eines Herstellers oder Inverkehrbringers für Personen- und Sachschäden, die durch einen Fehler seines Produkts bei einem Dritten entstehen.
  • Produktionskapazität und Auslastung Produktionskapazität und Auslastung erfassen die theoretische Maximalleistung eines Standorts und den Prozentsatz der aktuell genutzten Kapazität, welche zusammen bestimmen, wie viel Ausweichkapazität an anderer Stelle einen Schaden auffangen kann und wie die Betriebsunterbrechungsentschädigung zu berechnen ist.
  • Produktrisikoklasse Die Produktrisikoklasse gruppiert die Produkte eines Versicherungsnehmers nach dem Ausmass des möglichen Schadens im Fehlerfall, von Erzeugnissen mit geringem Gefährdungspotenzial bis zu sicherheitskritischen oder lebenserhaltenden Produkten, und bestimmt die Underwriting-Behandlung der Produkthaftpflicht-Exposure.
  • Progression (Progressive Invaliditätsstaffel) Die Progression ist eine in der privaten Unfallversicherung vereinbarte Leistungsstaffel, bei der die Invaliditätsleistung ab einem bestimmten Invaliditätsgrad überproportional ansteigt und bei Vollinvalidität ein Mehrfaches der Grundsumme – marktüblich 225, 350 oder 500 Prozent – erreicht.
  • Proportionale Rückversicherung (Proportional Reinsurance) Die proportionale Rückversicherung teilt Prämien und Schäden zwischen Zedent und Rückversicherer nach einem von vornherein festgelegten, festen Prozentsatz auf.
  • Prospektive Reserve (Prospective Reserve Method) Die prospektive Reserve ist eine Methode zur Berechnung der Deckungsrückstellung, bei der die Rückstellung als Barwert der künftigen erwarteten Versicherungsleistungen abzüglich der künftigen erwarteten Nettobeiträge ermittelt wird.
  • Provision (Commission) Die Provision ist das erfolgsabhängige, üblicherweise als Prozentsatz der vermittelten Prämie berechnete Entgelt, das ein Versicherer einem Vermittler für die Vermittlung oder Betreuung eines Versicherungsvertrags zahlt.
  • Prozesssicherheitsmanagement (PSM) Prozesssicherheitsmanagement ist ein systematisches Managementsystem zur Verhütung von Grossereignissen wie Freisetzungen, Bränden und Explosionen in verfahrenstechnischen Anlagen, das über einzelne technische Schutzmassnahmen hinausgeht.
  • Prüfung elektrischer Anlagen Die periodische Prüfung elektrischer Anlagen deckt Isolationsfehler, Überlastungen und Alterungsschäden auf, bevor sie Brände oder Betriebsausfälle verursachen, und ist in vielen Ländern eine wiederkehrende gesetzliche und versicherungstechnische Pflicht.
  • PVA (Pensionsversicherungsanstalt) Die PVA ist der grösste Träger der gesetzlichen Pensionsversicherung in Österreich und erbringt Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenpensionen für unselbständig Erwerbstätige.

Q

  • Quadratmeter-Methode (Square Meter Method) Die Quadratmeter-Methode ist ein Verfahren zur Ermittlung des Versicherungswerts eines Gebäudes anhand seiner Wohn- oder Nutzfläche und eines Quadratmeterpreises, das häufig zur Festlegung der Versicherungssumme herangezogen wird.
  • Qualifizierte Mahnung (Qualified Reminder Notice) Die qualifizierte Mahnung ist eine schriftliche Zahlungsaufforderung des Versicherers bei Verzug mit einer Folgeprämie, die den rückständigen Betrag, eine Zahlungsfrist und einen Hinweis auf die Rechtsfolgen der Nichtzahlung enthalten muss.
  • Qualitätsmanagementsystem Das Qualitätsmanagementsystem erfasst, ob das Qualitätssystem eines Versicherten nach einem anerkannten Standard wie ISO 9001 zertifiziert ist, was Underwriter als Indikator für konsistente Prozesskontrolle und damit für das Produkthaftpflicht- und Rückrufrisiko nutzen.
  • Quotentarif (Percentage Reimbursement Tariff) Ein Quotentarif ist ein Krankenversicherungstarif, der Heilbehandlungskosten nicht vollständig, sondern nur bis zu einem vorab vereinbarten Prozentsatz erstattet, häufig zur Ergänzung anderer Kostenträger.
  • Quotenvorrecht (Victim's Priority Right) Das Quotenvorrecht bestimmt, dass ein Geschädigter, der von seinem eigenen Versicherer nicht vollständig entschädigt wurde, seine verbleibende Restforderung gegenüber dem Schädiger vor dem Regressanspruch seines Versicherers befriedigt bekommt.

R

  • Rabattschutzklausel Die Rabattschutzklausel verhindert gegen Prämienzuschlag, dass ein belastender Schaden pro Kalenderjahr in der Kfz-Haftpflicht- oder Kaskoversicherung zu einer Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse führt.
  • Radioaktive Kontamination (CL356/CL370) Der Ausschluss für radioaktive Kontamination nimmt Schäden durch ionisierende Strahlung, Kernbrennstoffe, Kernanlagen sowie chemische, biologische und elektromagnetische Waffen umfassend aus der Sachdeckung heraus.
  • Rauch- und Wärmeabzug Der Rauch- und Wärmeabzug erfasst, ob und in welchem Umfang ein Gebäude mit einer natürlichen oder maschinellen Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA) ausgestattet ist – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Rauch- und Wärmeabzug (RWA) Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) leiten Brandrauch und Wärme gezielt ins Freie ab, um Rettungswege raucharm zu halten, den Feuerwehreinsatz zu erleichtern und ein frühes Sprinklerauslösen zu unterstützen.
  • Rauchverbot und Raucherzonen Die Rauchverbotsregelung erfasst, ob das Rauchen im Betrieb vollständig untersagt oder nur in ausgewiesenen, brandsicheren Raucherzonen erlaubt ist – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Rauchverbote und Raucherzonen im Betrieb Rauchverbote und ausgewiesene Raucherzonen sind organisatorische Massnahmen, mit denen Betriebe unkontrollierte Zündquellen durch Rauchen in brandgefährdeten Bereichen ausschliessen und zugleich gesetzliche Vorgaben zum Schutz vor Passivrauchen erfüllen.
  • Rechenzentren – Risiken und Schadenverhütung Rechenzentren verbinden eine sehr hohe Wertkonzentration auf kleiner Fläche mit extremer Betriebsunterbrechungsempfindlichkeit, da bereits kurze Ausfälle der Stromversorgung oder Kühlung weitreichende Folgeschäden bei Kunden auslösen können.
  • Rechenzentrum Risikoprofil für ein Rechenzentrum (Colocation-, Unternehmens- oder Hyperscale-Serverstandort): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Rechnungszins (Technical Interest Rate) Der Rechnungszins ist der bei der Prämien- und Deckungsrückstellungsberechnung in der Lebensversicherung zugrunde gelegte, vorsichtig festgelegte kalkulatorische Zinssatz für künftige Kapitalanlageerträge.
  • Rechtsschutzversicherung (Legal Expenses Insurance) Die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten der Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung des Versicherten, insbesondere Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten, in den vereinbarten Rechtsschutzbereichen.
  • Recycling- und Abfallwirtschaftsbetriebe – Risiken und Schadenverhütung Recycling- und Abfallwirtschaftsbetriebe sind durch stark heterogenes, schwer kontrollierbares Brennmaterial und ein wachsendes Brandrisiko durch falsch entsorgte Lithium-Batterien geprägt, was Löschkonzepte deutlich erschwert.
  • Recycling- und Entsorgungsbetrieb Risikoprofil für einen Recycling- und Entsorgungsbetrieb (Sortierung, Zerkleinerung, Ballenpressung, Behandlung oder Zwischenlagerung von Abfällen und Wertstoffen): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Reduktion (Paid-Up Reduction) Reduktion bezeichnet die beitragsfreie Fortführung einer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung mit entsprechend herabgesetzter Versicherungssumme, wenn die Prämienzahlung eingestellt wird.
  • Regionalklasse (Regional Rating Class) Die Regionalklasse ist ein Tarifierungsmerkmal der Kraftfahrtversicherung, das den Zulassungsbezirk des Fahrzeughalters anhand der dort beobachteten Schadenerfahrung in eine von mehreren Risikoklassen einordnet.
  • Regress (Recourse / Subrogation) Regress bezeichnet den Rückgriff eines Versicherers, der eine Leistung erbracht hat, auf den Schädiger oder eine sonstige ersatzpflichtige dritte Person, um den geleisteten Betrag zurückzufordern.
  • Regressverzichtsklausel Mit der Regressverzichtsklausel verzichtet der Versicherer darauf, nach einer Schadenzahlung Rückgriff auf bestimmte Dritte – etwa Konzerngesellschaften, Mieter oder Vertragspartner – zu nehmen.
  • Reisetage im Ausland Reisetage im Ausland erfassen die Anzahl der jährlichen Reisetage von Mitarbeitenden auf internationalen Geschäftsreisen und dienen zur Bemessung von Kumul- und Schwereexposition in der Unfall- und Reiseversicherung.
  • Reisetage-Deklaration (Travel Days Declaration) Die Reisetage-Deklaration ist die Prämienbasis der Geschäftsreiseversicherung: Der Arbeitgeber meldet zu Vertragsbeginn die geschätzte Zahl der Reisetage oder Reisen eines Versicherungsjahres, die Prämie wird darauf provisorisch berechnet und am Jahresende oder bei Erneuerung anhand der effektiven Zahlen angepasst; alternativ wird auf Basis der Mitarbeitendenzahl (Headcount) tarifiert.
  • Reiseversicherung (Travel Insurance) Die Reiseversicherung bündelt verschiedene Deckungsbausteine für Risiken im Zusammenhang mit einer Reise, insbesondere Rücktrittskosten, medizinische Notfälle im Ausland, Reisegepäck und Reiseunterbrechung.
  • Rentenversicherung (Annuity Insurance) Die Rentenversicherung ist eine Lebensversicherung, die dem Versicherten ab einem vereinbarten Zeitpunkt eine regelmässige lebenslange oder zeitlich befristete Rentenzahlung gewährt.
  • Repräsentantenhaftung Die Repräsentantenhaftung besagt, dass sich der Versicherungsnehmer das Verhalten und Wissen einer Person, die an seiner Stelle die Vertragsverwaltung oder Risikoverwaltung eigenverantwortlich wahrnimmt, zurechnen lassen muss.
  • Repräsentantenklausel Die Repräsentantenklausel legt vertraglich fest, welche Personen im Unternehmen des Versicherungsnehmers als Repräsentanten gelten, deren vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten dem Versicherungsnehmer wie eigenes Verschulden zugerechnet wird.
  • Reservierungsrisiko (Reserving Risk) Das Reservierungsrisiko ist das Risiko, dass die von einem Versicherer gebildeten versicherungstechnischen Rückstellungen für bereits eingetretene Schäden nicht ausreichen, um die tatsächlichen künftigen Zahlungen zu decken.
  • Retrozession (Retrocession) Retrozession bezeichnet die Weiterübertragung eines von einem Rückversicherer übernommenen Risikos an einen weiteren Rückversicherer, den sogenannten Retrozessionär.
  • Rettungs- und Bergungsklausel (Salvage) Die Salvage-Klausel regelt Rechte und Pflichten von Versicherer und Versicherungsnehmer im Umgang mit beschädigtem, aber noch werthaltigem Eigentum nach einem Schaden, insbesondere hinsichtlich Bergung, Sicherung und Verwertung des Restwerts.
  • Rezeptgebühr Die Rezeptgebühr ist der gesetzlich festgelegte Selbstbehalt, den Versicherte der österreichischen gesetzlichen Krankenversicherung je verordneter Medikamentenpackung zu entrichten haben.
  • Riester-Zulagen Riester-Zulagen sind die staatliche Förderung einer privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge in Deutschland, bestehend aus Grundzulage und Kinderzulage nach §§ 79 ff. EStG.
  • Risiken der E-Ladeinfrastruktur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge kombiniert hohe elektrische Leistungsdichte mit der Nähe zu Fahrzeugbatterien und Parkflächen, wodurch Überlastung, Fehlbedienung und Batteriezwischenfälle zu einem eigenständigen Brand- und Betriebsrisiko werden.
  • Risiken von Dampfturbinen Dampfturbinen sind hochbeanspruchte, rotierende Maschinen, bei denen Schaufelbrüche, Lagerschäden oder Wasserschlag zu Totalschäden mit langen Wiederbeschaffungszeiten führen können, weshalb Schwingungsüberwachung und Schutzautomatik zentrale Schadenverhütungsmassnahmen sind.
  • Risiken von Gasturbinen Gasturbinen sind durch hohe Verbrennungstemperaturen, hochbeanspruchte Verdichter- und Turbinenschaufeln sowie komplexe Regel- und Brennstoffsysteme gekennzeichnet, wodurch Fremdkörpereintrag, Flammrückschlag oder Schaufelversagen zu Totalschäden mit langen Ausfallzeiten führen können.
  • Risiken von Kälteanlagen und Kompressoren Kälteanlagen und Kompressoren bergen neben dem mechanischen Maschinenbruchrisiko stoffspezifische Gefahren durch das verwendete Kältemittel; bei Ammoniakanlagen kommen Toxizitäts- und Explosionsgefährdung hinzu, die eine bauliche Trennung und spezifische Detektion erfordern.
  • Risiken von Kranen und Hebezeugen Krane und Hebezeuge bergen durch Überlastung, Materialversagen an tragenden Bauteilen oder menschliches Versagen das Risiko herabfallender Lasten, das sowohl die gehobene Ware als auch benachbarte Anlagenteile und Personen gefährdet.
  • Risiken von Lithium-Ionen-Batterien und Speichersystemen Lithium-Ionen-Batterien und stationäre Speichersysteme (BESS) können bei Zell-, Lade- oder Kühlungsfehlern in einen thermischen Durchgang (Thermal Runaway) geraten, der sich selbst verstärkt, schwer löschbare Brände verursacht und toxische Gase freisetzt.
  • Risikoausgleich (KVG) Der Risikoausgleich nach Art. 16 ff. KVG gleicht Unterschiede in der Risikostruktur zwischen den Krankenversicherern aus: Versicherer mit unterdurchschnittlichem Risiko zahlen Abgaben, Versicherer mit überdurchschnittlichem Risiko erhalten Beiträge; Indikatoren sind Alter, Geschlecht, Spital- oder Pflegeheimaufenthalt im Vorjahr und pharmazeutische Kostengruppen (PCG). Durchgeführt wird er von der Gemeinsamen Einrichtung KVG.
  • Risikobesichtigung (Property Risk Survey) Die Risikobesichtigung ist die systematische Begehung eines Betriebs durch Risk Engineers vor Ort, die Gefährdungen, Schutzmassnahmen und Managementprogramme erfasst und die fachliche Grundlage für Risikoeinstufung, Auflagen und Versicherungskonditionen liefert.
  • Risikoklassifizierung (Property Risk Grading) Die Risikoklassifizierung ordnet ein Sachrisiko anhand von Bauweise, Nutzung, Schutzniveau und Umgebungsexposition in ein einheitliches Bewertungsschema ein – von Standardrisiko bis zum hochgeschützten Risiko (Highly Protected Risk, HPR) – und schafft damit eine vergleichbare Grundlage für Zeichnung und Prämie.
  • Risikolebensversicherung (Term Life Insurance) Die Risikolebensversicherung zahlt im Todesfall der versicherten Person innerhalb einer festen Laufzeit eine vereinbarte Todesfallsumme aus, ohne einen Sparanteil oder Kapitalbildung.
  • Risikoverbesserungsempfehlungen und Empfehlungstracking Risikoverbesserungsempfehlungen sind die aus Risikobesichtigungen abgeleiteten, priorisierten Massnahmenvorschläge zur Schadenverhütung, deren systematische Nachverfolgung bis zur Umsetzung integraler Bestandteil eines wirksamen Risikomanagements ist.
  • Risikozuschlag (Risk Loading) Der Risikozuschlag ist ein Aufschlag auf die erwartungswert- basierte Nettoprämie, mit dem ein Versicherer die Unsicherheit der Schadenschätzung und die Volatilität des übernommenen Risikos vergütet bekommt.
  • Rotierende Maschinen und Lagerüberwachung Bei rotierenden Maschinen wie Pumpen, Ventilatoren und Motoren sind Lager die häufigste Ausfallursache; Schwingungs- und Temperaturüberwachung erkennt beginnende Lagerschäden, bevor sie zu einem Bruchschaden führen.
  • Rückdeckungsversicherung Die Rückdeckungsversicherung ist eine vom Arbeitgeber auf das Leben von Mitarbeitenden abgeschlossene Lebensversicherung, mit der arbeitsrechtliche Pensions- oder Abfertigungszusagen finanziell hinterlegt werden.
  • Rückfall und Spätfolgen (Relapse and Late Sequelae) Rückfall und Spätfolgen bezeichnen in der Unfallversicherung das Wiederaufflackern einer als geheilt betrachteten Unfallverletzung beziehungsweise das erstmalige Auftreten von Unfallfolgen nach längerer Zeit, für die die schweizerische obligatorische Unfallversicherung nach Art. 11 UVV auch nach Fallabschluss leistet, sofern der Kausalzusammenhang mit dem Unfall überwiegend wahrscheinlich ist.
  • Rückfall- und Spätfolgenklausel Die Klausel regelt, innerhalb welcher Frist nach einem Unfall Rückfälle oder Spätfolgen noch als Unfallfolge geltend gemacht und neu bemessen werden können.
  • Rückkaufswert (Surrender Value) Der Rückkaufswert ist der Betrag, den ein Lebensversicherer dem Versicherungsnehmer bei vorzeitiger Kündigung eines kapitalbildenden Vertrags auszahlt; er entspricht dem Deckungskapital abzüglich eines Stornoabzugs.
  • Rückrufpotenzial und -historie Rückrufpotenzial und -historie erfassen frühere Produktrückrufe oder Feldmassnahmen eines Versicherungsnehmers sowie eine Einschätzung, wie wahrscheinlich und kostenintensiv ein künftiger Rückruf angesichts Produktdesign, Marktreichweite und Rückverfolgbarkeit wäre.
  • Rückstau- und Oberflächenwassergefahr Rückstau- und Oberflächenwassergefahr erfasst die Exposition eines Standorts gegenüber Starkregen-Überflutung und Kanalisationsrückstau unabhängig von Fluss- oder Seehochwasser und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Starkregengefahr abgefragt.
  • Rückversicherer Der Rückversicherer ist das Unternehmen, das gegen Prämie Risiken oder Risikoanteile von einem Erstversicherer (Zedent) übernimmt und diesem im Schadenfall anteilig Deckung gewährt.
  • Rückversicherungsdepot (Reinsurance Deposit) Das Rückversicherungsdepot ist ein vom Zedenten einbehaltener oder vom Rückversicherer hinterlegter Sicherheitsbetrag zur Absicherung offener Verpflichtungen aus dem Rückversicherungsvertrag.
  • Rückversicherungsmakler Der Rückversicherungsmakler vermittelt und strukturiert im Auftrag eines Zedenten Rückversicherungsverträge und begleitet deren Platzierung am Markt.
  • Rückwärtsdeckung Klausel in Claims-made-Policen, die das Rückwirkungsdatum vor den Vertragsbeginn zurückverlegt und dadurch auch vor Vertragsschluss began- gene, aber noch nicht bekannte Pflichtverletzungen mitversichert.
  • Rückwärtsdeckung Die Rückwärtsdeckung erstreckt den Versicherungsschutz einer Claims-made-Police auch auf Pflichtverletzungen, die bereits vor Versicherungsbeginn, jedoch vor einem festgelegten Rückwärtsdatum begangen wurden.
  • Rückwärtsversicherung Altbestand Die Rückwärtsversicherung Altbestand erfasst, ob eine Bauwesen- oder Montageversicherung auch bestehende Gebäude und Anlagen einschliesst, die im Eigentum oder unter Obhut des Bauherrn stehen und auf denen Bauarbeiten ausgeführt werden.
  • Rückwirkungsschäden (CBI) Die CBI-Deckung (Contingent Business Interruption) versichert Unterbrechungsschäden, die durch Sachschäden bei Dritten – insbesondere Lieferanten, Abnehmern oder Versorgern – ausgelöst werden.
  • Ruhen und Wiederinkraftsetzung des Versicherungsvertrags Das Ruhen setzt den Versicherungsschutz und die Prämienpflicht eines Vertrags vorübergehend aus; die Wiederinkraftsetzung stellt den vollen Versicherungsschutz nach Wegfall des Ruhensgrundes wieder her.

S

  • Sabotage Sabotage bezeichnet die absichtliche Beschädigung oder Zerstörung von Sachen oder Betriebsabläufen durch Dritte aus politischen, ideologischen oder wirtschaftlichen Motiven.
  • Sach-Allgefahrenversicherung (Property All Risks) Die Sach-Allgefahrenversicherung deckt unvorhergesehene Beschädigung oder Zerstörung versicherter Sachen aus jeder Gefahr, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist.
  • Sachverständigenverfahren Die Klausel regelt ein aussergerichtliches Verfahren, in dem unabhängige Sachverständige Grund und Höhe eines Schadens verbindlich feststellen, wenn sich Versicherer und Versicherungsnehmer darüber nicht einigen können.
  • Saisonalität des Umsatzes Die Saisonalität des Umsatzes erfasst, wie gleichmässig der Umsatz des Versicherungsnehmers über das Jahr verteilt ist oder ob er sich auf bestimmte Spitzenzeiten konzentriert – eine in Betriebsunterbrechungsanträgen abgefragte Angabe zur korrekten zeitlichen Einordnung und Bemessung des Ertragsausfalls.
  • Salvage-and-Subrogation-Klausel (Rückversicherung) Die Salvage-and-Subrogation-Klausel regelt, wie Rettungserlöse und Rückgriffsforderungen aus einem Schaden im Verhältnis zwischen Zedent und Rückversicherer verteilt werden.
  • Sandwichpaneele und brennbare Dämmstoffe Sandwichpaneele bestehen aus zwei Metalldeckschichten mit einem dazwischenliegenden Dämmkern, der bei brennbarer Ausführung im Brandfall zu extrem schneller Brandausbreitung und hohem Totalschadenrisiko führen kann.
  • Sanktionsklausel Die Sanktionsklausel stellt klar, dass der Versicherer keine Deckung gewährt und keine Zahlung leistet, soweit er sich damit Wirtschaftssanktionen oder Embargos aussetzen würde.
  • Sauerstoffreduzierungsanlagen Sauerstoffreduzierungsanlagen senken die Sauerstoffkonzentration in geschützten Räumen dauerhaft unter die Zündgrenze der vorhandenen Brandlast und verhindern so präventiv die Entstehung eines Feuers, statt es erst zu bekämpfen.
  • Säule 3a (Gebundene Vorsorge) Die Säule 3a ist die steuerlich begünstigte, gebundene Form der privaten Vorsorge in der Schweiz, deren Guthaben bis zu einem jährlichen Höchstbetrag angespart und grundsätzlich erst ab dem gesetzlichen Referenzalter bezogen werden kann.
  • Säule 3b (Freie Vorsorge) Die Säule 3b ist die freie, nicht gebundene Form der privaten Vorsorge in der Schweiz, deren Kapital jederzeit verfügbar ist und die kaum steuerlichen Einschränkungen unterliegt.
  • Schaden (Loss) Ein Schaden ist die unfreiwillige Einbusse an materiellen oder immateriellen Werten, die durch ein versichertes Ereignis verursacht wird und den Versicherungsfall auslöst.
  • Schadenereignisprinzip (Occurrence Principle) Das Schadenereignisprinzip macht die Deckung eines Haftpflichtschadens davon abhängig, dass das schädigende Ereignis während der laufenden Versicherungsperiode eintritt, unabhängig vom Zeitpunkt der Anspruchserhebung.
  • Schadenfreiheitsklasse (No-Claims Class) Die Schadenfreiheitsklasse ist die konkrete Einstufung eines Kraftfahrtversicherungsvertrags innerhalb des Bonus-Malus- Systems, die sich nach der Anzahl unfallfrei gefahrener Jahre richtet.
  • Schadenfrequenz-Trend Der Schadenfrequenz-Trend klassifiziert, ob die Schadenrate eines Betriebs pro Expositionseinheit über die jüngsten Vertragsjahre zugenommen, sich stabilisiert oder abgenommen hat, und liefert Underwritern damit ein zukunftsgerichtetes Signal über die reine Schadenanzahl hinaus.
  • Schadenhistorie Betriebsunterbrechung Die Schadenhistorie Betriebsunterbrechung erfasst Häufigkeit, Ursache, Dauer und finanzielle Auswirkung vergangener Unterbrechungs- und Rückwirkungsschäden eines Betriebs und liefert Underwritern einen direkten Praxistest für Haftzeit und Abhängigkeitsexposition.
  • Schadenhistorie Haftpflicht (5 Jahre) Die Schadenhistorie Haftpflicht (5 Jahre) erfasst Häufigkeit, Ursache, Kosten und Rechtsstand der vergangenen Betriebs-, Produkte- und Umbrella-Haftpflichtschäden eines Unternehmens und bildet damit die wichtigste Grundlage zur Beurteilung der Haftungsexposition.
  • Schadenhistorie Motorfahrzeuge Die Schadenhistorie Motorfahrzeuge erfasst Häufigkeit, Ursache, Verschulden und Kosten der vergangenen Haftpflicht- und Kaskoschäden eines Fahrzeugs oder einer Flotte und bildet damit die zentrale empirische Grundlage für Bonus-Malus-Einstufung und Flottenrisikograding.
  • Schadenhistorie Sach (5 Jahre) Die Schadenhistorie Sach (5 Jahre) erfasst Häufigkeit, Ursache und Kosten der vergangenen Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden eines Standorts oder Portfolios und liefert damit die wichtigste empirische Grundlage für die Risikoeinstufung und Prämienkalkulation.
  • Schadenhistorie Vertrauensschaden Die Schadenhistorie Vertrauensschaden erfasst vergangene Fälle von Mitarbeiterunredlichkeit, Diebstahl, Betrug und Kassen- bzw. Bestandsfehlbeträgen und liefert Underwritern damit einen direkten Nachweis der Wirksamkeit interner Kontrollen und des moralischen Risikos in einer Organisation.
  • Schadenhistorien-Analyse Die Schadenhistorien-Analyse wertet Häufigkeit, Ursachen und Höhe vergangener Schadenfälle eines Betriebs oder Portfolios systematisch aus und liefert damit einen zentralen Baustein für Risikoeinstufung, Schadenverhütungspriorisierung und Prämienkalkulation.
  • Schadenminderungspflicht (Duty to Mitigate Loss) Die Schadenminderungspflicht verpflichtet den Versicherungsnehmer, im Versicherungsfall zumutbare Massnahmen zur Abwendung oder Minderung des Schadens zu ergreifen.
  • Schadenquote (Loss Ratio) Die Schadenquote setzt den in einer Periode angefallenen Schadenaufwand ins Verhältnis zur verdienten Prämie und ist eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung der versicherungs- technischen Rentabilität.
  • Schadenschätzung (MFL/EML) Die Schadenschätzung (MFL/EML) ist die risikoingenieurtechnische Methodik, mit der für ein Sach- und Betriebsunterbrechungsrisiko der grösste realistischerweise zu erwartende Schaden hergeleitet wird, und bildet damit die fachliche Grundlage für den Höchstschaden-Begriff (PML).
  • Schaltanlagen Schaltanlagen verteilen und schützen elektrische Energie in Gebäuden und Industrieanlagen; Kontaktalterung, Fehlkoordination von Schutzorganen oder Überlastung zählen zu den häufigsten Ursachen elektrischer Brände.
  • Schaumlöschanlagen Schaumlöschanlagen tragen einen Luft- oder Wasser-Schaum auf brennende Flüssigkeiten oder Lagergüter auf, der die Brandfläche abdeckt, den Sauerstoffzutritt unterbindet und eine Rückzündung verhindert.
  • Schichtbetrieb Der Schichtbetrieb erfasst, ob ein Produktions- oder Verarbeitungsstandort im Ein-, Zwei-, Drei- oder Dauerschichtbetrieb läuft, da dieses Muster den Überwachungsgrad, den Verschleiss der Anlagen und die Häufigkeit kritischer Anfahr- und Stillstandsereignisse massgeblich bestimmt.
  • Schlüsselmanagement Das Schlüsselmanagement beschreibt die Verfahren, mit denen physische Schlüssel, Schlüsselkarten und Generalschlüssel ausgegeben, nachverfolgt und zurückgenommen werden – eine in Sachversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung, ob eine ansonsten wirksame mechanische Sicherung oder Zutrittskontrolle tatsächlich greift.
  • Schlüsselperson im KMU Risikoprofil für die Abhängigkeit eines KMU von einer oder wenigen Schlüsselpersonen: die im Schlüsselpersonen-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur zur Abfederung des finanziellen Schadens bei deren Ausfall.
  • Schlüsselpersonenabhängigkeit Die Schlüsselpersonenabhängigkeit erfasst, wie stark Umsatz, Kundenbeziehungen oder technisches Know-how eines Unternehmens von einer oder wenigen namentlich bestimmten Personen abhängen, und bildet die Grundlage der Schlüsselpersonenversicherung.
  • Schlüsselpersonenversicherung (Key-Man-Versicherung) Die Schlüsselpersonenversicherung ist eine vom Unternehmen abgeschlossene Lebens- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung auf eine für den Geschäftserfolg unverzichtbare Person, um den finanziellen Schaden bei deren Ausfall abzufedern.
  • Schneelast und Dacheinsturzrisiko Schneelast bezeichnet die Belastung von Dachkonstruktionen durch Schnee- und Eisansammlungen, deren Überschreitung der Bemessungslast zu Verformungen oder zum Dacheinsturz führen kann.
  • Schneelastzone Die Schneelastzone erfasst die einem Standort durch ein anerkanntes Normenwerk oder eine Gefahrenkarte zugewiesene Boden- und Dachschneelastklasse und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Dacheinsturzgefahr durch Schneeansammlung abgefragt.
  • Schriftform-/Textformklausel Die Klausel bestimmt, dass Erklärungen im Rahmen des Versicherungsvertrags – etwa Kündigungen, Anzeigen oder Vertragsänderungen – der Schriftform oder zumindest der Textform bedürfen, um wirksam zu sein.
  • Schwankungsrückstellung (Equalization Reserve) Die Schwankungsrückstellung ist eine handelsrechtliche Rückstellung, die überdurchschnittlich gute Schadenjahre zum Ausgleich künftiger, überdurchschnittlich schlechter Schadenjahre in stark schwankenden Sparten reserviert.
  • Selbstbehalt Der Selbstbehalt ist der vertraglich vereinbarte Teil eines Schadens, den der Versicherungsnehmer selbst trägt, bevor die Versicherungsleistung einsetzt.
  • Selbstbehaltsklausel Haftpflicht AHB-Klausel, nach der sich der Versicherungsnehmer bei jedem Versicherungsfall mit einem festgelegten Betrag an der Schadenersatzleistung beteiligt, unabhängig von der Höhe des begründeten Anspruchs.
  • Selbstentzündung Selbstentzündung ist die Entstehung eines Brandes durch eine im Material selbst ablaufende exotherme Oxidations- oder Zersetzungs- reaktion, die sich ohne äussere Zündquelle bis zur Zündtemperatur aufschaukelt.
  • Selbstentzündungsgefährdete Materialien Selbstentzündungsgefährdete Materialien erfasst, ob der Versicherungsnehmer Materialien handhabt oder lagert, die sich ohne äussere Zündquelle selbst erwärmen und entzünden können – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Selbstinspektionsprogramm (betriebliche Eigenkontrolle) Ein Selbstinspektionsprogramm überträgt geschulten Betriebsangehörigen die regelmässige, checklistenbasierte Eigenkontrolle von Brandschutz-, Sicherheits- und Instandhaltungseinrichtungen zwischen den periodischen Besichtigungen durch externe Risk Engineers.
  • Sengschaden (Scorching Damage) Ein Sengschaden ist eine Hitzeeinwirkung auf eine Sache ohne offene Flammenbildung, die in der Sachversicherung anders als ein Brandschaden behandelt und regelmässig vom Standardumfang ausgeschlossen wird.
  • Senkungs- und Erdrutschklausel (Subsidence) Die Subsidence-and-Landslip-Klausel erweitert die Sachversicherung um Schäden durch allmähliches Absenken, Anheben oder Abrutschen des Baugrunds, regelmässig unter Ausschluss von Schäden durch Bergbau, Erschütterung oder fehlerhafte Gründung.
  • Serienschadenklausel AHB-Klausel, nach der mehrere ursächlich zusammenhängende Versicherungsfälle als ein einziger Versicherungsfall gelten, der im Zeitpunkt des ersten Ereignisses eingetreten ist.
  • Service-of-Suit-Klausel Die Service-of-Suit-Klausel verpflichtet einen ausserhalb des Gerichtsstands ansässigen Versicherer, sich einer Klage des Versicherungsnehmers vor den zuständigen Gerichten zu unterwerfen und einen Zustellungsbevollmächtigten für Klageschriften zu benennen.
  • Severability Clause Die Severability-Klausel behandelt jedes versicherte Organmitglied für Zwecke der Antragsangaben und der Ausschlüsse wie eigenständig versichert, sodass Fehlverhalten oder Wissen einer Person nicht automatisch den Versicherungsschutz aller anderen Organe gefährdet.
  • Several Liability (LMA3333) Die Several-Liability-Klausel (LMA3333) stellt klar, dass jeder (Rück-)Versicherer eines Lloyd's- oder Company-Market-Vertrags nur für seinen eigenen gezeichneten Anteil haftet und nicht für den Ausfall anderer beteiligter Zeichner einzustehen hat.
  • SGB VII – Gesetzliche Unfallversicherung (Deutschland) Das Siebte Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII) vom 7. August 1996 ist die gesetzliche Grundlage der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung; es regelt Versichertenkreis, Versicherungsfälle (Arbeitsunfall, Wegeunfall, Berufskrankheit), Prävention, Heilbehandlung, Geldleistungen wie Verletztengeld und Verletztenrente, die Haftungsablösung des Arbeitgebers sowie Organisation und Finanzierung durch Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.
  • Sicherheit von Dampfkesseln Dampfkessel bergen durch hohen Druck und hohe Temperatur ein Explosionspotenzial, das vor allem durch Wassermangel, Korrosion oder Kesselstein entsteht; wiederkehrende amtliche Prüfungen und Sicherheitseinrichtungen wie die Wassermangelsicherung sind deshalb zentrale Schutzmassnahmen.
  • Sicherheit von Druckbehältern Druckbehälter speichern Gase oder Flüssigkeiten unter Druck und müssen nach klassifizierter Gefährdungskategorie ausgelegt, gebaut und wiederkehrend geprüft werden, da Materialversagen, Korrosion oder eine fehlende Druckentlastung zu einer schlagartigen Energiefreisetzung führen können.
  • Sicherheitsevakuierung (Security / Political Evacuation) Die Sicherheitsevakuierung ist die in der Geschäftsreiseversicherung organisierte und bezahlte Verbringung einer versicherten Person an den nächsten sicheren Ort oder ins Wohnsitzland, wenn politische Unruhen, Krieg, Terror, Naturkatastrophen, Ausweisung oder eine behördliche Ausreiseempfehlung den Verbleib im Gastland unzumutbar machen – im Unterschied zur medizinisch indizierten Evakuierung.
  • Sicherheitsschulungen Sicherheitsschulungen erfassen, ob der Versicherungsnehmer ein strukturiertes, dokumentiertes Arbeitssicherheits-Schulungsprogramm für Mitarbeitende betreibt – ein zentraler Minderungsfaktor im Unfall- und Haftpflicht-Underwriting.
  • Sicherungskonzept und VdS-Sicherungsklassen Ein Sicherungskonzept legt anhand einer Risikoanalyse fest, welche Kombination aus mechanischen, elektronischen und organisatorischen Massnahmen zur wirksamen Reduktion von Einbruch- und Diebstahlrisiken erforderlich ist.
  • Sicherungsstandard der Wohnung Der Sicherungsstandard der Wohnung erfasst das Niveau einbruchhemmender Schlösser, Türen, Fenster und, falls vorhanden, Alarmanlagen, die eine Wohnung schützen – eine in Hausrat- und Wertsachenversicherungsanträgen abgefragte Angabe.
  • Side A/B/C Coverage Clause Die Side-A/B/C-Struktur gliedert eine D&O-Police in drei Deckungsteile: persönlicher Schutz der Organe ohne Freistellung (Side A), Rückerstattung von Freistellungszahlungen an das Unternehmen (Side B) und eigene Organisationsdeckung bei Klagen gegen das Unternehmen selbst (Side C).
  • Single-Source-Lieferanten Single-Source-Lieferanten erfasst, ob der Versicherungsnehmer einen kritischen Rohstoff, eine Komponente oder eine Dienstleistung nur von einem einzigen Lieferanten oder Produktionsstandort bezieht, ohne kurzfristig verfügbare qualifizierte Alternative – eine in Rückwirkungsschaden-Anträgen abgefragte Angabe.
  • Sliding-Scale-/Gewinnbeteiligungsklausel Die Sliding-Scale-Klausel koppelt die Zessionskommission des Zedenten an den tatsächlichen Schadenverlauf des proportionalen Vertrags: Je besser die Schadenquote, desto höher die Kommission.
  • Social-Engineering-Klausel Die Social-Engineering-Klausel erweitert Crime- oder Cyber-Deckungen um Vermögensschäden, die entstehen, wenn ein Mitarbeitender durch Täuschung (z.B. gefälschte E-Mails oder Anrufe) zu einer gutgläubigen, aber betrügerisch veranlassten Vermögensverfügung bewegt wird.
  • Solarkraftwerke – Risiken und Schadenverhütung Solarkraftwerke sind grossflächige, freilandmontierte Photovoltaikanlagen, deren Risikoprofil neben dem elektrischen Brandrisiko der Module vor allem durch Hagel, Vegetationsbrand, Vandalismus und die grosse Anzahl seriell verschalteter Wechselrichter geprägt ist.
  • Solidarhaftung Die Solidarhaftung liegt vor, wenn mehrere Personen für denselben Schaden je einzeln gegenüber dem Geschädigten für das Ganze haften, wobei der Geschädigte den vollen Ersatz von jedem einzelnen Haftpflichtigen verlangen kann.
  • Solvabilitätsquote (Solvency Ratio) Die Solvabilitätsquote setzt die anrechnungsfähigen Eigenmittel eines Versicherers ins Verhältnis zur Solvenzkapitalanforderung und zeigt an, um welchen Faktor die aufsichtsrechtliche Mindestkapitalausstattung erfüllt ist.
  • Solvency II Solvency II ist das risikobasierte Aufsichtsregime der EU für Versicherer und Rückversicherer; es regelt Kapitalanforderungen, Governance und Berichtspflichten in drei Säulen.
  • Solvenzkapitalanforderung (Solvency Capital Requirement, SCR) Die Solvenzkapitalanforderung ist unter Solvency II das Kapital, das ein Versicherer vorhalten muss, um auch bei einem statistisch einmal in 200 Jahren erwarteten Extremereignis noch ausreichend Eigenmittel zu besitzen.
  • Sonderkündigungsrechte Sonderkündigungsrechte berechtigen Versicherer oder Versicherungsnehmer, einen Versicherungsvertrag ausserhalb der ordentlichen Fälligkeit vorzeitig zu beenden, etwa nach einem Schadenfall oder bei Eigentümerwechsel der versicherten Sache.
  • Sonderrisiken-Löschkonzepte Sonderrisiken-Löschkonzepte bündeln die Auswahl und Kombination von Löschsystemen für Gefahren, die mit Standard-Sprinklerschutz allein nicht sicher beherrscht werden können, etwa besonders reaktive Stoffe, hochwertige Anlagen oder spezielle Prozessrisiken.
  • Sozialversicherungsunterstellung bei Entsendung Die Sozialversicherungsunterstellung bei Entsendung bestimmt, welchem nationalen Sozialversicherungsrecht eine vorübergehend im Ausland eingesetzte Arbeitskraft unterliegt: Innerhalb von EU/EFTA und der Schweiz gilt nach der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 stets nur ein Recht, bei Entsendungen bis 24 Monate bleibt das Recht des Entsendestaats anwendbar (Bescheinigung A1); in die Schweiz Entsandte aus Abkommensstaaten können nach Art. 2 Abs. 5 KVV auf Gesuch von der KVG-Versicherungspflicht befreit werden, wenn der Arbeitgeber eine gleichwertige Deckung garantiert.
  • Special-Termination-Klausel Die Special-Termination-Klausel räumt einer oder beiden Parteien das Recht ein, den Rückversicherungsvertrag bei bestimmten definierten Ereignissen – etwa Ratingverschlechterung, Kontrollwechsel oder Solvenzproblemen – vorzeitig zu beenden.
  • Spital und Pflegeheim Risikoprofil für ein Spital oder Pflegeheim (stationäre medizinische Versorgung oder Pflege mit Unterbringung): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Spitäler und Pflegeheime – Risiken und Schadenverhütung Spitäler und Pflegeheime beherbergen dauerhaft Menschen, die im Brandfall nicht selbstständig flüchten können, weshalb Brandschutzkonzepte auf Verbleib und gestaffelte Evakuierung statt auf sofortige Räumung ausgelegt sind.
  • Spitalzusatzversicherung (Halbprivat, Privat, Flex) Die Spitalzusatzversicherung ist eine privatrechtliche Zusatzversicherung nach VVG, die über die allgemeine Abteilung der Grundversicherung hinaus die Mehrkosten eines Spitalaufenthalts deckt: schweizweit freie Spitalwahl, Zweibett- (Halbprivat) oder Einbettzimmer (Privat) sowie freie Arztwahl bis zur Chefärztin; Flex-Modelle erlauben die Wahl der Abteilung erst bei Spitaleintritt gegen Kostenbeteiligung.
  • Sportunfallversicherung (Sports Accident Insurance) Die Sportunfallversicherung ist eine auf die Ausübung von Sport zugeschnittene Unfallversicherung, die Sportlerinnen und Sportler, Vereine und Verbände gegen die finanziellen Folgen von Sportunfällen – Tod, dauernde oder vorübergehende Invalidität, Heil- und Bergungskosten – absichert und dabei auch Risikosportarten einschliesst, die in Standardpolicen ausgeschlossen oder gekürzt sind.
  • Sprinkler-Abschaltmanagement Das Abschaltmanagement (Impairment Management) stellt sicher, dass geplante oder ungeplante Ausserbetriebnahmen von Sprinkler- und Löschanlagen kontrolliert, kompensiert und schnellstmöglich beendet werden.
  • Sprinkleranlagen Sprinkleranlagen sind automatische Wasserlöschanlagen, die einen Brand in der Entstehungsphase durch ortsfeste, thermisch auslösende Sprinklerköpfe selbsttätig eindämmen oder löschen, bevor er sich ausbreiten kann.
  • Sprinklerschutzumfang Der Sprinklerschutzumfang erfasst, ob und nach welchem Auslegungsstandard ein Standort durch eine Sprinkleranlage geschützt ist – eine in Sachversicherungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Stability-/Index-Klausel Die Stability-Klausel passt Priorität und Haftungslimit eines nicht-proportionalen Vertrags an einen vereinbarten Index an, um die reale Deckungswirkung über die Vertragslaufzeit hinweg gegen Inflation zu stabilisieren.
  • Staubexplosion Eine Staubexplosion entsteht, wenn brennbarer Feinstaub in ausreichender Konzentration als Wolke aufgewirbelt und durch eine Zündquelle entzündet wird, wobei eine Primärexplosion aufgewirbelte Staubablagerungen zu einer weit verheerenderen Sekundärexplosion entzünden kann.
  • Staubexplosionsgefahr Die Staubexplosionsgefahr erfasst, ob der Betriebsprozess Feinstaub erzeugt, der eine explosionsfähige Staubwolke bilden kann – eine in Sach- und Betriebsunterbrechungsanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Sterbegeldversicherung (Funeral Expense Insurance) Die Sterbegeldversicherung ist eine Lebensversicherung mit vergleichsweise geringer Todesfallsumme, die zur Deckung der Bestattungskosten der versicherten Person bestimmt ist.
  • Sterbetafel (Mortality Table) Eine Sterbetafel gibt für jedes Alter die statistische Wahrscheinlichkeit an, innerhalb eines Jahres zu sterben, und dient als Grundlage für die Prämien- und Rückstellungskalkulation in der Lebensversicherung.
  • Steuerliche Behandlung der Gruppenunfallversicherung (Lohnsteuer, Lohnausweis) Die steuerliche Behandlung arbeitgeberfinanzierter Gruppenunfallversicherungen regelt, ob und wann die Beiträge als Arbeitslohn gelten: In Deutschland hängt der Zufluss vom Direktanspruch der Mitarbeitenden ab, und die Lohnsteuer kann nach § 40b Abs. 3 EStG mit 20 % pauschaliert werden; in der Schweiz sind Arbeitgeberbeiträge an Kollektiv-UVG-Zusatzversicherungen im Lohnausweis nicht zu deklarieren; in Österreich sind Zuwendungen zur Zukunftssicherung bis 300 EUR jährlich steuerfrei.
  • Stichtags- und Deklarationsklausel Die Stichtags- und Deklarationsklausel passt die Versicherungssumme für wertmässig stark schwankende Warenvorräte anhand regelmässiger, meist monatlicher Meldungen des tatsächlichen Bestandswerts an, um Unter- oder Überversicherung zu vermeiden.
  • Stillstands- und Anfahrhäufigkeit Die Stillstands- und Anfahrhäufigkeit erfasst, wie oft Produktionsanlagen gezielt ausser Betrieb genommen und wieder angefahren werden, da diese Übergangszustände im Vergleich zum Dauerbetrieb einen überproportional hohen Anteil an Maschinenausfall- und Brandschäden verursachen.
  • Stillstands- und Anfahrrisiken Stillstands- und Anfahrrisiken entstehen, wenn Betriebe oder Anlagenteile vorübergehend ausser Betrieb genommen oder wieder angefahren werden, da in dieser Phase Überwachung, Schutzeinrichtungen und eingespielte Abläufe reduziert sind.
  • Störlichtbogen (Arc Flash) Ein Störlichtbogen entsteht durch einen unkontrollierten Lichtbogen in elektrischen Anlagen und setzt innerhalb von Millisekunden Temperaturen von mehreren Tausend Grad, eine Druckwelle und geschmolzenes Metall frei, was sowohl Personen als auch die Anlage selbst massiv gefährdet.
  • Storno (Policy Lapse / Cancellation) Storno bezeichnet die vorzeitige Beendigung eines Versicherungsvertrags vor dem regulären Ablauf, insbesondere durch Kündigung, Nichtzahlung der Prämie oder Widerruf.
  • Strafrechtsschutz-Einschluss AHB-Klausel, nach der der Versicherer die Kosten eines vom ihm gewünschten oder genehmigten Strafverteidigers übernimmt, wenn ein Strafverfahren einen versicherten Haftpflichtanspruch zur Folge haben kann.
  • Strenge Wiederherstellungsklausel Die strenge Wiederherstellungsklausel macht die Auszahlung des über den Versicherungswert hinausgehenden Teils der Entschädigung (Neuwertspitze) davon abhängig, dass die Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung der beschädigten Sache tatsächlich gesichert ist.
  • Stresstest (Stress Test) Ein Stresstest untersucht, wie sich die finanzielle Lage eines Versicherers unter einem hypothetischen, aussergewöhnlich ungünstigen Szenario entwickeln würde, um Widerstandsfähigkeit und Kapitalausstattung zu prüfen.
  • Stromwirkungsschaden Ein Stromwirkungsschaden ist ein Schaden an elektrischen Einrichtungen oder Geräten, der durch die unmittelbare Wirkung von elektrischem Strom (z.B. Kurzschluss, Überspannung, Kabelbrand) verursacht wird, ohne dass ein Brand im Sinne der Feuerversicherung vorliegt.
  • Stundenklausel (Hours Clause) Die Stundenklausel definiert in Katastrophen-Rückversicherungsverträgen das Zeitfenster, innerhalb dessen Einzelschäden aus einem Naturereignis zu einem einzigen Schadenereignis zusammengefasst werden dürfen.
  • Stundung und Beitragsfreistellung in der Lebensversicherung Bei Zahlungsschwierigkeiten kann eine Lebensversicherung statt gekündigt auf eine reduzierte, prämienfreie Leistung umgestellt werden.
  • Sturm (Windstorm) Sturm ist eine wetterbedingte Luftbewegung ab einer vertraglich definierten Mindestwindstärke, die als Elementargefahr in der Sachversicherung mitversichert ist.
  • Sturmvorsorge und Dachinspektion Sturmvorsorge und Dachinspektion umfassen die regelmässige Prüfung von Dächern, Fassaden und Aussenanlagen sowie bauliche Massnahmen, die Windschäden an Gebäuden und deren Folgeschäden begrenzen.
  • Subrogationsklausel (internationale Programme) Die Subrogationsklausel regelt den Übergang der Regressansprüche des Versicherungsnehmers gegen Dritte auf den Versicherer nach Schadenzahlung und stimmt dieses Recht über Master- und Lokalpolicen eines internationalen Programms hinweg ab.
  • Subsidiaritätsprinzip (Subsidiarity Principle) Das Subsidiaritätsprinzip regelt, dass eine Versicherung nur nachrangig leistet, wenn und soweit keine andere, vorrangig zuständige Versicherung für denselben Schaden eintritt.
  • Subunternehmereinsatz Der Subunternehmereinsatz erfasst, in welchem Umfang ein Versicherungsnehmer Bau-, Montage- oder Betriebsarbeiten an Subunternehmer delegiert und ob vertragliche Risikoübertragungen bestehen, da delegierte Arbeiten eine Erfüllungsgehilfen- oder nicht delegierbare Haftung des Versicherungsnehmers begründen können.
  • Subunternehmerklausel Vertragliche Bedingung, die festlegt, unter welchen Voraussetzungen und bis zu welchem Umfang Schäden durch beauftragte Subunternehmer über die Betriebshaftpflicht des Hauptunternehmers mitversichert sind.
  • Sue-and-Labour-Klausel Die Sue-and-Labour-Klausel verpflichtet den Versicherten, bei drohendem Schadenfall zumutbare Massnahmen zur Schadenabwendung oder -minderung zu ergreifen, und stellt die dafür angemessen aufgewendeten Kosten zusätzlich zur eigentlichen Deckungssumme unter Versicherungsschutz.
  • Suizidklausel Die Suizidklausel schliesst die Todesfallleistung einer Lebensversicherung aus, wenn sich die versicherte Person innerhalb einer Frist nach Vertragsschluss vorsätzlich selbst tötet.
  • Summenausgleichsklausel Die Summenausgleichsklausel gleicht innerhalb desselben Sachversicherungs- vertrags überschiessende Versicherungssummen einzelner Positionen mit unterversicherten Positionen aus, sodass keine anteilige Leistungskürzung wegen Unterversicherung erfolgt.
  • Summenexzedent (Surplus Share Reinsurance) Der Summenexzedent ist eine Form der proportionalen Rückversicherung, bei der der Rückversicherer nur den Teil einer Versicherungssumme übernimmt, der eine vom Erstversicherer festgelegte Selbstbehaltslinie übersteigt.
  • Sunset-Klausel Die Sunset-Klausel setzt eine Ausschlussfrist, nach deren Ablauf Schäden aus einem beendeten oder gekündigten Rückversicherungsvertrag nicht mehr gemeldet oder geltend gemacht werden können.
  • SUVA (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt) Die SUVA ist die grösste Durchführerin der obligatorischen Unfallversicherung in der Schweiz und versichert insbesondere Betriebe der gewerblichen und industriellen Wirtschaft.
  • Suva und übrige UVG-Versicherer (Unterstellung) Die Durchführung der obligatorischen Unfallversicherung in der Schweiz ist zweigeteilt: Betriebe der in Art. 66 UVG aufgezählten Branchen sind zwingend bei der Suva versichert, alle übrigen Arbeitgeber wählen einen registrierten Privatversicherer, eine öffentliche Unfallversicherungskasse oder eine Krankenkasse (Art. 68 UVG); die Ersatzkasse UVG (Art. 72 f. UVG) fängt Arbeitnehmende nicht versicherter Arbeitgeber auf.
  • SwissDRG (stationäre Fallpauschalen) SwissDRG ist das seit 2012 geltende Fallpauschalensystem für akutstationäre Spitalleistungen in der Schweiz (Art. 49 KVG): Jeder Spitalaufenthalt wird einer diagnosebezogenen Fallgruppe mit Kostengewicht zugeordnet und mit dem spitalindividuellen Basispreis multipliziert; die Vergütung teilen sich Wohnkanton (mindestens 55 %) und Krankenversicherer (höchstens 45 %) nach Art. 49a KVG.

T

  • Table of Benefits / Table of Events (Leistungstabelle) Die Table of Benefits (auch Table of Events oder Continental Scale) ist die in internationalen Personal-Accident-Wordings enthaltene Tabelle, die jedem versicherten Ereignis – Tod, Verlust von Gliedmassen, Sehkraft, Gehör oder dauernder Invalidität – einen festen Prozentsatz der Versicherungssumme zuordnet und damit das Pendant zur deutschen Gliedertaxe bildet.
  • Tankanlagen Tankanlagen erfasst, ob der Versicherungsnehmer oberirdische oder unterirdische Tanks für Kraft- oder Brennstoffe wie Diesel, Heizöl oder Benzin betreibt – eine in Sach- und Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Tarif (Rate/Tariff) Der Tarif ist das für eine Versicherungssparte oder ein Produkt festgelegte System von Prämiensätzen und Tarifierungsmerkmalen, anhand dessen die Prämie für ein konkretes Risiko berechnet wird.
  • TARMED / TARDOC (ambulanter Arzttarif) TARMED war von 2004 bis 2025 der gesamtschweizerische Einzelleistungstarif für ambulante ärztliche Leistungen; seit dem 1. Januar 2026 ist er durch das vom Bundesrat genehmigte Gesamt-Tarifsystem aus TARDOC (Einzelleistungstarif mit rund 1'400 Positionen) und rund 300 Ambulanten Pauschalen abgelöst, das von der OAAT AG gepflegt wird. Die Vergütung ergibt sich aus Taxpunkten mal kantonalem Taxpunktwert.
  • Tätigkeitsbeschrieb Der Tätigkeitsbeschrieb erfasst die genaue Art der am Versicherungsort oder durch die versicherte Unternehmung ausgeübten Geschäftstätigkeit und bildet damit die Grundlage für Risikoeinschätzung und Deckungsumfang im Versicherungsantrag.
  • Tätigkeitsbeschrieb Haftpflicht Der Tätigkeitsbeschrieb Haftpflicht erfasst die genauen Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen eines Versicherungsnehmers, wie sie in Anträgen zur Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung deklariert werden, um Deckungsumfang und Tarifierung festzulegen.
  • Teilungsabkommen (Claims-Sharing Agreement) Ein Teilungsabkommen ist eine zwischen Versicherern geschlossene Vereinbarung, wonach bei bestimmten Schadenkonstellationen mit ungeklärter oder streitiger Haftungsquote auf eine Einzelfallprüfung verzichtet und der Schaden nach einem festen Schlüssel geteilt wird.
  • Telematik und Fahrerassistenzsysteme Telematik und Fahrerassistenzsysteme erfassen, ob die Fahrzeuge eines Versicherungsnehmers mit Telematik-Tracking und fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen (ADAS) ausgerüstet sind – eine in Motor- fahrzeugversicherungsanträgen abgefragte Angabe, da solche Systeme Unfallhäufigkeit und -schwere nachweisbar reduzieren.
  • Temporary Total Disablement (TTD, vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit) Temporary Total Disablement (TTD) ist die in Personal-Accident-Wordings definierte vorübergehende Unfähigkeit einer versicherten Person, infolge eines Unfalls ihrer bisherigen Berufstätigkeit nachzugehen; sie wird durch ein wöchentliches Taggeld (Weekly Benefit) entschädigt, das auf den Lohn oder einen Lohnanteil begrenzt, mit einer Karenzfrist versehen und auf eine maximale Bezugsdauer beschränkt ist.
  • Territoriale Geltungsklausel Die territoriale Geltungsklausel legt fest, in welchen Ländern oder Regionen ein internationales Programm oder eine Einzelpolice Versicherungsschutz gewährt, unabhängig davon, wo eine Klage erhoben werden darf.
  • Territoriale Geltungsklausel (Rückversicherung) Die territoriale Geltungsklausel begrenzt den räumlichen Anwendungsbereich eines Rückversicherungsvertrags auf bestimmte Länder oder Regionen und regelt den Umgang mit grenzüberschreitenden Risiken.
  • Terrorausschluss Sach (NMA 2920/2921) Der Terrorausschluss Sach schliesst Sachschäden und Folgekosten aus, die direkt oder indirekt durch Terrorismus verursacht werden, und verlagert die Beweislast für eine Deckungsausnahme auf den Versicherungsnehmer.
  • Terrorversicherung (Terrorism Insurance) Die Terrorversicherung deckt Sach- und Betriebsunterbrechungs- schäden, die durch terroristische Handlungen verursacht werden, und wird aufgrund der schweren Kalkulierbarkeit des Risikos häufig gesondert von der Standarddeckung angeboten.
  • Testing-and-Commissioning-Klausel Die Testing-and-Commissioning-Klausel legt fest, unter welchen Voraussetzungen – insbesondere mechanische Fertigstellung und ein stabiler Testlauf über eine Mindestdauer – Versicherungsschutz für Anlagenteile während oder nach Test- und Inbetriebnahmephasen besteht beziehungsweise in eine Betriebsversicherung übergeht.
  • Tierhalterhaftpflichtversicherung (Animal Owner Liability Insurance) Die Tierhalterhaftpflichtversicherung deckt Schadenersatz- ansprüche Dritter, die durch ein von der versicherten Person gehaltenes Tier verursacht werden, insbesondere bei verschuldensunabhängiger Halterhaftung.
  • Tierhaltung Tierhaltung erfasst, ob ein Haushalt Hunde, Katzen oder andere Tiere hält, sowie Tierart, Rasse und Anzahl der Tiere – eine in Tierhalterhaftpflicht- und Tierversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung des Biss-, Sachschaden- und Tierarztkostenrisikos.
  • Tiers garant / Tiers payant (Art. 42 KVG) Tiers garant und Tiers payant bezeichnen die beiden Vergütungssysteme der Schweizer Krankenversicherung nach Art. 42 KVG: Beim Tiers garant schuldet die versicherte Person dem Leistungserbringer die Vergütung und erhält sie vom Versicherer zurückerstattet; beim Tiers payant schuldet der Versicherer die Vergütung direkt dem Leistungserbringer. Bei stationärer Behandlung gilt von Gesetzes wegen Tiers payant.
  • Tierversicherung Die Tierversicherung deckt Heilungskosten sowie den Zeitwert von Haus- und Nutztieren bei Krankheit, Unfall oder Tod ab.
  • Todesfallleistung (Death Benefit) Die Todesfallleistung ist die vertraglich vereinbarte Versicherungsleistung, die ein Lebensversicherer bei Tod der versicherten Person an die begünstigte Person auszahlt.
  • Totalschaden (Total Loss) Ein Totalschaden liegt vor, wenn eine versicherte Sache vollständig zerstört, unwiederbringlich verloren oder wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll reparierbar ist.
  • Transformatoren Transformatoren sind oft schwer und langfristig ersetzbare Schlüsselglieder der Energieversorgung, deren Ausfall durch Isolationsfehler, Überlastung oder mangelhafte Kühlung erhebliche Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden auslösen kann.
  • Transit-/Duration-Klausel Die Transit-/Duration-Klausel legt fest, ab wann und bis wann der Versicherungsschutz für Maschinen, Anlagenteile oder Bauleistungen während Transport, Zwischenlagerung und Montage greift, und regelt die Schnittstelle zwischen Transport- und Bau-/Montageversicherung.
  • Transportwege und -radius Transportwege und -radius erfassen das typische geografische Einsatzgebiet und den Fahrtentyp einer versicherten Flotte – eine in Motorfahrzeughaftpflichtanträgen abgefragte Angabe, da Strassentyp, Distanz und Gebiet die Unfall- und Rechtsraumexposition wesentlich verändern.
  • Travel Risk Management (ISO 31030) Travel Risk Management ist der systematische Prozess, mit dem eine Organisation die Gesundheits-, Sicherheits- und Reiserisiken ihrer Mitarbeitenden identifiziert, bewertet und behandelt; ISO 31030:2021 gibt dafür als nicht zertifizierbarer Leitfaden die Elemente Reiserichtlinie, Risikobewertung, Behandlungshierarchie, Traveller Tracking, Briefings und Krisenmanagement vor.
  • Treu und Glauben (Utmost Good Faith) Treu und Glauben verpflichtet Versicherungsnehmer und Versicherer zu redlichem, auf gegenseitiges Vertrauen gegründetem Verhalten bei Vertragsanbahnung, -durchführung und Schadenregulierung.
  • Trocken- und Frostschutzsysteme für Sprinkleranlagen Trocken- und Frostschutzsysteme schützen Rohrleitungen und Sprinklerabschnitte in frostgefährdeten oder unbeheizten Bereichen vor dem Einfrieren, indem sie Luft statt Wasser vorhalten oder das Wasser mit zugelassenen Frostschutzlösungen versetzen.
  • Two-Risk Warranty Die Two-Risk Warranty verlangt, dass ein unter einem Per-Risk-Exzedentenvertrag gemeldeter Schaden mindestens zwei unabhängige Risiken oder Policen betrifft, damit die Deckung greift.
  • Typklasse (Vehicle Type Class) Die Typklasse ist ein Tarifierungsmerkmal der Kraftfahrtversicherung, das ein Fahrzeugmodell anhand seiner modellspezifischen Schadenerfahrung in eine von mehreren Risikoklassen einordnet.

U

  • Ultimate Net Loss Ultimate Net Loss bezeichnet in der Rückversicherung den gesamten, endgültig vom Erstversicherer zu tragenden Schadenbetrag nach Abzug anderweitiger Rückversicherungen und Rückgewinnungen, jedoch vor Anwendung des Rückversicherungsvertrags.
  • Ultimate-Net-Loss-Klausel Die Ultimate-Net-Loss-Klausel definiert, welche Beträge – Hauptschaden, Schadenkosten und Rückflüsse aus anderen Deckungen – bei der Berechnung des unter einem Rückversicherungsvertrag anrechenbaren Nettoschadens berücksichtigt werden.
  • Umbau- und Reparaturklausel (Alterations and Repairs) Die Alterations-and-Repairs-Klausel stellt klar, dass laufende Umbau-, Instandsetzungs- oder Erweiterungsarbeiten am versicherten Gebäude den Versicherungsschutz nicht automatisch beeinträchtigen, solange bestimmte Grenzen (z. B. Bausumme, Bauweise) eingehalten werden.
  • Umbrella-Versicherung (Umbrella Liability Insurance) Die Umbrella-Versicherung stellt zusätzliche Haftpflichtdeckung über die Versicherungssummen mehrerer Grunddeckungen hinaus bereit und kann zugleich als eigenständige Deckung für vom Grundvertrag nicht erfasste Risiken einspringen.
  • Umlagesystem (Pay-As-You-Go System) Im Umlagesystem finanzieren die laufenden Beiträge der aktiven Beitragszahler unmittelbar die laufenden Versorgungsleistungen an die aktuellen Leistungsempfänger, ohne Bildung eines individuellen Kapitalstocks.
  • Umsatzanteil USA/Kanada Der Umsatzanteil USA/Kanada erfasst den Prozentsatz des Umsatzes eines Versicherungsnehmers, der in den USA oder Kanada erzielt wird oder diesen Märkten zuzurechnen ist – Märkte, die Underwriter wegen ihres deutlich höheren Haftpflicht-Prozessrisikos gesondert von anderen Exportmärkten behandeln.
  • Umsatzverteilung nach Tätigkeit Die Umsatzverteilung nach Tätigkeit erfasst die Aufteilung des Gesamtumsatzes eines Versicherten auf seine verschiedenen Geschäftstätigkeiten oder Produktlinien und erlaubt es Underwritern, Prämie und Betriebsunterbrechungssumme proportional zum jeweiligen Risikoprofil zuzuordnen.
  • Umweltanlagenrisiko Das Umweltanlagenrisiko erfasst Vorhandensein, Art und Zustand der Anlagen, Tanks, Rohrleitungen und Lagereinrichtungen eines Versicherungsnehmers, die Schadstoffe in Boden, Grundwasser, Oberflächengewässer oder Luft freisetzen könnten, und ist zentral für das Underwriting der Umwelthaftpflicht-Exposure.
  • Umweltgefährdende Stoffe Umweltgefährdende Stoffe erfasst, welche vom Versicherungsnehmer gehandhabten oder gelagerten Stoffe ein Risiko für Boden-, Grundwasser- oder Oberflächenwasserverschmutzung darstellen – eine in Umwelthaftpflichtanträgen regelmässig abgefragte Angabe.
  • Umwelthaftpflicht-Basisdeckung (UHV-Modell) Modellbedingung, die den AHB-Ausschluss für Schäden durch Umwelteinwirkung punktuell zurücknimmt und plötzliche, unfallbedingte Umweltschäden im Rahmen einer eigenständigen Basisdeckung wieder einschliesst.
  • Umwelthaftpflichtversicherung (Environmental Liability Insurance) Die Umwelthaftpflichtversicherung deckt Schadenersatz- ansprüche Dritter sowie die Kosten der Sanierung von Umweltschäden, die durch den Betrieb einer versicherten Anlage oder Tätigkeit verursacht werden.
  • Umzugsversicherung Die Umzugsversicherung deckt Transport- und Bruchschäden am Hausrat und Mobiliar, die während eines Wohnungs- oder Bürowechsels durch das Transportunternehmen oder Dritte verursacht werden.
  • Unabhängiger Versicherungsvermittler (Independent Insurance Intermediary) Ein unabhängiger Versicherungsvermittler handelt im Interesse des Kunden und ist nicht rechtlich oder wirtschaftlich an einen bestimmten Versicherer gebunden, im Unterschied zum gebundenen Versicherungsvertreter.
  • Underwriting Underwriting ist der Prozess der Risikoprüfung, -selektion und -bepreisung, mit dem ein Versicherer entscheidet, ob und zu welchen Bedingungen er ein Risiko zeichnet.
  • Unfallähnliche Körperschädigung (UKS) Die unfallähnliche Körperschädigung ist eine in Art. 6 Abs. 2 UVG abschliessend aufgezählte Verletzung – etwa Knochenbruch, Meniskusriss, Sehnenriss oder Bandläsion –, für die die schweizerische obligatorische Unfallversicherung auch ohne Erfüllung des Unfallbegriffs leistet, sofern die Schädigung nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist.
  • Unfallbegriff (Definition of Accident) Der Unfallbegriff bezeichnet die vertragliche oder gesetzliche Definition des Unfalls als plötzlich, unfreiwillig und von aussen auf den Körper wirkendes Ereignis, das eine Gesundheitsschädigung verursacht, und grenzt damit den Versicherungsfall der Unfallversicherung gegen Krankheit und Abnützung ab.
  • Unfallrente (Accident Annuity) Die Unfallrente ist eine in der privaten Unfallversicherung vereinbarte monatliche Leistung in Höhe der vereinbarten Rentensumme, die ab Erreichen eines bestimmten unfallbedingten Invaliditätsgrads – marktüblich 50 Prozent – lebenslang gezahlt wird.
  • Unfallversicherung (Accident Insurance) Die Unfallversicherung leistet bei einem plötzlichen, von aussen auf den Körper einwirkenden Ereignis, das zu einer unfreiwilligen Gesundheitsschädigung führt, unabhängig vom Ort des Eintritts.
  • Unklarheitenregel (Contra Proferentem) Die Unklarheitenregel besagt, dass mehrdeutige Klauseln in Versicherungsbedingungen im Zweifel zulasten des Versicherers als Verfasser der Bedingungen ausgelegt werden.
  • Unternehmensanleihe (Corporate Bond) Eine Unternehmensanleihe ist ein von einem Unternehmen begebenes festverzinsliches Wertpapier und eine der wichtigsten Anlageklassen im Kapitalanlagenportfolio von Versicherern.
  • Unterversicherung – Proportionalregel Liegt die vereinbarte Versicherungssumme erheblich unter dem Versicherungswert zum Schadenzeitpunkt, ersetzt der Versicherer den Schaden nur im Verhältnis der Versicherungssumme zum Versicherungswert.
  • Unterversicherung (Underinsurance) Unterversicherung liegt vor, wenn die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Versicherungswert; die Entschädigung wird dann nach der Proportionalitätsregel gekürzt.
  • Unterversicherungsverzicht Der Versicherer verzichtet vertraglich darauf, sich bei einer festgestellten Unterversicherung auf die Proportionalregel zu berufen, und leistet im Rahmen der vereinbarten Versicherungssumme voll, sofern die Wertermittlung nach den vereinbarten Regeln erfolgt ist.
  • Unverfallbarkeit (Vesting) Unverfallbarkeit bezeichnet den Erhalt eines bereits erworbenen Anspruchs auf eine betriebliche Altersvorsorge- leistung auch nach vorzeitigem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis vor Eintritt des Versorgungsfalls.
  • UVG – Bundesgesetz über die Unfallversicherung (SR 832.20) Das Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) ist die gesetzliche Grundlage der obligatorischen Unfallversicherung in der Schweiz; es regelt Versichertenkreis, Versicherungsfälle (Berufsunfall, Nichtberufsunfall, Berufskrankheit), Sach- und Geldleistungen, Durchführungsorganisation und Finanzierung.
  • UVG (Obligatorische Unfallversicherung) Das UVG regelt die obligatorische Versicherung der Arbeitnehmenden in der Schweiz gegen die wirtschaftlichen Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten.
  • UVG-Invalidenrente Die UVG-Invalidenrente ist die Dauerleistung der obligatorischen Unfallversicherung bei unfallbedingter Invalidität von mindestens 10 Prozent (Art. 18 UVG); sie beträgt bei Vollinvalidität 80 Prozent des versicherten Verdienstes und wird beim Zusammentreffen mit einer IV- oder AHV-Rente als Komplementärrente bis zu 90 Prozent des versicherten Verdienstes ausgerichtet (Art. 20 UVG).
  • UVG-Taggeld Das UVG-Taggeld ist der Erwerbsersatz der schweizerischen Unfallversicherung bei unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit; es beträgt nach Art. 17 UVG bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes und wird ab dem dritten Tag nach dem Unfalltag bis zur Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit oder bis zum Rentenbeginn ausgerichtet.
  • UVG-Zusatzversicherung (UVGZ) Die UVG-Zusatzversicherung ist eine vom Arbeitgeber nach VVG abgeschlossene Kollektiv-Unfallversicherung, die die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung ergänzt – typischerweise durch Versicherung des Überschusslohns über dem UVG-Höchstbetrag, Aufstockung des Taggelds auf 100 Prozent, Privat- oder Halbprivatabteilung im Spital, Kapitalleistungen bei Invalidität und Tod sowie Verzicht auf Leistungskürzungen bei Grobfahrlässigkeit.

Ü

  • Überschussbeteiligungsklausel in der Lebensversicherung Die Klausel regelt, wie Versicherungsnehmende an den erwirtschafteten Überschüssen einer Lebensversicherung beteiligt werden.
  • Überspannungs- und Sengschadenklausel Die Überspannungs- und Sengschadenklausel schliesst Schäden durch Blitzüberspannung oder Sengwirkung ohne eigentlichen Brand ausdrücklich in die Feuer- beziehungsweise Elektronikversicherung ein, da diese sonst nach dem engen Brandbegriff nicht versichert wären.
  • Übertrittsrecht in die Einzelversicherung Scheidet eine versicherte Person aus einer Gruppenversicherung aus, kann sie den Versicherungsschutz ohne Wartezeit und Risikoprüfung als gleichartige Einzelversicherung fortsetzen.
  • Überversicherung (Over-Insurance) Überversicherung liegt vor, wenn die vereinbarte Versicherungssumme den tatsächlichen Versicherungswert erheblich übersteigt, wodurch dem Versicherungsnehmer im Schadenfall keine über den Wert hinausgehende Leistung zusteht.

V

  • VAG / FINMA-Versicherungsaufsicht Das schweizerische Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) regelt Zulassung, Solvenz (SST) und Verhaltenspflichten der Versicherer sowie die Registrierung der Versicherungsvermittler; Aufsichtsbehörde ist die FINMA.
  • VAG Österreich / FMA-Versicherungsaufsicht Das österreichische Versicherungsaufsichtsgesetz 2016 (VAG 2016) regelt Zulassung, Solvenz (Solvency II) und Geschäftsorganisation der Versicherer; Aufsichtsbehörde ist die Finanzmarktaufsicht (FMA).
  • Variationskoeffizient Der Variationskoeffizient ist das Verhältnis der Standardabweichung zum Erwartungswert einer Verteilung und ein Mass für die relative Volatilität eines Risikos.
  • VdS-Sicherungsklasse Die VdS-Sicherungsklasse erfasst die anerkannte Schutzklasse, die dem Gesamtsicherungskonzept eines Standorts (mechanische, elektronische und organisatorische Massnahmen zusammen) zugeordnet ist – eine in Sachversicherungsanträgen abgefragte Angabe zum Abgleich der Sicherungsangemessenheit mit dem gefährdeten Wert.
  • Veranstaltungsausfallversicherung Die Veranstaltungsausfallversicherung deckt den finanziellen Verlust ab, der einem Veranstalter durch Absage, Abbruch oder Verlegung einer Veranstaltung aus einem versicherten Grund entsteht.
  • Veranstaltungsdurchführung Risikoprofil für die Organisation und Durchführung einer Veranstaltung: die im Haftpflicht- und Veranstaltungsausfall-Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur für Veranstalter von Konferenzen, Ausstellungen und öffentlichen Events.
  • Verantwortlicher Aktuar Der Verantwortliche Aktuar ist eine gesetzlich vorgeschriebene Funktion in Lebens- und Krankenversicherungsunternehmen, die für die Einhaltung aktuarieller Grundsätze bei der Tarifkalkulation und Rückstellungsbildung verantwortlich ist.
  • Verarbeitung personenbezogener Daten Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfasst Umfang und Sensitivität der personenbezogenen und besonders schützenswerten Daten, die ein Unternehmen erhebt, speichert oder verarbeitet – ein zentraler Treiber für Meldepflichten, regulatorische Exposition und Haftpflicht gegenüber Dritten.
  • Verjährung (Limitation Period) Verjährung bezeichnet den Ablauf einer gesetzlich festgelegten Frist, nach deren Verstreichen ein Versicherungsanspruch nicht mehr durchsetzbar ist, sofern sich der Anspruchsgegner darauf beruft.
  • Verjährungsklausel Die Klausel legt fest, innerhalb welcher Frist Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag verjähren, und stellt klar, ob und inwieweit diese Frist vertraglich verkürzt werden darf.
  • Verkehrsopferhilfe (Motor Insurers' Guarantee Fund) Die Verkehrsopferhilfe ist eine von der Versicherungswirtschaft getragene Institution, die Verkehrsunfallopfer entschädigt, wenn der Schädiger unbekannt, nicht versichert oder der Versicherer zahlungsunfähig ist.
  • Verkehrssicherungspflicht (Duty to Ensure Safety) Die Verkehrssicherungspflicht verpflichtet denjenigen, der eine Gefahrenquelle schafft oder unterhält, die nach den Umständen zumutbaren Massnahmen zum Schutz Dritter vor daraus resultierenden Schäden zu treffen.
  • Verlängerungsklausel (stillschweigende Verlängerung) Die Klausel bestimmt, dass sich ein befristeter Versicherungsvertrag ohne Kündigung automatisch um eine weitere Periode verlängert, begrenzt auf eine gesetzlich vorgegebene Höchstdauer je Verlängerung.
  • Verletztengeld Das Verletztengeld ist die Entgeltersatzleistung der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung bei Arbeitsunfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit (§§ 45 ff. SGB VII); es beträgt 80 Prozent des Regelentgelts, höchstens das Nettoarbeitsentgelt, wird in der Regel nach Ende der sechswöchigen Entgeltfortzahlung gezahlt und endet spätestens mit Ablauf der 78. Woche.
  • Verletztenrente Die Verletztenrente ist die Rente der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung an Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit über die 26. Woche hinaus um mindestens 20 Prozent gemindert ist (§ 56 SGB VII); die Vollrente beträgt zwei Drittel des Jahresarbeitsverdienstes, die Teilrente den der Minderung der Erwerbsfähigkeit entsprechenden Anteil.
  • Vermittlerregister (Register of Insurance Intermediaries) Das Vermittlerregister ist ein öffentlich einsehbares amtliches Verzeichnis, in dem alle zugelassenen Versicherungsvermittler erfasst und registriert sind.
  • Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (Professional Indemnity Insurance) Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung deckt Schadenersatzansprüche Dritter aus reinen Vermögensschäden, die durch eine fehlerhafte berufliche Tätigkeit des Versicherungsnehmers verursacht wurden.
  • Vermögensschadenklausel Zusatzvereinbarung in der Betriebshaftpflicht, die reine Vermögensschäden ohne vorausgehenden Personen- oder Sachschaden gemäss AHB Ziff. 2.1 in den Versicherungsschutz einschliesst.
  • Verordnung (EG) Nr. 883/2004 (Koordinierung der sozialen Sicherheit) Die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 koordiniert die Systeme der sozialen Sicherheit der EU-Mitgliedstaaten – und über das Freizügigkeitsabkommen (Anhang II) sowie das EFTA-Übereinkommen auch der Schweiz –, indem sie festlegt, welches nationale Recht für grenzüberschreitend tätige Personen gilt, Versicherungszeiten zusammenrechnet und Leistungen exportierbar macht; sie wird durch die Durchführungsverordnung (EG) Nr. 987/2009 ergänzt und ersetzt seit 1. Mai 2010 die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71.
  • Verschuldenshaftung Die Verschuldenshaftung ist die Grundregel der zivilrechtlichen Haftung, wonach ein Schädiger nur dann für einen Schaden aufkommen muss, wenn ihn ein Verschulden – Vorsatz oder Fahrlässigkeit – trifft.
  • Versehrtenrente Die Versehrtenrente ist die Rente der österreichischen gesetzlichen Unfallversicherung nach §§ 203 ff. ASVG für Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit über drei Monate hinaus um mindestens 20 Prozent gemindert ist; die Vollrente beträgt 66 2/3 Prozent der Bemessungsgrundlage, die Teilrente den der Minderung der Erwerbsfähigkeit entsprechenden Anteil, Schwerversehrte erhalten eine Zusatzrente.
  • Versicherte Reise (Covered Journey) Die versicherte Reise ist die in der Geschäftsreiseversicherung definierte, vom Arbeitgeber angeordnete vorübergehende berufliche Abwesenheit vom Wohn- oder Arbeitsort – sie beginnt mit dem Verlassen dieses Orts, endet mit der Rückkehr, umfasst in Grenzen angehängte private Ferientage und ist auf eine Höchstdauer von typischerweise 90 bis 365 Tagen beschränkt; Pendelwege sind keine Geschäftsreise.
  • Versicherter Verdienst (UVG) Der versicherte Verdienst ist die Bemessungsgrundlage aller Geldleistungen der obligatorischen Unfallversicherung nach Art. 15 UVG; er entspricht grundsätzlich dem AHV-pflichtigen Lohn und ist nach Art. 22 Abs. 1 UVV auf CHF 148'200 pro Jahr beziehungsweise CHF 406 pro Tag begrenzt (Stand 2026).
  • Versichertes Interesse Das versicherte Interesse ist das rechtlich anerkannte wirtschaftliche Interesse einer Person am Nichteintritt eines Versicherungsfalls; es ist Grundvoraussetzung jedes wirksamen Schadenversicherungsvertrags.
  • Versicherungsagent Ein Versicherungsagent ist ein selbstständiger Vermittler, der im Auftrag und Namen eines oder mehrerer Versicherer Verträge vermittelt, entweder als Ausschliesslichkeitsagent oder als Mehrfachagent.
  • Versicherungsantrag Der Versicherungsantrag ist die Willenserklärung des künftigen Versicherungsnehmers, mit der er den Abschluss eines Versicherungsvertrags zu bestimmten Bedingungen anbietet.
  • Versicherungsaufsichtsbehörde Die Versicherungsaufsichtsbehörde überwacht Versicherungsunternehmen im Interesse der Versicherten mittels rechtlicher, finanzieller und qualitativer Aufsichtsmittel.
  • Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) Das Versicherungsaufsichtsgesetz ist das zentrale deutsche Gesetz zur staatlichen Aufsicht über Versicherungsunternehmen und setzt unter anderem die europäische Solvency-II-Richtlinie um.
  • Versicherungsfall (Insured Event) Der Versicherungsfall ist das im Versicherungsvertrag definierte Ereignis, dessen Eintritt die Leistungspflicht des Versicherers auslöst.
  • Versicherungsmaklergesetz (Maklergesetz Österreich) Das österreichische Maklergesetz regelt die Rechtsstellung, Pflichten und Haftung von Versicherungsmaklern gegenüber ihren Kunden und grenzt die Maklertätigkeit von der des Versicherungsagenten ab.
  • Versicherungssumme Die Versicherungssumme ist der vertraglich vereinbarte Höchstbetrag, bis zu dem der Versicherer im Schadenfall leistet, und zugleich Grundlage der Prämienberechnung.
  • Versicherungssumme als Lohnvielfaches (Sum Insured as Multiple of Salary) In der Gruppenunfallversicherung kann die Versicherungssumme je versicherte Person statt als Fixbetrag als Vielfaches des Jahreslohns vereinbart werden (marktüblich beispielhaft 3- bis 5-mal); die Leistung folgt damit automatisch der Lohnentwicklung, setzt aber eine klare Lohndefinition, eine Höchstgrenze (Salary Cap) und die periodische Deklaration der Lohnsumme voraus.
  • Versicherungstechnische Rückstellungen (Technical Provisions) Versicherungstechnische Rückstellungen sind die bilanziellen Verpflichtungen eines Versicherers gegenüber den Versicherungsnehmern aus bestehenden Verträgen, insbesondere für zukünftige Leistungen und noch nicht abgewickelte Schäden.
  • Versicherungsvertrag (Insurance Contract) Der Versicherungsvertrag ist die rechtliche Vereinbarung, durch die sich der Versicherer gegen Zahlung einer Prämie verpflichtet, im Versicherungsfall die vereinbarte Leistung zu erbringen.
  • Versorgungsunterbrechung (Public Utilities) Die Public-Utilities-Klausel erweitert die Betriebsunterbrechungsversicherung auf Ertragsausfälle infolge eines versicherten Sachschadens bei einem Strom-, Gas-, Wasser- oder Telekommunikationsversorger, ohne dass am eigenen Standort ein Schaden eintreten muss.
  • VersVG (Versicherungsvertragsgesetz Österreich) Das österreichische Versicherungsvertragsgesetz (VersVG) regelt das privatrechtliche Verhältnis zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer und ist damit das zentrale Vertragsrecht der Versicherungsbranche.
  • Vertragserfüllungsausschluss AHB-Ausschluss für Ansprüche auf Vertragserfüllung, Nacherfüllung oder vergleichbare Erfüllungssurrogate, da die Haftpflichtversicherung nur gesetzliche Schadenersatzansprüche Dritter, nicht aber Erfüllungsinteressen deckt.
  • Vertragshaftung (Contractual Liability) Vertragshaftung ist die Haftung für Schäden, die aus der Nichterfüllung oder Schlechterfüllung vertraglicher Pflichten resultieren, im Unterschied zur deliktischen Haftung.
  • Vertragspreisklausel (Contract Price) Die Contract-Price-Klausel legt fest, dass beschädigte oder zerstörte Ware, für die bereits ein Verkaufsvertrag besteht, auf Basis des vereinbarten Vertragspreises anstelle des Marktwerts oder der Herstellungskosten entschädigt wird.
  • Vertragsrückversicherung (Treaty) Die Vertragsrückversicherung ist eine Rückversicherungsform, bei der der Rückversicherer verpflichtet ist, alle Risiken eines definierten Portefeuilles des Zedenten automatisch zu übernehmen.
  • Vertragsstrafen/Konventionalstrafen Vertragsstrafen/Konventionalstrafen erfassen, ob ein Versicherungsnehmer in Kundenverträgen Konventionalstrafen, Vertragsstrafenklauseln oder Leistungsgarantien vereinbart hat, da eine solche übernommene vertragliche Haftung typischerweise über den Umfang der Standard- Betriebs- oder Berufshaftpflichtdeckung hinausgeht und davon nicht gedeckt ist.
  • Vertrauensarzt (Art. 57 KVG) Der Vertrauensarzt ist die vom Krankenversicherer bestellte, fachlich unabhängige Ärztin oder der Arzt, die den Versicherer nach Art. 57 KVG in medizinischen Fachfragen sowie bei Vergütung und Tarifanwendung berät und die Leistungsvoraussetzungen prüft; er darf dem Versicherer nur die für den Entscheid notwendigen Angaben weitergeben und wirkt so als Datenschutzfilter zwischen Behandlung und Versicherung.
  • Vertrauensschadenversicherung (Fidelity Insurance) Die Vertrauensschadenversicherung deckt Vermögensschäden, die dem Versicherungsnehmer durch vorsätzliche unerlaubte Handlungen eigener Mitarbeiter oder sonstiger Vertrauenspersonen entstehen.
  • Verzicht auf Kürzung bei grober Fahrlässigkeit Die Klausel verzichtet vertraglich auf das gesetzliche Recht des Versicherers, seine Leistung bei grob fahrlässiger Herbeiführung des Versicherungsfalles zu kürzen oder zu verweigern, und stellt den Versicherungsnehmer wirtschaftlich wie bei leichter Fahrlässigkeit.
  • Videoüberwachung Die Videoüberwachung erfasst, in welchem Umfang Perimeter, Zugänge und gefährdete Bereiche eines Standorts durch ein Kamerasystem überwacht werden – eine in Sachversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung von Abschreckung und Aufklärungsfähigkeit im Schadenfall.
  • Videoüberwachungsanlagen Videoüberwachungsanlagen (VÜA) erfassen und dokumentieren sicherheitsrelevante Ereignisse und unterstützen in Kombination mit Einbruchmelde- und Zutrittskontrollsystemen die Alarmverifikation und Beweissicherung.
  • Vinkulierung (Assignment as Collateral) Vinkulierung bezeichnet die vertragliche Bindung der Verfügung über eine Versicherungsleistung an die Zustimmung eines Dritten, meist eines Kreditgebers, zu dessen Sicherheit die Police verpfändet oder abgetreten wurde.
  • Vollwertversicherung Bei der Vollwertversicherung entspricht die Versicherungssumme dem vollen Versicherungswert des versicherten Objekts, sodass im Schadenfall grundsätzlich keine Unterversicherung eintreten kann.
  • Vorbehalt in der Zusatzversicherung (Leistungsausschluss) Der Vorbehalt ist ein individueller Leistungsausschluss in der privatrechtlichen Kranken-Zusatzversicherung nach VVG, mit dem der Versicherer bestehende oder frühere Erkrankungen und deren Folgen von der Deckung ausnimmt; er beruht auf der Gesundheitsdeklaration (Anzeigepflicht Art. 4 VVG), kann befristet oder unbefristet sein und ist in der Grundversicherung nach KVG unzulässig.
  • Vorerkrankung (Pre-Existing Condition) Eine Vorerkrankung ist eine bereits vor Abschluss des Versicherungsvertrags bestehende Erkrankung, deren Angabe im Rahmen der vorvertraglichen Anzeigepflicht relevant für Risikoprüfung und Annahmeentscheid des Versicherers ist.
  • Vorläufige Deckung Die Klausel gewährt ab einem vereinbarten Zeitpunkt sofortigen, aber zeitlich und inhaltlich begrenzten Versicherungsschutz, bevor der endgültige Versicherungsvertrag abgeschlossen oder die Police ausgestellt ist.
  • Vorsatz (Wilful Intent) Vorsatz bezeichnet das wissentliche und gewollte Herbeiführen eines Versicherungsfalls durch den Versicherungsnehmer, das in fast allen Versicherungssparten zwingend vom Versicherungsschutz ausgeschlossen ist.
  • Vorsorge, private und betriebliche (Altersvorsorge) Altersvorsorge bezeichnet die planmässige finanzielle Absicherung des Lebensstandards im Alter durch staatliche, betriebliche und private Vorsorgeprodukte.
  • Vorsorgeausweis Der Vorsorgeausweis ist das jährliche Dokument der Vorsorgeeinrichtung, das einer versicherten Person Auskunft über ihr Altersguthaben und die zu erwartenden Leistungen der beruflichen Vorsorge gibt.
  • Vorsorgeplan (BVG-Überobligatorium) Der Vorsorgeplan erfasst die Ausgestaltung und Grosszügigkeit der überobligatorischen BVG-Vorsorgeleistungen des Arbeitgebers und dient der Zeichnung von Gruppenlebens- und Rückdeckungsversicherungen für das Vorsorgerisiko.
  • Vorsorgereglement Das Vorsorgereglement ist das von einer Vorsorgeeinrichtung erlassene Regelwerk, das die konkreten Rechte und Pflichten der versicherten Personen sowie die Leistungen der beruflichen Vorsorge im Einzelnen festlegt.
  • Vorsorgeversicherung (automatischer Deckungseinschluss) Die Klausel bezieht neu hinzukommende Risiken, Betriebsstätten oder Tätigkeitsbereiche des Versicherungsnehmers automatisch und ohne gesonderte Anzeige für einen begrenzten Zeitraum in den bestehenden Versicherungsschutz ein.
  • Vorsorgeversicherung in der AHB AHB-Klausel, nach der neu entstehende Risiken des Versicherungsnehmers ab ihrer Entstehung automatisch und vorläufig mitversichert sind, bis sie dem Versicherer angezeigt und einvernehmlich in den Vertrag aufgenommen wurden.
  • Vorversicherer und Kündigungsgrund Vorversicherer und Kündigungsgrund erfassen die Identität des bisherigen Versicherers des Antragstellers und, falls die Deckung nicht einfach zu Standardbedingungen erneuert wurde, den Grund für deren Beendigung – ein früher Hinweis auf nicht offengelegte belastende Vorgeschichte.
  • Vorvertragliche Anzeigepflicht Die vorvertragliche Anzeigepflicht verpflichtet den Antragsteller, dem Versicherer die ihm bekannten gefahrerheblichen Umstände wahrheitsgemäss und vollständig anzuzeigen.
  • VVG (Deutsches Versicherungsvertragsgesetz) Das deutsche Versicherungsvertragsgesetz (VVG) regelt das privatrechtliche Verhältnis zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer, insbesondere Anzeigepflichten, Obliegenheiten, Gefahrerhöhung und die Rechtsfolgen ihrer Verletzung sowie die Leistungspflicht des Versicherers.
  • VVG (Versicherungsvertragsgesetz) Das schweizerische Versicherungsvertragsgesetz (VVG) regelt das privatrechtliche Verhältnis zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer – von der Anzeigepflicht über Prämien bis zur Leistung im Schadenfall.

W

  • Wagnis (Hazardous Activity in Accident Insurance) Ein Wagnis ist in der schweizerischen Unfallversicherung eine Handlung, mit der sich die versicherte Person einer besonders grossen Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehren zu treffen oder treffen zu können, die das Risiko auf ein vernünftiges Mass beschränken; bei Nichtberufsunfällen infolge eines Wagnisses werden die Geldleistungen um die Hälfte gekürzt und in besonders schweren Fällen verweigert.
  • Währungsklausel (Currency Clause) Die Währungsklausel legt fest, in welcher Währung Prämien und Versicherungsleistungen berechnet und gezahlt werden, und regelt den Umgang mit Wechselkursschwankungen.
  • Wald- und Flächenbrandexponierung Wald- und Flächenbrandexponierung bezeichnet die Gefährdung von Gebäuden und Aussenanlagen durch unkontrollierte Vegetationsbrände in Waldrand- und Trockengebieten und die daraus abgeleiteten Schutzmassnahmen.
  • Waldbrand- und Flächenbrandexposition Waldbrand- und Flächenbrandexposition erfasst die Nähe eines Standorts zu Wald-, Busch- oder Grasland-Brennmaterial und dessen Lage in der Wald-Siedlungs-Übergangszone und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Waldbrandausbreitungsgefahr abgefragt.
  • Warenwerte im Transport Warenwerte im Transport erfassen den maximalen Wert der Güter, die typischerweise gleichzeitig auf einem Fahrzeug, Waggon oder einer Sendung transportiert werden – eine in Transportversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Festlegung von Einzel- und Kumullimiten.
  • Warranty of Retention Die Warranty of Retention garantiert, dass der Zedent den vereinbarten Selbstbehalt während der gesamten Vertragslaufzeit tatsächlich und ungeschmälert für eigene Rechnung trägt.
  • Wartezeit (Waiting Period) Die Wartezeit ist der Zeitraum nach Vertragsbeginn, während dessen für bestimmte oder alle Leistungen noch kein Versicherungsschutz besteht.
  • Wartezeit Cyber-Betriebsunterbrechung Die Wartezeit (Waiting Period) ist die zeitbasierte Karenz, die nach Beginn einer Betriebsunterbrechung durch ein Cyberereignis verstreichen muss, bevor die Cyber-BU-Deckung einsetzt.
  • Wartezeit und Karenzzeit Wartezeit und Karenzzeit bezeichnen Zeitspannen nach Vertragsbeginn beziehungsweise nach Eintritt des Versicherungsfalls, innerhalb derer noch keine Leistung geschuldet wird.
  • Wartungsprogramm Das Wartungsprogramm erfasst, ob ein Versicherter ein dokumentiertes, planmässiges vorbeugendes Instandhaltungssystem für seine Maschinen und Anlagen betreibt statt rein reaktiver Reparatur, was ein zentraler Prädiktor für die Ausfallhäufigkeit ist.
  • Wasserkraftanlagen – Risiken und Schadenverhütung Wasserkraftanlagen sind neben dem klassischen Maschinenrisiko von Turbinen und Generatoren zusätzlich Hochwasser-, Geschiebe- und Stauanlagenrisiken ausgesetzt, die bauliche und betriebliche Massnahmen weit über das Krafthaus hinaus erfordern.
  • Wassernebel-Löschanlagen Wassernebel-Löschanlagen erzeugen unter hohem oder mittlerem Druck feinst verteiltes Wasser, das Brände durch Kühlung, Sauerstoffverdrängung und Strahlungsabschirmung mit deutlich geringerem Wassereinsatz als klassische Sprinkler bekämpft.
  • Wegeunfall Der Wegeunfall ist in Deutschland ein Arbeitsunfall auf dem mit der versicherten Tätigkeit zusammenhängenden unmittelbaren Weg nach und von dem Ort der Tätigkeit (§ 8 Abs. 2 SGB VII) und in Österreich ein Arbeitsunfall auf dem Weg zur oder von der Arbeitsstätte (§ 175 Abs. 2 ASVG); die Schweiz kennt keine eigene Kategorie und ordnet den Arbeitsweg dem Nichtberufsunfall zu, bei Teilzeitbeschäftigten unter acht Wochenstunden dem Berufsunfall (Art. 7 Abs. 2 UVG).
  • Weltweiter Geltungsbereich in der Krankenversicherung Die Klausel legt fest, in welchen Ländern und für welche Aufenthaltsdauer eine Krankenversicherung Leistungen erbringt.
  • Werkeigentümerhaftpflicht Die Werkeigentümerhaftpflicht ist die kausale Haftung des Eigentümers eines Gebäudes oder Werks für Schäden, die durch einen mangelhaften Zustand oder eine mangelhafte Unterhaltung des Werks entstehen.
  • Werkstattbindungsklausel (Approved Repairer Clause) Die Werkstattbindungsklausel verpflichtet den Versicherungsnehmer, Kaskoschäden ausschliesslich in einer vom Versicherer benannten Partnerwerkstatt reparieren zu lassen, und gewährt im Gegenzug einen Prämiennachlass auf die Kaskoprämie.
  • Wertminderung (Diminished Value) Wertminderung bezeichnet den verbleibenden Minderwert einer reparierten Sache, insbesondere eines Fahrzeugs, der trotz fachgerechter Instandsetzung gegenüber dem Zustand vor dem Schaden bestehen bleibt.
  • Wertsachenversicherung (Valuables Insurance) Die Wertsachenversicherung deckt Schmuck, Kunstgegenstände, Sammlungen und andere besonders wertvolle bewegliche Gegenstände über die üblichen Sublimiten der Hausratversicherung hinaus.
  • Wertsachenwert Der Wertsachenwert ist der deklarierte oder geschätzte Gesamtwert von Schmuck, Uhren, Pelzen, Kunstgegenständen und anderen individuell wertvollen Gegenständen eines Haushalts und bildet die Grundlage für Sublimiten und Sicherungsauflagen in der Wertsachenversicherung.
  • Wertschutzschrank- und Sicherungsklasse Die Wertschutzschrank- und Sicherungsklasse erfasst den zertifizierten Widerstandsgrad eines Wertschutzschranks, Tresorraums oder Tresors zur Aufbewahrung von Bargeld und Wertsachen – eine in Sach- und Mankoversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Festlegung von Versicherungssummen für hinterlegte Werte.
  • Widerrufsrecht (Right of Withdrawal) Das Widerrufsrecht erlaubt dem Versicherungsnehmer, einen neu abgeschlossenen Versicherungsvertrag innerhalb einer gesetzlichen Frist ohne Angabe von Gründen rückwirkend aufzulösen.
  • Wiederanlaufzeit Die Wiederanlaufzeit (Recovery Time Objective, RTO) erfasst die angestrebte maximale Zeitspanne, innerhalb der ein kritischer Prozess, ein System oder ein Standort nach einer Störung wiederhergestellt sein muss, wie im Business-Continuity-Plan des Versicherungsnehmers festgelegt und in Betriebsunterbrechungsanträgen abgefragt.
  • Wiederauffüllungsklausel (Reinstatement) Die Wiederauffüllungsklausel regelt, ob und zu welchen Konditionen die durch einen Schaden verbrauchte Deckungssumme eines Vertrags für weitere Ereignisse wiederhergestellt wird.
  • Wiederbeschaffungswert (Replacement Value) Der Wiederbeschaffungswert ist der Betrag, der erforderlich ist, um eine versicherte Sache in gleicher Art und Güte neu zu beschaffen, ohne Berücksichtigung von Alter oder Abnutzung.
  • Wiedereinsetzung in den Versicherungsschutz Nach Beendigung der Leistungspflicht wegen Prämienverzugs kann der Versicherungsschutz durch Nachzahlung der rückständigen Prämie wieder aufleben.
  • Windkraftanlage Risikoprofil für eine Windkraftanlage (Windturbine oder Windpark an Land): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.
  • Windkraftanlagen – Risiken und Schadenverhütung Windkraftanlagen sind einem spezifischen Risikoprofil aus Blitzeinschlag, Gondelbrand, Getriebe- und Rotorblattschäden sowie eingeschränkter Zugänglichkeit für Löscheinsätze ausgesetzt, das sich von konventionellen Kraftwerken deutlich unterscheidet.
  • Wohngebäudeversicherung (Homeowners Building Insurance) Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden an Wohngebäuden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel und weitere versicherte Gefahren.
  • WZW-Kriterien (wirksam, zweckmässig, wirtschaftlich) Die WZW-Kriterien nach Art. 32 KVG verlangen, dass Leistungen der Schweizer Grundversicherung wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein müssen; die Wirksamkeit ist nach wissenschaftlichen Methoden nachzuweisen. Sie sind die zentrale Leistungsvoraussetzung der OKP und das Pendant zum Wirtschaftlichkeitsgebot des § 12 SGB V in Deutschland.

Y

  • Yachtversicherung (Yacht Insurance) Die Yachtversicherung deckt Sach- und Haftpflichtschäden im Zusammenhang mit Eigentum, Betrieb und Nutzung von Sportbooten und Yachten.
  • York-Antwerp-Regeln (York-Antwerp Rules) Die York-Antwerp-Regeln sind das international massgebliche, privatrechtlich vereinbarte Regelwerk zur einheitlichen Berechnung und Verteilung von Havarie-Grosse-Schäden in der Seeschifffahrt.

Z

  • Zahlungs-Reserve-Verhältnis Das Zahlungs-Reserve-Verhältnis setzt die bereits geleisteten Zahlungen für die Meldejahresschäden eines Versicherungszweigs ins Verhältnis zu den für diese Schäden zusätzlich gebildeten Reserven.
  • Zahlungsunfähigkeit Zahlungsunfähigkeit ist die Unfähigkeit eines Schuldners, fällige Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt zu erfüllen, und bildet in der Kreditversicherung das zentrale Ausfallrisiko.
  • Zahlungsweise Die Zahlungsweise ist der vertraglich vereinbarte Rhythmus, in dem wiederkehrende Versicherungsprämien zu entrichten sind – üblicherweise jährlich, halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich.
  • Zahnzusatzversicherung Die Zahnzusatzversicherung ist eine private Zusatzversicherung, die Zahnbehandlungen und Zahnersatz über die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinaus abdeckt.
  • Zedent Der Zedent ist der Erstversicherer, der Risiken aus seinem Bestand ganz oder teilweise an einen Rückversicherer abgibt (zediert).
  • Zeichnungsjahr Das Zeichnungsjahr ist das Jahr, in dem die Risikotragung eines Vertrags beginnt, und dient als Bezugsgrösse für Zeichnung, Reservierung und Ergebnisanalyse im Erst- und Rückversicherungsgeschäft.
  • Zeichnungspolitik Die Zeichnungspolitik umfasst die Ziel- und Mittelentscheidungen eines Versicherungsunternehmens zur Übernahme versicherter Risiken, einschliesslich Zeichnungsgrenzen, Eigenbehalten und Risikoprämien.
  • Zeitwert Der Zeitwert ist der Neuwert einer Sache abzüglich der Wertminderung durch Alter, Abnutzung oder technischen Fortschritt und bildet in der Sachversicherung die Bemessungsgrundlage, wenn nicht zum Neuwert versichert ist.
  • Zeitwert-/Neuwertklausel Die Klausel definiert, ob als Versicherungswert und Bemessungsgrundlage der Entschädigung der Zeitwert (Wiederbeschaffungswert abzüglich Alterswertminderung) oder der Neuwert (Wiederbeschaffungswert ohne Abzug) massgeblich ist.
  • Zentraler Grenzwertsatz Der Zentrale Grenzwertsatz besagt, dass die Verteilung des standardisierten Mittelwerts einer grossen Zahl unabhängiger, identisch verteilter Zufallsvariablen durch die Standardnormalverteilung approximiert werden kann, und bildet damit eine Grundlage des Risikoausgleichs im Kollektiv.
  • Zentralruf der Autoversicherer Der Zentralruf der Autoversicherer ist eine Einrichtung des GDV und der deutschen Kfz-Versicherer, die Unfallgeschädigten bei berechtigtem Interesse kostenlos Auskunft über den Kfz-Haftpflichtversicherer eines unfallbeteiligten Fahrzeugs erteilt.
  • Zertifizierungen und Normkonformität Zertifizierungen und Normkonformität erfassen, gegen welche Sicherheits-, Leistungs- oder regulatorischen Normen die Produkte eines Versicherungsnehmers zertifiziert sind (z.B. CE-Kennzeichnung, UL-Listung, branchenspezifische Normen), da Lücken in der Zertifizierung eine häufige Ursache für Produkthaftpflicht- und Rückrufexposure sind.
  • Zession Die Zession ist die Abtretung eines Risikos oder Risikoanteils durch den Erstversicherer (Zedent) an einen Rückversicherer (Zessionär) gegen Zahlung einer Rückversicherungsprämie.
  • Zessionslimit Das Zessionslimit ist die zwischen Zedent und Rückversicherer vereinbarte maximale Beteiligungshöhe eines Rückversicherers an einem Risiko oder Vertrag.
  • Zillmern Zillmern ist das nach dem Versicherungsmathematiker August Zillmer benannte Verfahren zur Beitragsberechnung, mit dem die Abschlusskosten eines Lebensversicherungsvertrags über die laufenden Prämien finanziert werden.
  • Zillmerprämie Die Zillmerprämie ist die Nettoprämie einer Lebensversicherung, erhöht um den über die Prämienzahlungsdauer verrenteten, durch das Zillmern ermittelten Abschlusskostenzuschlag.
  • Zillmerreserve Die Zillmerreserve ist die mittels der Zillmerprämie aufgebaute Deckungsrückstellung eines Lebensversicherungsvertrags.
  • Zillmersatz Der Zillmersatz ist der aufsichtsrechtlich begrenzte Prozentsatz zur Berechnung des Abschlusskostenzuschlags in der Lebensversicherung im Rahmen des Zillmerns.
  • Zinsgarantie Die Zinsgarantie ist die vertragliche Verpflichtung eines Lebensversicherers, aus den Sparprämien eines Vertrags eine bestimmte Mindestverzinsung zu erbringen.
  • Zinsgewinn Der Zinsgewinn ist der Teil des Kapitalanlageergebnisses eines Lebensversicherungsbestands, der nach Abzug der Kapitalanlageaufwendungen und der garantierten Zinsen verbleibt.
  • Zinsrisiko Das Zinsrisiko bezeichnet das Risiko eines Versicherungsunternehmens, den bei der Prämienkalkulation unterstellten Rechnungszins aus den Kapitalanlagen nicht zu erwirtschaften.
  • Zinsstrukturkurve Die Zinsstrukturkurve zeigt die Abhängigkeit der Renditen gleichartiger Anleihen von ihrer Restlaufzeit zu einem bestimmten Zeitpunkt und dient Versicherern als Grundlage für die marktkonsistente Bewertung künftiger Zahlungsverpflichtungen.
  • Zinsteilungsklausel Die Zinsteilungsklausel regelt in der Schadenexzedenten-Rückversicherung, wie Verzugs- oder Prozesszinsen aus einem Schadenfall zwischen Erstversicherer und Rückversicherer aufgeteilt werden.
  • Zinsträger Zinsträger ist das Kapital eines Versicherungsunternehmens, das rentierlich angelegt werden kann; bilanziell umfasst es vor allem das Eigenkapital und die versicherungstechnischen Rückstellungen.
  • Zinstransitional Das Zinstransitional ist eine Übergangsmassnahme unter Solvency II, die es Versicherern erlaubt, die risikofreie Zinsstrukturkurve zur Bewertung ihrer Verpflichtungen vorübergehend an einen früheren Solvency-I-Zinssatz anzunähern.
  • Zinszusatzreserve (ZZR) Die Zinszusatzreserve (ZZR) ist der Teil der Deckungsrückstellung in der Lebensversicherung, der für künftige Garantiezinsverpflichtungen in Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen zusätzlich zurückgestellt wird.
  • Zufälliges Risiko Das zufällige Risiko ist in der Risikotheorie die nichtnegative Zufallsvariable, die die Schadenhöhe eines versicherten Risikos beschreibt, und bildet damit den mathematischen Grundbaustein aktuarieller Modelle.
  • Zufallsrisiko Das Zufallsrisiko ist die Komponente des versicherungstechnischen Risikos, die aus der zufälligen Streuung der tatsächlichen Schäden um den kalkulierten Erwartungsschaden entsteht und selbst bei korrekt geschätzten Parametern nicht eliminierbar ist.
  • Zugangsfaktor Der Zugangsfaktor ist ein Faktor in der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung, der eine von der Regelaltersgrenze abweichende Inanspruchnahme der Altersrente bei der Rentenberechnung berücksichtigt.
  • Zugangsverweigerung (Denial of Access) Die Denial-of-Access-Klausel erweitert die Betriebsunterbrechungsversicherung auf Ertragsausfälle, die entstehen, wenn der Zugang zum eigenen, unbeschädigten Betrieb durch einen versicherten Schaden in der Nachbarschaft verhindert oder erheblich erschwert wird.
  • Zuleitungsrohre Zuleitungsrohre sind die Rohre, die Frischwasser oder Gas in ein Gebäude transportieren; Bruchschäden daran innerhalb des Gebäudes sind üblicherweise unter der Gefahr Leitungswasser mitversichert.
  • Zulieferer- und Kundenklausel (CBI Extension) Die Zulieferer- und Kundenklausel erweitert die Betriebsunterbrechungs- versicherung auf Ertragsausfälle infolge eines versicherten Sachschadens bei einem benannten oder unbenannten Lieferanten oder Abnehmer.
  • Zurechnungszeiten Zurechnungszeiten sind beitragsfreie Zeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung, die rentensteigernd angerechnet werden, um die Rentenhöhe bei früher Erwerbsminderung eines Versicherten auszugleichen.
  • ZÜRS – Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen ZÜRS ist ein von der deutschen Versicherungswirtschaft entwickeltes Geoinformationssystem, das jedem Gebäudestandort eine Gefährdungsklasse für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen zuweist.
  • Zusatzbeitrag Der Zusatzbeitrag ist der von Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu tragende, kassenindividuelle Beitragsanteil, der über den allgemeinen gesetzlichen Beitragssatz hinausgeht.
  • Zusatzversicherung Eine Zusatzversicherung ist ein zusätzlicher Versicherungsvertrag, der einen bestehenden Hauptvertrag oder den Versicherungsschutz der Sozialversicherung um Zusatzleistungen erweitert.
  • Zusatzversorgung Die Zusatzversorgung bildet die zweite Schicht der Altersversorgung in Deutschland und umfasst insbesondere die Riester-Rente und die betriebliche Altersversorgung.
  • Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst Die Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst ist ein auf tariflicher Grundlage bestehendes System der betrieblichen Altersversorgung für Arbeitnehmer im deutschen öffentlichen Dienst.
  • Zuschüsse (Vertriebsförderung) Zuschüsse sind leistungsunabhängige Zahlungen eines Versicherungsunternehmens an Versicherungsvertreter zur Unterstützung des Agenturaufbaus, die nicht mit Provisionen verrechnet werden.
  • Zustandsüberwachung und Predictive Maintenance Zustandsüberwachung erfasst systematisch Messgrössen wie Schwingung, Temperatur oder Ölqualität, um den technischen Zustand von Maschinen laufend zu beurteilen und Instandhaltungsmassnahmen vorausschauend statt reaktiv zu planen.
  • Zutrittskontrolle Zutrittskontrollanlagen (ZKA) steuern und protokollieren den Zutritt zu Gebäuden und Sicherheitsbereichen anhand von Identifikationsmerkmalen und ergänzen mechanische und elektronische Einbruchsicherung um eine personenbezogene Zugriffssteuerung.
  • Zutrittskontrollsystem Das Zutrittskontrollsystem erfasst, mit welcher Methode der Zugang zu einem Standort oder zu dessen sensiblen Bereichen (Serverraum, Kasse, Gefahrstofflager) beschränkt und protokolliert wird – eine in Sach- und Cyberversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung des Risikos unberechtigten Zugangs.
  • Zuverlässigkeitsprüfung Die Zuverlässigkeitsprüfung ist Voraussetzung für die Erteilung einer Gewerbeerlaubnis an selbstständige Versicherungsvermittler und wird von der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder dem Versicherungsunternehmen durchgeführt.
  • Zuzahlungen Zuzahlungen sind zusätzliche Zahlungen der Versicherten über die normalen Beiträge hinaus, die für die Inanspruchnahme bestimmter Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu entrichten sind.
  • Zweckgesellschaft (SPV) Eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) ist eine rechtlich selbstständige Gesellschaft, die ausschliesslich zur Emission von Wertpapieren gegründet wird, mit denen Versicherungs- oder Kreditrisiken am Kapitalmarkt platziert werden.
  • Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II) Das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) reformierte zum 1.1.2017 die soziale Pflegeversicherung in Deutschland durch die Umstellung der drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade und einen neu definierten Pflegebedürftigkeitsbegriff.
  • Zweitmarkt für Lebensversicherungen Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen ist der Markt, auf dem Rechte aus bestehenden Lebensversicherungsverträgen zwischen Versicherungsnehmern und Investoren gehandelt werden.
  • Zweitrisikodeckung Die Zweitrisikodeckung ist eine nachgelagerte, allein vom Rückversicherer getragene Deckung, die erst nach Verbrauch der vorangehenden, vom Erstversicherer getragenen Deckung (erstes Risiko) einsetzt.
  • Zweitwohnsitz Zweitwohnsitz erfasst, ob es sich beim versicherten Objekt um eine Ferienwohnung oder eine andere nur teilweise im Jahr genutzte Zweitwohnung handelt, im Unterschied zum Hauptwohnsitz der versicherten Person, was sowohl die Gebäude- als auch die Privathaftpflichtbeurteilung beeinflusst.
  • Zwischenbestand Der Zwischenbestand ist der Bestand an deutschen Lebensversicherungsverträgen, die zwischen dem 1.1.1995 und dem 1.1.1998 abgeschlossen wurden und gesondert vom Alt- und Neubestand geführt werden.
  • Zwischenprodukt-Ausfallklausel (ICOW/AICOW) Die ICOW/AICOW-Klausel regelt, in welchem Umfang zusätzliche Kosten zur Vermeidung oder Verminderung eines Umsatzausfalls nach einem versicherten Sachschaden im Rahmen der Betriebsunterbrechungsversicherung ersetzt werden.
  • Zyklusmanagement Zyklusmanagement bezeichnet den Managementansatz, der die Wechsel zwischen harten und weichen Versicherungsmärkten systematisch in Unternehmens- und Wettbewerbsstrategie einbezieht.