Risk Engineering

Schadenhistorien-Analyse

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-01 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Die Schadenhistorien-Analyse wertet Häufigkeit, Ursachen und Höhe vergangener Schadenfälle eines Betriebs oder Portfolios systematisch aus und liefert damit einen zentralen Baustein für Risikoeinstufung, Schadenverhütungspriorisierung und Prämienkalkulation.

Zweck

Neben der baulich-technischen Begutachtung ist die tatsächliche Schadenerfahrung eines Risikos eine der aussagekräftigsten Grundlagen der Risikobewertung. Wiederkehrende Kleinschäden gleicher Ursache weisen häufig auf ein systemisches Managementdefizit hin, das eine Einzelbesichtigung nicht zwingend aufdeckt.

Methodik

Ausgewertet werden Schadenmeldungen und, wo verfügbar, dokumentierte Beinaheunfälle nach Ursache, Schadenort, Kostenentwicklung und Trend über mehrere Jahre. Abgeglichen mit offenen Verbesserungsempfehlungen und Besichtigungsberichten lassen sich wiederkehrende Schwachstellen sowie deren tatsächliche finanzielle Auswirkung identifizieren; bei grösseren Portfolios fliessen die Ergebnisse zusätzlich in Erfahrungstarifierung und Glaubwürdigkeitsmodelle ein.

Versicherungsrelevanz

Eine belastbare Schadenhistorie beeinflusst Prämiengestaltung, Selbstbehaltswahl und Verhandlungsposition bei der Erneuerung massgeblich und dient dem Underwriting als Gegenprobe zu den Ergebnissen der Risikobesichtigung. Lückenhafte oder inkonsistente Schadenaufzeichnungen erschweren eine faire Risikoeinschätzung und wirken tendenziell prämienerhöhend.