Begriff

Obligo (Credit Exposure)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-01 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.2.0

Das Obligo ist der Gesamtbetrag der offenen, gegenüber einem bestimmten Abnehmer bestehenden Forderungen, auf den sich der Versicherungsschutz einer Kreditversicherung zu einem bestimmten Zeitpunkt bezieht.

Begriff

Das Obligo bezeichnet in der Warenkreditversicherung den Gesamtbetrag der zu einem bestimmten Zeitpunkt bestehenden, noch nicht ausgeglichenen Forderungen eines Versicherungsnehmers gegenüber einem bestimmten Abnehmer. Es bildet die Bemessungsgrundlage für die Höhe des vom Kreditversicherer für diesen Abnehmer übernommenen Ausfallrisikos.

Kreditlimit und laufende Überwachung

Der Kreditversicherer legt für jeden versicherten Abnehmer ein individuelles Kreditlimit fest, das den maximal versicherten Obligo-Betrag begrenzt; dieses Limit wird auf Basis einer laufenden Bonitätsanalyse des Abnehmers ermittelt und im Zeitverlauf regelmässig überprüft und bei einer Verschlechterung der Bonität herabgesetzt oder vollständig entzogen (Limitkürzung).

Bedeutung für die Prämienkalkulation und das Risikomanagement

Da sich das versicherte Obligo während der Vertragslaufzeit fortlaufend mit dem tatsächlichen Forderungsbestand des Versicherungsnehmers verändert, erfordert die Kreditversicherung ein dynamisches Meldesystem, über das der Versicherungsnehmer dem Versicherer regelmässig den aktuellen Obligo-Stand mitteilt; dies ermöglicht dem Versicherer eine fortlaufende Überwachung seines Gesamtrisikos über sämtliche versicherten Abnehmer und Versicherungsnehmer hinweg. Grössere Versicherungsnehmer melden ihre Obligo-Daten zunehmend automatisiert aus dem eigenen Debitorenmanagement-System, etwa über eine Programmierschnittstelle (API) zum Versicherer, statt Umsätze und offene Posten manuell zu übertragen.