Begriff

Chain-Ladder-Methode

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-08-31 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Die Chain-Ladder-Methode schätzt den Endschadenaufwand, indem historische Abwicklungsmuster aus dem Schadendreieck auf die noch offenen Anfalljahre fortgeschrieben werden.

Begriff

Die Chain-Ladder-Methode ist das am weitesten verbreitete aktuarielle Verfahren zur Schätzung des Endschadenaufwands, das aus dem historischen Abwicklungsmuster eines Schadendreiecks Entwicklungsfaktoren ableitet und diese auf die noch nicht vollständig abgewickelten Anfalljahre anwendet.

Vorgehen

Aus den kumulierten Schadenständen aufeinanderfolgender Abwicklungsperioden im Schadendreieck werden für jede Abwicklungsperiode Entwicklungsfaktoren (Age-to-Age-Faktoren) berechnet, die das durchschnittliche Verhältnis des Schadenstands einer Periode zur vorangehenden Periode ausdrücken; die für ein Anfalljahr noch fehlenden zukünftigen Entwicklungsfaktoren werden multiplikativ auf den zuletzt beobachteten Schadenstand angewendet, um den geschätzten Endschadenstand zu ermitteln.

Annahmen und Grenzen

Die Chain-Ladder-Methode setzt voraus, dass sich das historische Abwicklungsmuster in die Zukunft fortschreiben lässt und für alle Anfalljahre stabil ist; Veränderungen im Geschäft (etwa neue Produkte, geänderte Schadenbearbeitungsprozesse oder regulatorische Änderungen) sowie eine geringe Anzahl von Beobachtungen für junge Anfalljahre können die Methode instabil und wenig belastbar machen, weshalb sie in der Praxis häufig mit anderen Methoden wie der Cape-Cod-Methode oder dem Bornhuetter-Ferguson-Verfahren kombiniert wird.