Lagerung von Aerosolprodukten
Die Lagerung von Aerosolprodukten wird nach dem Brennbarkeitsgrad von Treibmittel und Inhalt in Gefährdungsstufen eingeteilt, da geborstene Dosen ein Feuer durch Raketeneffekt und Fackelbrand innert Sekunden auf grosse Flächen ausbreiten können.
Gefährdungsbild
Aerosolprodukte werden nach der Brennbarkeit von Treibgas und Wirkstoff in Gefährdungsstufen von schwach entzündlich bis hochentzündlich eingeteilt. Reisst eine Dose im Brandfall durch den inneren Überdruck, wirkt sie wie eine kleine Rakete und schleudert brennenden Inhalt in die Umgebung; bei dichter Palettenlagerung kann sich dadurch ein Brand innerhalb weniger Minuten über mehrere Regalreihen ausbreiten, deutlich schneller als bei den meisten festen Commodity-Klassen.
Schutzmassnahmen
Die Sprinklerbemessung für Aerosollager richtet sich nicht nach der allgemeinen Commodity-Klassifizierung, sondern nach der spezifischen Gefährdungsstufe und der Stapelanordnung des Produkts; höhere Gefährdungsstufen verlangen In-Rack-Schutz oder deutlich verstärkte Deckensprinkler. Zusätzlich begrenzen Trennwände oder ausreichende Abstände zu anderen Lagerbereichen die Ausbreitung, und eine physische Trennung von offenen Flammen oder Zündquellen ist zwingend.
Versicherungsrelevanz
Da Aerosolbrände zu den am schnellsten eskalierenden Lagerbrandszenarien zählen, verlangen Sachversicherer bei entsprechenden Sortimenten den Nachweis einer eigens für die gelagerte Gefährdungsstufe bemessenen Löschanlage. Eine unerkannte Sortimentsänderung – etwa die Aufnahme hochentzündlicher Produkte in ein für schwach entzündliche Aerosole ausgelegtes Lager – gilt als eines der grössten unterschätzten Risiken im Lagergeschäft.
Normen und Regelwerke
- NFPA 30B – Code for the Manufacture and Storage of Aerosol Products