Generalpolizze
Die Generalpolizze ist eine Rahmenpolice, die alle unter ihren Geltungsbereich fallenden Risiken oder Transporte eines Versicherungsnehmers automatisch und ohne Einzeldeklaration versichert.
Begriff
Die Generalpolizze ist eine Rahmenpolice, mit der ein Versicherungsnehmer im Voraus alle Risiken oder Transporte einer bestimmten, im Vertrag abstrakt umschriebenen Art automatisch versichert, ohne dass es einer Einzeldeklaration jedes konkreten Vorgangs vor dessen Beginn bedarf. Sie ist damit von der Einzelpolice zu unterscheiden, die jeweils ein individuell bezeichnetes Risiko abdeckt, und findet ihre klassische Anwendung in der Transportversicherung, wo Speditions- oder Handelsunternehmen mit laufend wechselnden Sendungen einen dauerhaften, automatischen Versicherungsschutz benötigen.
Deklaration und Abrechnung
Bei der Generalpolizze meldet der Versicherungsnehmer die tatsächlich durchgeführten Transporte oder Vorgänge regelmässig nachträglich, etwa monatlich oder quartalsweise, an den Versicherer; die Prämie wird retrospektiv auf Basis der gemeldeten Umsätze oder Sendungswerte abgerechnet. Der Versicherungsschutz besteht dabei bereits ab Beginn des jeweiligen Transports oder Vorgangs, unabhängig vom Zeitpunkt der späteren Meldung, solange der Vorgang unter den vertraglich definierten Geltungsbereich fällt.
Bedeutung für die Versicherungspraxis
Für Unternehmen mit hoher Transaktionsfrequenz – etwa im Speditions-, Handels- oder Exportgeschäft – vermeidet die Generalpolizze den unverhältnismässigen Verwaltungsaufwand einer Einzeldeklaration jeder Sendung und stellt zugleich sicher, dass auch versehentlich nicht gemeldete Vorgänge nicht ohne Versicherungsschutz bleiben; für Vermittler ist die klare vertragliche Umschreibung des Geltungsbereichs entscheidend, um Abgrenzungsstreitigkeiten im Schadenfall zu vermeiden.