Aggregate-Extension-Klausel
Die Aggregate-Extension-Klausel erlaubt es, mehrere kleinere Einzelschäden aus demselben Naturereignis für die Zwecke einer Katastrophen-Exzedenten-Deckung zusammenzurechnen, statt sie einzeln unter der Priorität verfallen zu lassen.
- Art der Klausel
- Einschluss/Erweiterung
- Herkunft/Markt
- Rückversicherungsmarkt
- Begünstigt
- Versicherungsnehmer
- Verhandelbarkeit
- Verhandelbar
Zweck
Cat-XL-Verträge sind auf Grossereignisse ausgelegt; viele Naturereignisse verursachen jedoch eine Vielzahl kleinerer Schäden, die einzeln unterhalb der Priorität bleiben, in der Summe aber erheblich sind. Die Aggregate-Extension-Klausel erweitert den Vertrag so, dass solche Einzelschäden zu einem aggregierten Schadenereignis zusammengefasst und gemeinsam gegen die Priorität angerechnet werden.
Wirkung und Grenzen
Ohne die Klausel würde der Zedent viele kleine Schäden selbst tragen, obwohl sie kumuliert wirtschaftlich einem grossen Schaden entsprechen. Die Klausel wirkt eng zusammen mit der Definition des Schadenereignisses (Hours Clause, Loss Occurrence Definition) und ist auf denselben Auslöser (dasselbe Naturereignis, denselben Zeitraum) beschränkt.
Verhandlung und Praxis
Die Abgrenzung, welche Schäden noch «demselben Ereignis» zugerechnet werden, ist der zentrale Streitpunkt bei Grossschäden; eine klare Verzahnung mit der Stundenklausel reduziert Interpretationsspielraum. Zedenten mit hoher Frequenz kleinerer Kumulschäden (Hagel, Sturm) profitieren besonders von dieser Erweiterung.