NAIC (National Association of Insurance Commissioners)
Die NAIC ist die Standard-Setzungs- und Koordinationsorganisation der einzelstaatlichen Versicherungsaufsichtsbehörden der USA, die Musterregelwerke entwickelt und die Zusammenarbeit der Aufsicht zwischen den Bundesstaaten fördert.
Begriff
Die National Association of Insurance Commissioners (NAIC) ist die US-amerikanische Standard-Setzungs- und Koordinationsorganisation der Versicherungsaufsichtsbehörden der einzelnen Bundesstaaten. Da die Versicherungsaufsicht in den Vereinigten Staaten historisch auf Bundesstaatenebene organisiert ist und keine einheitliche föderale Aufsichtsbehörde existiert, übernimmt die NAIC eine zentrale Funktion bei der Harmonisierung und Koordination der Aufsichtspraxis über die einzelnen Jurisdiktionen hinweg.
Aufgaben und Instrumente
Zu den Kernaufgaben der NAIC zählen die Entwicklung von Musterregelwerken (Model Laws und Model Regulations), die von den einzelnen Bundesstaaten freiwillig in ihr jeweiliges Landesrecht übernommen werden können, die Koordination von Finanzstabilitätsanalysen und Solvenzüberwachung durch ein eigenes Risk-Based-Capital-Rahmenwerk, sowie der Betrieb zentraler Datenbanken zu Marktverhalten, Finanzkennzahlen und Beschwerden von Versicherungsunternehmen.
Bedeutung im internationalen Kontext
Auf internationaler Ebene vertritt die NAIC die Interessen der US-Versicherungsaufsicht gegenüber globalen Standard-Setzungs-Gremien wie der IAIS und ist massgeblich an der Entwicklung und Bewertung internationaler Kapitalstandards wie des Insurance Capital Standard (ICS) beteiligt, wobei die USA traditionell eine eigenständige, vom europäischen Solvency-II-Modell abweichende aufsichtsrechtliche Kapitalarchitektur verfolgen.