Sandwichpaneele und brennbare Dämmstoffe
Sandwichpaneele bestehen aus zwei Metalldeckschichten mit einem dazwischenliegenden Dämmkern, der bei brennbarer Ausführung im Brandfall zu extrem schneller Brandausbreitung und hohem Totalschadenrisiko führen kann.
Risikoprofil
Sandwichpaneele mit Kernen aus Polyurethan, Polystyrol oder anderen brennbaren Kunststoffen sind wegen ihrer guten Dämmwirkung und schnellen Montage in Industrie- und Lagerbauten weit verbreitet. Im Brandfall kann sich das Feuer jedoch im Kern zwischen den dünnen Blechschalen verdeckt und mit hoher Geschwindigkeit ausbreiten, für Löschmannschaften kaum einsehbar und schwer zu bekämpfen. Zusammen mit Stahlbau als Tragkonstruktion erhöht sich zudem das Einsturzrisiko.
Massnahmen
Zur Risikominderung stehen nichtbrennbare Kerne (Mineralwolle) zur Verfügung; wo brennbare Kerne eingesetzt werden, sind fachgerechte Stossfugenausbildung, geprüfte Befestigungssysteme sowie ergänzende Schutzmassnahmen wie Sprinklerung oder Brandabschnittsbildung entscheidend. Bei Bestandsbauten ist die Kernzusammensetzung häufig nicht dokumentiert und muss durch Bauteilöffnung oder Herstellerauskunft geklärt werden.
Versicherungsrelevanz
Gebäude mit brennbaren Sandwichpaneelen ohne kompensierende Schutzmassnahmen gelten in der Sachversicherung als erhöhtes Risiko und werden häufig mit Auflagen, Sublimiten oder Prämienzuschlägen belegt. Die Kernzusammensetzung ist deshalb ein Standardpunkt jeder Risikobesichtigung von Industrie- und Logistikimmobilien.
Normen und Regelwerke
- VdS 2244 – Sandwichelemente als raumabschliessende Wand- und Dachbauteile, Brandschutzhinweise für die Planung