Managing General Agent (MGA)
Ein Managing General Agent ist ein spezialisierter Vertriebspartner, der im Auftrag eines oder mehrerer risikotragender Versicherer erweiterte Vollmachten zur Zeichnung, Preisgestaltung und Schadenregulierung bestimmter Risikosegmente ausübt.
Begriff
Ein Managing General Agent (MGA), im deutschsprachigen Raum häufig als Assekuradeur bezeichnet, ist ein spezialisierter Vertriebs- und Underwriting-Partner, der im Auftrag eines oder mehrerer risikotragender Versicherer (sogenannter Kapazitätsgeber) mit erweiterten Vollmachten ausgestattet ist. Diese Vollmachten umfassen typischerweise die eigenständige Zeichnung von Risiken, die Festsetzung von Prämien und Bedingungen sowie häufig auch die Regulierung von Schäden innerhalb definierter Grenzen.
Geschäftsmodell und Marktrolle
MGAs schliessen regelmässig eine Marktlücke zwischen breit aufgestellten Erstversicherern und hochspezialisierten Nischenrisiken, für die sie durch fokussiertes Fachwissen, spezialisierte Vertriebskanäle oder technologiegestützte Underwriting-Prozesse einen effizienteren Marktzugang ermöglichen als der Kapazitätsgeber selbst. Der Kapazitätsgeber trägt dabei weiterhin das versicherungstechnische Risiko und haftet gegenüber dem Versicherungsnehmer, während der MGA für die operative Umsetzung im Rahmen der ihm eingeräumten Vollmachten verantwortlich ist.
Aufsichtsrechtliche Aspekte
Da MGAs erhebliche Entscheidungsbefugnisse ausüben, ohne selbst das versicherungstechnische Risiko zu tragen, unterliegt die Zusammenarbeit zwischen Kapazitätsgeber und MGA einer sorgfältigen aufsichtsrechtlichen Überwachung im Rahmen des Governance-Systems des Versicherers, insbesondere hinsichtlich der Kontrolle von Zeichnungsrichtlinien, der Qualität der übertragenen Funktionen (Outsourcing) und der Vermeidung von Interessenkonflikten zwischen Provisionsanreizen und der langfristigen Profitabilität des gezeichneten Portfolios.