Risikoprofil

Photovoltaikanlage / Solarpark

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Risikoprofil für eine Photovoltaikanlage (Dachanlage oder Freiflächen-Solarpark): die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende Versicherungsprogrammarchitektur.

Risikobild

Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht über Module, Wechselrichter und Verkabelung in Strom um, die weitgehend der Witterung ausgesetzt sind – ob auf einem Dach montiert oder auf einer Freifläche als Solarpark errichtet. Typische Schadentreiber sind Hagel- und Sturmschäden an Modulen und Unterkonstruktionen, Einsturz der Unterkonstruktion oder des Tragdachs durch Schneelast, Kabel- und Steckerbrände durch DC-Störlichtbögen oder mangelhafte Installationsqualität sowie Ertragsausfälle durch Verschmutzung, Moduldegradation oder Wechselrichterausfälle. Freiflächenanlagen bringen zusätzlich das Risiko von Gras- oder Vegetationsbränden unter und um das Feld, während Dachanlagen das Schicksal der Anlage an den Zustand und das Brandverhalten des Trägergebäudes koppeln.

Zu erfassende Risikomerkmale

Die nachfolgende Übersicht wird aus den mit diesem Profil verknüpften Risikomerkmalen generiert und nach Kategorie gruppiert; Details zu Underwriting-Logik, Nachweisen und Massnahmen finden sich auf den jeweiligen Merkmalsseiten.

Deckungsarchitektur

Eine spezielle Photovoltaikversicherung deckt Module, Wechselrichter, Unterkonstruktionen und Verkabelung gegen Sachschäden und schliesst in der Regel eine Ertragsausfalldeckung ein, ergänzt durch eine Betriebshaftpflichtversicherung für Personen- oder Sachschäden Dritter aus der Anlage. Die Unfallversicherung der Arbeitnehmenden ist in der Schweiz obligatorisch (UVG), sobald Betriebs- und Wartungspersonal beschäftigt wird. Die Betriebsunterbrechungsversicherung, abgestimmt auf dieselben Gefahren und die gleiche Haftzeit wie der Sachteil, deckt entgangene Einspeiseerträge nach einem versicherten Ereignis, und die Elektronikversicherung ist relevant für Wechselrichter, Monitoring und Netzanschlusselektronik, sofern diese nicht bereits im Hauptvertrag erfasst sind.

Prävention

Präventionsschwerpunkte sind eine DC-seitige Installations- und Steckverbinderqualität nach anerkannten Normen zur Begrenzung des Störlichtbogen-Brandrisikos, eine auf die massgebende Schnee- und Windlastzone ausgelegte Unterkonstruktion und Verankerung, ein Vegetationsmanagement mit Brandschneisen rund um Freiflächenanlagen sowie ein geplantes Inspektions- und Wartungsprogramm mit Thermografie der Verbindungsstellen und laufender Ertragsüberwachung.

Art
Objekt

Zu erfassende Risikomerkmale

Standort

  • Naturgefahrenzone Hagel/Sturm — Die Naturgefahrenzone Hagel/Sturm erfasst die einem Standort durch eine anerkannte Gefahrenkarte zugewiesene Hagelhäufigkeits- und Böengeschwindigkeitsklasse und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Hagel- und Sturmgefahr abgefragt.
  • Schneelastzone — Die Schneelastzone erfasst die einem Standort durch ein anerkanntes Normenwerk oder eine Gefahrenkarte zugewiesene Boden- und Dachschneelastklasse und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Dacheinsturzgefahr durch Schneeansammlung abgefragt.
  • Waldbrand- und Flächenbrandexposition — Waldbrand- und Flächenbrandexposition erfasst die Nähe eines Standorts zu Wald-, Busch- oder Grasland-Brennmaterial und dessen Lage in der Wald-Siedlungs-Übergangszone und wird in Sachversicherungsanträgen zur Beurteilung der Waldbrandausbreitungsgefahr abgefragt.
  • Erschliessung und Zufahrt — Erschliessung und Zufahrt beschreibt die Strassen-, Tor- und Erschliessungsverhältnisse, die Einsatzfahrzeugen und Personal das Erreichen und Befahren eines Standorts ermöglichen, und wird in Sach- und Bauversicherungsanträgen zur Beurteilung der Einsatzfähigkeit abgefragt.

Betrieb

  • Wartungsprogramm — Das Wartungsprogramm erfasst, ob ein Versicherter ein dokumentiertes, planmässiges vorbeugendes Instandhaltungssystem für seine Maschinen und Anlagen betreibt statt rein reaktiver Reparatur, was ein zentraler Prädiktor für die Ausfallhäufigkeit ist.
  • Produktionskapazität und Auslastung — Produktionskapazität und Auslastung erfassen die theoretische Maximalleistung eines Standorts und den Prozentsatz der aktuell genutzten Kapazität, welche zusammen bestimmen, wie viel Ausweichkapazität an anderer Stelle einen Schaden auffangen kann und wie die Betriebsunterbrechungsentschädigung zu berechnen ist.

Deckungsarchitektur