Risk Engineering

Logistikbranche – Risiken und Schadenverhütung

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-01 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Logistikdienstleister sind neben dem baulichen Lagerrisiko zusätzlich branchentypischen Risiken aus Fuhrpark, Kommissionierung, Lieferketten- abhängigkeit und Warendurchsatz mit häufig wechselndem Fremdgut ausgesetzt.

Abgrenzung und Risikotreiber

Während sich das Lagerrisiko primär mit der baulichen und anlagentechnischen Auslegung eines Lagergebäudes befasst, betrachtet das Logistikbranchenrisiko den Betrieb als Ganzes: Fuhrpark und Ladeflächen, Kommissionier- und Umschlagprozesse mit hoher Personendichte, häufig wechselndes Fremdgut mit unterschiedlichem Wert- und Gefahrenprofil sowie die Abhängigkeit von durchgängigen Lieferketten. Ein einzelner Ausfall eines Umschlagzentrums kann wegen der Vernetzung mit vor- und nachgelagerten Standorten Betriebsunterbrechungen bei Kunden auslösen, die weit über den eigenen Schaden hinausgehen.

Schutzmassnahmen

Zentrale Massnahmen umfassen ein dem Warenwert angepasstes Sicherungskonzept für Umschlaghallen und Aussenflächen, klare Zugangs- und Kontrollregelungen für Fahrzeuge und Personal, ein systematisches Fuhrparkmanagement mit Wartungs- und Brandschutzvorgaben sowie eine transparente Dokumentation der Warenbewegungen zur raschen Schadenermittlung im Ereignisfall. Bei hochwertigem oder diebstahlgefährdetem Gut kommen zusätzlich anerkannte Sicherheitsstandards für Lager- und Transitanlagen zur Anwendung.

Versicherungsrelevanz

Weil Logistikstandorte häufig als Knotenpunkte für mehrere Kunden gleichzeitig fungieren, ist neben dem eigenen Sachschaden vor allem die Ausstrahlwirkung auf verbundene Lieferketten für die Risikobewertung entscheidend. Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherer prüfen deshalb neben dem Gebäude- und Sicherungszustand auch die Konzentration von Fremdgut einzelner Kunden sowie bestehende Redundanzen im Logistiknetzwerk.