Brandschutz im Holzbau
Brandschutz im Holzbau beurteilt, wie tragende und raumabschliessende Holzkonstruktionen durch Abbrandverhalten, Kapselung und ergänzende Löschtechnik ein mit mineralischen Baustoffen vergleichbares Sicherheitsniveau erreichen können.
Besonderheit brennbarer Tragkonstruktionen
Der mehrgeschossige Holzbau, insbesondere mit Brettsperrholz, hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Anders als bei Stahl, das im Brandfall schlagartig an Tragfähigkeit verliert, verkohlt Holz an der Oberfläche mit einer weitgehend berechenbaren Abbrandrate, während der Kern darunter Tragfähigkeit behält – ein Verhalten, das sich mit anerkannten Bemessungsverfahren in eine Feuerwiderstandsdauer übersetzen lässt.
Massnahmen
Zu den wesentlichen Massnahmen zählen die rechnerische Auslegung der Restquerschnitte auf die geforderte Feuerwiderstandsdauer, die Kapselung brennbarer Bauteile mit nichtbrennbaren Bekleidungen in besonders sensiblen Bereichen, der sorgfältige Umgang mit Verbindungsmitteln, die als thermische Schwachstellen wirken, sowie ergänzende Löschtechnik wie Sprinkleranlagen in Fluren und Hohlräumen. Ausführungsqualität und Fugenausbildung haben hier einen überdurchschnittlichen Einfluss auf das tatsächliche Brandverhalten.
Versicherungsrelevanz
Da Erfahrungswerte zu Grossbränden in modernen mehrgeschossigen Holzbauten noch begrenzt sind, prüfen Risk Engineers bei solchen Objekten Bemessungsnachweise, Kapselungskonzept und ergänzende Löschtechnik besonders sorgfältig. Fehlende Nachweise oder Abweichungen von der genehmigten Planung führen häufiger als im mineralischen Baustoff zu Auflagen oder Sublimiten.
Normen und Regelwerke
- VdS 2029 – Holz bearbeitende und verarbeitende Betriebe, Richtlinien für den Brandschutz