Risk Engineering

Aussenlagerung

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-01 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Aussenlagerung bezeichnet die Lagerung von Waren, Rohstoffen oder Leergut ausserhalb geschlossener Gebäude, wo fehlender Sprinklerschutz durch grosszügige Abstände, Vegetationskontrolle und Zugangssicherung kompensiert werden muss.

Gefährdungsbild

Im Freien gelagerte Güter sind ohne automatischen Löschschutz auf ausreichende Distanz zu Gebäuden und zu anderen Lagerstapeln angewiesen, um eine Brandausbreitung durch Strahlungswärme zu verhindern; gleichzeitig fehlt der Witterungsschutz, wodurch bestimmte Materialien zusätzlich der Vergilbung, Vereisung oder Durchfeuchtung ausgesetzt sind. Aussenlager sind zudem leichter zugänglich als Innenlager, was das Risiko von Brandstiftung und Diebstahl erhöht, insbesondere ausserhalb der Betriebszeiten.

Schutzmassnahmen

Massgeblich sind Mindestabstände zwischen einzelnen Lagerstapeln sowie zu Gebäuden, die sich nach Stapelhöhe, Brennbarkeit des Gutes und Wandkonstruktion des angrenzenden Gebäudes richten; unbewachsene Sicherheitsstreifen verhindern zudem, dass trockene Vegetation als Zündbrücke wirkt. Eine gute Ausleuchtung, Umzäunung und gegebenenfalls Videoüberwachung reduzieren das Fremdzugriffsrisiko, während eine klare betriebliche Regelung verhindert, dass Aussenflächen unkontrolliert als Ausweichlager für nicht dafür vorgesehene Güter genutzt werden.

Versicherungsrelevanz

Da Aussenlager selten im Fokus der ursprünglichen Brandschutzplanung stehen und im Zeitverlauf tendenziell wachsen, zählt die unkontrollierte Ausweitung von Aussenlagerflächen zu den häufigsten bei Risikobesichtigungen festgestellten Abweichungen. Versicherer bewerten dokumentierte Abstands- und Zugangskonzepte für Aussenflächen deshalb als eigenständigen Bestandteil der Risikoqualität, unabhängig vom Schutzniveau der Gebäude selbst.

Normen und Regelwerke

  • NFPA 1 – Fire Code