Risk Engineering

Blitz- und Überspannungsschutz

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-01 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Blitz- und Überspannungsschutz umfasst die risikoorientierte Auslegung von Fangeinrichtungen, Ableitungen, Erdung und Überspannungsschutzgeräten, um Personen-, Brand- und Elektronikschäden durch direkten Blitzschlag und induzierte Überspannungen zu verhindern.

Schutzkonzept

Ein Blitzschutzsystem besteht aus dem äusseren Blitzschutz – Fangeinrichtungen, Ableitungen und Erdungsanlage, die den Blitzstrom kontrolliert zur Erde führen – und dem inneren Blitzschutz, der über Potentialausgleich und gestaffelte Überspannungsschutzgeräte empfindliche elektrische und elektronische Anlagen vor induzierten Spannungsspitzen schützt. Welche Blitzschutzklasse und welcher Umfang an Überspannungsschutz angemessen sind, ergibt sich aus einer Risikoanalyse, die Gebäudenutzung, Blitzeinschlagshäufigkeit am Standort und Folgeschadenpotenzial berücksichtigt.

Typische Schwachstellen

Häufige Mängel sind unterbrochene oder korrodierte Ableitungen, fehlender Potentialausgleich bei nachträglich installierten Anlagen wie Photovoltaik oder Klimatechnik sowie ein unvollständig gestaffelter Überspannungsschutz, der nur die Hauptverteilung, nicht aber nachgelagerte Unterverteilungen und Endgeräte schützt.

Versicherungsrelevanz

Blitzschlag zählt zu den vier Grundgefahren der Feuerversicherung; unzureichender Blitz- und Überspannungsschutz erhöht sowohl die Brandwahrscheinlichkeit als auch die Häufigkeit kostspieliger Elektronikschäden. Risk Engineers prüfen bei exponierten Standorten regelmässige Wiederkehrprüfungen der Blitzschutzanlage sowie die Dokumentation der Blitzschutzklasse als Bestandteil der Risikobesichtigung.

Normen und Regelwerke

  • VdS 2010 – Risikoorientierter Blitz- und Überspannungsschutz