Regulierung

IFRS 17 (Versicherungsverträge)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-08-31 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

IFRS 17 ist der internationale Rechnungslegungsstandard für Versicherungsverträge, der eine einheitliche, marktkonsistente Bewertung und Ergebnisdarstellung über die gesamte Vertragslaufzeit vorschreibt.

Begriff

IFRS 17 ist der vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichte Rechnungslegungsstandard für Versicherungsverträge, der seit dem Geschäftsjahr 2023 verbindlich für IFRS-Bilanzierer anzuwenden ist und den bisherigen Übergangsstandard IFRS 4 ablöst. Ziel ist eine konsistente, transparente und vergleichbare Darstellung von Versicherungsverträgen über verschiedene Produkte, Sparten und Jurisdiktionen hinweg.

Bewertungsmodelle

IFRS 17 sieht drei Bewertungsansätze vor: das allgemeine Modell (General Measurement Model, GMM) mit der zentralen Grösse der Contractual Service Margin (CSM), das vereinfachte Prämienallokationsmodell (Premium Allocation Approach, PAA) für kurzfristige Verträge, und den Variable Fee Approach (VFA) für Verträge mit direkter Gewinnbeteiligung, wie sie insbesondere in der Lebensversicherung verbreitet sind.

Auswirkungen auf die Versicherungsbranche

Die Einführung von IFRS 17 erforderte bei vielen Versicherern erhebliche Investitionen in Systeme, Prozesse und aktuarielle Modellierung, da der Standard eine granularere Vertragsgruppierung, explizite Risikoanpassungen und eine über die Vertragslaufzeit verteilte Gewinnrealisierung über die Contractual Service Margin vorschreibt, anstelle einer sofortigen Erfassung des erwarteten Gewinns bei Vertragsabschluss.