Betrieblicher Hochwasserschutz
Betrieblicher Hochwasserschutz umfasst bauliche, technische und organisatorische Massnahmen, mit denen Gebäude, Anlagen und Warenlager eines Betriebs vor Überschwemmungs- und Rückstauschäden geschützt werden.
Gefährdungsbild
Betriebe sind sowohl durch Flusshochwasser als auch durch lokale Starkregenereignisse mit Rückstau aus der Kanalisation gefährdet, wobei Letztere häufig ausserhalb bekannter Gefahrenzonen auftreten. Massgeblich für das Schadenpotenzial sind die Höhenlage kritischer Anlagen (Elektroverteilungen, Serverräume, Lagerflächen), die Wasserwechselwirkung mit dem Baugrund sowie die Reaktionszeit bis zum Ereignis.
Schutzmassnahmen
Bauliche Massnahmen umfassen erhöhte Türschwellen, druckwasserdichte Kellerabschlüsse und die Verlagerung kritischer Technik in obere Geschosse. Ergänzend kommen mobile Hochwasserschutzsysteme (Dammbalken, Schläuche) und automatische Rückstauklappen zum Einsatz. Organisatorisch sichert ein Alarmierungs- und Einsatzplan, gestützt auf das Naturgefahrenbulletin, die rechtzeitige Auslösung der Schutzmassnahmen.
Versicherungsrelevanz
Sachversicherer bewerten die Hochwasserexponierung eines Standorts anhand von Gefahrenkarten und verlangen bei erhöhter Exponierung den Nachweis eines dokumentierten Schutzkonzepts als Voraussetzung für Deckungsumfang und Kapazität. In Monopolkantonen ergänzt die kantonale Gebäudeversicherung die Grunddeckung gegen Elementarschäden.
Normen und Regelwerke
- VdS 3521 – Schutz vor Überschwemmungen
- VdS 6001 – Mobile Hochwasserschutzsysteme