Denkmalschutzstatus
Der Denkmalschutzstatus erfasst, ob ein Gebäude aufgrund seines historischen, architektonischen oder kulturellen Werts unter Denkmalschutz steht, und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, weil er die Reparaturmöglichkeiten einschränkt und die Wiederherstellungskosten erheblich erhöhen kann.
- Kategorie
- Gebäude
- Datentyp
- Ja/Nein
- Risikotreiber
- Schadenhöhe, Kumul
- Wirkung auf Underwriting
- Prämie, Sublimite, Auflage/Obliegenheit
Typische Antragsfragen
- Steht das Gebäude unter Denkmalschutz oder ist es anderweitig als historisches Objekt behördlich geschützt?
- Bestehen behördlich vorgegebene Einschränkungen bezüglich Material, Methode oder einzusetzender Unternehmer für Reparaturen?
- Liegt eine spezialisierte Wiederherstellungskostenschätzung vor, welche eine denkmalschutzkonforme Reparatur oder Rekonstruktion berücksichtigt?
Nachweise
- Denkmalschutzverfügung oder behördliche Bestätigung
- Korrespondenz mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde
- Spezialisierte Wiederherstellungswertermittlung
Warum relevant für das Underwriting
Der Denkmalschutzstatus ist für Underwriter vor allem deshalb relevant, weil er verändert, was „Wiederherstellung” nach einem Schaden bedeutet: Ein denkmalgeschütztes Gebäude kann in der Regel nicht einfach mit modernen, kosteneffizienten Materialien und Methoden wiederaufgebaut werden, sondern muss auf eine von der Denkmalschutzbehörde genehmigte Weise repariert oder rekonstruiert werden, häufig mit traditionellen Materialien, spezialisierten Handwerkern und längeren Vorlaufzeiten. Dies kann die effektiven Wiederherstellungskosten gegenüber einem vergleichbaren, nicht geschützten Gebäude vervielfachen und die Betriebsunterbrechungsdauer deutlich über die Annahmen der Standard-Haftzeit hinaus verlängern, wodurch das Merkmal unmittelbar für die Angemessenheit der Versicherungssumme und die Wahl der Haftzeit relevant wird.
Erfassung und Nachweise
Antragsformulare fragen, ob das Gebäude unter Denkmalschutz steht und, falls ja, auf welcher Schutzstufe (z.B. lokal oder national bedeutsam), da der Schutzumfang bestimmt, wie einschränkend die Reparaturvorgaben ausfallen. Die Denkmalschutzverfügung belegt den rechtlichen Status, während die Korrespondenz mit der zuständigen Behörde und eine spezialisierte Wiederherstellungswertermittlung die praktischen Reparaturauflagen und Kostenfolgen aufzeigen.
Wirkung auf Deckung, Prämie und Bedingungen
Denkmalgeschützte Gebäude erfordern häufig eine erhöhte Versicherungssumme, um die denkmalschutzkonformen Wiederherstellungskosten abzubilden, können eine spezifische Sublimite oder Erweiterung für die Mehrkosten der Erfüllung behördlicher Auflagen aufweisen und können einer Bedingung unterliegen, wonach vor Beginn von Reparaturarbeiten eine behördliche Genehmigung einzuholen ist. Prämienzuschläge spiegeln sowohl die höheren Kosten spezialisierter Reparaturen als auch die längere Zeit bis zum Abschluss der Wiederherstellung wider.
Massnahmen
Für denkmalgeschützte Gebäude empfehlen Versicherer üblicherweise die Einholung einer spezialisierten Wiederherstellungskostenschätzung, die denkmalschutzkonforme Materialien und Methoden berücksichtigt, den Einschluss einer dedizierten Wiederherstellungserweiterung oder Mehrkostendeckung sowie die Pflege einer aktuellen Liste zugelassener Fachunternehmer und Materiallieferanten, um Verzögerungen nach einem Schaden zu reduzieren.