Deckung

Kapitallebensversicherung (Whole Life / Endowment Insurance)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.3.0

Die Kapitallebensversicherung kombiniert Todesfallschutz mit einer garantierten Kapitalauszahlung im Erlebensfall und dient damit sowohl der Risikoabsicherung der Hinterbliebenen als auch dem klassischen Sparziel der Altersvorsorge.

Vergleichsprofil

Trigger
Summenversicherung
Versichertes Interesse
Das doppelte wirtschaftliche Interesse der Hinterbliebenen an Todesfallschutz und des Versicherungsnehmers am systematischen, garantierten Aufbau von Alters- oder Sparkapital.
Bemessungsgrundlage
Alter bei Vertragsbeginn, Versicherungssumme, Beitragszahlungsdauer, Gesundheitsdeklaration, Bei Vertragsschluss geltender Garantiezins
Typische Limiten
Das Garantiekapital zuzüglich Überschussbeteiligung bewegt sich typischerweise im unteren fünfstelligen bis siebenstelligen Bereich, wobei der garantierte Anteil auf den bei Vertragsabschluss geltenden Höchstrechnungszins fixiert ist.
Zielsegmente
Privatpersonen, Familien, Altersvorsorgesparer, Vermögende Privatkunden (Nachlassplanung)

Versicherte Ereignisse

  • Tod während der Vertragslaufzeit
  • Erleben des Ablauftermins (Erlebensfallleistung)

Kernausschlüsse

  • Suizid innerhalb der Anfangsfrist
  • Krieg und kriegsähnliche Ereignisse
  • Wesentliche Falschangaben in der Gesundheitsdeklaration
  • Vorsätzliche Tötung durch die begünstigte Person

Begriff

Die Kapitallebensversicherung (auch gemischte Lebensversicherung) kombiniert eine Todesfallabsicherung mit einer garantierten Kapitalauszahlung, die entweder bei Ablauf der Vertragslaufzeit (Erlebensfall) oder im Todesfall des Versicherten fällig wird. Sie war über Jahrzehnte das dominierende Produkt der Lebensversicherung in kontinentaleuropäischen Märkten und verbindet Risikoschutz mit einem klassischen Sparelement.

Rechnungsgrundlagen und Garantieverzinsung

Die während der Ansparphase gebildete Deckungsrückstellung wird nach vorsichtigen biometrischen und finanzmathematischen Rechnungsgrundlagen (Sterbetafel, Höchstrechnungszins) kalkuliert; der Versicherer garantiert dem Versicherungsnehmer eine Mindestverzinsung des angesammelten Kapitals, während darüber hinausgehende Überschüsse über die Überschussbeteiligung an den Versicherungsnehmer weitergegeben werden.

Bedeutung im Niedrigzinsumfeld

Aufgrund des langfristig gesunkenen Zinsniveaus ist die klassische Kapitallebensversicherung mit hoher Garantieverzinsung in vielen Märkten zunehmend durch fondsgebundene, indexgebundene oder kapitaleffizientere Neuprodukte ersetzt worden, da die langfristige Erwirtschaftung der zugesagten Garantien für Versicherer unter anhaltend niedrigen Zinsen wirtschaftlich herausfordernd geworden ist.

Vergleich und Abgrenzung

Die Kapitallebensversicherung steht zwischen der Risikolebensversicherung, die reinen Todesfallschutz ohne Kapitalbildung bietet, und der fondsgebundenen Lebensversicherung, die das Anlagerisiko und das volle Ertragspotenzial auf den Versicherungsnehmer verlagert; sie ist zudem eine alternative Ansparform zur Rentenversicherung, die von Beginn an auf die Umwandlung von Kapital in eine lebenslange Rentenzahlung statt in eine Einmalauszahlung ausgelegt ist. Die Wahl zwischen diesen Produkten ist im Kern eine Abwägung zwischen garantierter Mindestverzinsung, Partizipation an der Anlageperformance und der gewünschten Form der Endleistung.