Deckung

Flottenversicherung (Fleet Insurance)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.2.0

Die Flottenversicherung deckt eine Mehrzahl von Kraftfahrzeugen eines Halters unter einem einheitlichen Vertrag mit kollektiver Prämienkalkulation.

Vergleichsprofil

Trigger
Occurrence (Schadenereignis)
Versichertes Interesse
Das kombinierte Haftpflicht- und Eigenschadeninteresse eines einzelnen Halters an einer definierten Fahrzeuggruppe unter einem Sammelvertrag.
Bemessungsgrundlage
Flottengrösse und Zusammensetzung der Fahrzeugkategorien, Kollektive Schadenerfahrung der gesamten Flotte (Erfahrungstarifierung), Nutzungsprofil der Fahrzeuge (Fahrleistung, Auslieferung, Personentransport), Gewählte Versicherungssumme je Fahrzeug für die Kaskodeckung
Typische Limiten
Es gelten die gesetzlichen Mindesthaftpflichtsummen pro Fahrzeug, ergänzt um Kaskosummen zum jeweiligen Fahrzeugwert; flottenweite Rahmenbedingungen und erfahrungsbasierte Rabatte werden auf Programmebene vereinbart.
Typische Selbstbehalte
Für die Kaskodeckung wird meist ein einheitlicher Selbstbehalt pro Fahrzeug für die gesamte Flotte vereinbart, teilweise nach Fahrzeugkategorie abgestuft.
Zielsegmente
KMU, Industrie, Transport und Logistik, Unternehmen

Versicherte Ereignisse

  • Personen- und Sachschäden Dritter, verursacht durch ein beliebiges Flottenfahrzeug
  • Diebstahl, Brand und Glasbruch innerhalb der gesamten Flotte
  • Sturm-, Hagel- und Wildschäden
  • Selbstverschuldete Kollisionsschäden an Flottenfahrzeugen (soweit Kaskodeckung eingeschlossen ist)
  • Zu- und Abgänge von Fahrzeugen innerhalb der Vertragslaufzeit

Kernausschlüsse

  • Fahrzeuge, die nicht unter der Rahmenpolice deklariert oder registriert sind
  • Nutzung ausserhalb des vereinbarten Flottenzwecks (z. B. Rennen)
  • Vorsätzlich verursachte Schäden
  • Unberechtigte oder nicht führerscheinberechtigte Fahrer
  • Krieg und Beschlagnahme

Begriff

Die Flottenversicherung ist eine Kraftfahrtversicherung, die eine Mehrzahl von Kraftfahrzeugen eines Halters (üblicherweise ab einer bestimmten Mindestanzahl, etwa drei oder mehr Fahrzeugen) unter einem einheitlichen Versicherungsvertrag zusammenfasst, statt jedes Fahrzeug einzeln zu versichern.

Kalkulationsprinzip

Anders als bei der Einzelfahrzeugversicherung, bei der die Prämie massgeblich von der individuellen Schadenfreiheitsklasse des jeweiligen Fahrzeughalters abhängt, erfolgt die Prämienkalkulation der Flottenversicherung auf Basis der kollektiven Schadenerfahrung der gesamten Fahrzeugflotte, wodurch Schwankungen einzelner Fahrzeuge oder Fahrer ausgeglichen werden.

Vorteile für Flottenhalter

Für Unternehmen mit grösseren Fuhrparks bietet die Flottenversicherung administrative Vorteile durch einen einheitlichen Versicherungsvertrag mit einheitlichem Fälligkeitstermin und einer zentralen Schadenbearbeitung, sowie häufig günstigere Konditionen aufgrund der Risikodiversifikation innerhalb der Flotte und der grösseren Verhandlungsmacht des Flottenhalters gegenüber dem Versicherer.

Vergleich und Abgrenzung

Die Flottenversicherung ist keine eigenständige Gefahrendeckung, sondern eine Vertragsstruktur, die Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung für mehrere Fahrzeuge eines Halters unter einer Rahmenpolice mit kollektiver, erfahrungsbasierter Prämienkalkulation bündelt. Einzeln versicherte Fahrzeuge unterliegen weiterhin vollständig den obligatorischen Haftpflicht- und den freiwilligen Kaskodeckungen der jeweiligen Einzelprodukte; die Flottenversicherung ersetzt lediglich die fahrzeugweise Zeichnung und Erneuerung durch eine einheitliche, flottenweite Lösung ab Erreichen der Mindestfahrzeuganzahl.