Begriff

Modellrisiko (Model Risk)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-08-31 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Das Modellrisiko ist die Gefahr fehlerhafter unternehmerischer Entscheidungen infolge unzutreffender Annahmen, Fehler oder einer unsachgemässen Anwendung von quantitativen Modellen in Kapitalanlage, Reservierung oder Risikomanagement.

Begriff

Das Modellrisiko bezeichnet die Gefahr, dass ein Versicherer aufgrund unzutreffender Annahmen, methodischer Fehler, unzureichender Daten oder einer fehlerhaften Anwendung eines quantitativen Modells zu falschen Einschätzungen gelangt, die sich auf Kapitalanlage-, Reservierungs- oder Underwriting-Entscheidungen sowie auf die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen auswirken können.

Ursachen und Ausprägungen

Modellrisiken können auf verschiedenen Ebenen entstehen: durch eine fehlerhafte theoretische Spezifikation des Modells selbst, durch die Verwendung veralteter oder unzureichender Kalibrierungsdaten, durch Implementierungsfehler in der technischen Umsetzung oder durch eine unsachgemässe Anwendung des Modells auf Sachverhalte, für die es ursprünglich nicht konzipiert wurde.

Bedeutung für interne Modelle unter Solvency II

Versicherer, die zur Berechnung ihrer Solvenzkapitalanforderung ein internes Modell verwenden, unterliegen einer besonders intensiven aufsichtsrechtlichen Prüfung des damit verbundenen Modellrisikos; ein zentraler Bestandteil des Governance-Rahmens für interne Modelle ist daher ein strukturierter Validierungsprozess, der die Angemessenheit der Modellannahmen, die Datenqualität und die Stabilität der Modellergebnisse regelmässig unabhängig überprüft.