Löschwasserversorgung
Die Löschwasserversorgung erfasst Quelle, Durchflussmenge und Dauer des für die Brandbekämpfung an einem Standort verfügbaren Wassers und wird in Sachversicherungsanträgen abgefragt, um zu beurteilen, ob Sprinkler- und Hydrantenanlagen über einen Bemessungsbrand hinweg versorgt werden können.
- Kategorie
- Standort
- Datentyp
- Auswahl
- Risikotreiber
- Schadenhöhe, Schadenhäufigkeit
- Wirkung auf Underwriting
- Prämie, Selbstbehalt, Sublimite, Auflage/Obliegenheit
Typische Antragsfragen
- Woher stammt das Löschwasser am Standort (öffentliches Leitungsnetz, privater Hydrantenring, betriebseigener Tank bzw. Reservoir, natürliche Wasserentnahmestelle)?
- Welche Durchflussmenge und welchen Druck kann die Versorgung über welche Dauer aufrechterhalten, ohne sich zu erschöpfen?
- Ist die Versorgung redundant ausgelegt oder besteht ein Single Point of Failure, und wie wird die verfügbare Wassermenge überprüft (z.B. Durchflusstest)?
Nachweise
- Hydraulischer Durchflusstestbericht
- Auslegungszertifikat der Wasserversorgung
- Plan der Löschwasserinfrastruktur am Standort
Warum relevant für das Underwriting
Automatische Sprinkleranlagen und der manuelle Löschangriff sind nur so wirksam wie die Wasserversorgung, die dahintersteht: Eine korrekt geplante und installierte Anlage kann einen Brand trotzdem nicht eindämmen, wenn Durchflussmenge, Druck oder verfügbare Dauer der Wasserquelle nicht ausreichen. Underwriter müssen wissen, ob die Versorgung für den Bemessungsbrand ausreicht und ob ein Single Point of Failure besteht, denn eine unterdimensionierte oder unterbrechbare Versorgung schmälert die sonst gewährte Gutschrift für Sprinklerschutz und wirkt sich direkt auf den Probable Maximum Loss aus.
Erfassung und Nachweise
Antragsformulare fragen nach der Quelle des Löschwassers (öffentliches Leitungsnetz, dedizierter Hydrantenring, betriebseigener Speichertank bzw. Reservoir oder eine natürliche Wasserentnahmestelle wie Fluss oder See) sowie nach der Durchflussmenge, dem Druck und der aufrechterhaltbaren Dauer. Underwriter überprüfen die Selbstauskunft anhand eines hydraulischen Durchflusstestberichts, des ursprünglichen Auslegungszertifikats der Wasserversorgung und eines Standortplans, der die Löschwasserinfrastruktur und allfällige Redundanzen zeigt – insbesondere bei Standorten, die von einer einzigen Leitung oder einem Tank mit begrenzter Kapazität abhängen.
Wirkung auf Deckung, Prämie und Bedingungen
Eine redundante, ausreichend dimensionierte und geprüfte Wasserversorgung stützt die volle Prämiengutschrift für jede Sprinkler- oder Hydrantenanlage sowie höhere Sublimiten. Eine knappe, nicht redundante oder ungeprüfte Versorgung mindert oder entfernt häufig die sonst gewährte Gutschrift für internen Brandschutz und kann Obliegenheiten zu periodischen Durchflusstests, Selbstbehaltszuschläge oder Bedingungen zur Aufstockung der Speicherkapazität auslösen, bevor die vollen Bedingungen gelten.
Massnahmen
Bei unzureichender oder unzuverlässiger Wasserversorgung empfehlen Versicherer und Risk Engineers üblicherweise den Bau oder Ausbau von betriebseigenen Speichertanks oder Reservoirs, die Redundanz von Versorgungsleitung oder Pumpenanordnung zur Beseitigung von Single Points of Failure sowie die Einrichtung eines periodischen Durchflusstest- und Wartungsprogramms, um die dauerhafte Ausreichung der Versorgung sicherzustellen.
Normen und Regelwerke
- VdS CEA 4001 – Guidelines for Sprinkler Systems, Planning and Installation