Begriff

Table of Benefits / Table of Events (Leistungstabelle)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-02 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Die Table of Benefits (auch Table of Events oder Continental Scale) ist die in internationalen Personal-Accident-Wordings enthaltene Tabelle, die jedem versicherten Ereignis – Tod, Verlust von Gliedmassen, Sehkraft, Gehör oder dauernder Invalidität – einen festen Prozentsatz der Versicherungssumme zuordnet und damit das Pendant zur deutschen Gliedertaxe bildet.

Funktion

Internationale Personal-Accident- und Group-Personal-Accident-Wordings im angelsächsisch geprägten Markt beschreiben die versicherten Leistungen nicht über einen Invaliditätsgrad, sondern über eine Table of Benefits (auch Table of Events oder Scale of Compensation): Jedes definierte Ereignis («Event» oder «Item») wie Accidental Death, Loss of Limb, Loss of Sight, Loss of Hearing, Loss of Speech oder Permanent Total Disablement ist mit einem festen Prozentsatz der Versicherungssumme («Compensation») hinterlegt. Tritt das Ereignis infolge eines Unfalls ein, wird der Prozentsatz ohne weitere medizinische Graduierung ausbezahlt. Für nicht aufgeführte Beeinträchtigungen legt der Versicherer nach einer Auffangregel einen mit der Tabelle konsistenten Prozentsatz fest.

Beispielhafte Werte (Continental Scale)

Die oft als «Continental Scale» bezeichnete Struktur setzt marktüblich – die Werte sind beispielhaft und produktabhängig – den Verlust beider Hände, beider Augen oder zweier Gliedmassen sowie die dauernde vollständige Invalidität mit 100 % an; der Verlust eines Arms oder Beins wird je nach Wording mit 100 % oder mit reduzierten Sätzen (z. B. 70 %) bewertet, der Verlust der Sehkraft eines Auges typischerweise mit 50 %. Finger sind gestaffelt: Daumen etwa 25–30 %, Zeigefinger rund 10–20 %, übrige Finger 4–10 %, einzelne Fingerglieder entsprechend weniger. Kumulierte Leistungen aus einem Unfall sind in der Regel auf 100 % der Versicherungssumme begrenzt.

Abgrenzung zur Gliedertaxe

Die deutsche und österreichische Gliedertaxe ist Teil der Bemessung eines Invaliditätsgrads, auf den anschliessend Progression und Versicherungssumme angewendet werden; Teilverluste werden anteilig bewertet, und ausserhalb der Taxe entscheidet die medizinische Gesamtbeeinträchtigung. Die Table of Benefits ist dagegen ereignisbezogen und in der Regel ohne Progression konzipiert. Bei internationalen Programmen mit Master- und Lokalpolicen ist daher zu prüfen, ob lokale Gliedertaxen oder eine einheitliche Tabelle gelten und wie Differenzen über eine DIC/DIL-Deckung ausgeglichen werden.