Schadenquote (Loss Ratio)
Die Schadenquote setzt den in einer Periode angefallenen Schadenaufwand ins Verhältnis zur verdienten Prämie und ist eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung der versicherungs- technischen Rentabilität.
Begriff
Die Schadenquote ist eine zentrale versicherungswirtschaftliche Kennzahl, die den in einer Berichtsperiode angefallenen Schadenaufwand – einschliesslich der Veränderung der Schadenrückstellungen – ins Verhältnis zur in derselben Periode verdienten Prämie setzt. Sie misst damit, welcher Anteil der Prämieneinnahmen für die Deckung der Versicherungsleistungen benötigt wird, bevor Kosten und Kapitalanlageerträge berücksichtigt werden.
Berechnungsvarianten
Je nach Zweck der Analyse wird zwischen der Bruttoschadenquote vor Rückversicherung und der Nettoschadenquote nach Abzug der an Rückversicherer abgegebenen Schäden unterschieden; ferner wird die Schadenquote häufig getrennt nach Abwicklungsjahr des Schadens (Anfalljahresbetrachtung) oder nach Kalenderjahr der Rückstellungsveränderung berechnet, wobei letztere auch Effekte aus der Auflösung oder Verstärkung von Rückstellungen für frühere Anfalljahre einschliesst.
Bedeutung als Steuerungsgrösse
Die Schadenquote wird üblicherweise um die Kostenquote zur sogenannten Combined Ratio (Schaden-Kosten-Satz) ergänzt, die zusammen die gesamte versicherungstechnische Rentabilität eines Portfolios oder Versicherers abbildet; eine Combined Ratio unter 100 % zeigt an, dass das versicherungstechnische Geschäft ohne Berücksichtigung von Kapitalanlageerträgen profitabel ist, während Werte über 100 % auf ein versicherungstechnisches Defizit hindeuten, das durch Kapitalanlageerträge ausgeglichen werden muss.