Policendarlehen
Das Policendarlehen ist ein Darlehen, das ein Lebensversicherer dem Versicherungsnehmer gegen Verpfändung des Rückkaufswerts einer rückkaufsfähigen Lebensversicherung gewährt.
Begriff
Ein Policendarlehen ist ein Darlehen, das ein Lebensversicherer dem Versicherungsnehmer einer rückkaufsfähigen Lebensversicherung gewährt, wobei der Rückkaufswert der Police als Sicherheit für das Darlehen dient. Im Unterschied zu einem vollständigen Rückkauf der Police bleibt der Versicherungsschutz beim Policendarlehen grundsätzlich vollumfänglich bestehen.
Ausgestaltung
Die Höhe des Policendarlehens ist regelmässig auf einen bestimmten Prozentsatz des aktuellen Rückkaufswerts begrenzt, um dem Versicherer im Falle eines Zahlungsausfalls ausreichenden Spielraum für eine allfällige Verrechnung mit der fälligen Versicherungsleistung zu belassen. Das Darlehen wird zu einem vom Versicherer festgelegten Zinssatz verzinst; wird das Darlehen samt Zinsen nicht zurückbezahlt, wird es bei Fälligkeit der Versicherungsleistung (z.B. im Todesfall oder bei Ablauf) mit dieser verrechnet.
Bedeutung für die Versicherungspraxis
Das Policendarlehen bietet Versicherungsnehmern eine flexible, unbürokratische Finanzierungsmöglichkeit, ohne den bestehenden Versicherungsschutz durch einen Rückkauf oder eine Kündigung der Police aufzugeben; es ist jedoch sorgfältig gegen andere Finanzierungsformen abzuwägen, da eine Nichtrückzahlung die letztlich ausbezahlte Versicherungsleistung entsprechend reduziert.