Risk Engineering

Oberflächenentwässerung und Rückstauschutz

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-01 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Oberflächenentwässerung und Rückstauschutz umfassen die Ableitung von Niederschlagswasser vom Gebäude sowie technische Sicherungen, die ein Zurückdrücken von Abwasser aus der Kanalisation in tiefliegende Gebäudeteile verhindern.

Gefährdungsbild

Öffentliche Kanalisationen sind für ein statistisch wiederkehrendes, begrenztes Regenereignis bemessen; bei Starkregen oder Überlastung des Netzes kann Abwasser in Richtung Gebäude zurückgedrückt werden. Besonders gefährdet sind Ablaufstellen unterhalb der massgebenden Rückstauebene, etwa in Kellergeschossen, sowie Flächen mit unzureichender Oberflächenentwässerung, auf denen sich Niederschlagswasser vor Gebäudeeingängen und Lichtschächten staut.

Schutzmassnahmen

Alle Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene sind grundsätzlich über eine Abwasserhebeanlage zu entwässern; Rückstauverschlüsse können nur bei geringwertiger Nutzung und vorhandenem Gefälle zum Kanal als Alternative dienen. Die Oberflächenentwässerung des Grundstücks – Gefälle, Rinnen, Versickerungsflächen – ist auf ein schadenfreies Abführen auch bei Starkregen auszulegen; kritische Zugänge werden zusätzlich durch Schwellen gesichert.

Versicherungsrelevanz

Rückstauschäden zählen zu den häufig unterschätzten Wasserschäden, da sie unabhängig von der Distanz zu einem Gewässer auftreten können. Viele Sachversicherungsbedingungen schliessen Rückstau ohne funktionsfähige Sicherung ausdrücklich aus, sodass der Nachweis einer normgerechten Rückstausicherung für den Deckungsumfang relevant ist.

Normen und Regelwerke

  • SIA 190 – Kanalisationen