Risk Engineering

Küchenlöschanlagen

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-01 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Küchenlöschanlagen sind objektgeschützte Feuerlöschanlagen über Fritteusen, Grillplatten und Abluftanlagen gewerblicher Küchen, die Fettbrände selbsttätig mit nasschemischem Löschmittel unterdrücken und gleichzeitig die Energiezufuhr abschalten.

Aufbau und Auslösung

Düsen über Kochgeräten und im Abluftkanal geben bei Auslösung ein nasschemisches Löschmittel ab, das Fettbrände durch Verseifung der Oberfläche und Kühlung nachhaltig unterdrückt. Eine thermische Detektionslinie oder Punktmelder löst automatisch aus; zusätzlich ist stets eine mechanische oder elektrische Handauslösung vorhanden. Beim Löschvorgang schaltet die Anlage gekoppelt Gas- oder Stromzufuhr der Kochgeräte sowie die Lüftung ab.

Wartung und Fettablagerungen

Regelmässige Reinigung von Filtern, Abluftkanal und Ventilatoren verhindert, dass sich dort selbst eine zusätzliche Fettbrandlast aufbaut, die auch bei funktionierender Löschanlage zu einem Sekundärbrand im Kanalsystem führen kann. Düsen, Auslösemechanik und Detektionslinie werden in festgelegten Intervallen auf Funktion geprüft.

Versicherungsrelevanz

Küchenbrände zählen zu den häufigsten Brandursachen in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. Eine funktionsfähige, regelmässig geprüfte Küchenlöschanlage in Kombination mit sauberen Abluftwegen ist für Sachversicherer ein zentrales Bewertungskriterium für dieses Segment und beeinflusst unmittelbar die Betriebsunterbrechungsfolgen eines Küchenbrands.

Normen und Regelwerke

  • VdS 3846 – Versicherungstechnische Bewertung von Küchenschutzlöschanlagen
  • NFPA 96 – Standard for Ventilation Control and Fire Protection of Commercial Cooking Operations