Sach-Allgefahrenversicherung (Property All Risks)
Die Sach-Allgefahrenversicherung deckt unvorhergesehene Beschädigung oder Zerstörung versicherter Sachen aus jeder Gefahr, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist.
Vergleichsprofil
- Trigger
- Allgefahren
- Versichertes Interesse
- Sachsubstanz eigener und in Obhut genommener fremder Sachen (Gebäude, Einrichtung, Vorräte) am Versicherungsort.
- Bemessungsgrundlage
- Versicherungssumme, Umsatz, Gebäudewert, Standort und Bauart
- Typische Limiten
- Vollwert- oder Erstrisikosummen je Standort; in international geschichteten Programmen oft mehrere hundert Millionen CHF/EUR Gesamtkapazität.
- Typische Selbstbehalte
- Ereignisbezogener Selbstbehalt, meist höher für Naturgefahren und maschinenbezogene Gefahren.
- Zielsegmente
- KMU, Industrie, Internationale Programme
Versicherte Ereignisse
- Feuer und Explosion
- Leitungswasser
- Sturm und Hagel
- Anprall und Kollision
- Einbruchdiebstahl (soweit eingeschlossen)
Kernausschlüsse
- Krieg und Kernenergie
- Abnutzung, allmähliche Verschlechterung
- Konstruktions- und Materialfehler
- Cyber-Schäden ohne Sachfolgeschaden
- Naturgefahren ausserhalb vereinbarter Sublimiten
Deckungsprinzip
Anders als die Benannte-Gefahren-Deckung (Feuer, Elementar usw.) kehrt die Allgefahrendeckung die Beweislast um: Versichert ist jede unvorhergesehene, plötzliche Sachbeschädigung, sofern kein Ausschluss greift. Der Versicherer muss den Ausschluss beweisen, nicht der Versicherungsnehmer die versicherte Gefahr.
Typische Ausschlüsse
Krieg, Kernenergie, Vorsatz, allmähliche Abnutzung, Konstruktions- und Materialfehler (teils über technische Deckungen rückholbar), Cyber-Schäden ohne Sachfolge sowie – marktabhängig – Naturgefahren-Sublimiten für exponierte Zonen.
Programmgestaltung
Die Allgefahrendeckung bildet in internationalen Programmen meist die Master-Police, ergänzt um lokale Policen. Zentrale Gestaltungselemente sind Versicherungssummen und Margen, Selbstbehaltsstruktur, Sublimiten sowie die Abstimmung mit der Betriebsunterbrechungsdeckung.
Vergleich und Abgrenzung
Die Sach-Allgefahrenversicherung ist heute der Marktstandard für gewerbliche Sachschäden; eine reine Benannte-Gefahren-Police (nur Feuer und verwandte Gefahren) ist selten geworden, wird aber eingesetzt, wenn Allgefahren-Kapazität knapp oder deren Prämie unverhältnismässig ist. Sie wird regelmässig ergänzt durch die Betriebsunterbrechungsversicherung, die den Ertragsausfall nach einem versicherten Sachschaden abdeckt, sowie durch die Maschinenversicherung, die mechanische und elektrische Bruchschäden versichert, die in Allgefahren-Bedingungen meist ausgeschlossen sind.