Gaslöschanlagen
Gaslöschanlagen fluten einen abgeschlossenen Raum mit Inertgas oder chemischen Löschmitteln (Clean Agents), um Brände rückstandsfrei und ohne Wasserschaden zu löschen – insbesondere zum Schutz elektronischer und hochwertiger Anlagen.
Löschprinzip und Löschmittel
Inertgase wie CO2, Stickstoff oder Argon-Gemische verdrängen den für die Verbrennung nötigen Sauerstoff, während halogenierte Clean Agents die Verbrennungsreaktion chemisch unterbrechen. Die Auslegung der Anlage richtet sich nach Raumvolumen, bekannten Leckageflächen und der geforderten Haltezeit der Löschkonzentration im Raum.
Raumdichtheit und Auslösung
Die Wirksamkeit hängt entscheidend von der tatsächlichen Raumdichtheit ab, die typischerweise mittels Door-Fan-Prüfung nachgewiesen wird. Vor der automatischen oder manuellen Flutung schaltet die Anlage Lüftung und Brandschutzklappen ab; eine kurze Verzögerung nach Alarmierung ermöglicht die Evakuierung anwesender Personen.
Versicherungsrelevanz
Gaslöschanlagen schützen Werte, die durch Wasser, Schaum oder Pulver zusätzlich beschädigt würden, etwa Serverräume, Schaltanlagen oder Archive. Ihre Schutzwirkung geht bei Nutzungsänderungen häufig unbemerkt verloren, wenn die ursprünglich geprüfte Raumdichtheit durch neue Durchbrüche oder offen gehaltene Türen nicht mehr gegeben ist.
Normen und Regelwerke
- VdS 2454 – Gaslöschsysteme, Anforderungen und Prüfmethoden
- NFPA 2001 – Standard on Clean Agent Fire Extinguishing Systems