Deckung

Wohngebäudeversicherung (Homeowners Building Insurance)

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.3.0

Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden an Wohngebäuden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel und weitere versicherte Gefahren.

Vergleichsprofil

Trigger
Benannte Gefahren
Versichertes Interesse
Die unbewegliche Substanz eines Wohngebäudes (Mauerwerk, Dach, fest verbundene Installationen, Aussenanlagen) zum Wiederbeschaffungswert.
Bemessungsgrundlage
Wiederbeschaffungswert des Gebäudes / Versicherungssumme, Gebäudetyp, Alter und Bauweise, Standort und Naturgefahrenexposition, Schadenverlauf
Typische Limiten
Versicherungssumme auf Basis des vollen Neuwerts, mit Sublimiten für Aufräum- und Abbruchkosten sowie Mietausfall.
Typische Selbstbehalte
Ereignisbezogener Selbstbehalt, generell moderat für Grundgefahren und höher für optionale Elementarschadenerweiterungen.
Zielsegmente
Private Hauseigentümer, Vermieter, Immobilieninvestoren

Versicherte Ereignisse

  • Feuer, Blitzschlag und Explosion
  • Leitungswasserschäden
  • Sturm und Hagel
  • Elementarschäden (Hochwasser, Erdbeben, Erdrutsch, soweit eingeschlossen)
  • Einbruchbedingte Schäden an der Gebäudesubstanz

Kernausschlüsse

  • Krieg und Kernenergie
  • Abnutzung und allmähliche Verschlechterung
  • Erdbeben und Hochwasser, ausser speziell eingeschlossen
  • Schäden, die über die Hausratversicherung gedeckt sind
  • Folgeschäden ausserhalb der Mietausfallerweiterung

Begriff

Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden an der Substanz eines Wohngebäudes, die durch versicherte Gefahren wie Feuer, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser, Sturm oder Hagel verursacht werden. Sie ergänzt die Hausratversicherung, die den beweglichen Hausrat innerhalb der Wohnräume schützt, um den Schutz der unbeweglichen Gebäudesubstanz selbst – also Mauerwerk, Dach, fest verbundene Installationen und Aussenanlagen.

Umfang und typische Erweiterungen

Neben den Grundgefahren umfasst die Wohngebäudeversicherung häufig weitere Bausteine, etwa den Ersatz von Mietausfall bei Unbewohnbarkeit des Gebäudes nach einem versicherten Schaden, die Deckung von Aufräum- und Abbruchkosten sowie – gegen Zusatzprämie – erweiterte Naturgefahrendeckungen wie Überschwemmung, Erdbeben oder Erdrutsch, die in vielen Rechtsordnungen nicht standardmässig eingeschlossen sind.

Bewertungsgrundlage

Die Versicherungssumme einer Wohngebäudeversicherung wird typischerweise auf Basis des Wiederbeschaffungswerts festgelegt, also der Summe, die zur Wiederherstellung des Gebäudes in gleicher Art und Güte am selben Standort erforderlich wäre, unabhängig vom Alter oder Zustand des Gebäudes zum Schadenzeitpunkt; eine korrekte Wertermittlung ist entscheidend, um eine spätere Unterversicherung mit entsprechender Leistungskürzung zu vermeiden.

Vergleich und Abgrenzung

Die Wohngebäudeversicherung ist das Pendant zur kantonalen Gebäudeversicherung im freien Markt: In Schweizer Monopolkantonen wird die Grunddeckung gegen Feuer und Elementarschäden ausschliesslich bei der kantonalen Anstalt platziert, während die Wohngebäudeversicherung in den freien Kantonen als alleiniges Vehikel dient und andernorts als ergänzende Schicht für Gefahren und Bausteine, die das kantonale Monopol nicht anbietet. Sie wird regelmässig durch die Mietausfallversicherung ergänzt, welche den Mietertrag des Eigentümers während der Wiederherstellung sichert, sowie durch die Glasversicherung, die den in der Grunddeckung meist ausgeschlossenen oder nur eng eingeschlossenen Bruchschaden erweitert.