Risikoprofil

Haustierhaltung

Von Experten geprüft Aktualisiert: 2026-09-03 Fachlich geprüft: 2026-09-04 (Guido Hesse, Hesse Group Holding AG) Version 0.1.0

Risikoprofil für einen Haushalt mit ein oder mehreren Haustieren: die im Underwriting typischerweise erfassten Risikomerkmale und die daraus resultierende private Tierversicherungs-Programmarchitektur.

Risikobild

Die Haltung eines Hundes, einer Katze oder eines anderen Tieres begründet eine Haftpflichtexposition, der ein Haushalt ohne Tiere nicht ausgesetzt ist, da ein Tier in einem gewissen Mass unabhängig von der Kontrolle der haltenden Person handelt: Ein Hundebiss, eine Katze, die eine Besucherin verletzt, oder ein entlaufener Hund, der einen Verkehrsunfall verursacht, können jeweils eine erhebliche Personen- oder Sachschadenforderung Dritter auslösen. Die Exposition variiert stark nach Tierart, Rasse und Anzahl der gehaltenen Tiere, und einzelne Rassen unterliegen kantonalen oder kommunalen Haltungsvorschriften, welche die Versicherbarkeit direkt beeinflussen. Neben der Haftpflichtseite tragen Tierhalterinnen und -halter zudem eine wiederkehrende Tierarztkostenexposition durch Krankheit, Unfall oder altersbedingte Beschwerden, die insbesondere bei grösseren Tieren oder erblich vorbelasteten Rassen schnell erheblich werden kann.

Zu erfassende Risikomerkmale

Die nachfolgende Übersicht wird aus den mit diesem Profil verknüpften Risikomerkmalen generiert und nach Kategorie gruppiert; Details zu Underwriting-Logik, Nachweisen und Massnahmen finden sich auf den jeweiligen Merkmalsseiten.

Deckungsarchitektur

Die Tierhalterhaftpflichtversicherung deckt Personen- und Sachschadenforderungen Dritter, die durch die Tiere des Haushalts verursacht werden, und bildet den obligatorischen Kern des Programms eines tierhaltenden Haushalts, da die Standard-Privathaftpflichtversicherung die Tierhalterexposition über ein gewöhnliches Haustier hinaus häufig ausschliesst oder begrenzt. Die Tierversicherung, welche Tierarztkosten aus Krankheit oder Unfall abdeckt, ist eine naturgemässe Ergänzung im Kernbereich und verschafft dem Haushalt Budgetsicherheit gegenüber einer Tierarztrechnung, die bei einer Operation oder einer längeren Behandlung rasch mehrere tausend Franken erreichen kann. Für einen Haushalt, dessen Tierhaltung sich auf gewöhnliche Haustiere beschränkt, ist über diese beiden Deckungen hinaus in der Regel keine zusätzliche optionale Erweiterung erforderlich.

Prävention

Präventionsschwerpunkte für einen tierhaltenden Haushalt sind eine anerkannte, rassegerechte Gehorsams- oder Leinenschulung, die Einhaltung allfälliger kantonaler oder kommunaler Haltungsvorschriften wie Registrierung, Leinen- oder Maulkorbpflicht, sowie eine gesicherte Gartenumzäunung und gesicherte Tore, damit ein Tier nicht auf öffentliche Strassen oder Nachbargrundstücke entweichen kann. Aktuelle Impf- und tierärztliche Unterlagen sowie eine sorgfältige Beaufsichtigung des Kontakts zwischen Tier und Kindern oder Gästen reduzieren zusätzlich die Häufigkeit von Vorfällen mit Dritten, bevor sie überhaupt entstehen.

Art
Privat

Zu erfassende Risikomerkmale

Privatbereich

  • Tierhaltung — Tierhaltung erfasst, ob ein Haushalt Hunde, Katzen oder andere Tiere hält, sowie Tierart, Rasse und Anzahl der Tiere – eine in Tierhalterhaftpflicht- und Tierversicherungsanträgen abgefragte Angabe zur Beurteilung des Biss-, Sachschaden- und Tierarztkostenrisikos.

Deckungsarchitektur

Normen und Regelwerke

  • ISO 31000:2018 – Risk management, Guidelines