Transformatoren
Transformatoren sind oft schwer und langfristig ersetzbare Schlüsselglieder der Energieversorgung, deren Ausfall durch Isolationsfehler, Überlastung oder mangelhafte Kühlung erhebliche Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden auslösen kann.
Kritikalität
Grosse Leistungstransformatoren sind massgefertigt, haben Lieferzeiten von mehreren Monaten bis über einem Jahr und verfügen bei vielen Betreibern über keine oder nur eine eingeschränkte Redundanz. Ein Totalschaden führt deshalb selten nur zu Reparaturkosten, sondern häufig zu einer mehrmonatigen Betriebsunterbrechung, weil Ersatzgeräte am Markt knapp sind. Typische Schadenursachen sind Isolationsalterung des Öls, Wicklungsfehler, Überspannungen, Kühlungsausfälle und externe Kurzschlüsse.
Schutzkonzept
Zum Schutzkonzept gehören elektrische Schutzrelais (Differential-, Überstrom- und Erdschlussschutz), mechanische Sicherheitseinrichtungen wie Buchholzrelais und Druckentlastung sowie eine regelmässige Diagnostik: Ölanalysen auf gelöste Gase (DGA), Isolationswiderstandsmessungen und Thermografie der Anschlüsse und Durchführungen. Bauliche Massnahmen wie Ölauffangwannen, Brandschutzabstände oder Löschanlagen begrenzen die Auswirkungen eines Transformatorenbrands auf benachbarte Anlagenteile.
Versicherungsrelevanz
Für die Maschinen- und Betriebsunterbrechungsversicherung ist die Frage der Wiederbeschaffungszeit zentral: Ohne dokumentierte Ersatzteilstrategie, Reservetransformator oder vertraglich zugesicherte Lieferfristen wird die realistische Haftzeit häufig unterschätzt. Versicherer bewerten deshalb Alter, Zustandsdaten und Redundanzkonzept der Transformatoren als eigenständigen Risikofaktor.